Selber reden, statt anderen zuhören, so lautet die Devise beim Date leider allzu oft. Doch wer gut zuhört, erfährt einiges über sein Gegenüber und kann Sympathiepunkte als guter Zuhörer sammeln. Und ganz nebenbei werden die Weichen für eine optimale Kommunikation in der Partnerschaft gestellt. Fünf Tipps für besseres Zuhören von unserer Expertin.
Ein wichtiger Aspekt vorneweg: Klar, gute Zuhörer dürfen auch von sich erzählen. Aber: Die Mischung macht’s! Die Balance zwischen Zuhören, Fragen stellen und selber reden sollte stimmen. So wird ein Gespräch anregend und ausgeglichen. Tipp der Psychologin Lisa Fischbach: „Fragen Sie sich nach dem Gesprächs, was Sie alles von Ihrem Gegenüber erfahren haben und was er nun über Sie weiß. Ist das Verhältnis in etwa 50:50, ist alles gelungen.“ Hier ihre fünf Tipps für besseres Zuhören:
1. Offenheit und Toleranz
Machen Sie sich bewusst, dass Sie einem Menschen begegnen, von dem Sie nur wenig bis gar nichts wissen. Seien Sie offen für seine Ansichten und Weltanschauungen. Dafür ist es laut Lisa Fischbach notwendig, sich selbst klar zu machen, dass die eigene Meinung keine Allgemeingültigkeit hat: „So fällt es Ihnen leichter, den Blick über den Tellerrand der eigenen Weltsicht zuzulassen und Sie vermeiden gemeinsames Monologisieren sowie konfrontative Gesprächssituationen.“ Also Durchatmen und Einlassen.
2. Freie Meinungsnichtäußerung
Wahrscheinlich sind auch Sie von der Rechthaberei anderer genervt. Also vermeiden Sie selbst dies auch beim Date. Selbst wenn das bedeutet, dass Sie Ihre eigene Meinung womöglich zurückstellen müssen. Zeitweise zumindest. Sonst droht ein Kampf um die Standpunkte. Lisa Fischbach: „Falls Sie gegensätzlicher Meinung sind, lassen Sie Ihr Gegenüber erst einmal ausreden und stellen dann Ihren Standpunkt dar, ohne den anderen unbedingt überzeugen zu wollen.“ Gute Antwort: „Interessant, aber ich finde …“ Das lässt auch zwei Meinungen nebeneinander stehen.
3. Entdeckergeist
Klar fühlen wir uns in Gegenwart von Menschen wohler, die mit uns auf einer Wellenlänge liegen. Ob Hobby, Religion oder Politik: Viele Themen bergen Zündstoff. Natürlich können sich zwei begeisterte Golfer stundenlang über ihr gemeinsames Hobby unterhalten. Doch auch, wenn Sie Nicht-Golfer sind, hören Sie genauer zu. Tipp der Psychologin: „Machen Sie sich bewusst, dass Unterschiede das Gespräch beleben. So können Sie neue Erkenntnisse und Wissen erlangen. Das wäre Ihnen sonst verborgen geblieben.“
4. Bitte mit Gefühl
„Wichtiger als das Gesagte ist, wie es gesagt wird“, so Lisa Fischbach. „Um ein Gespräch zu vertiefen, können Sie die Gefühle zur Sprache bringen.“ So können Sie die leuchtenden Augen Ihres Gegenübers erwähnen, wenn er von seinem Hobby spricht oder die liebevolle Art, wenn er von seiner Familie erzählt. Aber bitte nicht übertreiben, sonst wirkt es aufgesetzt. Halten Sie zudem Blickkontakt, denn so zeigen Sie ebenfalls Zugewandtheit und schaffen eine gute Basis für Vertrauen.
5. Schweigen ist Gold
Zuhören und selber reden funktioniert nicht gleichzeitig. Lassen Sie Ihrem Gegenüber ausreichend Zeit, um von sich zu erzählen. Lisa Fischbach: „Studien haben ergeben, dass Menschen, die andere ausreden und ihnen mehr Zeit zum Sprechen lassen, als intelligenter wahrgenommen werden.“ Statt dazwischen zu quasseln: Fragen stellen, in denen Sie Gesagtes bestätigen, hinterfragen oder reflektieren. Das ist aktives Zuhören und zeugt von Empathie und emotionaler Intelligenz.
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