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  1. Arbeitslos-große finanzielle Probleme in einer frischen Beziehung

    Mein Freund und ich sind seit einem Jahr zusammen. Wir sind Mitte 40 (ich), bzw. Anfang 50 (er). Kurz nach unserem Kennenlernen hat seine Firma pleite gemacht, aus diversen Gründen hat er keine Ansprüche auf soziale Hilfen und Sozialleistungen. Ausserdem hat er Schulden. Er sucht seit einem Jahr vergeblich einen Job und mein, nicht besonders hohes, Einkommen geht komplett auf unsere Lebenshaltung drauf. Wir leben zusammen in meiner Wohnung mit meinen zwei Kindern. Er ist sehr depressiv und ich weiss nicht mehr weiter. Ich brauche dringend Ratschläge, nicht was finanzielle Hilfen angeht, denn das haben wir durch. Ich habe auch schon alle Fragen gestellt, warum er nicht diese oder jene Hilfe bekommen kann, warum er nicht versichert war/ist, etc. Ich weiss einfach nicht, ob wir es in einer noch so jungen Beziehung schaffen. Wären wir seit Ewigkeiten verheiratet und hätten gemeinsame Kinder, sähe es vielleicht anders aus, aber so? Wie soll es weitergehen? Er hat nichtmal Rentenansprüche.
     
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  3. Ich finde das alles unglaubwürdig.

    + War er immer selbständig doer warum hat er keine Rentenansprüche?
    + Jeder hat Anspruch auf H4. Dafür muss man nichts eingezahlt haben.

    Da stimmt irgendwas grundsätzlich nicht. So kann man darauf gar nicht antworten, weil es einfach zu unrealistisch ist.

    Ansonsten ist doch alles klar: Entweder Du fütterst ihn komplett durch oder Du trennst Dich. Deine Entscheidung.
     
    • # 2
    • 20.02.2012
    • vera
    Hallo Frederika.
    Doch es ist glaubwürdig, weil wir nicht in Deutschland leben. Darum wollte ich auch nicht näher auf die rechtliche Lage eingehen. Vielleicht kann man ja jetzt drauf antworten.
    Es geht mir um die psychologischen-beziehungstechnischen Faktoren. Wie bekommt man soetwas hin? Ich war lange verheiratet und ich stelle mir vor, wie man soetwas eben zu meistern versucht, wenn man auf eine lange Ehe/Beziehung mit gemeinsamen Kindern und Erinnerungen zurückblicken kann. Leider haben wir das nicht. Wir lieben uns trotzdem und er kämpft wirklich. Aber die Arbeitsmarktsituation ist hier leider eine andere. Und die soziale auch.
     
    • # 3
    • 20.02.2012
    • Gast
    Ja, sehe ich auch so. Außerdem verstehe ich nicht, warum die FS den Mann so schnell hat bei sich einziehen lassen. Jetzt lebt er auf ihre Kosten, H4 dann zu beantragen wir schwieriger, dazu ist er noch depressiv. Die armen Kinder!

    Warum tun Frauen sich so einen Mann immer wieder an?

    w 48
     
    • # 4
    • 20.02.2012
    • Gast
    Das kommt mir auch seltsam vor, wieso er "aus diversen Gründen keinen Anspruch auf Sozialleistungen" hat. Zumindest Hartz 4 bekommt man doch, egal ob man angestellt oder selbständig war.
    Verständlich ist allerdings, dass er mit Anfang 50 große Probleme hat, einen Job zu finden. Wenn es so weitergeht, sehe ich ganz ehrlich schwarz für Euch, vor allem, weil er auf Dauer sicher nicht damit klar kommen wird, von der Frau ernährt zu werden.
     
    • # 5
    • 20.02.2012
    • Gast
    liebe fs,

    dieser mann hat schon vor eurem kennenlernen sein leben nicht im griff gehabt, sonst hätte er keine schulden und normale ansprüche auf arbeitslosengeld usw.

    jetzt sitzt er bei dir rum, auf deine kosten und ist depressiv, kein wunder.

    du bist erstmal für dein leben verantwortlich und für das leben deiner kinder. exakt in diese beiden richtungen sollten deine überlegungen gehen - und wie ich deiner frage entnehme, tun sie das ja schon.
    dass du ihn völlig finanzierst finde ich, ist ein unding. sowohl von deiner seite aus, dass du das mit dir machen lässt und von seiner seite aus, dass er es annimmt. es handelt sich ja nicht um eine überschaubare übergangslösug, die nach 3 monaten erledigt ist. denk mal an deine kinder, bei einem eher knappen einkommen entgeht diesen alles, was du in deinen untätigen partner, dem du in keiner weise verpflichtet bist steckst, zudem sind sie täglich mit der gegenwart eines depressiven partners der mutter konfrontiert, was die ganze familie runterzieht. du hast verantwortung: für das leben und die entwicklung deiner kinder und für deins, aber nicht für ihn.

    für ihn tut es mir leid. aber ganz klar: seine probleme, die ihn jetzt depressiv machen bestanden vor eurer paarwerdung, du hast sie nur nicht gesehen und er hat das dir nicht deutlich gemacht.

    zum einen kannst du es fachlich gar nicht leisten, ihn aus seiner depressiven verstimmung raus zu holen, zum anderen ist es nicht dein job. und so wie das läuft hältst du seine depression mit am laufen. diese hat auch eine funktion in der umgebung und die ist. "ich kann nicht, mir geht es so schlecht, du bist meine rettung und wenn du mich nicht trägst, dann könnte was schlimmes passieren..." das ist eine riesenfalle, in der du mitten drin steckst. du magst ihn emotional, du hast ein schlechtes gewissen ihm in der not nicht beizustehen und du hast das so lange mitgemacht, bis du selbst am ende bist.

    rat: wenn er so depressiv ist, muss er in eine therapie, da kann man helfen. für die kosten kommt der steuerzahler auf, ggf. muss er dafür ausziehen um ansprüche zu haben. wenn er sich nicht helfen lässt und die dafür notwendigen schritte nicht mitmacht, ist er entweder so tief drin, dass er gar nichts mehr kann. für den fall ist es unverantwortich ihn bei dir zu beherbergen, dann gehört er stationär in eine klinik. oder die situation geht für ihn irgendwie auf und du bist daran beteiligt, dass er darin ohne hilfe bleibt.
    fazit: wenn du verantwortung übernimmst, sorge dafür, dass er in therapie kommt, so oder so. lass dir vom allgemeinen sozialdienst helfen. sprich offen mit ihm, sage, dass das so nicht weiter geht.
    lass dir selbst helfen, aus dieser falle raus zu kommen. das bist zu DIR und DEINEN KINDERN schuldig. ihm bist du nichts schuldig, du hast schon viel zu lange den lastesel gespielt. mach schluss damit.

    dir von herzen alles lieb

    w55
     
    • # 6
    • 20.02.2012
    • Gast
    Liebe FS,

    zum Kernproblem: ich finde Frederika's erfrischende, direkte Art manchmal empathisch grenzwertig ;) aber sie hat nun mal absolut Recht damit:

    Das bringt es auf den Punkt, und letztendlich geht es Dir wohl auch genau darum...

    Und es ist tatsächlich so, JEDER in Deutschland lebende Mensch, der sich hier legal aufhält, hat das Recht auf staatliche Unterstützung, ohne Wenn und Aber!! Sogar Ausländer, die nie etwas ins deutsche System eingezahlt haben und Obdachlose werden unterstützt... (teilw. mit Tagessätzen, die sie sich in entspr. Einrichtungen abholen müssen).Ausserdem sind auch Obdachlose, die sich an die Behörde gewandt haben und von dort Tagessätze bekommen, z.B. krankenversichert und können zum Arzt gehen...

    Am sinnvollsten wäre es sicherlich, wenn Dein Partner sich wohnsitzlos meldet, und somit einen staatlichen Anspruch auf eine Wohnung (die müsste er sich natürlich selbst suchen), bzw. auf die Mietzahlung und etliche Befreiungen diesbezüglich hat.Dann würde er nach Beantragung auch H4 bekommen, ggfs. Wohnungseinrichtung etc.

    So lange er jedoch mit Dir in einer Lebensgemeinschaft lebt, und Du IHN beherbergst und durchfütterst, sieht es in der Tat schlecht aus mit Unterstützung...

    Der wichtigste Schritt wäre also, dass Ihr offiziell aus der Lebensgemeinschaft GETRENNT seid, damit ER Hilfe bekommen kann...

    Und dann kann man ja einen Schritt nach dem anderen machen; über das Amt gibt es z.B. auch so etwas wie kostenlose Schuldnerberatung... aber erst mal einen Schritt nach dem nächsten!

    So hat sich manch einer wieder sein Leben neu aufgebaut...

    LG, w
     
    • # 7
    • 20.02.2012
    • Gast
    Das erinnert mich an einen Fall in meinem engeren Bekanntenkreis. Eine Dame (promovierte Medizinerin) hatte über Kontaktbörse einen Chemiker kennen gelernt. Ebenfalls gerade arbeitslos geworden. Nachdem sie es eilig hatte, wurde sie schnell schwanger von ihm. Das ging einige Jahre gut. Angeblich bewarb er sich ständig, aber erfolglos. Sie hat alle Warnungen in den Wind geschossen. Ein Haus wurde gebaut.

    Die Ehe scheiterte. Er überzog sie mit Klagen wegen Nichtigkeiten, forderte das Sorgerecht für das Kind, es folgte ein Rosenkrieg, der an Unglaublichkeit kaum zu überbieten war. Das Haus wurde dann verkauft, sie zahlt heute noch daran.

    Am Ende kam heraus, dass er noch nie in seinem Leben gearbeitet hatte und immer finanzkräftige Damen fand, die ihn mit Kost und Logis versorgten.

    Will sagen: sei wachsam, wenn du Ungereimtheiten bemerkst! Und pass auf, worunter du ggf. deine Unterschrift setzt!
     
    • # 8
    • 20.02.2012
    • Gast
    Das ist ganz einfach. Das Selbstständiger hat man keine Renten bzw. Sozialversicherungspflicht. Wenn man nicht von sich aus vorsorgt, fällt man in die H4 Falle.
    In Österreich bzw. ist jeder verpflichtet in die Sozialsystem einzuzahlen. Dann kann so etwas nicht passieren.

    Unrealistisch ist eventuell, das die Firma gerade pleite geht nachdem ihr euch kennengelernt habt. Nur der Schelm denkt was böses.
    Das Selbstständige ohne Sozialversicherung von heute auf morgen auf H4 stehen ist gerade in den letzten Jahren real. Meines Wissen besitzen ca. 300.000 der Selbstständigen keine Krankenversicherung. Man spart sich die Beiträg auch wenn man halt kein Geld mehr hat, sorgt der Staat.

    Es wahrscheinlich sehr realistisch, dass sich ein ehemaliger Selbstständiger sich jetzt versucht von einer Frau “durchfüttern” zu lassen.

    Wenn er aber auch kein H4 bekommt ist er eventuell doch nicht so pleite wie er sagt.
    m,47
     
  4. Arbeitslose, depressive Partner kämen für mich nicht in Frage. Es ist würdelos, sich durchfüttern zu lassen - egal, ob man Frau oder Mann ist.
    Ich kenne die Gesetzgebungen nicht, weiß also nicht, warum man nicht mindestens H4 bekommen kann. Aber auch ein H4-"Einkommen" wäre inakzeptabel.
    Ich würde mir nicht einen Partner an den hals binden, der so ein Schlappi ist.
    Verlasse ihn, schmeiße ihn raus .... das bekommt dir und deinen Kindern (für die du ja die Verantwortung trägst) am besten. Lieber keinen Partner als so einen Mann!
     
  5. Ich w. habe eine Zeitarbeitsfirma und da käme er ganz sicher unter Verdienst zwischen 1200 und 1700 Euro netto.
     
    • # 11
    • 20.02.2012
    • vera
    Danke für eure Antworten. Ich versuche, mich etwas klarer auszudrücken.
    Also nochmal. Wir leben nicht in Deutschland. Es gibt kein Hartz IV und keine Rentenansprüche. Er war zehn Jahre lang selbständig, davor angestellt. Wenn er die letzten Jahre vor der Rente nicht wieder angestellt wird und einzahlt, verfallen seine zwanzig Arbeitsjahre. Und nein, er ist nicht faul. Ja, er ist Akademiker. Und seine Chance sind auf dem hiesigen Arbeitsmarkt mit über 50 gleich null. Er liegt nicht auf dem Sofa, sondern schreibt Bewerbungen und putzt Klinken, jeden Tag.
    Aber es ist sehr schwer für uns. Er kommt für seine -glücklicherweise nicht sehr hohen Abzahlungen- auf und auch für seine Kleidung, Benzin. Ab und an bekommt er einen Auftrag als Freiberufler, dann kann er wieder tanken oder mich mal auf einen Kaffee einladen und hat seine Abzahlungen für zwei oder drei Monate gesichert, aber zu den Haushaltskosten, zu unseren Lebenskosten, etc. kann er nichts dazu tun.
    Meinen Kindern geht es gut. Die eine fängt an zu studieren, die andere ist noch in der Schule, ihnen geht nichts ab. Ausser vielleicht Reisen. Die sind im Moment nicht drin, aber das ist wohl bei den meisten frisch Geschiedenen.
    Ich habe lediglich Angst vor der Zukunft, wenn er nichts findet. Darum geht es. Und um die depressiven Phasen.
    Ich war lange verheiratet und ich stelle mir vor, es wäre meinem Exmann passiert. Da hätte ich doch auch nicht die Flinte so schnell ins Korn geworfen. Und nein, ich fand die Art von Frederika nicht erfrischend, sondern jemanden als unglaubwürdig abzutun und "weg mit Schaden", ist nicht so meine Vorstellung von Beziehung.
    Vielleicht gibt es jetzt nach Klärung Beiträge, die auf das psychologische eingehen. Danke.
     
  6. Vorstellbar, wenn er z.B. Ausländer aus einem Nicht-EU Land wäre.

    Mit 50 ist es auch für viele Deutsche schwer, noch Arbeit zu bekommen. Ein möglicher Ausweg: Wieder Selbständigkeit ?
    Vielleicht wird er von Landsleuten eingestellt oder unterstützt ?

    Vera soll aufpassen, daß sie nicht ausgenutzt wird, und nicht ihre eigene wirtschaftliche Basis + ihrer Kinder gefährdet.
    Ansonsten:
     
  7. Da du schreibst, daß ihr nicht in Deuschland lebt, seid ihr beide Deutsche oder handelt es sich um eine interkuturelle Beziehung mit hohem sozialen Gefälle?
    In vielen Ländern ist statt des Staates die Familie hilfepflichtig. Was ist mit seiner Familie, warum unterstützt die ihn nicht? Verlassen sie sich auf dich und dein Geld?
    Weißt du (falls das zutreffen sollte) über Bezness Bescheid (einfach mal googlen)?
     
  8. Fs, du instistierst immer auf die seelische Seite, sorry, die ist aber von der sozialen nicht zu trennen.
    Fakt ist, daß in einer Beziehung die Partner für einander einstehen. In guten, wie in schlechten Zeiten. Ok., gute Zeiten habt ihr scheinbar außer Verliebtheit noch nicht erlebt. Die Frage ist, wie realistisch es ist, daß diese kommen werden. Selbst wenn dein Partner noch einmal Arbeit finden oder sich selbst organisieren sollte, im Rentenalter sorgst du wieder für ihn, erst indem du immer noch arbeitest, dann indem du deine Rente teilst. Was heißt, indirekt zahlst du auch seine Schulden. (Nichts anderes sagt auch Frederika, wenn auch in ihrer unnachahmlichen norddeutschen Art) Später kommen womöglich noch Arztkosten und Pflegeleistungen dazu, wenn ihr in einem Land lebt, das so wenig soziale Absicherung hat.
    Eine Beziehung ist erst gut, wenn sie zukunftsfähig, gleichgewichtig und auf Augenhöhe stattfindet. Das ist in eurer Beziehung nicht der Fall und auch die Zukunftsperspektive ist da nicht rosig.
    Was tut er außer Arbeit suchen? Erbringt er Leistungen, um deine Finanzierung auszugleichen? Arbeitet er im Haus und im Haushalt? Kann er eine Immobilie einbringen, einen Obstgarten, ein Erbe? Hilft er dir bei der Erziehung der Kinder, fährt er sie zur Schule? Wenn nicht, da das womöglich keine "Männerarbeit" ist, dann hast du da ein schönes Dekostück, das du unterhalten und auch noch bei Laune halten mußt.
    Das ist auf die Dauer sehr sehr einseitig und für ihn bist du eine verdammt gute Partie. Zudem kann es im Nachhinein noch wegen kultureller Unterschiede Probleme über Depressionen hinaus geben, weil er sich entmännlicht fühlt, weil er nicht entscheiden kann, wenn du das Geld verdienst etc. Tu dir das nicht an.
     
    • # 15
    • 20.02.2012
    • vera
    Hallo Bäarbel, ich bin Deutsche, er nicht. Was verstehst du unter "hohem sozialen Gefälle"? Ich lebe im Ausland, er lebt in seiner Heimat. Wir sind beide Akademiker. Nein, er hat kein Erbe (seine Eltern sind ganz einfache Leute, die von einer kleinen Rente leben) und er ist geschieden. Da sie Gütertrennung hatten, hat seine Exfrau das Haus behalten. Natürlich hilft er im Haushalt; erziehen muss er meine Kinder nicht (mehr). Die eine fängt jetzt an zu studieren, die andere ist noch auf dem Gymnasium. Sie haben eine gute Beziehung zu ihrem Vater und auch zu meinem Freund. "Kulturelle Unterschiede" sehe ich nicht. Ich lebe seit meiner Jugend hier. Ja, er versucht es ja weiter mit der Selbständigkeit, aber es ist ein sehr krisengefährdeter Job, aber -wie gesagt- ab und an bekommt er schonmal einen kleinen Auftrag. Und, er hat mich noch nie um Geld gebeten. Es geht mir um sein Selbstbewusstsein und dass er sich auch mal was leisten kann und natürlich auch unsere finanzielle Situation gesicherter wird.
     
  9. Das ist so nicht richtig! Die beiden leben in einer Lebensgemeinschaft, also bekommt er nur dann H4, wenn sie nicht genug Geld verdient....somit ist er dann auch nicht krankenversichert!
    Und nicht genug Geld wäre sehr wenig!
    Ja, ich kann das gut nachvollziehen, deshalb ziehe ich mit meinem Partner nicht zusammen, er bekommt H4 (ich habe das vorher gewußt) und ich weiß auch nicht, wie lange die Liebe das aushalten kann, aber so lange wir damit zurecht kommen belasse ich es dabei. Natürlich sucht er....aber das ist in seiner Gegend schwierig. Und so führen wir eine Wochenendbeziehung. Eines jedoch lass ich mir nicht nehmen. Ich koche gern mit hochwertigen Rohstoffen und das nicht gern nur für mich und mein Kind allein.....also beziehe ich ihn in meine Wochenendeinklaufsplanung mit ein.....
    Wichtig, sehr wichtig ist mir persönlich jedoch das getrennte Leben, denn wenn ich aufgrund eines Bescheides vom Jobcenter für seinen Lebensunterhalt auch noch mit aufkommen müßte.......er würde die Achtung vor sich selbst verlieren und, ich nehme an, ich die meine auch vor ihm!
     
  10. Die Konstellation kommt mir bekannt vor...

    Selbst wenn ihr in Deutschland wohnen würdet, bekäme er kein Hartz4, da er bei Dir wohnt. Rein rechtlich hättest Du ihn also durchzufüttern.
    Ich bin jedoch der Meinung, daß er - Akademiker hin oder her - sich irgendeine temporäre Arbeit suchen sollte, auch wenn sie unter seinen Qualifikationen liegt. Auf gut Deutsch: Pizzafahrer, Hausmeister und Gärtner werden immer gesucht.

    Verlange von ihm einen monatlichen Beitrag zu den Lebenshaltungskosten - wie er das schafft ist sein Problem. Ich kenne einige Frauen mit guter solider Ausbildung, die älter als 50 waren und keine neue Stelle mehr fanden. Sie gehen jetzt putzen oder Regale einräumen. Nur zuhause sitzen wollen sie auf keinen Fall.
    Ob da Frauen pragmatischer sind als Männer?
    Ich würde mich weigern, einen gesunden Mann durchzufüttern.
     
  11. Die Zustände für ihn sind doch paradisisch:

    Er lebt bei Dir in der Wohnung, Du zahlst die Miete, er bekommt kost und logis und braucht nicht arbeiten.

    Er traut sich nix zu, ist gefrustet und traut sich deswegen erst recht nix zu. Klar daß er depressiv ist, schiebt er doch einen Haufen Probleme vor sich her: Schulden, Jobsuche, fehlender Erfolg im Leben, Abhängigkeit von Dir.

    Aber das Problem ist das vor sich herschieben: Das lst die Probleme nicht. Was Du verlangen solltest, ist eine konsequente Bestandsaufnahme samt Lösung der Probleme, eventiell auch durch einen Schuldenberater. Ebenso gehört auf den Tisch, welchen Job er machen kann, was er sich zutraut etc. welche Bewerbungen er machen kann. Dann gehört seine Gesundheit, Ziele und Perspektiven im Leben auf den Prüfstand. Und es gehört auf den Tisch, wie er sich Hilfe holen kann und bei wem.

    Und das muß gemacht werden - den Kopf hängen lassen zählt nicht und hilft nicht weiter. Velange das von ihm und mach ihm klar, daß Du ein endloses Herumhängen nicht akzeptierst - wenn er sich nicht ändert, muß er gehen, so hart es ist.
     
    • # 19
    • 20.02.2012
    • Gast
    Wenn meine Partnerin in dieselbe Lage kommen sollte, müsste ich sie nach Auffassung der hier schreibenden Frauen auch umgehend rauswerfen. Gut dass ich im realen Leben nicht von solchen Menschen umgeben bin - zumindest nicht privat. Im beruflichen gibt´s bei mir allerdings keine Gnade mit Leuten die so denken wie die hier schreibende weibliche Mehrheit.
     
  12. Akademiker hin oder her. Ich würde mir z.B. sehr überlegen, ob ich einen russischen Ingenieur, abgearbeitet und mit einer lächerlichen Rente, die nächsten 20 Jahre finanziere, weil fraglich ist, was - außer seiner männlichen Präsenz - von ihm zurückkommt. Für mich ist es kein Qualitätskriterium, um jeden Preis einen Mann im Haus zu haben, damit ich nicht allein lebe.
    Da du seit langem in diesem Land lebst (wo immer das ist) gehe ich mal davon aus, daß du Abzocker und Nassauer erkennst.
    Schau dir trotzdem an, wie eure Beziehung kurz- und auch langfristig aus dem Tranferbereich von dir zu ihm herauszubekommen ist. Das von ihm zu verlangen, ist selbstverständlich.
    Wenn du nach 15 Jahren sagst, daß du immer nur gegeben hast, ist es zu spät. Er sitzt jetzt in deinem gemachten Nest, die Liebe ist noch frisch und, ja, es ist erst einmal unangenehm, von ihm etwas zu verlangen. Um deiner selbst willen bist du aber trotzdem dazu verpflichtet. Dein Thema muß sein: "Wie geht es mir gut?" und nicht "Wie kann ich dafür sorgen, daß es ihm wieder gut geht?", denn dafür ist er selbst verantwortlich.
    Natürlich muß er dich nicht um Geld bitten, wenn er Kost und Logis bei dir frei hat. Jetzt noch Taschengeld zu erbitten oder Hilfe biem Abtrage der Schulden wäre heftig. Du hast alles Recht der Welt, Forderungen zu stellen, daß er sich dir als würdiger Partner erweist.
     
    • # 21
    • 20.02.2012
    • vera
    Ich bin doch sehr geschockt, muss ich sagen. Ist es für Menschen, die in Deutschland leben, so schwer sich vorzustellen, dass es keine Jobs als Taxifahrer oder Putzmann gibt? Dass nicht jeder, der arbeiten will, auch irgendwas bekommt, sei es als Müllfahrer. Auch nicht bei McDonald. Ok, ich habe verstanden, dass ihr denkt, er hat ein tolles Leben... er lebt gut, hat das grosse Los gezogen. Ausländer sind ja so. Und Männer sowieso. Schade, dass er nicht auf dem Sofa liegt, trinkt und meine Kinder schlägt. Ich hatte um psychologische Ratschläge gebeten. Ich wollte nicht die Rechtslage in Deutschland erklärt haben und ich wollte auch nicht wissen, dass ihr euch das alles nicht ans Bein binden würdet. Danke für die wenigen gutgemeinten Ratschläge, die nicht alles besser wussten, was er doch für ein Schmarozer ist. Kulturelle Probleme? Ich glaube, die hätte ich, wenn ich in Deutschland leben würde und der Mensch, den ich liebe, mich vor die Türe setzt, weil ich meinen Job verloren hätte.
     
    • # 22
    • 20.02.2012
    • vera
    Dem kann ich nur zustimmen. Ich hatte die Wahnsinnsidee, dass diese Diskussion frei von rassistischen und sexistischen Aspekten geführt werden könnte. Mir wäre es egal, ob mein Freund Deutscher, Österreicher, Amerikaner, Italiener oder Ire wäre. Mein Freund hat viele Jahre als Alleinverdiener seine Familie ernährt und ich bin überzeugt, dass er im umgekehrten Falle, das gleiche für mich täte. Und nach über einem Jahr Zusammenleben bin ich auch nicht mehr "blind verliebt".
     
  13. Liebe Vera, ich glaube kaum, daß die hier Schreibenden rassistische Gefühle hegen.

    Ich vermute mal, daß die Depressionen von seinem aktuellen Zustand finanzieller und beruflicher Art herrühren. Selbst mir geht es so, daß ich mich, läuft es beruflich nicht gut, persönlich mies fühlen würde. Sollte sich der berufliche Zustand Deines Mannes morgen ändern wären vermutlich die Depressionen weg. Männer definieren sich vermutlich stärker über ihren Job als Frauen. Der Dreh- und Angelpunkt

    Du kannst also einerseits versuchen, ihn zu unterstützen, wieder beruflich Fuß zu fassen (zum Beispiel durch Umhören im Bekannten- und Kollegenkreis. Hilfe bei der Abfassung von Bewerbungsschreiben), andererseits von ihm aber auch ausreichend Engagement verlangen, den Zustand aus eigener Kraft zu beenden. Sollte dies mittelfristig nicht fruchten, müssen Alternativideen her. Schließlich wird er kaum vierzig Stunden pro Woche Bewerbungen schreiben, oder?
    Da Du uns nicht verrätst, wo ihr wohnt, können wir die örtliche Lage nicht annähernd einschätzen.

    Gibt es bei Euch die kostenlose Mitvesicherung von Ehepartnern wie in Deutschland? Dann könntet ihr heiraten und er wäre zumindest krankenversichert. Pachtet Euch einen Garten und baut Gemüse an, züchtet Kaninchen oder Hühner - auch wenn das jetzt vielleicht albern klingt. Könnte er alternativ seine Schulden in Naturalien abarbeiten?
     
    • # 24
    • 20.02.2012
    • vera
    Danke Constanze. Ich weiss nicht, wie ich "russische Ingenieure mit lächerlicher Rente" oder die Unterstellung, er würde im Haushalt nichts tun und wäre nur ein Schmuckstück oder es bestünde "soziales Gefälle", anders auffassen soll. Wie auch immer, stimme ich dir zu, dass er -würde er morgen einen Job finden- ganz sicher keine Depression hätte. Er kann sich über mich krankenversichern lassen, ohne dass wir dafür heiraten müssen. Eine Lebensgemeinschaft reicht. Rentenansprüche hat er darum aber nicht. Er hätte lediglich Ansprüche auf ein Witwerrente, wenn seiner Exfrau etwas zustösse (im Verhältnis der Dauer der Ehe). Und selbstverständlich werde ich weder heiraten noch etwas unterschreiben. Die örtliche Lage wird euch wenig helfen... die menschliche Psyche ist europaweit mehr von der sozialen Schicht und dem Geschlecht abhängig als von der Nationalität. Und rechtlich sind wir -wie gesagt- informiert. Das mit dem Gemüse geht leider nicht. Ich danke dir aber trotzdem. Und glücklicherweise ist er -trotz Akademiker- handwerklich begabt, so dass er wenigstens einen Heizkörper wecheseln kann und solche Dinge. Noch zur Information, weil es zur Sprache kam: ich bin nicht um jeden Preis mit einem Mann zusammen. Ich hatte eine gute Ehe, die leider nach 20 Jahren scheiterte. Ich war danach -gerne- alleine und habe auch heute keine Angst davor.
     
  14. FS, ich glaube, du siehst das zu einseitig. Du machst kaum Angaben zu Details, ob Stadt oder Land, welcher Kulturkreis etc. (schon deshalb ist dei Rassismusvorwurf albern) und willst psychologische Ratschläge. Die Seele läßt sich weder vom sozialen noch vom kulturellen Background trennen. Einem Inder könntest du nicht mit Psychologie kommen, einem Chinesen auch nicht, so studiert er sein mag.
    Dein "Rassismus und Sexismus"-Gebeiße buche ich mal eher unter Standard-Reflexreaktion ab. Das bringt dich aber nicht weiter. Hör lieber zu und erwarte nicht ausschließlich genehme Aussagen.
    Was der größte Teil der Leute dir hier sagt, ist, daß es wesentlich wichtiger ist, Selbstverantwortung als Fremdverantwortung zu zeigen. Und Selbstverantwortung heißt, daß du abwägst, was du dir zumuten kannst, anderen an existenziellen Aufgaben abzunehmen. Du sorgst für dich, die Kinder und dienen Freund. Da du mir in der Frage, wie weit er dich in möglichen nichtfinanziellen Bereichen unterstützt, ausgewichen bist, gehe ich davon aus, daß du so gut wie alles trägst. Wie lange willst du das durchhalten?
    Daß er mal für eine Familie gesorgt hat, mag sein. Es könnte aber auch sein, daß er keine Lust mehr hat, das zu tun oder keinen Sinn darin sieht, weil du einfach ziemlich fit bist.
    Die beste Therapie wäre die Suche nach einer Alternative, die nichts mit McJob und Anhäufung weiterer Schulden per sinnloser Selbständigkeit zu tun hat: Unterstützung für dich, dir den Rücken frei halten, kochen, putzen, einkaufen, ggf. Selbstversorgerlandwirtschaft.
     
    • # 26
    • 21.02.2012
    • vera
    Ich habe relativ wenig Standard-Reflexreaktionen, ich bin Soziologin und denke, ich habe relativ viel Ahnung von sozio-kulturellen Faktoren. Was Seele ist, darüber lässt sich diskutieren, einer meiner besten Freunde und Kollegen (Chinese) unterrichtet am benachbarten Lehrstuhl Psychologie (westliche, übrigens). Soviel zu : "du kannst keinem Inder oder Chinesen mit Psychologie kommen". Wie wäre es, wenn ihr mal versucht, von Verallgemeinerungen runterzukommen? Solange ich Allgemeinplätze an den Kopf geworfen bekomme, sehe ich keine Veranlassung nähere Angaben zum Land zu machen.
    Ich bin nicht ausgewichen, ich habe klar gesagt, dass er mich in allen möglichen nichtfinanziellen Bereichen unterstützt und fit bin ich leider auch nicht, da ich eine chronische Krankheit habe, die sich durch Schmerzschübe äussert. Auch in dieser Beziehung unterstützt und akzeptiert er mich und die Lage. Ich sagte bereits, dass Selbstversorgerlandwirtschaft hier nicht geht, bei allem anderen hilft er selbstverständlich mit. Ich erwarte auch nicht ausschliesslich genehme Antworten... ich habe so gut wie gar keine bekommen. Ich hatte etwas gefragt, stattdessen habe ich immer wieder gehört: "bind dir das nicht ans Bein" und "ich nähme nur einen gleichwertigen Partner". Ich frage mich einfach, ob tatsächlich ein Arbeitsloser über 40 in Deutschland noch eine Chance hat, eine Partnerin zu finden.
     
    • # 27
    • 21.02.2012
    • Gast
    Wenn man eine lange Partnerschaft hat, dann treffen deine Zeilen sehr wohl zu.

    Aber... die Beiden kannten sich erst sehr kurz und komischer Weise ist er kurz nach dem Kennenlernen pleite gegangen. Danach ist er anscheinend auch zu der Frau gezogen. Und DAS ist alles nicht gesund und gut.

    w 48
     
    • # 28
    • 21.02.2012
    • Gast
    Hallo Vera,

    die wirst du hier kaum bekommen, schon gar nicht, wenn du erst nach und nach mit der ganzen Geschichte raus kommst. Hättest du von Anfang an geschrieben, dass ihr im Ausland lebt und du nur! psychologische Tipps möchstes, wären die Antworten auch anders gewesen.

    Übrigens hast du einige psychologische Tipps bekommen, aber du hast sie anscheinend nicht erkannt .-).

    Du wirst die psychischen Probleme deines Freundes nicht lösen können, es sei denn in deinem Land gibt es psychologische Beratungsstellen?

    Mir gibt es eher zu denken, dass du dich in einen Mann verliebst, der nicht auf deiner Ebene, auf Augenhöhe lebt. Denn die fin. Probleme gab es schon vor eurem Kennenlernen. Die kommen nicht von heute auf morgen.

    Wie stellst du dir denn die Zukunft mit so einem Mann vor?

    w 48
     
    • # 29
    • 21.02.2012
    • Gast
    Sicherlich wird er Chancen haben, aber nur auf seiner Augenhöhe, als auch eine Frau, die arbeitslos ist.

    Eine halbwegs beruflich stabile Frau, wie ich z.B., würde mit einem arbeitslosen Mann in meinem Alter keine Beziehung beginnen, weil wir beide nicht ähnliche Lebensbedingungen haben. Und das würde über kurz oder lang zu Unzufriedenheit auf beiden Seiten führen und damit unweigerlich über kurz oder lang zum Beziehungende. Sowas muss ich mir und ihm nicht antun. Dazu ist das Leben zu kurz.

    Ja, auch ich kann arbeitslos werden, aber dann gehe ich nicht davon aus, dass ich für einen arbeitenden Mann, der auf meine Wellenlänge liegen würde, interessant für eine Partnerschaft wäre.

    Du hast in deinem Umfeld, wie du selber geschrieben hast, doch einen Chinesen der was mit Psychologie zu tun hat. Warum fragst du ihn nicht nach psychologischen Tipps für deinen Freund, sondern hier in einem deutschen Forum, wo du auch von deutschen Männer Tipps bekommen könntest, die auf deinen nichtdeutschen Freund schwerlich zu übertragen wären....

    w 48
     
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