Ob Kollege oder Nachbarin: Von manchen Menschen, die uns besonders nahe sind, sollten wir lieber die Finger lassen. Welche Konstellationen Gefahrenpotenzial haben, lesen Sie hier.
Kollegen, gute Freunde, Nachbarn – diese Menschen sind uns bestens bekannt, vertraut und räumlich nah. Schnell ist da mehr als bloße Sympathie. Doch Vorsicht: Denn daraus kann ein Berg Probleme auf uns zukommen. Vor allem dann, wenn diese Beziehungen zerbrechen. Der Nachbar wohnt nach der Trennung nämlich immer noch gegenüber, obwohl wir ihn nie, wieder sehen möchten.
Tabu 1: Der Kollege
Natalia (34) verliebte sich in ihren Kollegen Mark (35): "Als wir für ein Projekt quasi Tag und Nacht zusammen hockten, ist es passiert." Die beiden waren einige Monate unzertrennlich. Nach der Trennung war Natalia völlig fertig. Trotzdem sah sie Mark jeden Tag in der Agentur und musste zudem die neugierigen Blicke der Kollegen ertragen. Als er etwas mit einer Praktikantin anfing, kündigte Natalia kurzerhand und schwor sich: Nie wieder einen Kollegen küssen.
Gute Entscheidung, findet Single-Coach Lisa Fischbach: "Anfangs mag eine Beziehung Ihre Arbeit beflügeln. Langfristig ist sie aber eine große Herausforderung. Da bedarf es besondere Umgangsregeln und Diplomatie." Irgendwann wird das meist zur Belastung. Stellen Sie sich also die Frage: Ist es die große Liebe, die es rechtfertigt, dafür die berufliche Existenz aufs Spiel zu setzen? Oder nur Stoff für ein kurzes Abenteuer?
Tabu 2: Der Chef
Studentin Andrea (28) jobbte für ein Start-Up-Unternehmen und verliebte sich in ihren Boss Helge (37): "Ich dachte, in so einer Firma ist das nicht tragisch, wegen der flachen Hierarchien." Weit gefehlt. Als sie nach dem Studium eine feste Anstellung bekam, merkte sie, dass die Kollegen über sie redeten."Es hieß, ich hätte den Job nur, weil ich mit dem Chef zusammen war. Es war reinstes Mobbing." Sie hatte nicht den Hauch einer Chance, ihren Platz im Team zu finden und hat sich deshalb anderweitig beworben.
"Eine Beziehung mit dem Vorgesetzten ist knifflig", sagt auch Lisa Fischbach. "Das Misstrauen der Kollegen, die Kommunikationsebene mit dem Partner… Schließlich ist der gleichzeitig Liebhaber und Respektsperson."
Tabu 3: Der Nachbar
Als Martin (41) in die neue Wohnung zog, freundete er sich mit Heike (36) von gegenüber an. "Ich war neu in der Stadt und kannte noch nicht viele Leute", sagt er. "Sie hat mir viele Tipps gegeben und dabei sind wir uns näher gekommen." Martin wollte nichts Festes, Heike schon. Dann wurde die Nachbarschaft zur Qual. Martin stand unter ständiger Beobachtung. Als einmal eine Kollegin zu Besuch kam, machte Heike eine Szene.
"Nachbarn haben direkten Einblick in Ihr Privatleben", sagt Lisa Fischbach. "Das macht es nach einer Trennung besonders schwer." Wenn Sie Ihr Zuhause lieben, dann bemühen Sie sich um ein freundschaftliches Miteinander und suchen die Liebe ein paar Ecken weiter.
Tabu 4: Die Clique
Beziehungen, die im Freundeskreis entstehen, bergen hohes Konfliktpotenzial: "Anfangs war es einfach toll", schwärmt Swantje (30), deren beste Freundin Stefanie (31) sich in ihren Bruder verliebte. "Wir waren wie eine große Familie." Als es kriselt, gerät Swantje aber zwischen die Fronten. "Ich war hin und her gerissen, wem ich was erzählen durfte. Wenn Steffi über meinen Bruder lästerte, fühlte ich mich wie ein Verräter."
"So eine Verbindung wirkt sich auch auf die Freundschaft aus", warnt die Psychologin. "Wenn Sie sich mit Geschwistern einlassen, halten Sie Ihre Freunde unbedingt aus Ihren Beziehungen heraus." Blut ist dicker als Wasser und im Zweifelsfall wird Ihr Freund sich auf die Seite der Familie schlagen. Dann sind Sie beide los.
Tabu 5: Der Ex
Klar, Ihr Ex ist tabu. Schließlich wollen Sie die Fehler der Vergangenheit nicht in einer Endlosschleife durchleben. Genauso tabu sind abgelegte Liebschaften Ihrer Freunde. Die Auswahl auf der Welt ist groß, da müssen Sie keine Ex-Lieben recyclen und Ihren Freunden damit einen Stich versetzen.
"Lassen Sie die Vergangenheit hinter sich", rät Lisa Fischbach. "Beim Aufwärmen einer Liebe gibt es selten ein Happy End. Schließlich haben wir uns nach der Trennung nicht grundlegend verändert."
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7 Kommentare (älteste zuerst)Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach. Ich hab wohl schon von so vielen verbotenen Früchten genascht, dass ich eigentlich schon Magenkrämpfe bekommen müsste. Natürlich ist das "Verbotene" auch immer das "Aufregenste"! Man muss halt für sich selbst abwägen, was man haben möchte: Spannung und "Andersartigkeit" auch auf die Gefahr hin, dass es schief gehen kann und dann zu argen Komplikationen führt. Oder ob man lieber den sicheren, weniger aufregend erscheinenden Weg gehen möchte. Ich sage ganz klar: No risk, no fun!
Das klingt hart, mag für dich richtig sein. So würde ich nur agieren, wenn ich single bin und keinem was schuldig. Hätte ich etwas mir wichtiges zu verlieren, würde ich mir den appetit nach hause nehmen.
Nachdem Partnerfindung am Arbeitsplatz, am Wohnort und im Freundeskreis jetzt für tabu erklärt ist, bleibt ja nur noch ein Weg: ElitePartner.de! (Wie praktisch, wo kam der Artikel doch gleich her?)
Ich meine mich an Statistiken zu erinnern, daß ein Großteil der Beziehungen am Arbeitsplatz aufkeimen. Natürlich gibt es haarsträubende Situationen, wenn die Partnerschaft zerbricht (ich kann da aus eigener Erfahrung mitreden). Aber selbst wenn ich mir meine Partnerin in der U-Bahn ausgesucht habe, werden wir binnen einiger Zeit einen gemeinsamen Freundeskreis haben – und wenn es zur Trennung kommt, treten die gleichen Spannungen auf, als hätte ich gleich eine Partnerin aus der Clique erwählt.
Fazit: a) Wie man’s macht, ist stets verkehrt (beziehungspessimistische Sicht der Welt) oder b) die Liebe fällt, wohin sie will (realistische Sicht…?!)
Tommy, da möchte ich dir nur gratulieren zu dieser Einstellung, sehe das genauso. War 17 Jahre liiert und ein Seitensprung ein absolutes no go für mich. Jetzt wo ich Single bin, habe ich auch mal eine lockere Beziehung geführt. Aber man sollte dann schon mit offenen Karten spielen. Macht mich aber nicht glücklich. Jedem so, wie er will.
Ich hatte eine mehrjährige Liaision mit meinem Chef, und die glücklichsten Ehepaare, die ich kenne, haben zueinander am Arbeitsplatz gefunden. Wichtig dabei ist die Diskretion. Solange die Umgebung nichts beweisen kann, kann sie denken und labern, was sie wollen, ist doch egal. Wenn die Beziehung zu Ende geht – na und? Dann bleibt man einfach Freunde. Man bedankt sich bei einander für die gute Zeit und jeder geht seinen eigenen Weg.
Tabu 1, Tabu 2… kein Chef, kein Kollege, kein Nachbar – wer bleibt dann übrig? Einer, den man kaum kennt mit fast null Gemeinsamkeiten. Eine Katze im Sack, zumindest am Anfang.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es sich am Arbeitsplatz recht gut flirten lässt. Ob mehr draus wird, muss dann die Zeit zeigen. Wenn es echte Gefühle sind, dann lohnt es sich schon, sich langsam kennen zu lernen, sich zu beobachten, zu verlieben und auch etwas anzufangen. Wenn es nur Verliebtheit ist und Flirterei, dann gehts nichtmal ins Bett.
Wobei die Sache mit dem Chef wirklich brisant ist. Ganz besonders hübsch, wenn seine Frau auch in der Firma ist. Und überaus delikat, wenn trotz dieser ganzen Neins dennoch große Gefühle im Spiel sind. Dann heißt es nur noch Zusammenreißen, das dienstliche Zusammensein genießen, aber auf keinen Fall was anfangen. 1. weil man auf Schuld kein neues Glück aufbauen kann und 2. weil man seine Selbstachtung bewahren sollte.
Wenn die Gefühle wirklich sehr echt und sehr tief sind, dann wird es mit der Zeit eine Lösung geben, die funktioniert. Manchmal ändern sich die Dinge, ohne dass man schuldig wird
Also ich weiss nicht… wenn ich die große Liebe gefunden habe, wird mich daran weder Job noch der Freundeskreis hindern. Sonst müsste ich meine Beziehung ja konsequenterweise auch beeden, sobald meine Familie dagegen ist.
Von meiner Seite also komplettes Unverständnis… ich würde mir ggf. lieber einen neuen Job suchen, als auf den Partner zu verzichten!