1. Frage:
    Gefragt am: 03.02.2012, 14:22 von Gast
    Emanzipation par excellance - Wo ist die Schulter zum anlehnen?
    Gibt es jemanden, der gut damit klar kommt, als Frau in der Beziehung (nach alten Rollenbild) viele männliche Dinge zu übernehmen? Im Leufe einiger Jahre hat es sich so herausgestellt (entwickelt), dass ich wichtige Entscheidungen für uns treffe. In Sachen Auto oder Verträge kann ich nicht auf meinen Mann bauen, er kennt sich da viel weniger aus (er hat auch studiert und ist 10 Jahre älter) und würde auch nicht für sein Recht kämpfen. Im Gegenzug ist er sehr familiär, zuverlässig, stetig... Nur ich würde mich eigentlich wohler fühlen, wenn ich mich ein bisschen mehr anschmiegen könnte und Rat hätte, eine starke Schulter eben. Kennt Ihr das? Wie kann ich Ihm das vermitteln etwas ändern?
    Antworten:
  2. #1 Gast
    03.02.2012 15:36
    Also Dein Mann ist zuverlässig, stetig, sehr familiär. Das hört sich für mich erst mal so an, als wenn die starke Schulter zum anlehnen da ist.

    Ob jetzt ein Autokauf eine wichtige Entscheidung ist, lasse ich mal dahingestellt. Ob jemand, nur weil er vielleicht nicht für jeden Cent einen Rechtstreit vom Zaun brechen will, heißt für mich auch noch nicht, dass derjenige schwach ist, er hat andere Prioritäten.

    Dann gibt es noch Verträge. Mmh...Du kennst Dich gut aus, wieso soll er sich nicht darauf verlassen, dass Du die Angelegenheit vernünftig regelst.

    Ich frage mich gerade, was du gerne ändern würdest. Bedenke wohl, was du dir wünscht.
    Möchtest du, dass er beim Waschmaschinenkauf vorher alle Testzeitschriften (machen Männer ja gerne) liest und dir dann vorgibt, welche du kaufen sollst?

    Wäre es dir lieber, er bestimmt, wo und zu welchen Zinsen euer gemeinsames Geld angelegt wird, und weist dir dann das aus seiner Sicht dir zustehende Haushaltsgeld zu?

    Ich vermute mal, dass dein Mann deine Intelligenz und deine Fähigkeiten sehr schätzt und respektiert. Was ist falsch daran?

  3. 03.02.2012 15:46
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Gibt es jemanden, der gut damit klar kommt, als Frau in der Beziehung (nach alten Rollenbild) viele männliche Dinge zu übernehmen? Im Leufe einiger Jahre hat es sich so herausgestellt (entwickelt), dass ich wichtige Entscheidungen für uns treffe. In Sachen Auto oder Verträge kann ich nicht auf meinen Mann bauen, er kennt sich da viel weniger aus (er hat auch studiert und ist 10 Jahre älter) und würde auch nicht für sein Recht kämpfen. Im Gegenzug ist er sehr familiär, zuverlässig, stetig... Nur ich würde mich eigentlich wohler fühlen, wenn ich mich ein bisschen mehr anschmiegen könnte und Rat hätte, eine starke Schulter eben. Kennt Ihr das? Wie kann ich Ihm das vermitteln etwas ändern?
    Tja entweder oder!
    Im Nachbarstrang wolllen Frauen unbedingt den total verweiblichten Mann, damit sie den kurs bestimmen - jetzt will man wieder den harten typen - biedes geht nunmal nicht.

    Man kann nicht erwarten, daß man nach 40 Jahren Männer-Umerziehung zur Frau plötzlich wieder den alten Typ bekommt.

  4. #3 Gast
    03.02.2012 17:33
    Wenn du es besser weißt als dein Mann, wirst du es nicht ändern können. Aber es gibt doch sicher Lebenslagen, in der er besser weiß, was zu tun ist, oder? Ansonsten sprich doch einfach mal mit ihm. Was hindert dich daran, offen zu sein? So schlimm ist dein Wunsch ja nicht und man kann sich auch innerhalb einer längeren Beziehung noch weiterentwickeln.

  5. #4 Gast
    03.02.2012 18:36
    Ich wüsste nicht was daran generell männlich sein sollte. Was würden SIe denn machen, wenn sie Single wären? Da ist es doch gut, wenn man sich selbst auskennt und keinen Mann braucht für die genannten Dinge.
    Bei Autos sehe ich da kein Problem, klar kennen sich meist Männer besser aus als Frauen, aber das ist doch keine große Angelegenheit, wenn es einmal umgekehrt ist.

    Bei Verträgen allerdings sollte sich jeder etwas auskennen oder jemanden kennen, der sich wirklich auskennt, unabhängig vom Geschlecht.
    Ich denke nicht, dass ein Vertragsabschluss "männlich" ist, ich bin ganz froh ohne Erlaubnis eines Ehemanns oder Vaters selbst unterschreiben und aushandeln zu dürfen.

  6. 03.02.2012 20:54
    Das kann sich nicht ändern, du hast dich doch in die Rolle geschoben, er würde sicherlich auch entscheiden wenn du es nicht tust

  7. #6 Gast
    04.02.2012 11:02
    eine bezeihung ist ja immer ein zusammenspiel zweier. will heissen, auch dein tun hat dazu beigetragen, dass es so ist wie es jetzt ist.

    meine erfahrung ist, einer versucht automatisch zu kompensieren, was der andere nicht gibt/ erfüllt/ liefert (nicht negativ gemeint). dieser automatismus muss unterbrochen werden.

    mein tip wäre es, die von dir beschriebenen dinge wie auto, verträge etc. nicht mehr zu versorgen, damit er auch in dies (männliche) tun kommen kann.

  8. #7 Gast
    04.02.2012 11:58
    Hallo liebe Fragestellerin,

    mit meinem ehemaligen Lebenspartner habe ich ähnliche Erfahrungen wie Du machen können. Wir haben beide studiert und er ist 4 Jahre älter als ich. Zunächst traf ich für uns Entscheidungen bzgl. Versicherungen und Banken, da ich mich in diesem Gebiet besser als er auskannte. Allmählich übernahm ich die Verantwortung für alles Erdenkliche. Ich suchte sogar Arbeit für ihn schrieb seine Bewerbungen. Wenn ich über Stress klagte oder einfach eine „Schulter zum Anlehnen“ suchte, so erhielt ich immer die gleichen Vorwürfe, wie „für dich war schon immer alles einfacher“. Nach 5 Jahren fühlte ich mich völlig verausgabt und zog die Notbremse – sprich Trennung. Heute suche ich eine gleichberichtigte Partnerschaft. Mir ist wichtig, dass eine Balance zwischen Geben und Nehmen besteht. Emanzipation ist nicht gleichzusetzen mit Selbstaufgabe.

    Lieben Gruß

    w, 29

  9. #8 Gast
    04.02.2012 12:17
    Gar nicht. Ich habe auch immer Männer gehabt, die zwar handwerklich was auf der Pfanne hatten, aber mit finanziellen Dingen auf Kriegsfuss standen. Mein neuer Freund hat nicht mal einen Plan davon wie man einen PC bedient.
    Gut, dann bin ich eben mal wieder das Zugpferd, muss ihm alles beibringen.

    Ich nutze die guten Seiten und wenn es beim Mann welche gibt von denen ich auch profitieren kann, dann ists OK.
    Kann mir gut vorstellen, dass dich das nervt.
    Frage mich auch oft, warum ich immer wieder an solche Männer gerate.
    Meine Antwort: Ich suche sie mir aus, weil ich gerne das Zepter in der Hand habe!

  10. #9 Gast
    04.02.2012 12:21
    Hallo liebe Fragestellerin,

    mit meinem ehemaligen Lebenspartner habe ich ähnliche Erfahrungen wie Du machen können. Wir haben beide studiert und er ist 4 Jahre älter als ich. Zunächst traf ich für uns Entscheidungen bzgl. Versicherungen und Banken, da ich mich in diesem Gebiet besser als er auskannte. Allmählich übernahm ich die Verantwortung für alles Erdenkliche. Ich suchte sogar Arbeit für ihn schrieb seine Bewerbungen. Wenn ich über Stress klagte oder einfach eine „Schulter zum Anlehnen“ suchte, so erhielt ich immer die gleichen Vorwürfe, wie „für dich war schon immer alles einfacher“. Nach 5 Jahren fühlte ich mich völlig verausgabt und zog die Notbremse – sprich Trennung. Heute suche ich eine gleichberichtigte Partnerschaft. Mir ist wichtig, dass eine Balance zwischen Geben und Nehmen besteht. Emanzipation ist nicht gleichzusetzen mit Selbstaufgabe.

    Lieben Gruß

    w, 29

  11. #10 Gast
    04.02.2012 14:43
    Liebe FS,
    mach Dir keine Sorgen, es ist ein Trugschluß zu glauben, diese Aufgaben wären "männlich". Vielmehr wurden sie traditionell immer von der Hausherrin ausgeführt. Diese hat das Geld verwaltet, hat die Ausgaben im Auge behalten, Käufe und Verkäufe verhandelt. Ein Mann hätte das gar nicht können, denn er war die ganze Zeit arbeiten (vor 100 Jahren hatte die Woche 6 Arbeitstage bei 10 Stunden pro Tag).
    Einzig könnte man behaupten, daß nach altem Rollenbild der Mann die finale Entscheidung in Zweifelsfällen oder bei besonders schwerwiegenden Entscheidungen getroffen hat. In der Praxis hat aber auch hier in den meisten Fällen die Frau die Entscheidung vorgegeben.

    Die Aufgaben sind also alles andere als männlich oder unweiblich. Selbstverständlich ist aber jegliche Aufgabenverteilung heute frei definierbar.

  12. #11 Gast
    05.02.2012 23:08
    Hier ist die FS

    Danke für Eure/Ihre verschiedenen Ansätze. Die Frage ist natürlich ein bisschen zu komplex für so ein Forum...
    Antwort 2: Das kann schon sein, dass es auf der Suche nach einem Mann, der ein bisschen einfühlsamer, entgegenkommender ist als vielleicht noch der Nachkriegsmann-Prototyp die Waage jetzt ein bisschen zu sehr ausgeschlagen hat. Ich habe mir aber nie einen verweiblichten Mann gewünscht... oder gar zurecht geformt, also hoffentlich nicht... aber ich kann ja schlecht sagen: nun sei doch mal männlicher, oder?
    Antwort 4: Ja, natürlich sind Vertragsabschlüsse nicht per se männlich, nur wenn es sich dann ausweitet auf andere Lebensbereiche... ein Mann zum Beispiel beim Tanzen nicht führen kann oder sich im Bett nicht traut zu zeigen, was er will...
    Antwort 8: Mit dem Computer, das ist bei uns auch so, dass ich meinem Mann vieles beibringe; es ist anders als bei ihm, mein tägliches Arbeitsmittel. Aber es birgt schon die Gefahr, das dann auch auf das Fehlen anderer Kompetenzen zu übertragen; es ist ja immerhin ein Medium, das einer beherrscht und der andere stellt sich unsicher an... umgekehrt wär es mir lieber, also dass ich von meinem Mann lerne...
    Antwort 10: Stimmt, wenn man mehr zu Hause ist, muss man sich als Hausherrin um diesen Bereich mehr kümmern...
    Und auch, was jemand geschrieben hat, sinngemäß, dass es ein Wechselspiel ist und nichts endgültiges ... das macht Mut...

  13. #12 Gast
    06.02.2012 09:51
    Also wenn sich diese Aufgabenteilung jetzt bereits über die letzten Jahre so eingebürgert hat, dann wird es schwierig werden ihn dahingehend "umzupolen". Er verlässt sich halt dahingehend jetzt 100% auf dich und übernimmt dafür andere Bereiche im Leben.

    Ich muss an dieser Stelle jedoch mal ganz deutlich sagen: Die ganzen Jahre scheint es dich ja nicht gestört zu haben, aber jetzt auf einmal. Schon ein bischen komisch.

    Bestätigt mich mal wieder in meiner Ansicht das solche "untypischen" Männer Frauen früher oder später zu langweilig werden. Aber wenn halt neumoderne Frauen meinen ständig in typische Männerbastionen einzudringen, dann müssen sie sich halt über solche Gedanken früher oder später nicht wundern.

  14. #13 Gast
    06.02.2012 17:38
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Bestätigt mich mal wieder in meiner Ansicht das solche "untypischen" Männer Frauen früher oder später zu langweilig werden. Aber wenn halt neumoderne Frauen meinen ständig in typische Männerbastionen einzudringen, dann müssen sie sich halt über solche Gedanken früher oder später nicht wundern.
    Da würd ich gern mal loswerden, wie ich in die Männerbastion "eingedrungen" bin: Viele Jahre Singlemutter, brauchte ich ab und zu mal Hilfe mit irgendwas, Lampen anbauen, Regale bauen, Löcher bohren, so in der Art. Habe ich einen Bekannten oder Nachbarn gefragt, war die Hilfeleistung scheinbar nie so ganz ohne Hintergedanken, sogar bei verheirateten Männern. Also habe ich mir alles selbst beigebracht. Ich hab sogar schon eine Waschmaschine repariert. Aber ganz ehrlich, ich wäre gern beim Brotbacken geblieben.