„Mein Haus, mein Wagen, meine Yacht!“ – Ja, so mancher übertreibt es mit der Selbstdarstellung beim Flirt. Aber: Zu wenig Engagement dahingehend ist auch ein Abtörner. Aber wo genau liegt die Grenze?
Viele Singles möchten einen Partner kennenlernen, der unter anderem selbstbewusst ist und mit beiden Beinen fest im Leben steht, wie man so schön sagt. Da es nun im Allgemeinen nicht so einfach ist, vom ersten „Schein“ auf das „Sein“ zu schließen, stellt das erste Gespräch die wichtigste Informationsquelle dar.
Das scheinen die meisten Solisten auch zu wissen. Denn interessanterweise wird folgende Frage meistens schon am Anfang gestellt: „Na, was machst du sonst so?“ Dahinter steckt natürlich – ob bewusst oder unbewusst – das Interesse am beruflichen Hintergrund des Anderen. Und selbstverständlich lässt sich an der praktizierten Tätigkeit auch meistens die „Qualität“ des Selbstbewusstseins ablesen.
Nun kann man in Hinsicht auf dieses Thema doch einige Fehler machen. Vor allem dann, wenn man seinen Lebensstil authentisch kommuniziert. Man kann dies ja auf unterschiedlichen Wegen tun. Die einen (meistens Männer) drücken ordentlich auf die Tube, reden zu viel von sich und ihren „Errungenschaften“, bugsieren sich dadurch allzu sehr in den Mittelpunkt. Ein solches Auftreten schreckt doch den Gesprächspartner im Allgemeinen recht schnell ab, es sei denn, er hegt ein starkes Interesse an narzisstisch strukturierten Menschen (soll es auch geben).
Auf der anderen Seite ist ein zu ausgeprägtes „Zurücknehmen“ der eigenen Person in der Regel ebenfalls nicht zu empfehlen. Überspitzt gesagt, wer sich selbst und seine berufliche Tätigkeit permanent als „sehr unwichtig“ darstellt, macht auf den Anderen eventuell einen unsicheren, unselbstständigen Eindruck.
Tja, Sie erahnen wahrscheinlich schon, auf was ich hinaus will, liebe Leserin, lieber Leser: Die Wahrheit liegt meiner Meinung nach auch bei der vorliegenden Angelegenheit mal wieder in der Mitte. Eine gewisse „Dynamik“ im Auftreten ist wahrscheinlich für den Anderen reizvoll. Das heißt, eine gewisse Authentizität schadet nicht („Ja, ich bin schon stolz darauf, dass ich diese Position erreicht habe!“). Übertreiben sollte man es eben nicht.
Im Prinzip lässt eine Portion Aufmerksamkeit im ersten Gespräch den erwähnten Drahtseilakt gelingen. Anhand der Mimik und Gestik des Gegenübers erkennen Sie recht schnell, ob Sie einen oder zwei „Gänge“ zu hoch oder zu niedrig geschaltet haben.