Tennisarm war gestern - heute macht uns der SMS-Daumen zu schaffen. Fluch oder Segen? Der Short-Message-Service, kurz SMS genannt, macht eine schnelle Kommunikation möglich, ohne dem anderen zu nahe zu treten. Doch es lauern auch Abgründe, denn es bleibt die Frage: Wann darf man was simsen?
Beispielsweise hatte meine Bekannte U. kürzlich ein Date mit einem Mann, der ihr sehr gut gefiel. U. war beschwingt und guter Dinge als sie von ihrem Date nach Hause ging und tippte in ihr Handy: "Es war ein wunderschöner Abend, ich freue mich schon auf das nächste Mal. Schlaf gut. U." Ein paar nette, unverfängliche Worte, dachte sie sich. Aber bei ihm kam das scheinbar anders an. Denn am nächsten Tag hatte er noch immer nicht geantwortet. Also simste U. bester Laune: "Hey, warum meldest du dich nicht. Wollen wir morgen ins Kino? Liebe Grüße U." Auch darauf kam zunächst keine Antwort.
Erst am nächsten Tag die ersehnte SMS seinerseits. Jedoch nicht mit dem erhofften Inhalt: "Sorry, U. mir ist das alles zu schnell. Viel Glück." U. war wie vom Donner gerührt. Schließlich ist sie keine Stalkerin und wollte diesen Mann nicht gleich heiraten. Aber er hatte ihre Nachrichten wohl bereits als Grenzüberschreitung interpretiert.
In der Kürze liegt die Würze
Vorsicht also mit so einer kleinen Nachricht. Kommt sie zu früh oder zu spät, kann es beim anderen so einiges auslösen. Wir sitzen nicht mehr wartend vorm Telefon auf dass es klingeln möge. Heutzutage checken wir das Display, ob uns auf 160 Zeichen jemand etwas mitteilt. Aber keine Sorge, irgendwer simst immer irgendwas. Und wenn es nicht der- oder diejenige ist, dann eben ein anderer lieber Mensch, der gerade an uns denkt. Auch schön.
Eine SMS hat den Vorteil, dass sie nicht ganz so direkt und persönlich ist wie ein Telefonat, aber dennoch schnell getippt und gesendet. Da auf 160 Zeichen allerdings die Ausdrucksmöglichkeiten arg beschränkt sind, benutzen wir diese unsäglichen Abkürzungen, um mehr Inhalt unterbringen zu können. Romantisch ist das irgendwie nicht. Aber eben doch praktisch, weil zeitsparend und doch irgendwie… Also simsen wir munter drauf los, verschicken süße Grüße, zarte Küsse oder heiße Liebesschwüre per Kurzmitteilung. Nun ja, solange der SMS-Daumen uns keine Probleme bereitet.