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Ungeküsst mit 40
Ungeküsst mit 40 (Kategorie: Kennenlernen)
Paul (38) ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Mann: groß, schlank und sympathisch. Wenn er mit seinen Kollegen unterwegs ist, würde wohl niemand vermuten, dass Paul noch Jungfrau ist. "Ich hatte noch nie eine richtige Freundin", sagt der IT-Experte zögernd.

Wie viele Betroffene spricht auch Paul nur ungern über seine ungewollte Jungfräulichkeit. Denn ausgesucht hat er sich diesen Zustand nicht. Es hat sich nur irgendwie nie ergeben.

Warum es nie klappte

Paul litt als Jugendlicher sehr unter seiner schlimmen Akne. Das machte es für den ohnehin schüchternen Jungen noch schwerer, auf das andere Geschlecht zuzugehen. "Ich habe es nie fertig gebracht, eine Frau anzusprechen", sagt er. "Ich bin so nervös und habe Schiss, eine Abfuhr zu bekommen, eben weil ich noch unerfahren bin." Also blieb Paul allein. Irgendwann, so dachte er, werde schon die Richtige kommen. Darauf wartet er jedoch bis heute vergeblich.
Wurde dieses Thema bis vor einigen Jahren eher vermieden, so gehen die Absoluten Beginner, wie sich Betroffene selbst nennen, inzwischen vermehrt an die Öffentlichkeit. Gut so, findet Psychologe Volker Drewes: "Für Betroffene ist es sehr hilfreich, wenn sie sich mit anderen austauschen können, wissen, dass sie nicht allein sind. Schon das eröffnet häufig neue Perspektiven und führt aus der Isolation."

Von alten Jungfern und Hagestolzen

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beziffert die Gruppe der "Jungfrauen über 18" auf ein Drittel der Altersgruppe. Laut einer Studie des Instituts Infratest Dimap hatten fast zehn Prozent aller dreißigjährigen Männer noch nie Sex. Aber auch Frauen sind betroffen. Genaue Zahlen gibt es nicht, denn obwohl unser Sexualleben bis ins kleinste Detail von Wissenschaftlern erforscht wird, ist fehlende Sexualität noch weitgehend tabuisiertes Terrain. Deshalb sind auch die Erklärungen dafür bloße Vermutungen.
Laut dem Online-Magazin Jolie.de hieß es früher "Alte Jungfer" oder "Hagestolz". Da ist der Begriff Absolute Beginner nach einem Song von David Bowie wesentlich wertfreier und unbelasteter. Nur: Schönreden hilft nicht, den Zustand zu beenden. "Meist trifft es Menschen, die ausgesprochen schüchtern sind, womöglich eine Kontakthemmung haben", so Volker Drewes. "Wenn man denkt, dem gängigen Schönheitsideal nicht zu entsprechen oder andere hemmende Faktoren hinzukommen, wird es mit fortschreitender Zeit immer schwieriger, diesen Zustand zu ändern."

Wenn wir erst einmal in diesem Teufelskreis gefangen sind, ist es für viele schwer, sich daraus zu befreien. Paul hat es immer wieder versucht. Doch aus eigener Kraft ist es kaum möglich, dafür steht er sich viel zu sehr selbst im Wege. "Als junge Menschen sind wir bereiter, uns auf neue Erfahrungen einzulassen", so Psychologe Volker Drewes. "Je älter wir werden, desto tiefer sitzen unsere Verhaltensmuster und desto schwerer wird es, sie zu überwinden."

Menschen wie du und ich

Aber nicht nur die besonders Schüchternen trifft es: Ebenso ergeht es denjenigen, die überdurchschnittlich intelligent sind oder Menschen, die eine überzogene Vorstellung von ihrem Traumpartner haben. Auch schräge Spleens und Hobbies können Gründe für unfreiwillige Jungfräulichkeit sein. Doch ebenso oft trifft es Menschen wie uns alle, die nicht merkwürdiger oder verschrobener sind als der Durchschnitt. Manchmal war es nur eine winzige Kleinigkeit, die im Leben der Unberührten falsch gelaufen ist.
"Es ist schlimm, auf Nähe und Zärtlichkeit zu verzichten", erklärt Paul. Das ist zwar für viele Singles Alltag, aber meist nur vorübergehend und zumindest besteht die theoretische Chance, an diesem Zustand etwas zu ändern. Die meisten Unberührten wagen nicht, auf einen anderen Menschen zuzugehen. Sie leiden unter der übersexualisierten Gesellschaft, in der Sex auch in den Medien ein omnipräsentes Top-Thema ist und ihr eigenes Anliegen tabuisiert wird. Also ziehen sie sich mehr und mehr in ihr Schneckenhaus zurück, was einen Ausbruch aus der Situation in noch weitere Ferne rückt. Oft hilft nur noch therapeutische Hilfe. Aber auch das Zusammentreffen mit anderen Betroffenen. Paul verspürt eine unstillbare Sehnsucht nach einer Partnerin. Ebenso schlimm ist es für ihn, wenn er nach früheren Beziehungen gefragt wird: "Dann fühle ich mich total überfordert und die verständnislosen Reaktionen der Leute machen es mir nicht leichter." Dabei sind Offenheit, Verständnis und große Sensibilität laut Volker Drewes im Umgang mit einem unberührten Menschen besonders gefragt. Nur so können wir ihm oder ihr die Scheu nehmen, über ihr Problem zu sprechen. Das ist schon mal der erste Schritt ins Liebesleben.

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21 Antworten zu “Ungeküsst mit 40”

  • Freak sagt:

    21 Kommentare (älteste zuerst)Schade ist, daß dieser Aspekt bei der Profilerstellung diverser Partnervermittlungsagenturen ignoriert wird. Trifft ein unerfahrener, unberührter und womöglich durch sexuellen Missbrauch traumatisierter suchender Single beispielsweise auf einen Partnervorschlag, bei dem beziehungstechnisch – mit Ausnahme der Sexualität – alles klappt, der aber einen relativ ausgeprägten Sexualtrieb hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß gerade wegen der unterschiedlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse die Beziehung scheitert. Solche elementaren Aspekte sollten verstärkt berücksichtigt werden, um für beide Suchende das Risiko unnötigen Leidens (und der Verschlimmerung des Zustandes) weitestgehend zu minimieren.

  • Goopie sagt:

    Ich gebe ‘Freak’ völlig recht. Es müsste die Möglichkeit gegeben werden, mehrere von den wichtigen Themen zu filtern, dass jeder Suchender näher ans Ziel kommt, bevor man sich trifft. Obwohl, das Treffen, meiner Meinung nach, ist ja auch sehr wichtig, auch wenn es nicht klappen wird: Der Kontakt und das Eingehen auf andere Menschen müssen wir in unserer Gesellschafft wieder erlernen. Das Oberflächliche hat leider Überhand genommen.
    Das gesunde Miteinander müssen wir selber durch unsere Kontaktaufnahme und unser Dasein verstärkt im Leben einbringen.

  • David sagt:

    Ich gebe da meinen Vorrednern völlig recht. In dieser Gesellschaft muss man gut aussehen um ein Date zu bekommen. Die alte Weisheit:
    "Das Aussehen entscheidet ob man zusammen kommt. Der Charakter entscheidet, ob man zusammen bleibt." trifft immer mehr zu. Die Ansprüche steigen bei Frauen wie Männern gleichermaßen, bedingt durch die fortlaufende Suggestion der Medien wie ein Partner auszusehen hat. Sexstudien hin oder her, was dieser Gesellschaft fehlt sind genau zwei Dinge: Mehr Toleranz gegenüber anderen Mitmenschen und professionelle Vermittlungsagenturen, die neben der Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse beider Geschlechter auch versuchen durch kleine Änderungen das jeweilige Gegenüber für die Gesellschaft attraktiver zu machen.
    Hat sich schonmal jemand gefragt, warum ein sehr großer Teil der IT-Leute single und meist noch Jungfrau ist? Es sind fast immer Vorurteile aus der Bevölkerung, schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit und der Zeitliche Aspekt. Auch wenn die PCs immer schneller werden, es dauert nunmal lange bis er korrekt funktioniert. Und da kommt das nächste Vorurteil: So ein Nerd sitzt ja Stundenlang vorm PC. Warum macht er das wohl? Jeder Mensch hat seine Vorzüge und genau diese sollte man erkennen. Nicht NUR am Aussehen sollte sich entscheiden, ob man zusammen kommt…

  • Apollo sagt:

    Ob an allen diesen negativen Erscheinungen die Gesellschaft Schuld sei, halte ich für übertrieben. Vorurteile haben bekanntlich Menschen. Die Gesellschaft und die Norm bei jedem Anlaß zu beschuldigen ist in Deutschland übrigens seit den sechziger Jahren groß in Mode. Die angesprochenen Komplexe aufgrund auffälliger physischen Merkmale wird es wohl schon zu allen Zeiten gegeben haben, also auch in jenen weit entfernten, in welchen der heute tatsächlich vorhandene, durch die Medien erzeugter Druck nicht einmal ansatzweise gab. Äußere Faktoren können die Manifestierung solcher Komplexe sicher fördern. Ich stimme David insofern zu, daß Toleranz einiges, wenn auch kein Wunder bewirken kann. Therapie schon mehr. Aber der Komplex entsteht zuerst in dem einzelnen auch ohne äußeren Druck, weil er des Normativen bewußt ist.. Das normative Ideal ist dem Geist der jeweiligen Zeit unterworfen und wechselt von Zeit zu Zeit. Meines Erachtens entsteht das Problem im Bewußtsein dieser Menschen selbst und das ist: das Wissen davon, daß sie von der Norm abstechen und dadurch auffallen. Zur Norm gehören besitzt eine schützende, Geborgenheit bietende Funktion, die diese Menschen vermissen. Und Hand aufs Herz, wer von uns, sei er Mann oder Frau, beneidet diese Menschen und wäre froh, diese Funktion des Normativen verzichten zu müssen? Ich vermisse die "gesellschaftliche" Toleranz der Unterschiede auch in der Bezeichnung männlicher Wesen als Jungfrauen. Kein männliches Wesen ist zu irgendeinem Zeitpunkt seiner physischen Entwircklung im Mutterleib ein weibliches Wesen. Diese aus Amerika herübergewehte, von den hiesigen Medien verbreitete und zur Feminisierung/Entmännlichung von Männern verwendete Bezeichnung zeugt vom tiefen Hass auf die naturgegebenen sexuellen Differenzen. Man sollte jedoch erkennen können, daß in unserer Zeit auch die "gesellschaftliche" Norm dringend schutz- und toleranzbedürftig ist. Und erst recht sie.

  • Sebastian sagt:

    @Freak: Woher willst du denn wissen, dass aufgrund der verschiedenen Bedürfnisse die Beziehung zum Scheitern verurteilt ist? Vielleicht befruchtet man sich gegenseitig, dass der Schüchterne von der offeneren Person etwas lernt und umgekehrt. Schließlich ist auch eine Sexsucht nicht "normal". Und wie bitte schön möchtest du das denn in der Profilerstellung unterbringen? Unter "Persönliches" – eine Auswahl zum Anklicken: "Bin sexuell unerfahren", "Wurde noch nie geküsst", "Bin verklemmt" etc.? Zeig mir eine Person auf die das vielleicht zutreffen mag, die das dann aber auch noch zugibt!
    @Goopie: Wo gefiltert wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand oder etwas durch den Filter rutscht immens groß. Ich glaube nicht, dass das vorteilhaft wäre. Und wie schon gerade erwähnt: es ist schon oft genug vorgekommen, dass sich gerade Widersprüchlichkeiten gegenseitig anziehen. Außerdem: wo bleibt denn da die Eigeninitiative, wenn einem alles mundgerecht serviert wird. Ist doch langweilig, wenn ich durch ein Profil schon alles über denjenigen weiß, den ich anschreibe. Meiner Meinung nach ist doch vor allem die Kennlernphase das Spannendste überhaupt. Und ich glaube, ich würde mir sehr in den Arsch beißen, wenn mir durch überflüssige Filterorgien die Frau fürs Leben durch die Lappen gehen würde.

  • Sam sagt:

    @David: Hand aufs Herz: die meisten ITler sind einfach Kommunikations-Legastheniker und kriegen keine drei geraden Sätze zusammen…Viele hocken nicht nur aus beruflichen Gründen vor dem Rechner, sondern auch privat – PC-Spiele, Basteleien etc. Ist ja auch nichts dagegen einzuwenden – wann das deren Leben ist. Allerdings halte ich es dann für unpassend, sich darüber zu beschweren mit anderen Menschen so wenig in Kontakt zu kommen.
    Dass Frauen nur auf die Optik fixiert sind, ist nicht korrekt.
    Es ist bewiesen, dass vor allem Frauen sehr tolerant in Bezug auf die Optik ihres Partners oder Schwarms sind. Männer sind bei der Partnerwahl erheblich kritischer, da Frau eine Art Statussymbol ist und zu repräsentativen Zwecken dienen soll. Nur wenn ein Mann beim Date nicht die Zähne auseinander bekommt, ist es natürlich logisch, dass das die Frau abturnt. Sollte der Mann an sich arbeiten, wenn er der Frau gefallen will. Und jetzt bitte nicht die Leier von wegen "Sie soll mich nehmen wie ich bin!" Wäre doch traurig, wenn sich niemand in der Gesellschaft verändern würde und alles stets beim Alten bleiben würde. Frauen bringen doch auch Opfer – wenn man sich mal all die verschiedenen Frauenmagazin anschaut: jede Woche eine neue Diät. Warum wohl? Klar, um sich selbst besser zu gefallen – aber wohl auch, um beim anderen Geschlecht besser anzukommen…

  • Andreas sagt:

    @ Sam: Nimm es nicht böse, aber es ist zum Teil leider sehr, sehr falsch, was du da geschrieben hast. Wenn du ITler kennst oder selbst einer bist und demzufolge entsprechende Erfahrungen gemacht hast, dann will ich nichts gegen deinen ersten Teil schreiben. Aber zum zweiten: Frauen sind heute wahrscheinlich so sehr auf das Aussehen fixiert, wie noch nie in der Geschichte der Menschheit.
    Wir kennen alle die Leier: Zu Urzeiten, so nimmt man an, brauchte sie einen Versorger, und der musste in erster Linie Muckis haben und natürlich ein paar Freunde. Viel später dann wurde sehr oft aus Zweck geheiratet. In höheren Kreisen um Beziehungen zwischen den Familien zu wahren bzw. aufzubauen, in niedrigeren aus Not, also um ein Leben zu ermöglichen. Heute aber ist es so, wie ich oben schon geschrieben habe. Männer brauchen gewisse Merkmale an einer Frau, und dann sind sie auch ziemlich zufrieden. Sie haben einen starken Trieb und der wird sich so schnell (d.h. durch gesellschaftliche Veränderungen) nicht verändern lassen.
    Frauen haben schon durch diesen starken Trieb der Männer heute, wo die Leute (außer in gewissen Kulturkreisen) nicht mehr aus Zwang zusammen kommen, die absolute Auswahl. Dafür brauchen sie natürlich Männer, aber eben nur ein Teil kommt quasi immer abwechselnd zum Zug, und ein Teil fällt herunter und schafft es nie.

  • Andreas sagt:

    Während für Männer also nur einzelne Merkmale wichtig sind, sind Frauen total auf das Äußere fixiert und haben auch nicht den geringsten Grund das zu ändern (außer vielleicht um den perfekten Partner zu finden, aber lieber erstmal ein paar heiße Nächte mit Schönlingen verbringen um zu sehen, ob da nicht vielleicht doch einer mit gutem Charakter dabei ist – und dann noch ein paar – und noch ein paar ;-) . Dass sich Frauen so in Schale werfen, wie sie das tun (siehe Mode-, Kosmetik- und Pflegeindustrie), liegt in erster Linie an ihnen selbst (wohl zum Teil auch den Medien, die uns alle ein wenig beeinflussen). Viele Männer würden sicher nicht danach verlangen, dass sich Madame die Augen schminkt, als habe er ihr gerade die Fäuste durch’s Gesicht gezogen. Das ist für Zärtlichkeit und Sex, nach denen er verlangt, gar nicht wichtig. Diäten macht sie übrigens auch hauptsächlich um den süßesten Typen in der Bar auch sicher abzukriegen – darunter macht sie’s nicht. Der Mann ist froh, wenn er eine mit nach Hause nehmen kann.
    Frauen sind andauernd mit ihren Freundinnen zusammen. Während er abends zu seinem besten Kumpel geht um ein Fußballspiel zu sehen – und hauptsächlich über Fußball zu reden, da man unter Alk eh nicht zu mehr kommt, und dann zu gehen – telefonieren sie schon morgens miteinander, teffen sich mittags im Café an der Ecke (und bewundern den süüüüßen Kellner), shoppen danach kräftig, trinken dann noch Tee zu Hause usw. usf. Wer braucht hier wohl das Statussymbol vor den Freunden? Wie schon geschrieben, der Mann stillt hauptsächlich seine Lust – was man auch an den zahlreichen, teils lächerlichen Hobbys sieht, die Männer mit so viel Inbrunst ausüben.

  • Andreas sagt:

    Ich schreibe hier viel von Trieben und Sex. Sicher, das hat nichts mit langfristigen Beziehungen zu tun. Aber damit eine Beziehung langfristig wird, muss sie erst einmal entstehen. Und damit eine entsteht, muss erst einmal diese erste Begegnung stimmen. Und eben da wählen gerade junge Frauen schlicht und ergreifend fast nie richtig. Besonders schön finde ich hier den (in eine andere Richtung gehenden) Theorieansatz, dass langfristige Beziehungen aus Freundschaften hervorgehen. Wenn das stimmt, dann können wir uns ja alle entspannen und lieb zueinander sein. :)
    "Es ist bewiesen, dass vor allem Frauen sehr tolerant in Bezug auf die Optik ihres Partners oder Schwarms sind." … hast du geschrieben. Ich würde diesen Beweis zu gern sehen. Denn neben Theorien, die ich immer mal wieder aufgeschnappt habe, und Bestätigungen von Frauen für oben genannte Punkte, sprechen auch meine eigenen Erfahrungen eine deutliche Sprache – und ich bin ein kleiner Paul, der noch nicht einmal Pauls Phobie vor dem anderen Geschlecht hat.

  • Michael sagt:

    Hallo an alle Leser,
    ich weiß was es heißt, ein Absoluter Beginner (kurz: AB) zu sein. Bis vor 4 Monaten wusste ich gar nicht, dass es einen Ausdruck für beziehungsunerfahrene Menschen gibt, aber seitdem ich mich in dem AB-Forum angemeldet und mit "Gleichgesinnten" Kontakt habe, geht es mir schon deutlich besser. Irgendwann kam ich an einen Punkt, wo man anfängt an sich selber zu zweifeln und davon überzeugt ist, dass irgendetwas an einem nicht stimmt. Das Ende vom Lied ist dann, dass man sich immer mehr abkapselt und vereinsamt, weil man in den Augen der Anderen ja nicht "normal" ist. Ich habe mich lange Zeit gefragt, was denn dabei ist, sich für die Richtige aufzuheben und hab im Stillen gehofft, irgendwann mal jemanden zu finden, der die gleiche Einstellung hat wie ich, doch mittlerweile wird mir klar, dass ich im realen Leben so gut wie keine Chance habe, diese Person zu finden. In regelmäßigen Abständen finden die sogenannten AB-Treffen statt, wo ich selber schon an zweien dran teilgenommen hab. Ich war erstaunt, was für eine lockere Atmosphäre dort herrschte und war froh, endlich mal darüber reden zu können, ohne ausgelacht zu werden. Egal mit wem ich darüber rede, alle sind der Meinung, dass ich sowohl optisch, als auch charakterlich gut bei Frauen ankommen müsste. Deswegen versteh ich es noch weniger, dass es einfach nicht klappt. Hier bei Elitepartner bin ich auch angemeldet (Chiffre Nr: 7E0F104E), aber bisher ist nie mehr als ein Treffen entstanden. Ich weiß echt nicht mehr weiter…..

  • Bernd_B sagt:

    Hallo Michael,

    ich war selbst einige Zeit in den Foren aktiv, und auch auf Treffen.

    Ich finde es schön, dass Du diese Austauschmöglichkeit so positiv wahrnimmst. Ich habe nämlich mittlerweile davon Abstand genommen – weil mir dieses Umfeld nicht gut tut, wenn ich mich weiter entwickeln will.

    Kannst Du Dir nicht aus Deinem Freundeskreis ein paar Leute auswählen, Männer die gut bei Frauen ankommen, und bei denen mal "abgucken" wie die vorgehen? (Es ist nämlich eigentlich ganz einfach ;-) )

  • Henning69 sagt:

    Sorry Leute, aber ich finde dieses übermäßige "Mitfühlen" mit diesen Leuten fast komisch. Jeder hat sein Leben im Griff, jeder ist seines Glückes Schmied. Meine Meinung. Wenn einer wirklich bis ca. 25 noch nie ansatzweise eine Freundin hatte, dann sollte die Frage schon gestattet sein, ob das nicht vielleicht ganz gut so war. Anstatt hier jetzt wieder die böse Gesellschaft an die Wand zu stellen.
    Meine jetzige Freundin hat auch mal mit so einem etwas angefangen, mehr so aus mütterlichen Gefühlen, wie sie sich hinterher eingestand. Der Typ hat sein ganzes Leben auf sie ausgerichtet, am Ende nur noch geklammert, sogar um Sex gebettelt, herrjemineh. Bis sie ihm endlich die Koffer vor die Tür gestellt hat und er wieder bei Mutti einziehen konnte. Dann lernte sie mich kennen :-)

    Jeder Topf findet seinen Deckel, wenn er nur will. Meine Meinung.

  • Robert sagt:

    @hennig 69
    Da wir in Deutschland Meinungsfreiheit haben, kannst Du Deine Meinung auch gerne verbreiten. Gut nur, daß eine Meinung nicht die Wahrheit wiederspiegeln muss. Niemand ist freiwillig AB, zum AB wird man gemacht, da kannst Du sicher sein. Der dumme Spruch "Jeder ist seines Glückes Schmied" hat ungefähr die gleiche Aussagekraft wie "Jedem das Seine" – überhaupt keine!

  • Bernd_B sagt:

    @ Henning 69

    Du hattest halt durch Zufall in der Vergangenheit gelernt, was man tun muss, um eine Frau für sich "einzunehmen". Das hat nichts mit "Wollen" oder "Schmieden" zu tun.

    Dir sind die nötigen "Informationen" eben irgendwie begegnet – wofür Du im übrigen genauso wenig kannst, wie andere dafür können, dass ihnen diese Infos NICHT begegnet sind ;-)

    Wärst Du so wie Michael oder wie ich aufgewachsen, dann wären es heute Deine Kommentare, die nach Mitgefühl rufen würden.

    Glaub mal.

  • henning69 sagt:

    @Robert "Da wir in Deutschland Meinungsfreiheit haben, kannst Du Deine Meinung auch gerne verbreiten."
    Ich sehe, wir verstehen uns. Jedem das seine, vor allem die eigene Meinung. Gimme five ;-)
    Letztendlich sind alle Mitleidsbezeugungen hier und anderswo ja nur kontraproduktiv, weil diese armen Menschen damit nur noch in ihrer Freak-Rolle gefestigt werden. Die brauchen kein Mitleid, sondern Antrieb. Den inneren Antrieb, möglichst normal zu werden. Stattdessen treffen sie sich in Foren, geben sich Fantasienamen wie "Beginner". Anstatt mal rauszugehen und zu gucken, wie die anderen das so machen. Bernd hat da den Nagel auf den Kopf gehauen: Von erfolgreichen Lovern lernen heißt siegen lernen. So hab ich das damals mit 14, 15 auch gemacht und dann ist das mit den Mädels ganz natürlich gekommen. Bin auch seit damals nie wirklich lange allein geblieben, ohne dafür überhaupt bewußt was zu tun. Natürlich muß man dafür den Hintern aus der Wohnung rauskriegen, und gepflegtes Äußeres und ein ansprechendes Auto und geregeltes Einkommen gehören nunmal dazu, egal, wie zweifelhaft einem das bei genauerem Hinsehen erscheint. Den Realitäten des Partnermarktes muss man sich stellen, auch wenn es gegen die Überzeugung geht. Die Belohnung ist eine warme, weiche Frau! Dafür kann man sich ruhig schon mal innerlich verbiegen. Die Welt ist kein Schlaraffenland, man bekommt nichts geschenkt. Aber sie ist trotzdem schön, denn mit Einsatz kann man verdammt viel erreichen. Hart arbeiten heisst die Devise, und nie locker lassen.
    Nur meine zehn Cents.
    Ciao
    Euer Sixtyniner

  • Nico sagt:

    So ist es richtig. Immer fest druff auf die Computer-Fuzzies. Wie kommt man eigentlich zu so einem Vorurteil? Ich bin selber IT-Spezialist (Was auch immer das konkret aussagt) und arbeite in einer großen Firma in der die selbe sorte Mensch hundertfach rum läuft. Das sind ganz normale Männer und Frauen die z.T. in Beziehungen sind und z.T. eben nicht. Aber kein einziger von denen ist irgendwie introvertiert, kontaktscheu oder verkriecht sich hinter seinem Monitor. IT’ler für solche Beispiele heranzuziehen ist einfach ein völlig veraltetes Vorurteil und eine Beleidigung für jeden, der in diesem Berufsfeld arbeitet.

  • Michael sagt:

    Ich bin’s nochmal.
    Tja, es gibt solche und solche. Den einen reicht eine warme, weiche Frauenhaut und sind glücklich damit und dann gibt es welche, für die eine Frau aus viel viel mehr besteht. Ich freu mich jedenfalls für Henning 69, dass er seine Traumfrau gefunden hat und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft. Dennoch möchte ich nicht mit ihm tauschen, da ich stolz bin, Frauen nicht als OdB anzusehen.

  • T. sagt:

    Zum Thema "Jeder ist seines Glückes Schmied": Ich bin durchaus der Meinung, dass das zutrifft, und, wohlgemerkt, ich bin auch ein "AB" (obwohl ich diesen Fachbegriff bis eben noch nicht kannte). Der Punkt ist eben der, dass "Glück" nicht gleich "Partnerschaft" ist. Das zu verstehen, hat bei mir sehr lange gedauert. Wer nicht aus sich selbst heraus glücklich sein kann, wird auch entweder keine Partnerschaft finden oder darin nicht glücklich werden. Glücklichsein ist eine Voraussetzung für eine (funktionierende) Partnerschaft, nicht umgekehrt.
    Ich führe inzwischen ein (naja, größtenteils) glückliches Leben ohne Partnerin. Vielleicht finde ich über Elitepartner eine passende Partnerin, vielleicht auch nicht.
    Das war (wer hätte das gedacht?) meine Meinung dazu.

  • Stefan sagt:

    Wenn so viele zu den ABs gehören, wär es nicht sinnvoller, man würde die beiden Gruppen zusammenbringen (ABs und nicht ABs), statt dass sich die ABs nur untereinander austauschen? Vielleicht ein spezielles Forum, ein Vermerk in den Profilen, oder eine darauf abgestellte Rubrik?

  • Henning69 sagt:

    @Michael "Ich freu mich jedenfalls für Henning 69, dass er seine Traumfrau gefunden hat und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft."
    Dankeschön, das selbe zurück! Ich find’s gut, wenn man trotz eigener Mißerfolge trotzdem nicht in Mißgunst den anderen gegenüber verfällt. Das ist Größe. Ich wünsch dir, daß es auch bei dir bald klappt!

  • Jo sagt:

    @Henning69
    Da hat es wohl tatsächlich ein Jäger und Sammler aus dem Neandertal bis in die Neuzeit geschafft: "Die Belohnung ist eine warme, weiche Frau!" – da fällt mir echt nix mehr ein.
    Würde mich interessieren, was Deine Freundin sagen bzw. tun würde, wenn sie Deine Macho-Sprüche hier lesen würde.
    Ich vermute, Deine Beziehungen waren nie von langer Dauer…
    Bin übrigens kein AB – nur damit keine Mißverständnisse aufkommen.