Leidenschaft, Steckenpferd, Lebensaufgabe - es gibt Hobbys, die sind weit mehr als nur schnöder Zeitvertreib, was die Partnersuche allerdings nicht gerade erleichtert! "Suche Partner, der Bollywoodfan ist!" - Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie dennoch keine Abstriche bei der Partnersuche machen müssen.
Das Hobby ist unantastbar
Ein Sprichwort sagt: Ein Hobby ist Arbeit, die man Ausbeutung nennen würde, wäre man nicht sein eigener Arbeitgeber! Einmal die Woche Tennisspielen ist damit aber nicht gemeint. Eher so etwas wie Erics Zierfischzucht: Der 43-Jährige sammelt japanische Koi-Karpfen. "Dafür bin ich sogar schon bis nach Japan zu einer berühmten Koi-Farm gereist", sagt der Controller. Obwohl Eric sich eine Partnerin wünscht, sagt er: "Für eine Frau würde ich das niemals aufgeben." Damit ist er nicht allein: Im LiebesTrendMonitor 2010 sagten gerade einmal 17 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen, sie würden ihr Hobby für einen neuen Partner aufgeben. Interessant: Den Wohnort dagegen würden über die Hälfte aller Befragten sofort wechseln. Laut Diplom-Psychologin Lisa Fischbach zeigt das, wie wichtig der Arbeitsausgleich für viele ist.
Keine Heimlichkeiten
Wichtig: Unterschätzen Sie die Wirkung des aufwendigen Hobbys nicht! "Entsteht der Eindruck, mein Partner ist mit seinem Hobby verheiratet, schreckt das ab. Denn gleich stellt sich die Frage, wie viel Raum für gemeinsame Freizeit bleibt." Trotzdem sollten Sie Ihr Steckenpferd nicht verheimlichen, sondern schon im Profil oder beim ersten Date erwähnen: "Freizeitaktivitäten und Hobbys sind immer ein geeigneter Aufhänger für ein lebendiges Gespräch. Bestenfalls können wir unser Gegenüber auch dafür begeistern." Gelingt dies nicht: Lieber auf die Bremse treten.
Leidenschaftlicher Kick
Benita (32) hat vor einigen Jahren das Eisklettern entdeckt. "Adrenalinkick in total schöner Landschaft", schwärmt die Münchenerin. Ihr letzter Freund fand es allerdings weniger witzig, dass Benita sich dabei regelmäßig in Lebensgefahr begibt. "Er wollte mit mir Badeurlaub auf Mallorca machen. Nicht mein Ding!" Das war's: Er flog allein und Benita fuhr wie üblich auf den nächsten Gletscher. "Gerade Extremsportarten sind für manche wichtig, um sich vom Alltag abzulenken, sich intensiv zu fühlen oder in der Gratwanderung zwischen Abenteuer und Risiko eine Befriedigung zu empfinden", erklärt Lisa Fischbach. "Ein alles vereinnahmendes Hobby kann eine Flucht aus dem Alltag sein. Wer sein Hobby zum Beruf macht oder sich in jeder Minute seiner Freizeit stürzt, der fühlt entweder durch eine Passion berufen oder flüchtet sich in diese Ersatzwelt."
Reine Verhandlungssache
Beides nicht so einfach zu ertragen als Partner. Clara (34) und Rafael (38) haben einen Weg gefunden, damit umzugehen: "Anfangs war ich beeindruckt von Rafaels riesiger Plattensammlung", sagt Clara. Doch bereits beim Zusammenziehen schlug Bewunderung in Genervtheit um, schließlich wollte Rafael die ganze Wohnung mit seinen musikalischen Liebhaber-Stücken dekorieren, die nicht nur sperrig, sondern auch sehr kostspielig sind. In zähen Verhandlungen einigten sie sich schließlich: Rafael hat immer nur eine Auswahl seiner Schallplatten im Wohnzimmer griffbereit. Der Rest der Sammlung ist im Gästezimmer untergebracht. Und wenn Rafael wieder den Samstagvormittag auf Plattenbörsen verbringen möchte, nutzt Clara die Zeit, um sich ihrem neuen Hobby, dem Bollywood-Dance zu widmen. "Gut so", sagt auch Paar-Beraterin Lisa Fischbach: "Ist es keine Option, dass der andere mit ins Hobby des Partners einsteigt, ist die beste Möglichkeit, sich ebenfalls ein Hobby als Ausgleich zu suchen." Damit das Hobby nicht ständig als unterschwelliges Ärgernis zwischen Ihnen steht.
Suchtfaktor Hobby
Grundsätzlich sind Hobbys positiv besetzt. Meistens jedenfalls, solange man nicht übertreibt: "Ich traf einen Mann, der war so besessen von seiner Modelleisenbahn, dass er sich für überhaupt nichts anderes interessierte", sagt Marie-Claire (51). Das fand die Verlagsleiterin so abschreckend, dass sie die Sache beendete, bevor sie richtig begann. Lisa Fischbach: "Ein Hobby kann zur Sucht werden oder zeitlich zu extrem ausgeübt werden. Dann nimmt die Bedeutung überhand und es entsteht eine gedankliche Fixierung."
Eine Hand wäscht die andere
Wie viel man aushält hängt von der eigenen Toleranz und Kompromissfähigkeit ab. Das entscheidet jeder für sich persönlich. Doch wenn es zu wenig gemeinsame Freizeit gibt oder zu große Einschränkungen, dann sollten Sie laut darüber verhandeln. "Hat sie diese Woche ihren heiß ersehnten Serienmarathon mit ihrer Mädelrunde, sollte es dafür einen Ausgleich geben." Quid pro quo oder anders gesagt: "Eine Hand wäscht die andere!"
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