In einschlägigen Illustrierten lese ich ab und an – beim Friseur und anderen "Illu-Orten" – über guten Sex. Da wird getratscht, was das Zeug hält; es geht um Stellungen, Wechsel und darum, wie jemand sich in den anderen einfühlen kann.
Schön und gut, denke ich, das mag ja alles sein – aber ist das wirklich wesentlich für guten Sex? Nein, lautet meine Antwort, ich versuche mal was anderes.
Denken Sie doch einfach mal an ein Baby, ein Neugeborenes, wenn es gerade auf die Welt gekommen ist und seine Augen öffnet, um in das Gesicht seiner Mutter zu schauen. Und haben Sie das innere Bild vor Augen, wie es zwischen beiden hin- und herfunkt, wie die Liebe sich ausbreitet? Genau – die Liebe! Der erste liebevolle Blick fördert und unterstreicht die Existenz eines neuen Menschen. Wohlgemerkt: das ganze Theater beginnt mit einem POSITIVEN Gefühl.
Die "Reihenfolge der Gefühle" geht also so: wir beginnen mit der Liebe, über die Sehnsucht und die Freude, dann natürlich vermischt mit der Wut und der Traurigkeit – aber das kommt danach. Am Anfang steht das JA – dann folgt das NEIN. Eine Beziehung entwickelt sich demnach dann konstruktiv und positiv, wenn diese Reihenfolge auch später eingehalten wird. Wir müssen die Nähe wollen, wir sagen JA zu jemandem. Um uns dann auch abzugrenzen, NEIN zu sagen.
"Guten Sex" hat man dann, wenn jemand all diese Gefühle einmal erlebt hat und bei ihm die Reihenfolge stimmt. Wenn er sowohl JA als auch NEIN sagen kann, auch mal abwechselnd, auch zur selben Person. Dann hat man auch guten Sex (es sei denn, man macht andere Dinge vollkommen falsch, aber darüber rede ich jetzt nicht). Allerdings gibt es eine weitere Voraussetzung: die richtige Gefühlsreihenfolge und der flexible Umgang damit muss bei BEIDEN Beteiligten vorhanden sein (oder bei ALLEN Beteiligten, meinetwegen).
Was passiert, wenn jemand diese Reihenfolge nicht drauf hat, vielleicht weil es Störungen oder Ablenkungen gab in seiner Lerngeschichte (oder einfach: es gab keinen liebevollen Blick für ihn)? Dann ist es umgekehrt: er muss zunächst lernen, NEIN zu sagen, um darüber zum anfänglichen JA kommen zu können. Dann hat er die richtige Reihenfolge wieder drauf. Merken, dass etwas nicht stimmt, wird er möglicherweise daran, dass er keinen guten Sex hat.
Sex, Sex, Sex – Sex sells, Sex rules. Die Ubiquität und Omnipräsenz führt unweigerlich zur Dessimination der Sexualität. Der Kenner zieht die Praxis vor. Außerdem eignet dem Menschen die gesellschaftliche Nähe, nicht der pure Sex, wie schon Aristoteles wusste.
Komischer Artikel. JA zur Partnerschaft. Das hab ich verstanden. Aber wozu soll ich nun NEIN sagen? Zum Sex?
Auch ohne das nun verstanden zu haben kenne ich guten Sex… und auch schlechten und mittelmäßigen. Und bei keiner der Varianten hat irgend ein JA oder NEIN eine Rolle gespielt.
Jetzt würde mich da aber mal interessieren wie man nun schlechten von gutem Sex unterscheiden soll? Wenns mir Spass macht war er gut ansonsten aber nicht? Und was wenn man bei jedem Sex das Gefühl hat er wäre schlecht? Und heutzutage wird eher zu Sex JA gesagt und zu Beziehung NEIN, zumindest meinen Erfahrungen nach.
Ich denke das der Artikel an sich garnich so falsch liegt, ich habe es so verstanden JA zu sagen zu neuem spannendem offen zu sein, dem anderen sagen was gefaellt und ebenso NEIN zu sagen, zu allem was unsicher macht oder nicht gefaellt. Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass Sex mit der Zeit besser wird, wenn man weiss was der Partner fuer Vorlieben hat und auch was er nicht mag um diese Dinge zu vermeiden.