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Mein Leben bei ElitePartner, Teil drei
Mein Leben bei ElitePartner, Teil drei (Kategorie: Trennungsblog)
Meine Zeit bei ElitePartner - das erste Treffen mit Anna lief gut, sehr gut sogar. Aber ob es wirklich ein Happy End geben würde?

Da ja einige sich offenbar für meine Odyssee durch die ElitePartner-Singlewelt interessieren, kommt hier nun der eigentlich nie geplante Teil drei. Anna und ich. Ich habe ihre Erlaubnis mir nach Herzenslust die Geschichte von der Seele zu schreiben. Und tatsächlich: Das Ganze wurde für den Trennungsblog durchaus noch relevant.

Wir trafen uns wieder. Wie nach unserem ersten Date zu erwarten war. Lasst mich ehrlich sein, ich war durchaus interessiert. Sie war toll, charmant, sexy und vor allem so ganz und gar nicht wie meine Ex. Ganz und gar nicht wie meine Ex zu sein, ist zur Zeit ein echtes Plus bei mir. Meine weiblichen Freunde glauben deshalb, ich sei noch nicht drüber weg. Meine männlichen glauben einfach, dass ich aus meinen Fehlern endlich lerne. Nach dem Essen kam ein Kaffee und dann irgendwann ein Abend mit zu viel Alkohol in der Schanze. Wir entdeckten Gemeinsamkeiten. Unterschiede. Erzählten uns ähnliche Geschichten, die eigentlich doch immer ganz unterschiedlich waren. Mir war klar, wie schwer es für sie war diese Dates als alleinerziehende Mutter zu organisieren und ich hoffe, die Zeit mit mir war es wert.

Und tatsächlich redeten wir irgendwann über ElitePartner. Sie hatte sich jetzt abgemeldet. Ihr Profil inaktiv geschaltet, nannte man das wohl. Und da fiel mir auf, dass ich seit Tagen nicht mehr online nach anderen Profilen gesucht hatte. Tja, eigentlich noch nicht mal mehr auf Anschreiben reagiert hatte. Meine letzte Erfahrung war eine Frau gewesen, die nach Freischaltung meines Bildes mir eine maschinell erstellte Absage erteilte. Das Bild kennt ihr ja alle, es ist irgendwo rechts von diesem Artikel zu sehen. Nun ja, das erzählte ich ihr und wir machten uns drüber lustig, wie hässlich ich doch sei. Passenderweise war es derselbe Abend an dem ich sie küsste.

Und dann kam alles ganz anders. Wenn dem so nicht wäre, würde ich wohl auch hier nicht schreiben, sondern genießen und schweigen. Wir machten einen neuen Termin aus. Dieses Mal einen, der mindestens so wichtig sein würde, wie unser erster Kuss. Erwähnte ich, dass sie alleinerziehende Mutter war? Etwas, das mir von Anfang an imponierte und mich auch ein wenig einschüchterte. Es hatte so etwas Schweres, Bedeutungsvolles sich um einen kleinen Menschen kümmern zu müssen. Jetzt sollte ich ihren kleinen Mann kennen lernen. Man könnte sagen, ich war gespannt. Entspannt und gespannt zugleich. Die Dinge schienen mir ganz richtig zu sein, so wie sie waren. Mit Kindern konnte ich gut und gerade dass ich nicht rumlief wie ein liebestrunkener Teenager, sondern ruhig und mit kühlem Kopf die Sache angehen konnte zeigte ihr, dass ich mich darauf einlassen wollte.

Dienstagmittag war der Plan, früh auf der Arbeit Schluss zu machen, um sich zu dritt zum Essen gehen zu treffen – ein anschließender Spaziergang nicht ausgeschlossen. Je nach Wetter. Ich verrate euch soviel, dass Wetter war nicht das Problem. Der Vater des Kleinen schon. Am Montagabend rief sie mich an und ich wusste gleich, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte seit Samstag nichts von ihr gehört und normalerweise kommunizierten wir über Mail. Ein Anruf verriet also Dringlichkeit. Und als ich ihre Geschichte hörte, von ihrem Kleinen der ganz schlimm krank war und das sie absagen müsste, um sich erstmals um den Kleinen zu kümmern und mich wieder anrufen würde, wenn sie Zeit hatte, wusste ich, kein Wort war wahr. Als Anwalt hört man so viele Leute lügen, dass man die untalentierten Lügner schnell entlarvt. Ich zeigte Verständnis und war etwas traurig, aber froh, dass es so früh geschah. Ihre letzten Worte klangen verdammt nach Abschied, fand ich.

Und am Abend erzählte ich meinem besten Freund, dass ich nicht glaubte, jemals wieder etwas von ihr zu hören. Er machte sich nicht die Mühe mir zu widersprechen. Wir lagen beide falsch. Ich hörte von ihr. Montagnacht um drei Uhr rief sie mich an und hatte eine verweinte Stimme. Gott, ich dachte irgendwas Furchtbares sei geschehen. Aber Anna gehörte zu den Menschen, die nicht so gut mit ihrem Gewissen klar kamen. Weshalb sie mir gestand, dass sie ihrem Ex erzählt hatte, wie sie mich kennen gelernt hatte und er etwas dagegen hätte, dass sein Sohn mir vorgestellt würde. Die Beiden hatten eine Aussprache vereinbart, sich gestritten und waren im Bett gelandet. Deshalb hatte sie mir abgesagt, weil sie glaubte, dass da trotz allem, was er ihr angetan hatte, noch Gefühle seien. Gefühle. Über Gefühle muss man nicht reden. Jeder hat seine und folgt ihnen, wo immer sie einen hintragen. In 90 Prozent direkt weg von dem, was die Vernunft dir sagt.

Was soll man dazu sagen? Sie fragte, ob ich sauer sei? Sie meinte, sie sei mir Untreu gewesen und habe mich irgendwie betrogen. Ganz ehrlich und direkt erklärte ich ihr, dass dem nicht so war. Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss. Ein Kuss sei kein Versprechen. Aber natürlich wussten wir beide, worum es hier eigentlich ging. Warum sie weinte und ich selbst so ruhig blieb. Gerade weil ich nicht sauer oder verletzt war, war es ja so offensichtlich. Es gab nichts zu verzeihen. Es gab keinen Fehler. Wir wussten beide nur, dass wir einen ersten Schritt gemacht hatten und jetzt halt nicht weiter gehen würden.

"Was wird denn aus uns?", platzte letztlich die Frage aus ihr heraus.

"Was wird aus euch? Das ist viel wichtiger.", antwortete ich ihr. Und so kam es, dass es kein "UNS" mehr gab in dieser Geschichte. Wir telefonierten die halbe Nacht. Bis sie sich wohl insoweit besser fühlte, mich ziehen lassen zu können. Am nächsten Tag wechselten wir noch einige SMS. Eine Mail bei Facebook. Dann war sie fort. Und ich vermisste sie nicht. Dafür war es bei uns noch zu früh gewesen. Die Geschichte hätte spannend werden können. So war sie einfach früh zu Ende. Und mir war klar, dass man nach einigen Jahren es immer schwerer hat, sich an solche Geschichten zu erinnern, dass man sie vergisst. Das machte mich traurig. Ich wollte Anna nicht verlieren. Und jetzt schreibe ich hier über sie …

Mein Gott, wie gerne würde ich es dabei belassen. Wäre es nicht schön, wenn die Geschichte so zu Ende geht? Sie ihren Ex wieder nimmt und die beiden durch dick und dünn gehen und es doch irgendwie klappt? Ich eine andere treffe (das geschah tatsächlich) und wir uns im Park bei einem Spaziergang über den Weg laufen. Das geschah natürlich nicht.

Nein, dieses nächtliche Telefonat war mein erstes mit ihr. Sie rief mich wieder an.

Und wie so oft hatte auch diese Geschichte für niemanden ein Happy End.

Aber dazu … wirklich ein anderes Mal.


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3 Antworten zu “Mein Leben bei ElitePartner, Teil drei”

  • Irmi sagt:

    Endlich können wir die Geschichte zu Ende erfahren.
    Komplizierte Beziehungen, dies schien ja eine zu sein, gehen nach meiner Erfahrung nach niemals gut, bzw. sind zum Scheitern verurteilt.
    Ihre Toleranz gegenüber Frauen mit Kindern hat mich sehr beeindruckt. Meiner Erfahrung nach sind Männer ganz schnell verschwunden, wenn man ihnen erzählt, dass es einen nur im Doppelpack gibt.
    Jetzt noch was in eigener Sache, der neue Internetauftritt gefällt mir ganz und gar nicht. Man muss suchen, um den Trennungsblog zu finden, dann ist er auch zu verworren, den vorherigen fand ich einfach übersichtlicher und besser. Wir werden uns dran gewöhnen müssen.

  • Irmi2 sagt:

    Auch ich staune, dass Männer auch einmal so sein können. Meine häufigste Erfahrung ist die, dass man eine Weile zusammen ists, dann eine SMS bekommt mit “es ist aus”. Es gibt keine Begründung, maximal “meine Gefühle haben sich anders entwickelt”. Leider gerade bei Männern, die zuvor sagten, so würden sie sich niemals verhalten. Ich finde dies seltsam, denn im Job würde man(n) sich so etwas niemals erlauben.

  • Corwen sagt:

    Schwierige Kiste die ihr beiden da hattet. in jedem Falle. Jetzt würde ich aber schon gern erfahren, wie es ausgegangen ist. Schön übrigens, dass der Trennungsblog zurück ist :-) Hätte es aber fast übersehen.