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Jesus… nicht Anbeten – Nachmachen!
Jesus… nicht Anbeten – Nachmachen! (Kategorie: Liebesblog)
Wenn Sie morgens in den Spiegel schauen, könnten Sie eigentlich mit Fug und Recht ausrufen: „Ganz der Vater!“

Es ist jetzt angeblich 2010 Jahre her, dass Gottes Sohn geboren wurde. Die Frage ist, was ihn so besonders machte – denn, wenn wir tatsächlich alle Gottes Kinder sind, lässt sich logisch folgern, dass ich ebenso Gottes Sohn sein muss, wie der Mann aus Nazareth.

Was macht den Unterschied? Da wir ja die Ebenbilder Gottes sein sollen – warum errichten wir Bruder Jesus die Kirchen und nicht uns selber? Wenn Sie morgens in den Spiegel schauen, könnten Sie eigentlich mit Fug und Recht ausrufen: „Ganz der Vater!“ Warum verlegen sich die Kinder dieses Vaters auf seine Anbetung und auf die eines älteren Geschwisterkindes? Es ist zwar eine Tatsache, dass die älteren Geschwister einer Familie mehr Verantwortung tragen als die jüngeren, aber dann hätte sich Jesus auch auf Abraham und Co. ausruhen können.

Weihnachten hat etwas von Muttertag. Das ganze Jahr über ist Mama die Managerin eines Familienunternehmens, oft belohnt mit dem Status einer Bediensteten. Und an EINEM Tag im Jahr wird ihr dann das Frühstück ans Bett gebracht. Womit würde das ebenso kluge wie motivierte Kind seine Mutter eigentlich viel glücklicher machen? Vielleicht mit etwas Dankbarkeit, Zuwendung und Selbstverantwortung. Und echte Kinder wollen Verantwortung. Sie ringen mit der ersten Socke, die sie selber anziehen wollen und bestehen darauf, aus dem Glas zu trinken, egal, ob danach die Küche unter Wasser steht. Die Eltern und großen Geschwister schauen zu – lächelnd, wissend, akzeptierend, leitend. Ich glaube, Kinder sollten ihre Eltern und Geschwister nicht anbeten, sondern von ihnen lernen, wie man lebt.

Vielleicht steht deshalb in der Bibel nicht „huldigt mir und seid einmal im Jahr nett zueinander“, sondern etwas viel Unbequemeres: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“. Da stellen wir doch lieber einen schönen Tannenbaum auf und singen von Liebe, Glück und Frieden. Andernfalls müssten wir Jesus eben „nachmachen“, damit wir werden wie er – die Bibel sagt, wir hätten das Zeug dazu. Der Junge, der seinen großen Bruder beim Fußball bewundert, spürt das und wird ihn imitieren – wir tun es nicht! Wissen wir nicht, wie es geht? Wenn Sie sich bei irgendeiner Entscheidung mal fragen: „Was hätte Jesus jetzt getan?“, dann bin ich sicher, dass Sie interessante Antworten im Sinne der Liebe bekommen. Nur würde das angesichts des Elends um uns herum halt oft einen riesigen Haufen an Arbeit bedeuten.

Also, was würde sich unser Bruder Jesus dieses Jahr wohl wünschen? Eine kostspielige Party oder eine Familie, die auch nach seinem Geburtstag liebevoll zusammen lebt?

Das denke ich auch – irgendwie sind wir eine seltsame Sippe.


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