„Wir haben uns verlobt. Und ich möchte gerne, dass du meine Trauzeugin bist!“ Kein Grund zur Panik, wenn Sie diesen Satz hören. Freuen Sie sich! Denn zum Trauzeugen werden nur die liebsten Freunde oder nahestehendsten Menschen des Brautpaares gekürt. Mit unseren fünf Tipps meistern Sie Ihre ehrenvolle Aufgabe rund um die Eheschließung mit Sicherheit bravourös.
Heute wohnt der Position des Trauzeugen vor allem eine große Symbolkraft inne, denn seit dem 1. Juli 1998 sind bei der standesamtlichen Trauung keine Trauzeugen mehr vorgeschrieben. Auch die evangelische Kirche verzichtet darauf, den Akt der Eheschließung bezeugen zu lassen.
Ein Ehepaar kann bis zu zwei Trauzeugen benennen, die auf der Heiratsurkunde eine Unterschrift leisten und sich dafür mit einem Personalausweis oder Reisepass ausweisen müssen. Während der Trauung nimmt der Trauzeuge der Braut ihren Brautstrauß zum Ringtausch ab, während der Trauzeuge des Bräutigams die Ringe reicht.
Die Aufgaben des Trauzeugen beginnen aber nicht erst vor dem Altar, sondern schon zu einem früheren Zeitpunkt – nämlich bei der Vorbereitung des Festtages und des Junggesellenabschieds!
Tipp 1: Checklisten! Auf die perfekte Planung kommt es an
Als Trauzeuge unterstützen Sie das Brautpaar tatkräftig bei der Vorbereitung und Planung ihres großen Tages. Fragen Sie nach, wie sich Ihre Freunde ihre Hochzeit im Detail vorstellen. Sind Bräuche wie Junggesellenabschied und Polterabend gewünscht? In welchem Stil soll die Hochzeit stattfinden? Eher im Rahmen eines elegantes Empfangs oder als große Spiele- und Partysause? Ist die Location schon gebucht, die Gäste schon informiert? Legen Sie To-do-Listen an, damit Sie den Überblick behalten!
Tipp 2: So wird der Junggesellenabschied zum unvergesslichen Erlebnis
Als Trauzeuge obliegt Ihnen die Organisation des Junggesellenabschieds. Ob Sie einen Beauty-Verwöhntag zu Ehren der Braut planen oder den Bräutigam als rosa Bunny verkleidet ins Nachtleben schicken möchten: Berücksichtigen Sie hier unbedingt die persönlichen Wünsche und Neigungen der jeweiligen Hauptperson – für diese soll es schließlich ein toller und unvergesslicher Tag werden! Sammeln Sie zunächst alle Kontaktdaten jener Freunde ein, die den Abschied vom Junggesellendasein mitfeiern sollen. Stellen Sie sich diesen in einer E-Mail kurz als Trauzeugin vor und schicken Sie Ihre Kontaktdaten mit. Wenn das Vorhaben schon steht, geht es jetzt darum, die Kosten und Terminvorschläge mitzuteilen. Übrigens: Der Kostenanteil der Braut wird traditionell von der Freundesriege übernommen! Sie können aber auch die anderen Freunde in die Ideenfindung einbeziehen, um Vorschläge bitten und die organisatorischen Aufgaben delegieren. Richten Sie sich bei Terminen und Aktivitäten immer nach der Mehrheit. Sie werden es nicht allen recht machen können!
Tipp 3: So werden Sie zum Organisationstalent
Sie sind die rechte Hand der Brautleute und als deren Sprachrohr auch der Ansprechpartner für die Gäste. Sobald der Hochzeitstermin feststeht, sollte das Brautpaar noch vor der offiziellen Einladung eine E-Mail verschicken mit dem Betreff: Save the Date! So können sich die Gäste in spe den Tag schon einmal im Kalender vormerken. In dieser E-Mail können die Trauzeugen als Ansprechpartner für alle Fragen rund ums Fest genannt werden. Noch besser: Richten Sie mit Einverständnis des Brautpaars eine kostenlose Hochzeitshomepage ein! Möglichkeiten, diese zu erstellen, finden Sie im Internet. Dann genügt es, einfach die Internetadresse als Informationsquelle zu nennen. Teilen Sie sich die Pflege beispielsweise mit dem anderen Trauzeugen. Hier können Sie sämtliche Daten zum Junggesellenabschied, zur Lokalität der Hochzeit, zum Zeitplan und Übernachtungsmöglichkeiten für auswärtige Gäste ausführen und aktuell halten.
Eine andere Möglichkeit, dem Brautpaar hilfreich zur Seite zu stehen: Bieten Sie an, die Einladungskarten zu gestalten, wenn Sie kreativ begabt sind oder über entsprechende Kontakte verfügen. Helfen Sie aktiv bei der Auswahl der Hochzeitsband oder unterstützen Sie Braut bzw. Bräutigam moralisch bei der Suche nach dem Hochzeitskleid oder Smoking!
Tipp 4: Geschenkideen und weitere Überraschungen
Bereiten Sie dem Brautpaar doch eine kleine Überraschung direkt nach der Trauung: Gemeinsam mit dem zweiten Trauzeugen lässt sich dies ohne großen (finanziellen) Aufwand realisieren. Organisieren Sie zum Beispiel einen Sektempfang, bei dem die Gläser des Brautpaars mit ihren Namen und dem Hochzeitsdatum graviert sind – eine wunderschöne, bleibende Erinnerung! Für eine romantische Trauung sind Hochzeitstauben eine tolle Idee. Sie symbolisieren Liebe, Harmonie, Glück und Treue – und werden von dem Brautpaar gen Himmel geschickt. Statt Tauben lassen sich auch Herzluftballons mit persönlicher Botschaft in die Lüfte entsenden. Jeder Hochzeitsgast kann dabei persönliche Wünsche oder einen Gutschein für das Brautpaar auf einer Postkarte hinterlassen. Die Karten sind bereits frankiert und adressiert – damit der Finder die „Ballonpost“ auf die Reise zurück zum Brautpaar schicken kann.
Gestalten Sie eine Hochzeitszeitung mit Artikeln rund um das Brautpaar, organisieren Sie eine Diashow für den großen Tag oder organisieren Sie, falls gewünscht, unterhaltsame Spiele. Wichtig: Viele Brautpaare haben zu Hochzeitsbräuchen eine klare Haltung. Wenn Spiele unerwünscht sind, berücksichtigen Sie dies ausnahmslos. Sind kleine auflockernde Elemente erlaubt, verzichten Sie auf peinliche Anekdoten aus dem Vorleben des Bräutigams oder andere ähnlich geartete Späße.
Tipp 5: Überblick behalten bei der Hochzeitsfeier
Am großen Tag entlasten Sie das Brautpaar, indem Sie als Ansprechpartner für die Gäste da sind. Sie können sich auch als Chauffeur oder Platzanweiser anbieten! Helfen Sie, den Ablauf reibungslos zu organisieren. Ob Sie eine Rede halten, stimmen Sie am besten mit dem Brautpaar ab. Sie haben als Trauzeuge die Gelegenheit, einige Worte zu sagen, müssen sich dazu aber nicht verpflichtet fühlen. Ob Sie salbungsvoll das Wort ergreifen oder lieber stiller Organisator bleiben: Damit Sie Ihrer Aufgabe als Trauzeuge möglichst mit klarem Kopf nachkommen können, gilt es, sich beim Genuss von Alkohol zurückzuhalten. Auf die Liebe anzustoßen, ist natürlich erlaubt! Aber besser nicht mit jedem einzelnen Hochzeitsgast.
Grundsätzlich gilt: Die Aufgabe des Trauzeugen ist keine Bürde, sondern ein großes Kompliment. Auch, wenn Sie diese zum ersten Mal erfüllen, brauchen Sie keine Sorge zu haben, dieser nicht gerecht zu werden. Besprechen Sie mit Braut oder Bräutigam, mit welchen Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen dieser Akt verbunden ist. Und genießen Sie das schöne Gefühl, einem Liebespaar den Schritt in eine gemeinsame Zukunft ganz besonders und unvergesslich zu gestalten!
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