Endlich in den Winterurlaub! Doch die schönste Zeit des Jahres birgt auch zahlreiche Stolperfallen. Vor allem hohe Erwartungen an die perfekte Zweisamkeit können schnell zum Eigentor werden und in Stress umschlagen.
Wir verraten Ihnen, wie Sie erfolgreich den ersten gemeinsamen Urlaub meistern.
Zu viele Wünsche, zu große Hoffnungen?
Susanne (34) und Martin (37) sind begeisterte Winterurlauber. Seit sie sich im Sommer über ElitePartner.de kennenlernten, planten sie eine gemeinsame Reise in den Schnee. "Es sollte perfekt werden", sagt Susanne. "Wir hatten im Alltag so wenig Zeit füreinander, da wollten wir endlich einmal alles hinter uns lassen und es uns richtig gut gehen lassen." Das war das Stichwort und der Stress ging los. Diplom-Psychologin Lisa Fischbach bestätigt dieses Phänomen: "Der Urlaub ist stark emotional aufgeladen, denn man hat oft hohe Ansprüche an ihn und knüpft an die gemeinsamen freien Tage viele Hoffnungen und Wünsche, die im übrigen Jahr nicht erfüllt werden konnten." Klar, dass es manchmal einfach zu viel ist, was wir uns vom Urlaub wünschen. Ergebnis: Anfängliche Freude kippt in Enttäuschung. Martin kam gerade von einer Geschäftsreise und war vollkommen ausgebrannt. Ihm stand erst einmal der Sinn nach Erholung, während Susanne die Tage gern von früh bis spät durchgeplant und voller Aktivitäten gehabt hätte. Aber Martin hatte keine Lust auf ihr Wellnessprogramm, auf das sie sich so gefreut hatte.
Was im Alltag untergeht?
Die Gründe, warum es im Urlaub kracht, sind so vielfältig wie das Leben selbst, weiß auch Paar-Therapeutin Fischbach: "Oft geht es um das unterschiedliche Nähe-Distanz-Bedürfnis der Partner und die Wünsche nach Kommunikation oder Aktivität. Insgesamt ist die neue Situation für Paare eine Herausforderung, denn nun haben sie viel Zeit, die gefüllt werden muss." Das birgt natürlich eine Menge Konfliktpotenzial und oft kommen nun die Dinge an die Oberfläche, die bisher im Alltag nach hinten geschoben werden konnten. Auch Martin und Susanne waren es nicht gewohnt, rund um die Uhr Zeit miteinander zu verbringen. Beide hatten ihre eigenen Wohnungen, Hobbys, Freunde. "Wir waren beide latent genervt und haben uns unterschwellig angezickt", erinnert sich Susanne. "Zum Glück konnten wir auf der Piste unseren Frust ein wenig abbauen." Aber so richtig toll war es in den ersten Tagen nicht. Die Erwartungen an den Winterurlaub waren einfach zu unterschiedlich. So etwas lässt sich vermeiden, indem Sie bereits vorher einen gemeinsamen Urlaubsplan aufstellen, rät die Psychologin. Es geht dabei nicht so sehr um die Wahl des Zielortes, sondern darum, die Interessen und Erwartungen aufeinander abzustimmen. Susanne und Martin beschlossen, einander etwas mehr Freiraum zu lassen. Sie bummelte allein über den Weihnachtsmarkt, er machte eine Tour durch die Berglandschaft. "Das hat uns beiden gut getan", sagt Susanne. "Wir haben uns dann hingesetzt und über alles geredet. Dabei ist der Knoten geplatzt."
Freiräume auch im Urlaub
Die beiden schlossen Kompromisse bei der Gestaltung der folgenden Urlaubstage: Einmal durfte er das Tagesprogramm bestimmen, am nächsten Tag sie. So waren sie beide zufrieden und die Situation entspannte sich zusehends. "Ziehen Sie eine Zwischenbilanz, auch wenn der Urlaub von außen betrachtet recht rund verläuft!", empfiehlt Lisa Fischbach. "Oft können sich bei einem Gefühle von Unzufriedenheit aufbauen, die aber um der Harmonie willen nicht geäußert werden." Dann ist es hilfreich, sich in entspannter Atmosphäre hinzusetzen und über alles zu sprechen. So vermeiden Sie ein böses Erwachen nach der Heimkehr. Für Susanne und Martin war der etwas verunglückte Anfang des ersten gemeinsamen Urlaubs kein Grund zur Panik. Es waren die Umstände und die mangelnde Kommunikation im Vorfeld, die zu den Unstimmigkeiten geführt hatten. "Eigentlich war es sogar ganz positiv", resümiert Susanne. "Denn da haben wir gelernt, offen über alles zu sprechen und unsere Wünsche und Bedürfnisse ein Stück besser kennengelernt." Eine gute Basis für weitere Konflikte auch außerhalb des Urlaubs. Ein bisschen Zoff im Winterurlaub ist also manchmal unvermeidbar. Doch was macht man, wenn es mal so richtig kracht? Lisa Fischbach: "Bewahren Sie die Ruhe und lassen Sie es möglichst nicht eskalieren. Bleibt die Stimmung trotz klärender Bemühungen schlecht, ist es ratsam, mal einen Tag allein zu verbringen." Warten Sie bis sich die Wogen ein wenig geglättet haben, sprechen Sie sich aus und unternehmen Sie anschließend gemeinsam etwas Schönes. Denn: Solche Erlebnisse mit großer Adrenalinausschüttung schweißen zusammen.
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