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Flirten: Wie uns unser Gehirn manchmal ein Schnippchen schlägt
Flirten: Wie uns unser Gehirn manchmal ein Schnippchen schlägt (Kategorie: Flirtblog)
Wir Menschen denken in Schubladen. Wenn wir jemanden zum ersten Mal sehen, kommt es zum sogenannten ersten Eindruck. Was oft vergessen wird: Der erste Eindruck sagt in der Regel mehr über den Beobachter aus als über den Anderen.

Unser Gehirn, liebe Leserin, lieber Leser, ist schon genial. Jede Sekunde strömen Milliarden von Reizen über unsere Sinne „hinein“. Diese Masse will erst einmal geordnet werden! Zugegeben, das meiste Material wird gleich wieder vergessen beziehungsweise verworfen – es ist nicht wichtig für unser Überleben oder für unsere aktuelle Motivationslage.
Anders sieht die Sache bei der Partnersuche aus, beim Flirt sowieso. Lernen wir jemanden kennen, den wir automatisch interessant finden, läuft unser Gehirn auf Hochtouren. Wir sind voll „bei der Sache“. Doch dummerweise werden auch, so unromantisch das jetzt klingt, sogenannte Beurteilungsfehler aktiviert. Man sollte um sie wissen, finde ich. Deshalb stelle ich Ihnen hier mal beispielhaft drei populäre Wahrnehmungsverzerrungen vor.

"Wer schön ist, der ist auch gut!" – Halo-Effekt

Der wohl bekannteste Beurteilungsfehler ist der sogenannte Halo-Effekt (engl.: „Halo“ – „Heiligenschein“). Infolge dieses Effekts neigen wir dazu, von einem herausragenden äußerlichen Merkmal des Anderen, etwa „körperliche Attraktivität“, auf dessen Persönlichkeitseigenschaften zu schließen („Wow, der sieht so toll aus, der ist bestimmt nett!“). Infolgedessen nimmt man den Gesprächspartner (unbewusst) viel positiver wahr, als er vielleicht in Wahrheit ist.

"Oh, ein Doktor!" – Relevanz der sozialen Rolle

Auch der soziale Stand des Flirtpartners löst in uns unbewusst bestimmte emotionale und gedankliche Assoziationen aus. Erzählt uns der Andere etwa, er sei Arzt, Künstler, Manager usw., so verknüpfen wir mit der jeweiligen Berufsbezeichnung ebenfalls wieder Charaktereigenschaften, die wahrscheinlich den gängigen Klischees entsprechen. Doch auch in diesem Fall gilt: Meine „Einschätzung“ kann völlig an den Verhältnissen vorbeigehen.

"Du spielst Tennis? – Super, genau wie ich!" – Ähnlichkeitsfehler

Und da gibt es noch den sogenannten Ähnlichkeitsfehler, auch similar to me-Effekt genannt. Infolge dieses Effekts finden wir den Anderen sympathisch und anziehend, sollte er uns in irgendeiner Art ähnlich sein. Vielleicht treibt er (oder sie) dieselbe Sportart, hat dasselbe Lieblingsgetränk, am selben Tag Geburtstag, dieselbe Herkunft, Berufserfahrung usw. Und prompt denken wir dann: „Wow, er (oder sie) ist genau wie ich!“ Also: Achtung!

Fazit: Die Personenwahrnehmung beim Flirt ist alles andere als rational. Daher gilt: Aufpassen, zu viele „Schmetterlinge im Bauch“ können sich später rächen.


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