Die ersten drei Phasen, um den Kummer zu verarbeiten...
Schon in meinem ersten Buch "Liebeskummer – wenn das Herz zu brechen droht" habe ich darüber geschrieben, dass Liebeskummer in fünf Phasen verläuft. Jetzt möchte ich hier noch einmal für Sie auf die ersten drei Phasen eingehen. In der nächsten Woche können Sie dann etwas über Phase vier und fünf lesen.
Ich zitiere hier meine österreichische Psychologin und Psychotherapeutin Frau Dr. Gerti Senger, die zu dem Thema promoviert hat. Meine österreichische Kollegin Dr. Gerti Senger beschreibt, dass sich das Trauern um einen geliebten Menschen in fünf Phasen vollzieht. Nach ihren Studien sehen die ersten drei Phasen folgendermaßen aus:
Phase 1: Sie spüren, dass irgendetwas nicht mehr stimmt
Vielleicht protestieren Sie jetzt und möchten noch immer glauben, dass die Trennung ohne jede Vorwarnung kam. Aber wenn Sie die letzten Wochen und Monate vor der Katastrophe noch einmal ganz ehrlich Revue passieren lassen, werden Sie sich wahrscheinlich erinnern: Irgendetwas war anders als sonst. Vielleicht waren es nur Gesten, scheinbar unwichtige Bemerkungen oder Situationen, die nicht mehr ganz so waren wie früher. Kleinigkeiten haben Ihnen ein unbestimmtes Gefühl der Bedrohung gegeben, auf das Sie vielleicht schon mit ersten psychosomatischen Beschwerden wie Bauch- oder Rückenschmerzen reagiert haben.
Phase 2: Sie sind wie gelähmt
Jetzt ist es passiert. Sie können sich nichts mehr vormachen. Die Trennung ist ausgesprochen. Der geliebte Mensch ist innerlich auf jeden Fall schon weg – auch wenn er vielleicht noch eine Weile mit Ihnen unter einem Dach lebt. Sie sind wie gelähmt. Sie weinen, auch wenn diese Tränen noch nichts mit wirklicher Trauerarbeit zu tun haben, sondern eine reine Stressreaktion sind. Ihre Welt ist aus den Fugen geraten. Sie sind fassungslos und haben keine Ahnung, wie Sie mit dieser, Ihre innere Existenz bedrohenden, Situation umgehen sollen. Alles läuft mechanisch ab. Sie fühlen sich wie ferngesteuert, wie ein Roboter. Sie können nichts tun, fühlen sich zur Hilflosigkeit verdammt. Wie ein kleines Kind.
Phase 3: Sie wollen verhandeln, um das Schlimmste zu verhindern
Die natürlichen Selbstheilungskräfte, die in uns allen stecken, werden nun aktiv. Der Lähmung folgt das krampfhafte Bemühen, die Katastrophe vielleicht doch noch abzuwenden – egal, um welchen Preis. Oder sie wenigstens zu verschieben. Kompromissvorschläge – die bis zur Selbstaufgabe gehen können – werden angeboten. Plötzlich wollen Sie Ihrem Partner mehr Freiräume zugestehen oder sogar eine offene Beziehung führen, auch wenn Sie innerlich ganz genau wissen, dass Sie das nie verkraften würden. Sie verhandeln mit ihm, schlagen eine Trennung auf Probe vor oder glauben verzweifelt, wenn Sie sich "bessern", können Sie ihn vielleicht doch noch zurückerobern. All diese Bemühungen, so Gerti Senger, sind "Übergangsrituale", die dazu dienen, Zeit und Raum zu gewinnen, um in kleinen Schritten eine eigene, nicht auf den Partner bezogene Identität aufzubauen.