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Urlaubszeit – Flirtzeit. Doch was bleibt..?
Urlaubszeit – Flirtzeit. Doch was bleibt..? (Kategorie: Partnersucheblog)
Fern vom Alltag lässt es sich unbeschwert flirten. Aber was passiert, wenn der Alltag einen wieder einholt?

"Ich verstehe mich selbst nicht mehr, alle Signale standen doch auf verliebt." Mit diesen Worten rief mich eine Klientin an, die um einen Termin bat. Was war passiert? Gerlinde (36 Jahre) hatte ihren Urlaub an der Cote d'Azur verbracht.

Ein traumhafter Urlaub und das i-Tüpfelchen war Torsten, ihr Souvenir, das sie sich im Urlaub gegönnt hatte.  

Sie hatte den Immobilienmakler bei einem Segeltörn kennengelernt und beide haben leidenschaftlich miteinander geflirtet. Glücklicherweise recht zu Beginn ihres Urlaubs und so hatten sie Gelegenheit, ihren Flirt zu vertiefen und viel gemeinsam zu unternehmen. Toll war das, die Stimmung war so locker, sie hatten unendlich viel Spaß. Nach zwei Wochen ging es nach Hause, Torsten flog nach Bremen zurück, Gerlinde hatte noch eine Woche bei Freunden in Zürich vor sich, bevor die Arbeit in Berlin rief. Längst war ein Wiedersehen vereinbart, direkt das erste Wochenende nach ihrer Rückkehr. Torsten hatte sie nach Bremen eingeladen. Aufgeregt fuhr Gerlinde die 400 km in den Westen. Drei Tage später auf dem Heimweg war sie sehr nachdenklich. Die Tage waren ok, aber plötzlich fühlte Gerlinde hinter der Verliebtheit eine gewisse Enttäuschung. Torsten war in seiner Umgebung gar nicht der lockere, unternehmenslustige Typ aus St. Tropez. Auch hätte sie ihm nicht diese spießige Einbauwand mit Glasvitrine zugetraut. Lässig mit Jeans und coolen Flip Flops hatte sie sich ein ganz anderes Ambiente bei ihm zuhause ausgemalt. Seine Restaurantüberraschung endete auch noch im Las Vegas Steakhouse, einer schrecklichen Systemgastronomie ohne Stil und Geschmack. Hatte sie sich so ein falsches Bild im Urlaub von Torsten gemacht oder machen wollen? Wir sprachen lange darüber und sortierten Gefühle und deren Entwicklung… 

Urlaubsflirts sind eine ganz spezielle Kategorie für sich. Die Umstände im Urlaub sind sehr flirtförderlich. Weit weg vom Alltag, innerlich entspannt und in lockerer Atmosphäre an der Bar in lauer Nacht, ist man viel kontaktfreudiger und offener, Leute kennenzulernen. Die Sommerstimmung, das unbeschwerte Urlaubserleben fördert den Wunsch nach Amüsement und die Bereitschaft zum Flirten. Ein bisschen Schäkern macht Spaß und kann den Urlaub beleben. Jedoch lernen wir uns im Urlaub auf besondere Weise kennen. Wir erleben nur einen kleinen Ausschnitt unseres Gegenübers, losgelöst von Alltagssorgen, den typischen Routinen und Verhaltsmustern. Businessanzug wird gegen Bermudas eingetauscht, das Urlaubsbudget großzügig verprasst und der passionierte KiBa-Trinker wird zum spaßigen Cocktail-Schlürfer. Versuchen wir den Urlaubsflirt in den Alltag zu retten, kann es eher mal zu einer Bauchlandung kommen. Wir entdecken das zweite Gesicht des anderen und schnell zeigt sich, wie alltagstauglich unser Partyspaß ist. Wer hofft, am Strand die große Liebe getroffen zu haben, sollte seine Hoffnungen nicht allzu hoch hängen. Zum einen sucht nicht jeder im Urlaub eine langfristige Beziehung, sondern eher eine kurzfristige, auf den Urlaub beschränkte Liebelei. Zum anderen braucht eine Urlaubsverliebtheit einen Neustart im Alltag, bei dem sich zeigt, wie viel Substanz die Beziehung unter den alltäglichen Umständen hat. Das verlangt sicherlich ein bisschen Zeit und die sollte man sich auch geben.  

Doch wer merkt, dass zuhause das anfängliche positive Bild verblasst und die Gefühle schwinden, sollte seinem Urlaubsflirt bald reinen Wein einschenken. Am besten natürlich bei einem persönlichen Treffen. Ist das zu aufwendig, weil der eine in München, der andere in Flensburg wohnt, ist es ratsam, einen ausführlichen Brief zu schreiben. Erklären Sie ehrlich, warum Sie diese Beziehung nicht mehr möchten. Machen Sie ein Gesprächsangebot, wann Sie ein längeres Klärungsgespräch am Telefon führen könnten. Selbst wenn es bei einer Urlaubsliebe längst nicht so viel aufzuarbeiten gibt wie nach einer langjährigen Beziehung, ist es nur fair, sich den Fragen des Verlassenen zu stellen. Wenn er versteht, warum Sie sich so entschieden haben, kann er das Ende besser akzeptieren. Die räumliche Entfernung bietet die Chance, ganz schnell viel Abstand zu gewinnen und dieses zunächst schöne Kapitel mit einem Wehmutstropfen abzuschließen.


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