Kein Selbstbewusstsein? Oft gehen Ehemänner fremd, wenn die Frau erfolgreicher ist und mehr verdient.
Auch das noch! Ist es nicht schon Last genug, dass sich die neue Generation der gebildeten, attraktiven und erfolgreichen Frauen mit ihren Errungenschaften eher Nachteile auf dem Partnersuchemarkt eingehandelt haben? Nein, nun werden diese finanziell gut verdienenden Frauen, die einen gewissen Status erlangt haben, auch noch für ihren Ehrgeiz und Fließ bestraft. Das ist doch zum aus der Haut fahren!
Bei Männern zeigt sich ein ganz anderes Bild: Weisen sie ein hohes soziales Prestige auf, sind sie gut angesehen. Wenn sie dazu noch einigermaßen in Schuss sind, sich nicht gesundheitlich gehen lassen und Wert auf die Entwicklung von ein paar sozialen Kompetenzen gelegt haben, sind ihre Chancen beim anderen Geschlecht sogar richtig gut.
Ungerechter kann es gar nicht sein, wenn alles spiegelverkehrt ist, also Frau erfolgreicher ist und mehr Geld nach Hause bringt. Zu allem Überfluss reagieren Männer auf die finanzielle Überlegenheit ihrer Ehefrau häufig noch mit Seitensprüngen. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer neuen US-Studie. Je stärker die Abhängigkeit vom Einkommen der Ehefrau, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit der Untreue, fand die Soziologin Christin L. Munsch von der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) heraus. Demzufolge haben Männer, die kein eigenes Gehalt beziehen und finanziell komplett abhängig sind, fünf Mal so häufig eine außereheliche Affäre wie Männer mit dem gleichen Einkommen wie ihre Frau.
Seitensprünge oder Affären werden meist durch Unzufriedenheit begünstigt. Entweder ist man unzufrieden mit sich selbst, Beziehung oder dem Sexleben. Häufig ist Untreue und die Suche nach Bestätigung in einer Außenbeziehung der Versuch, Gefühle der eigenen Unzulänglichkeit zu kompensieren. Interessanterweise neigen jedoch auch Ehemänner zu Seitensprüngen, die wesentlich mehr verdienen als ihre Frauen. Dann liegt es aber eher an Überlegendheitsgefühlen und in einigen Fällen am Omnipotenzwahn. Das „sicherste“ Einkommensverhältnis liegt laut Studie bei 100 Prozent (Männer) zu 75 Prozent (Frauen). Auch wenn es immer noch völlig rückschrittig ist, dass Frauen in Deutschland 23,2 Prozent weniger als Männer verdienen, so können sie den kleinen Trost mitnehmen, damit durchschnittlich im „sichersten“ Verhältnis zu Männern zu stehen.
Nun werden einige Herren monieren, dass dies völliger Quatsch ist. Mag für sie selber vielleicht stimmen. Schließlich geht es bei Studien immer um Ergebnisse mit Prozentzahlen, Tendenzen und nicht um eine allgemein gültige Formel, die auf alle oder die meisten zutrifft. Doch ich glaube, dass zwischen sozial erwünschtem Verhalten und Realität eine riesige Lücke klafft. So haben wir für das Single-TV von ElitePartner Männer in Hamburgs Innenstadt befragt, wie sie es fänden, wenn ihre Partnerin erfolgreicher im Beruf wäre und mehr Geld verdienen würde. Alle haben sie abgewinkt: „ Das sei gar kein Problem.“ Doch Umfragen belegen immer wieder das Gegenteil. Viele Männer erleben es als unangenehm, wenn die Partnerin mehr verdient und eine erfolgreichere Karriere hingelegt hat als sie selber. Wozu die in einigen Fällen führen kann, zeigt die US-Studie. Da lobe ich die vielen positiven Ausnahmen und plädiere für die Emanzipation des Mannes in diesem Bereich. Zeit von alten Rollenklischees loszulassen und eine Chance in dieser finanziellen Anpassung der Geschlechter zu sehen. Bleiben schließlich noch unzählige Bereiche, wo Mann Mann sein kann!