1. Frage:
    Gefragt am: 02.02.2012, 16:50 von Gast
    Wie gehe ich mit einem cholerischen Partner um?
    Habe den Eindruck, dass mein Freund (wir sind beide in den 40ern) nicht konstruktiv über Probleme reden kann. Teile ich ihm mit, dass mich etwas wirklich verletzt und kränkt, fühlt ER sich angegriffen und hat das Gefühl "er müsse sich mir gegenüber rechtfertigen". Dabei wird er ziemlich laut und zieht sich danach völlig zurück und ist für mich persönlich nicht erreichbar, lässt gar nicht mit sich reden, tritt die Flucht an. Für mich auf Dauer ein schrecklicher Zustand.

    Hat jemand mit solchen Menschen Erfahrung? Wie sollte man damit umgehen? Muss sagen, dass mir sehr viel an ihm liegt aber meine Belastungsgrenze inzwischen nicht mehr groß ist. Es zermürbt mich immer ein Stück weiter. Beruht wahrscheinlich auch auf Gegenseitigkeit. :-(
    Antworten:
  2. 02.02.2012 17:12
    Er will damit m.E. seine eigene Unsicherheit, Gefühle und Schwäche überspielen. Und "den wilden Affen" markieren, wie in der Tierwelt. Wer dort am lautesten und aggressivsten wirkt, behält die Macht im Rudel. Bis ein Anderer kommt, der es noch stärker kann.

    @FS: Sag deinem Mann, daß er sich nicht so aufregen muß, sondern auch bei seinen ruhigen Worten anerkannt und respektiert wird. Und nicht als "Weichei" o.ä. erscheint. Denn wer brüllt, hat Unrecht. Mindestens mit dieser Form. Aber wir leben nicht wie die Tiere in der Wildnis, wir haben eine deutliche Wörter-Sprache, und haben es damit einfacher.

  3. #2 Gast
    02.02.2012 17:14
    Mein Ex Freund war auch so. Passte ihm was nicht, wurde er laut.
    Glaube ich hätte nach seiner Pfeife tanzen müssen, dann wäre er erträglicher gewesen.
    Also: 2-4x die Woche Sex, gutes Essen kochen, viel Unternehmungen, ihm ständig Honig um den Bart schmieren, bloß nie kritisieren, alles loben, ihn anhimmeln.
    Und weißte was ich nach 3 Jahren tat?
    Verliebte mich glatt in einen anderen Mann-warum wohl nur?????
    Zur Zeit geniesse ich die Ruhe, denn mein Leben ist zu kurz für einen Choleriker.

  4. #3 Gast
    02.02.2012 17:26
    M/54
    Loriot: Männer und Frauen passen nicht zu einander!

    Er fühlt sich von dir in die Ecke getrieben und "beißt" sich dann frei.
    Frag ihn mal in einen ruhigen Stunde, wie / auf welche Art und Weise, du ihm so etwas am besten sagen/fragen/ bitten könntest.
    Dann kann er es sich ja paar Tage überlegen und einen Lösungsvorschlag bringen. M/54

  5. 02.02.2012 17:33
    Damit kann man nicht umgehen, so jemand würde für mich in der Beziehung Nichtsein Frage kommen, da eine gemeinsame Lösungsfindung ausgeschlossen ist.

  6. #5 Gast
    02.02.2012 18:03
    Gar nicht! - Sag ihm, er kann sich wieder melden, wenn er sich das abgewöhnt hat.

    Du kannst, wie #1, das geschrieben hat, mit ihm reden, reden, reden und reden - wirst aber nichts ändern.

    Du entscheidest, ob Dir wieviel wert Dir Deine Lebenszeit und Gesundheit sind!

  7. #6
    02.02.2012 18:39
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Er fühlt sich von dir in die Ecke getrieben und "beißt" sich dann frei.
    Frag ihn mal in einen ruhigen Stunde, wie / auf welche Art und Weise, du ihm so etwas am besten sagen/fragen/ bitten könntest.
    Dass er sich durch Problemgespräche/Kritik in die Ecke getrieben fühlen könnte, kann ich nachvollziehen. Da man (oder hier: frau) an einer Problemlösung interessiert ist, wäre es natürlich gut, ihm das Problem in einer Weise zu kommunizieren, die bei ihm mehr Offenheit auslöst. Auch das ist für mich nachvollziehbar. Dann könnte die FS ihrem Partner ihre Wünsche und Probleme sozusagen "zielgruppengerecht" servieren und käme besser zum Ziel.

    Einen Versuch ist das sicher wert. Aber mein persönlicher Praxistest (ich habe das nämlich schon einmal genau so versucht) hat gezeigt, dass diese Taktik zumindest nicht in jedem Fall funktioniert. Bei manchen Menschen wird die Verweigerungshaltung nämlich nicht durch die Art ausgelöst, mit der ein Problem kommuniziert wird. Das rote Tuch ist vielmehr, dass überhaupt ein Problem besteht und mit ihm in Verbindung gebracht wird. Da kann man noch so sehr säuseln und bitten.

  8. #7 Gast
    02.02.2012 19:44
    Cholerikertum ist nicht heilbar. Entweder du kannst damit leben oder nicht. Solche Menschen muss man zu nehmen wissen. Ein Choleriker kommt für mich nicht in Frage, auf mich wirkt er unbeherrscht, das macht mir Angst.

  9. 02.02.2012 20:20
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Frag ihn mal in einen ruhigen Stunde, wie / auf welche Art und Weise, du ihm so etwas am besten sagen/fragen/ bitten könntest.
    Dann kann er es sich ja paar Tage überlegen und einen Lösungsvorschlag bringen. M/54
    Genau das wird ihn auch wütend werden lassen. Egal wann und wie man mit einem Mann, der ein schwaches Selbstwetgefühl hat, redet, wird jede auch so nette Kritik an die Decke fahren lassen. Das nutzt nichts. Der Mann fühlt sich immer getroffen und "bellt".

  10. #9 Gast
    03.02.2012 11:54
    Choleriker kommt vom Wort Galle. Ihm kommt immer wieder die Galle hoch. Tut mir leid, so einen Menschen kannst Du nicht umerziehen. Entweder Du kannst damit leben, Du agierst exakt nach seiner Lebensphilosophie oder Du muß Dich trennen.

    m, 38

  11. #10 Gast
    03.02.2012 13:36
    Ich hatte auch mal so einen, nur mit dem Unterschied, er wurde nicht laut.

    Dafür hatte er aber immer Recht. Er wollte auch den ganzen Tag gelobt werden, jeden Tag Sex (ist schwierig, wenn man in dieser Sache wenig kompatibel ist - für mich ist Sex keine Sportveranstalltung), gutes Essen (dafür wollte er nichts tun), gelobt werden und ich mußte immer wie aus dem Ei gepellt und lecker sein!

    Ja, habe ich auch mitgemacht - ein Jahr. Es war sooooo nervig! Das hätte ich mir sparen können. Es hat eben auch seine Gründe, wenn man erzählt bekommt, dass die Beziehungen meisten 3-6 monate gehalten haben.....

    Ich glaube, die Erkenntnis würde helfen (ihm), wenn er sich ändern will! Sein Verhalten hat weniger mit dir und eurer Beziehung zu tun sondern mit seinem Charakter und seiner Unfähigkeit Menschen an sich heranzulassen.

  12. #11 Gast
    03.02.2012 14:27
    Ich halte diesen Mann nicht für einen Choleriker. Eher halte ich die FS nicht für fähig, kooperativ und kompetent ein Gespräch bei unterschiedlichen Meinungen zu führen. Sie wird ja immer gleich persönlich und ist verletzt wenn er nicht auf ihrer Linie liegt. Somit wird der Mann immer in die Ecke des Schuldigen gedrängt. Das ist in vielen Ehen der Fall und die Männer reagieren in der Mehrheit zum Rückzug.
    Cholerisch ist doch ein Mensch, der bei nichtigen Anlässen aus der Haut fährt und sich gleich wegen Lappalien aufregt. Das wird in dem vorliegenden Fall doch gar nicht geschildert!

  13. #12 Gast
    05.02.2012 00:15
    Mit "Schreihälsen" kann ich nichts anfangen - zum Glück hatte ich noch nie einen lauten Partner, weil ich dauerhaft damit nicht klarkomme. Ich würde auch nicht mit einem Partner auskommen können, der sich zurückzieht oder schmollt.

    w

  14. #13 Gast
    05.02.2012 07:18
    Ich z. B. bin absolut kein Choleriker, sondern eher eselsgeduldig und diskutiere auf Wunsch immer viel zu lange.
    Trotzdem hatte ich eine (etwas gestörte) Freundin, die ihre Grenzen derart austestet und mir die Worte und Tatsachen so im Munde herumdreht, daß ich dann einfach ausraste, weil sie mich so nervt.
    Das passt nicht zusammen, das ist mir zu anstrengend.

  15. #14 Gast
    05.02.2012 07:24
    Da mein Vater Choleriker ist, kenne ich es von klein an.
    Ich weiss jetzt, er hat immer viel gearbeitet, sehr hohe Ansprüche an sich und an uns alle gehabt, zu hohe , für meine Ansicht.
    Wenn er so einen Anfall hatte, dann hilft nur Abstand, nicht weiter provozieren.
    Als Kinder haben wir das wahrscheinlich unbewusst oft getan,
    vielleicht waren wir auch nur Kinder, und er brauchte nur einen Anlass.
    Rückzug hat ihm und uns geholfen. Im Urlaub war sein Hobby immer angeln, Ruhe, Natur halt.
    Meiner Mutter gegenüber waren die cholerischen Ausfälle gemein, sie wurde dadurch oft zum Weinen gebracht, das war nicht schön: tobender Vater, weinende Mutter, sehr häufig auf engem Raum im Auto.2 traurige Kinder auf dem Rücksitz, still, ja nicht auffallen.
    Beim Autofahren war es eh schwierig: viele verbale Ausfälligkeiten,aggressives Auffahren, Abdrängen auf der Autobahn,mir wurde als Kind sehr häufig schlecht, wenn ich mit Ihm fahren musste.Hab mich direkt hinter ihn gesetzt , um den Tacho nicht sehen zu müssen.
    Ich habe diese Dinge partiell auch in mir, habe durch sein Vorbild auch diese Fahrweise manchmal. Er ist eine andere Generation wie ich.Ich lehne dieses zu starke Leistungsstreben , die Gier nach Erfolg, die er hatte, total ab.Aber wenn ich mies drauf bin, geht man mir besser aus dem Weg....-weil ich kenne, ich kann es: sehr unbeherrscht sein!
    Ein Partner sagte über mich: draussen bist du perfekt....-man könnte meinen , du seist der liebste Mensch dieser Welt, zu Hause kippt das .Es ist manchmal das Gegenteil. Wir sind damit nicht klar gekommen, zu mal er selbst auch Probleme hatte.
    Ich schätze mich so ein, ich kann es beherrschen und ich arbeite daran.
    Die cholerischen Ausfälle rauben nur Energie! Und die Menschen nehmen Abstand von einem.
    w51

  16. #15 Gast
    05.02.2012 10:20
    Der Mann ist kein Choleriker. Du interpretierst ein Fremdwort falsch das Dir allzu schick erscheint.
    Ein Choleriker wird sekundenschnell knallrot im Gesicht und Hals, sein Gesichtsausdruck sieht optisch nach Angriff aus. Da kriegst Du sofort Angst und dann brüllt der Typ Dich an und dann hast Du den Salat ... life. Der den Du beschreibst ist wohl eher ein Hase der bereits bei einem leichten Erdzittern im weit entfernten Loch verschwindet und erst Wochen später wieder zaghaft vorguckt.
    Glaub mir, besser die als die anderen.

  17. #16 Gast
    05.02.2012 11:43
    13 an 14 Du Arme. Da sieht man mal wieder, wie lange man Sachen von aus der Kindheit mit sich herumschleppt.
    Ich habe/hatte Glück mit meinen Eltern: Nicht cholerisch, keine Untreue, kein Alkoholismus und was es sonst noch so alles gibt. Wenn wir Kinder uns mal eine gefangen haben, dann zu recht. Wir haben es überlebt und sind zu überlegten, vernünftigen Erwachsenen geworden.

    Von der o. g. Freundin kann ich das leider nicht sagen - die benimmt sich mit ihrem Verhalten/Ausreizenwollen manchmal wirklich wie ein Kleinkind (sie hat aber bedauerlicherweise auch den entsprechenden, "passenden" Hintergrund...)
    Sie ist aber kein Kleinkind mehr, bei dem man mit mehr Geduld dabei ist, sondern eine erwachsene Frau. Bei einer erwachsenen Frau ist das nicht mehr zu dulden, daher habe ich den Kontakt abgebrochen.

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