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Sex und Geruch III: Parfum und Partnerwahl
Sex und Geruch III: Parfum und Partnerwahl (Kategorie: Sexualitätsblog)
Dior oder Estee Lauder? Eine wichtige Entscheidung für die Liebe.

Die Wahl des richtigen Parfums kann sich aus unterschiedlichen Gründen positiv auf die Partnerwahl auswirken. Zunächst haben wir in unserer kleinen Serie bereits festgestellt, dass bestimmte Inhaltsstoffe in Parfums den körpereigenen "Duftcode" gleichsam verlängern können.

Früher war man ja eher davon ausgegangen, mit einem Parfum unangenehmen Körpergeruch zu überdecken. Jetzt zeigt sich, dass dies eine falsche Herangehensweise war.

Bei der richtigen Auswahl des Parfums kann man sich zunächst an einem Kategoriensystem orientieren, das allgemein von der Industrie verwendet wird und als Entscheidungshilfe dienen kann. Vier Oberkategorien sind hier zu nennen: Als erstes gibt es die floralen Duftnoten, die nach frisch geschnittenen Blumen, leicht aldehydig oder auch nach süßen Gewürzen duften. Als zweites finden wir die orientalischen Duftnoten, in denen sich Düfte wie Sandelholz, Vanille oder Patchouli wieder finden. Zum dritten die holzigen Duftnoten, denen man Düfte nach Leder, Eichenholz oder aromatische Holznoten zuordnen kann. Und zuguterletzt die Citrus- oder frischen Duftnoten, die nach Gras oder Früchten duften.

Parfums bestehen schließlich aus drei Bestandteilen, der so genannten Kopf-, Herz- und Basisnote. Erstere verflüchtigt sich relativ schnell und bildet den ersten Eindruck eines Parfums; die Herznote hält für ungefähr 10 Minuten und stellt den Übergang zur Basisnote her, die schließlich für mehrere Stunden wirksam sein kann. Auf die letztere kommt es dann auch im Zusammenhang mit dem hier erörterten Thema an: Denn die Basisnote enthält die Inhaltsstoffe, die das genetische Duftprofil widerspiegeln können. Dies macht die Auswahl eines Parfums etwas zeitaufwendig, denn man sollte einen Duft doch etwas länger auf seiner Haut zur Wirkung kommen lassen, um damit die entscheidende Basisnote auch beurteilen zu können.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Sie ein Parfum für sich auswählen, verlassen Sie sich nur auf Ihre eigene Nase. Es ist problematisch, sich ein Parfum schenken zu lassen, das von jemandem ausgewählt wurde, der es bei sich selbst probiert hat und auf seiner Haut attraktiv fand. Testen Sie des Weiteren ein neues Parfum nur auf der Haut und nicht mit einem Teststreifen und lassen Sie es mindestens 15 Minuten wirken. Die oben erwähnten Inhaltsstoffe kommen – wie gesagt – in den Parfums erst nach einer Weile zur Entfaltung.

Neben der biologisch-genetischen Erklärung der Wirkung von Parfums gibt es noch eine andere, im Grunde einfachere Herangehensweise, wenn man sich mit der Frage nach der sexuellen Stimulierung durch ein Duftwasser beschäftigt. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass allein das Benutzen eines als angenehm empfundenen Duftes die Stimmung seines Trägers aufhellen und beflügeln kann. Man wird in eine positive Stimmung versetzt; depressive und grüblerische Gedanken können im wahrsten Sinne des Wortes verfliegen. Und dies führt schließlich auch zu einer anderen Wahrnehmung des Gegenübers, bei dem man Interesse und Aufmerksamkeit wecken möchte. Diese, mehr psychologische, Erklärung scheint mir nahe liegend, auch wenn sie nicht so geheimnisvoll und "naturwissenschaftlich" klingen mag.

Zum Schluss sei dann auch noch erwähnt: Die Wirkung beim anderen Geschlecht nur dem Parfum zu überlassen, wäre wohl ziemlich naiv. Denn man sollte bedenken, dass man sich beim Kennenlernen meist in einer sozialen Situation befindet, in der auch andere Mitbewerber eine Rolle spielen. Die Wahrnehmung eines Duftstoffes setzt aber schon eine ziemlich intime und nahe Situation voraus. Die Verführungskunst sollte also im Vorfeld noch über einige andere Mittel verfügen…


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