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Wettkampf unter Paaren
Wettkampf unter Paaren (Kategorie: frisch-verliebt)
Bei aller Liebe: Wenn uns der Liebste im Monopoly schlägt, ärgern wir uns. Wenigstens ein kleines bisschen. Keine Sorge, das ist ganz normal. Problematisch wird es, wenn Paare ihren Wettstreit allzu ernst nehmen.

Goldene Harmonie wird irgendwann langweilig. Ein bisschen Konkurrenzdenken bringt den gewissen Kitzel in die Beziehung. Doch wenn sich Partner gegenseitig ständig übertrumpfen wollen, kann das nerven: "Mein Freund Dirk weiß alles besser, kann alles besser und macht alles besser als ich", sagt Valerie (31). "Ich fühle mich ständig unter Zugzwang, ihm zu beweisen, dass ich ebenso gut bin wie er."
Positiv gesehen, kann Konkurrenz den Wettbewerb fördern – auch in einer Beziehung. "Das kann Ansporn sein, uns von einer besonders guten Seite zu zeigen, uns weiterzuentwickeln und uns speziell um Zuneigung zu bemühen", so Psychologin Lisa Fischbach. "In einem normalen Maß ist das akzeptabel und sogar wünschenswert. Wer sich durch die Leistung des anderen motiviert fühlt, selber aktiv zu werden und Lobenswertes zu leisten, hat einen Gewinn für sich und bekommt auch in der Partnerschaft Anerkennung."

Wenn die negative Energie überwiegt

Unschön wird es allerdings, wenn die spielerische Konkurrenz in kämpferische Rivalität oder Neid umschlägt und beide Partner nicht mehr an einem Strang ziehen. Dann kämpfen sie gegeneinander um die Vormachtsstellung im Privaten, im Job, um Ansehen und Vorteile auf Kosten des Anderen. Dann wird der Neid zum Beziehungskiller. So wie bei Valerie und Dirk: "Wenn ich tatsächlich einmal etwas besser kann oder weiß, ist er sofort eingeschnappt. Ich freue mich diebisch, aber er nimmt es mir echt übel."
Klar, dass in so einem feindlichen Beziehungsklima die Liebe nicht gedeihen kann. Denn: Missgunst gegenüber einer Fähigkeit, dem Besitz oder beruflichen Erfolg des Partners fördert Abwertung und Aggression. Lisa Fischbach: "Wer neidisch ist, der gönnt dem anderen sein Glück oder seine Leistung nicht und versucht vielleicht sogar, ihn zu schädigen. So eine Beziehung ist negativ, unfruchtbar und bringt keinem Freude." Machen Sie es besser – hier kommen unsere Tipps für die Konkurrenten in der Liebe.

Beispiel 1: Konkurrenten im Können

Beide gehören zum gleichen Team im Hobby oder Beruf. Kompetenzrangeleien gehören dazu: Wer hat die beste Idee, die bessere Strategie, wer hält beim Joggen länger durch? Statt sich zu unterstützen, ignoriert der eine die Erfolge des anderen oder macht seine Leistung nieder.

Tipp der Expertin:
"Es ist für jede Beziehung wichtig, dem Partner Anerkennung zu schenken. Das sollte nicht nur für Leistungen und Talente gelten, sondern auch für ganz normale Dinge. Dafür, dass er so liebenswürdig ist, den Abwasch macht oder lecker kocht. Das ist nämlich nicht selbstverständlich. Den Partner bei Dritten schlecht machen, um sich selbst ins bessere Licht zu rücken, ist ein mieser Zug. Meist mit Bumerang-Effekt: Denn viele lassen das nicht auf sich sitzen." Also: Machen Sie Ihrem Partner lieber jeden Tag ein Kompliment, um den gegenseitigen Respekt zu halten. Wenn es im Job so gar nicht klappt mit der Zusammenarbeit, wechseln Sie evtl. das Team.

Beispiel 2: Konkurrenten im Spiel

Ob beim Scrabble oder beim Pokern – diese beiden machen sich gegenseitig fertig, sobald sich die Gelegenheit gibt. Gilt auch für Film-, Wein- oder Fußballfans, die einander ständig mit ihrem umfangreichen Wissen übertrumpfen.

Tipp der Expertin:
"Solange die Stimmung grundsätzlich wertschätzend bleibt, ist das nicht so schlimm. Aber beide sollten aufpassen, eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten. Sonst wird aus spaßigem Gekabbel verletzender Kampf und Abwertung. Wichtig ist, den Punkt beim Partner zu kennen, wenn es zu weit geht. Achten Sie darauf, wenn er aus dem "Spiel" aussteigen will, weil es zu nah und ernst wird." Goldene Regel: Das Spiel hört sofort auf, wenn einer von beiden genug hat.

Beispiel 3: Die Schnäppchenjäger

Designerjeans, Ferien, Telefonanbieter – dieses Pärchen weiß immer, wo es wann das beste Angebot gibt. Und der abendliche TV-Abend mit "Wer wird Millionär" wird zum Ich weiß es-Marathon. Anstrengend, dieses ständige Gerangel um Wissen und Kompetenz.

Tipp der Expertin:
"Das ist schlecht für die Balance. Dabei gilt: Einer der wichtigsten Grundlagen für eine Beziehung ist, den Partner zu akzeptieren, wie er ist. Den Partner erziehen oder verändern zu wollen, geht in den meisten Fällen schief. Dauernde Nörgeleien vergiften das Beziehungsklima." Besser: Akzeptieren Sie Ihren Partner, wie er ist. Nehmen Sie einander Ernst. Sonst entpuppen sich Super-Schnäppchen als Liebeskiller.

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