1. Frage:
    Gefragt am: 21.04.2013, 19:15 von Gast
    Beziehung mit dem besten Freund?
    Vor ca. 5 Jahren hat mir (w, 23) mein bester Freund gestanden, dass er mich liebt. Wir waren vorher schon befreundet, ich mochte (und mag) ihn wirklich sehr, wir sind uns in vielen Dingen ähnlich und verstehen uns wirklich prima. Allerdings hat er mich mit seinem „Geständnis“ ziemlich überrumpelt und ich hab ihm einen Korb gegeben. Er hat Verständnis gezeigt und wir sind bis heute gute Freunde geblieben.

    In letzter Zeit ist unser Verhältnis allerdings deutlich enger als früher. Wir sind oft zu zweit unterwegs (Disco, Karnevalsfeiern, etc.), obwohl wir einen großen gemeinsamen Freundeskreis haben. Seitdem habe ich das Gefühl, dass ich mir durchaus mehr mit ihm vorstellen könnte. Ich freue mich, ihn zu sehen, zu umarmen, und bin fast schon eifersüchtig geworden, als er mir eine Kommilitonin vorgestellt hat, mit der er zusammen gelernt hat.

    Ich mache mir auch Gedanken darüber, warum ich ihn mir vorher nur als Freund, aber nicht als Partner vorstellen konnte. Zum einen war er damals ziemlich tollpatschig, fast noch etwas unreif. Ich fand ihn manchmal richtig peinlich. Außerdem hatte ich Angst, im Falle einer Trennung nicht nur den Freund, sondern den ganzen Freundeskreis zu verlieren (es gab kurz vorher eine solche Situation in unserem Freundeskreis). Und schließlich kam hinzu, dass wir in verschiedene Städte zum Studieren gezogen sind und uns nur am Wochenende gesehen hätten. Ich konnte mir eine Fernbeziehung nicht vorstellen und wollte nicht nur am Studienort lernen, sondern mir dort ein Leben mit Freunden und Freizeitaktivitäten aufbauen.

    Diese Gründe sind heute so nicht mehr da. Ich habe auch das Gefühl, dass ich immer noch mehr für ihn bin als nur eine gute Freundin. Er fragt mich manchmal nach Treffen zu zweit, macht immer wieder Andeutungen – auch vor unseren Freunden – (letzte Woche waren wir z.B. beim Spieleabend in einem Team und haben gewonnen und da meinte er, „Traumpaar eben“) und berührt mich öfter und länger, als es „nötig“ wäre (z.B. bei Umarmungen zum Abschied).

    Ich weiß nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll. Von seiner Seite wird vermutlich nichts kommen, schließlich hab ich ihm damals eine klare Absage erteilt. Allerdings will ich ihn jetzt nicht plötzlich überfallen. Ich hatte seit seinem „Geständnis“ übrigens nur eine Beziehung, er keine mehr.

    Meint ihr, ich habe überhaupt noch eine Chance bei ihm? Oder wird er sich nicht auf mich einlassen, weil er das Gefühl haben könnte, nur „zweite Wahl“ zu sein?
    Und meint ihr, ich kriege gerade „Torschlusspanik“ und will ihn jetzt nur, weil ich ihn so gut kenne und weiß, „was in an ihm habe“? Oder ist es euch auch schon mal passiert, dass ihr euch erst nach längerer Zeit ihn jemanden verliebt habt, insbesondere weil ihr es vorher aus eher rationalen Gründen nicht zugelassen habt?
    Antworten:
  2. #1
    21.04.2013 23:11
    Ich kann keine direkte Erfahrung beisteuern, weil wenn ich eine Frau begehre, dann will ich mit ihr zusammen kommen und nicht ihr bester Freund werden. D.h. wenn seitens einer Frau kein Interesse da ist, dann wird meinerseits auch erstmal nichts aus einer Freundschaft. Das heisst nicht, dass ich nicht Freundschaften mit Frauen pflege - habe sogar recht enge, aber ich habe diese Frauen nie als Partnerin begehrt, denn das beißt sich für mich.

    Ob Du eine Chance bei ihm hast, das wirst Du nur erfahren, wenn Du mit ihm darüber offen redest. Offenbar hat er ja noch Interesse, sonst würde er wohl nicht so körperlich werden. Allerdings bist Du jetzt dran mit einer Offensive.

    Ich würde es nur gut überlegen, weil wenn Du dann doch einen Rückzieher machst, dann ist es zutiefst verletzend für ihn. Es gibt einen Typ Mann, der sich gern sehr lange als guter Freund mit leiser Hoffnung festbeisst (oder halten lässt). Ich halte das für grob fahrlässig für´s eigene Seelenheil, aber jeder versucht es eben auf seine eigene Art.

  3. #2 Gast
    21.04.2013 23:51
    Hallo,

    ich kann nur von meiner Erfahrung sprechen...und das ging sehr schlecht aus. Beste Freunde waren wir auch vorher aber nach 2 Jahren beendete er die Beziehung über Nacht weil er sich es anders Vorgestellt hatte. In seiner Vorstellung war eben alles wunderbar bloß in Kombination mit dem Alltag gefiel es ihm dann nicht mehr... ( gemeinsame Wohnung).
    Danach war natürlich auch die Freundschaft hinüber.

    Aber es gibt bestimmt auch Beziehungen die gut ausgehen :). Denn im Grunde ist die Freundschaft zueinander eine wichtige Sache wenn man eine Beziehung führen möchte.

  4. #3 Gast
    22.04.2013 16:46
    Liebe FS,
    ich denke, Gast 2 schildert eine mögliche Gefahr, deren Ausgang man nie absehen kann. Zunächst einmal solltest Du wirklich in Dich gehen, ob Du wirklich in ihn verliebt bist. Es wäre sehr schlimm, wenn er sich dann darauf einließe, und Du Dich dann kurzfristig umentscheidest. Dann wäre wirklich alles aus, Liebe und Freundschaft. Aber, wenn Du verliebt bist, bleibt Dir nur, mit ihm zu sprechen. Er hat Deine Entscheidung vor 5 Jahren akzeptiert, und sie hat Eurer Freundschaft offenbar nicht geschadet. Das gleiche könnte auf Dich zukommen, wenn er keine Beziehung will. Es gibt aber durchaus Fälle, in denen aus langer Freundschaft auch eine schöne und lange Liebesgeschichte entstehen kann. Ich habe so ein Beispiel in meinem Freundeskreis. Sie sind heute glücklich verheiratet und haben zwei Kinder. Ihre Liebe könnte nicht größer sein. Der einzige Rat, den ich Dir geben kann ist: Sei Dir sicher, was Du für ihn empfindest. Und dann handle danach. Manchmal ist das, was wir wikrlich wollen, schon die ganze Zeit über in unserer Nähe gewesen.

    Viel Glück!

  5. #4 Gast
    22.04.2013 18:49
    Liebe FS;

    kannst Du das ein bisschen genauer schildern? Er hat Dir vor 5(!) Jahren seine Liebe gestanden - und seitdem seid Ihr Freunde? Was ist seitdem passiert - Ihr seht euch von Zeit zu Zeit/jedes Wochenende? Hatte einer von euch beiden eine andere Beziehung?

    Torschlusspanik mit 23: Nein - wenn Du noch 5 Jahre wartest - Ja.

    Der Punkt ist doch der: wenn Du ihn WIRKLICH willst - dann musst Du auf Ihn zugehen und das wenn möglich, bevor er eine andere Beziehung eingegangen ist. Vielleicht willst Du ihn aber auch nicht wirklich - Du bist halt unsicher, Studium geht seinem Ende entgegen - dann steht ein Umzug an etc. - die erhoffte Studentenliebe hat auch nicht geklappt - da kann eine Jugendbeziehung auch Halt und Sicherheit geben. Das können wir schlecht aus der Ferne beurteilen.

    Du wirst auf jeden Fall höchstens eine Chance haben, ihn doch noch zu gewinnen.

    Viele Glück!

    m/32

  6. #5 Gast
    23.04.2013 21:55
    Hallo, ich bin die FS.

    vielen Dank für eure Meinungen und Tipps bisher!

    @ Gast 4: Ja, er hat mir vor 5 Jahren seine Liebe gestanden und wir sind Freunde geblieben. Wir sehen uns ca. 1-2 Mal im Monat am Wochenende. Ich habe mich damals einfach so verhalten, als wäre nichts passiert; ich weiß, das war egoistisch von mir und sehr schwierig für ihn, aber ich wollte ihn - und damit meinen kompletten (Schul-)Freundeskreis - einfach nicht verlieren.
    Das, was du schreibst, trifft es sehr gut! In meinem Freundeskreis haben mittlerweile fast alle eine feste Beziehung, sogar mein kleiner Bruder^^, meine Cousins heiraten und kriegen Kinder usw. Dazu kommt, dass das Studentenleben für mich langsam zu Ende geht; die Examenszeit ist hart und auch ein bisschen einsam. Ich weiß noch nicht, wie es danach weitergeht (Job, Wohnort, etc.). Alles ist etwas ungewiss, aber mein bester Freund war immer da, zu ihm hatte ich immer Kontakt - auch als ich ein Jahr lang im Ausland war -, er ist etwas Verlässliches, Beständiges in meinem Leben. Andererseits hatte ich früher nicht das Bedürfnis, mich mit ihm alleine zu treffen oder über ganz persönliche Dinge zu sprechen; es war mir auch fast schon unangenehm, wenn er mich länger umarmt oder richtig gedrückt hat. Und das ist jetzt das Problem: ich bin mir nicht sicher, ob ich mir nur generell eine Beziehung wünsche und er einfach "gut passt" oder ob ich wirklich verliebt bin. Ich kenne ihn schon so lange und so gut, dass mich nicht unbedingt "typische Symptome" wie weiche Knie und Sprachlosigkeit / Stottern überfallen, wenn ich ihn sehe.

  7. #6
    23.04.2013 23:43
    Wäre ER ein guter Freund von mir und würde mir sagen, er würde immer noch mit Dir wollen ... dann würde ich ihm empfehlen, den Kontakt mit Dir auf ein Minimum herunterzufahren, mit langen Pausen dazwischen und mit Offenheit für andere Frauen. Damit DU die Chance hast, etwas - ihn zu vermissen. Er ist leider viel zu verfügbar für Dich, es ist völlig normal, das er immer für Dich da ist, wenn Du ihn brauchst.

    Was wäre, wenn er plötzlich weg wäre? Oder in einer festen Beziehung, unsterblich verliebt in eine Andere?

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    ch bin mir nicht sicher, ob ich mir nur generell eine Beziehung wünsche und er einfach "gut passt" oder ob ich wirklich verliebt bin. Ich kenne ihn schon so lange und so gut, dass mich nicht unbedingt "typische Symptome" wie weiche Knie und Sprachlosigkeit / Stottern überfallen, wenn ich ihn sehe.
    Hört sich für mich zu lau an als Basis für eine richtig gute und lange Beziehung.

  8. #7 Gast
    16.12.2013 11:03
    Also ich kann es dir nur empfehlen, versuch es! Ich war auch in solch einer Situation und meine damals als deklarierte beste Freundin ist jetzt seit 6 Jahren als Partnerin und seit 2 Jahren als Ehefrau an meiner Seite. Wir beide waren damals ineinander verliebt sodass alles auf Gegenseitigkeit beruhte. Als Partner gehen wir ganz anders miteinander um, als wenn wir "nur noch" Freunde gewesen blieben (vom sexuellen mal jetzt abgesehen). Es ist wirklich wunderschön und ich weiss das ich alles richtig gemacht habe ihr damals meine Liebe zu gestehen. Inzwischen haben wir auch eine 18-monatige Tochter.
    Meine Partnerin ist meine beste Freundin und meine beste Freundin ist meine Frau!

  9. #8 Gast
    17.12.2013 12:42
    Hallo FS,

    ich M Ende 30 habe einen großen weiblichen Freundeskreis und mir ist es über die Jahr schon passiert, dass ich mich in einige meiner weiblichen Freunde verliebt habe. Da wir aber alle untereinander "nur" Freunde sind, ist es natürlich schwer den Mund aufzumachen.
    Irgendwann entschied ich, dass es so nicht weitergehen kann.
    Dann ist natürlich genau das passiert, was du oben beschrieben hast. Sie war überrumpelt, habe einen Korb bekommen. Aus meiner Sicht musste das einfach gesagt sein, weil ich mir nicht vorstellen konnte, nur mit ihr befreundet zu sein. Nach ein wenig Zeit hat sich alles wieder normalisiert, auch wenn ich sie gemieden habe. Aber auf meiner Seite werden immer andere Gefühle da sein.
    Wenn ich ihn also richtig interpretieren kann, dann ist er nach 5 Jahren noch immer an dir interessiert, vielleicht etwas anders, aber er mag dich wohl noch immer. Und das wird sich auch nicht ändern, oder?
    Ich musste das auch erst lernen, einen besten Freund / beste Freundin gibt es nicht, wenn irgendwann mal Gefühle im Spiel waren. Danach gibt es nur noch einen Freund / eine Freundin oder einen alten Freund / Bekanntschaft. Man muss entscheiden, sonst wird man nie mit der Situation glücklich.
    Habe keine Angst davor, was passieren könnte, wenn du auf ihn zugehst und die Situation vor 5 Jahren einfach mal umdrehst. ;)
    Viel Glück ;)
    Moderationsanmerkung. Bei Missvertändnissen kontaktieren Sie die Administration des ElitePartner-Forums Moderationskommentar: Da die Frage schon über ein ¾ Jahr alt ist, ist die Wahrscheinlichkeit schon sehr hoch, dass die FS nicht mehr ihre Antwort liest.

  10. #9 Gast
    17.12.2013 14:00
    In Einzelfällen mag es ja klappen aber Hetero-Männer und -Frauen sind von Natur aus für "mehr" als Freunschaft gemacht. So spielt diese Dynamik immer eine mehr oder minder wichtige Rolle. Nur hat sie - meiner Meinung nach - nichts in einer "Nur-Freundschaft" verloren und bringt nur Stress. Außerdem sind Frauen und Männer in aller Regel ziemlich unteschiedlich, was Danken, Fühlen und Wahrnehmung anbetrifft. Daher sollte man sich entweder über die eigene Definition von Freundschaft mal ernsthaft Gedanken machen, sowie auch darüber, ob man sich nicht selbst etwas vormacht, bevor man eine platonische Beziehung zu einer Frau eingeht... m40

  11. #10 Gast
    17.12.2013 20:40
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    In Einzelfällen mag es ja klappen aber Hetero-Männer und -Frauen sind von Natur aus für "mehr" als Freunschaft gemacht. So spielt diese Dynamik immer eine mehr oder minder wichtige Rolle. Nur hat sie - meiner Meinung nach - nichts in einer "Nur-Freundschaft" verloren und bringt nur Stress. Außerdem sind Frauen und Männer in aller Regel ziemlich unteschiedlich, was Danken, Fühlen und Wahrnehmung anbetrifft. Daher sollte man sich entweder über die eigene Definition von Freundschaft mal ernsthaft Gedanken machen, sowie auch darüber, ob man sich nicht selbst etwas vormacht, bevor man eine platonische Beziehung zu einer Frau eingeht... m40
    Du bringst das ganz gut auf den Punkt. Gerade die unterschiede zwischen den Geschlechtern die du beschreibst machen die ganze Sache komplex. Ich habe eine sehr gute Freundin, aber bis da alles geregelt war und wir uns auf die Freundschaft auch einlassen konnten mit bestimmten Grenzen, war das viel Arbeit und kostet eine Menge Energie. In einer Beziehung würde ich dies wieder auf mich nehmen. In einer Freundschaft nein Danke. Männliche Freunde hab ich, Kumpels und so findet man immer wieder, auch wenn es nur für einige Zeit ist. Aber den Aufwand den man mit männlichen Freunden und Kumpels betreibt ist nie und nimmer so hoch wie mit Frauen.