1. Bin ich Single oder "Mingle"?

    Im Spannungsfeld ständiger Verfügbarkeit potenzieller Partner in Online-Börsen und dem Drang zur Individualisierung fällt es heutzutage gerade jüngeren Leuten unter 30 schwer sich zu einem neuen Partner zu bekennen. Man hat Sex, findet sich "anziehend", bezeichnet sich aber nicht als Paar und ist weiterhin auf der Suche nach dem "richtigen" Partner, also ein waschechter "Mingle = mixed Single" (Hintergründe zu dem Thema auf Welt Online mit unserer Psychologin Lisa Fischbach im Interview >>hier>>)

    Haben Sie so etwas schon einmal erlebt? Wie gehen Sie selbst mit dieser Thematik um?
     
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    • # 1
    • 09.01.2014
    • Gast
    Ich beobachte dieses Verhalten seit Jahren bei Männer meiner Generation Ü50zig. Auch in normalen Kontakten erlebe ich wenig Verbindlichkeit und Klarheit in Gestaltung von Beziehungen. Das macht auf die Dauer müde und bereitet Stress, weil man immer weniger weis, woran man ist. Fragt man nach, gibt es oft ausweichende Antworten, oder überhaupt keine, das ganze Thema könnte man auch unter der Rubrik Bindungsunfähigkeit laufen lassen. Ich denke, vielen Menschen ist ihr schädliches Verhalten selber gar nicht bewusst, sie hinterfragen sich nicht selbst.

    Um nicht Mingle-Opfer zu werden, übe ich an meiner Geduld, beobachte viel und hoffe, auf der Gegenseite einen Verbindlichkeits-Mensch zu finden, der so ähnlich tickt wie ich. Eigentlich erkennen sich solche Menschen gegenseitig relativ sehr schnell. Das hat auch was mit Lebensreife und Lebenserfahrung zu tun.

    w 50
     
  3. In Zeiten von Carsharing, Online Leasing, und "wechsel deine versicherung" wann du willst, fällt es schwer verbindlich zu bleiben.. eine ganze Mediengeneration wurde mit "Mach was du willst" erzogen und im Glauben das selbstverwirklichung DAS Ziel ist.. Anpassen? warum? Grade junge Frauen werden wie selbstverständlich daraufhin trainiert das sie sich nicht anpassen müssen, ja das sie sich bitte nicht anzupassen haben weil sie ja sonst nichts wert seien wenn man sie nicht mit allen Macken und teilweise dummen Ideen nimmt.
    "don't judge me, suit me!" , der Werbespruch eines Make Ups passt hervorragend auf die Situation: es soll bitte nicht belasten, nicht einengen und nicht verändern.. weil man so gut ist wie man ist, hat wie eine Virusinfektion alle angesteckt die sich im Mainstream bewegen und ein Heer von adaptionsscheuen, rücksichtlosen Individualisten hervorgebracht.. Da ist der "Mingle" nur die logische folgerung.. Welches Prosstadtprinzesschen bindet sich heutzutage mit unter 35 schon an nur einen Mann, wenn ihr ein Harem an "Kasual Friends with or without Benefits" hinterherrennt?
     
    • # 3
    • 09.01.2014
    • Gast
    Komisches Wort.

    Aber ich finde es völlig in Ordnung, als ... Mingle an eine Beziehung heranzugehen, erst mal. Der Rest kommt von alleine. Letztlich gewöhnt man sich doch so sehr an den gemeinsamen Sex, beginnt den anderen lieb zu haben, denkt an die Lebensplanung, und sieht dann auch keinen Hinderungsgrund, es mit dem Partner anzupeilen. So etwas entwickelt sich. Es ist dann auch kein Larifari, sondern man verliebt sich. Mal schneller, mal langsamer.

    Also, ich bin da ein Zwischending. Ich gehe weder mit Planung nach "Beziehung" an den ersten Sex mit einem Menschen heran, noch bleibe ich über Wochen oder Monate hinweg so gleichgültig und distanziert, dass ich das Interesse an anderen komplett aufrechterhalten kann. Dieses "Zwischending" exitiert übrigens in den Augen derer nicht, die alles schwarz weiß sehen, für die es nur die gibt, die sich sofort festlegen oder die, die bindungsgestört sind. Ich denke, es gibt einen weiten Raum dazwischen, der doch von vielen sehr unterschätzt wird.

    Man sucht nicht so leicht weiter, wenn man sich gerade an jem gewöhnt, habe das auch von der anderen Seite nie mitbekommen. Es kann höchstens sein, dass die Toleranzschwelle bei Konflikten sehr niedrig ist.

    Menschen trennen sich übrigens viel zu schnell, oder kommen nicht erst zusammen, wenn sie Kommunikationsschwierigkeiten haben, obwohl sie vom Wesen zusammenpassen. Wie mit Hund und Katze: Sie mögen sich vom Wesen, müssen aber die Kommunikation des anderen kennenlernen. Das verstehen manche nicht.
     
    • # 4
    • 09.01.2014
    • Gast
    Das Problem kenne ich überhaupt nicht, auch nicht aus dem Freundeskreis. Ich kann mir vorstellen, was dahinter steckt aber ob das nicht wieder der Versuch ist irgendeinen neuen Modebegriff zu hypen ?

    Mit einem halben Jahr Pause war ich die letzten 15 Jahre in Dauerbeziehungen und auch in meinem Freundeskreis kenne ich niemanden, der sich mit seiner Partnerin noch nicht geoutet hat, als in Beziehung lebend. Die wenigen Singles im Freundeskreis sind alle Dauersingles und haben eher generell Schwierigekieten überhaupt jemanden kennenzulernen.

    Ich habe einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, alle um die 30 und vorwiegend in festen Beziehungen. Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht auf einen Bruchteil der Gesellschaft zutrifft aber bevor ich hier abkzeptieren kann, den Dreizigern wieder ein neues Modeunwort aufzuerlegen, sehe ich das doch eher krtitischer.

    Bin gespannt auf weitere Antworten.
    Gruß m30
     
    • # 5
    • 09.01.2014
    • Gast
    Ich bin Single mit Hoffnung. Und ich verachte solche Mingle. W.
     
    • # 6
    • 09.01.2014
    • Gast
    Ja, wir leben in einem Privatzeitalter der Unverbindlichkeit, das erkenne ich überall, wo ich mich gerade bewege! Ich denke das Ganze hängt überwiegend damit zusammen, dass man heutzutage viel mehr an den Job gebunden (neg. verheiratet) wird und der Job im Leben heute fast ALLES wenn nicht ausschließlich ALLES bedeutet. Genau dort ist es ein IMMER MUSS in der Verbindlichlichkeit etc.pp zu funktionieren, dabei und dadurch gehen und bleiben viele menschliche Aspekte auf der Strecke, es entstehen menschliche und moralische Defizite, die dann im Privatleben wiederum ausgelebt werden. Das heißt man ist dann nicht mehr so im Muss und man Kann jetzt nur noch! Man kann absagen oder aber sogar nicht absagen, wenn man ein Date vereinbart hat, ist ja nicht schlimm. Man kann gleichzeitig auf mehrere Hochzeiten tanzen, man ist ja niemand Rechenschaft schuldig, warum soll man sich dabei noch verbindlich festlegen? usw.usf. Das alles und noch viel mehr sind schleichende Veränderungsprozesse ohne es meist selbst nicht zu bemerken, wenn man nicht überwiegend von innen nach außen lebt sondern wie die meisten von außen nach innen leben, Mainstreamgesellschaftsmentalität). m,40
     
    • # 7
    • 09.01.2014
    • Gast
    Es hat mehrere Gründe, sich nicht auf einen Menschen als festen Lebenspartner festzulegen:

    Nr 1 : Die Intensität der Gefühle, die man füreinander hat . Man kennt das doch. Man findet eine Frau anziehend, sexy und interessant, aber hat keine Liebes-sondern Freundschaftsgefühle für sie und dagegen kann man auch nichts machen, es IST so. Das Einzige, was man tun sollte, ist, sich das einzugestehen und reinen Tisch zu machen, dann kann man, zumindest von der eigenen Seite aus, eine tolle Freundschaft zu dieser Frau auszuleben.

    Nr 2 : Die berufliche Situation . Es ist absehbar, daß man nicht lange an dem Ort verweilt, an dem grade eine tolle Frau kennengelernt hat und wird aus eigenem Anspruch heraus auf jeden Fall wieder den Ort wechseln, weil man sich selber vervollkommnen will. ( und das ist mit Anfang 30 auch komplett richtig )
    Es macht also überhaupt keinen Sinn, jemandem falsche Hoffnungen zu machen, wenn diese Frau an dem kennengelernten Ort beruflich fest verankert und es bei dem Mann nicht klar ist, wo und wann er wirklich einmal sesshaft wird.

    Nr 3 : Der Charakter und emotionale Intelligenz der Freundin. Viele Frauen neigen dazu, ihre Freunde mehr oder weniger bewusst einzuengen, weil sie Besitzansprüche hegen aufgrund der nicht vorhandenen Fähigkeit, sich ausreichend mit sich selber zu beschäftigen und dabei glücklich zu sein, Stress provozieren, weil sie mit sich selber nicht im reinen sind, konsumorientiert und damit teuer sind und eigentlich nur an sich denken, auch, was die Kinderproduktion angeht.
    Das sind negative Eckpfeiler, auf die ein Mann keine Lust hat und man belässt es daher lieber bei einem ungezwungenen Verhältnis, was aus männlicher Sicht auch absolut verständlich ist.

    M,30
     
    • # 8
    • 09.01.2014
    • Gast
    Mir wurde letztens eine Sexbeziehung angeboten... "Man soll sein Leben genießen" sagte er. Was für ein oberflächlicher Mist. Nichts als Reduzierung ist das. Der Man hat wahrscheinlich auch Minderwertigkeitskomplexe, weil er "weiß", dass er zu mehr nichts taugt und das ist ein Armutszeugnis!
     
    • # 9
    • 09.01.2014
    • Gast
    Ja, habe ich schon erlebt und lebe ich selbst gerade.
    Und in Zeiten beruflichen Stress/Karriereaufbau/Zeitmangel/Wohnortwechsel... bin ich als Frau froh, dass es auch solche Formen gibt. bzw. geben kann.
    Sonst gäbe es alternativ nur Beziehung oder Single.
    Bei ersterem könnte ich das nicht machen, das mir wichtig ist - ich würde/müßte mich einem Kerl "anhängen" - das will auch keiner.
    Letzteres alleine wäre mir auch zu trostlos, wenn ich dann als Konsequenz nur ganz alleine für mich bleiben müßte.
     
    • # 10
    • 09.01.2014
    • Gast
    Sehr schön beschrieben. Das einengende Wesen mancher Frauen dürfte für viele Männer das eigentliche Motiv für ihre nur kurzzeitig angelegten Beziehungen sein, denn konsequente und lebenslange Treue würde bedeuten, auf selbstverständliche Freiheiten dauerhaft zu verzichten. Durch den steten Wechsel sind es aber immer wieder andere Freiheiten, die beschnitten werden, und das läßt sich schon leichter aushalten: die eine haßt Skifahren, also fällt Skifahren flach. Die nächste haßt Musik, also fällt Musik flach. Aber eben immer nur für eine bestimmte Zeit, nicht lebenslang.
     
  4. Mir ist der Artikel auch aufgefallen und erinnerte mich stark an das Treiben hier im Forum. Mindestens ebenso aufschlußreich waren die Kommentare, speziell wo der Vergleich zu Osteuropäerinnen ins Spiel gebracht wurde.

    Wo früher Beruf/Arbeitsplatz/Einkommen relativ sicher waren und die Familie im Mittelpunkt stand, haben sich heute die Prioritäten verändert.

    Zudem hat man häufig immer weniger Zeit füreinander. Man beschränkt sich dann auf das eigentliche Bedürfnis, was üblicherweise Sex/Nähe bedeutet. Für echte Beziehungsarbeit ist kein Platz. Dafür braucht man heutzutage keine feste Beziehung. Eine Familienplanung gestaltet sich auch schwierig, da diese mit den heutigen Erfordernissen nicht einfach zu vereinbaren ist bzw. die Frauen oftmals nicht willens sind, ein Kind auszutragen. Die Sicherung der eigenen Existenz steht im Vordergrund. Ein weiterer Aspekt ist die immer mehr um sich greifende Katalogmentalität mit Rücknahmegarantie.
     
    • # 12
    • 09.01.2014
    • Gast
    Also ich w/38 hatte vor etlichen Jahren mal eine kurze Beziehung, bei der wir beide ausgemacht hatten, wir suchen weiter, gehen aber inzwischen miteinander aus und schlafen auch miteinander. Der Grund war: wir mochten uns, waren aber nicht total ineinander verliebt und er wollte noch Kinder und ich nicht. Das ging gut - nach ein paar Monaten hatte er eine andere Frau, hat mir das sofort mitgeteilt und das war ok für mich.

    Vor 3 Jahren hatte ich aber ca. 1 Jahr lang mit einem Mann (50) so eine komische Beziehung, bei der mir lange nicht klar war, was ist jetzt: Freundschaft + oder Beziehung? Er wollte sich dann doch nicht festlegen und sucht sich absichtlich Partnerinnen aus dem Ausland (und ich wohne in der gleichen Stadt), denn da kann er das so ausleben, wie er es will: mit jemandem zusammen sein, mit der er aber nicht zusammenziehen muss und die er nicht so oft sehen muss.

    Ich selbst suche schon nach einer fixen Beziehung, bin aber der Ansicht, dass man es halt erst nach einer Zeit lang sagen kann, ob es wirklich passt. Wenn mir aber jemand so sehr gefällt, dass ich mit ihm schlafe, dann kommt für mich in der Zeit auf jeden Fall kein anderer mehr in Frage.
     
    • # 13
    • 09.01.2014
    • Gast
    Immer diese Menschen, die meinen, "in der heutigen Zeit" sei alles so schlimm und unverbindlich. Ganz früher war es das auch. Bis irgendwelche minderbemittelten Leute sich zusammentaten, und krude Regeln aufstellten, und Abweichler verfolgten oder verbrannten, nur damit sie sich ihre Pfründe sichern können.

    Meine Güte. Das menschliche Wesen verändert sich nicht. Es gibt biologische Prozesse, die Menschen aneinander binden. Das sie sich nicht in irgendeiner Pflicht sehen, und einfach das machen, womit sie sich wohlfühlen, ist das so schwer zu akzeptieren? Steht ihr vor der Tierwelt auch jederzeit und haltet ihnen Vorträge, wie böse und tierisch sie seien?

    Wir SIND Tiere. Und die Natur und ihre Prozesse sind super. Und nicht erst durch Werbung, Medien, und anderes "Teufelszeug" entstanden.
     
    • # 14
    • 09.01.2014
    • Gast
    Sehe ich ähnlich. Unter anderem aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass solche Frauen mit über 35 dann ihr Recht auf einen gleichaltrigen Mann verspielt haben und einen über 45 nehmen müssen. Und die Männer mit 35 haben ein Recht auf eine hübsche unter 30jährige, die eben nicht auf "Mingle" aus ist, sondern auf eine richtige Beziehung.

    Sagt ein m., 35, der nie "Mingle" sein möchte, sondern eine feste Beziehung sucht...
     
    • # 15
    • 09.01.2014
    • Gast
    Ja warum sollte man sich auch binden wollen. Es steht einem doch eine ganze Plattform an potentiellen Partnern zur Verfügung. Und wenn es nicht geklappt hat dann wird eben weiter gesucht. Ist doch einfach, man sitzt zu Hause mit einem Prosecco vor dem PC und sucht sich seinen Traumpartner.

    Man bekommt eigentlich alles online, einen Seitensprung, einen Interimspartner, einfach alles. Da kann ich nur das Buch " Das Ende der Liebe - Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit" von Sven Hillenkamp empfehlen. Das hat mir zumindest die Augen geöffnet und hält einem vor Augen was die unbegrenzten Möglichkeiten aus einem Menschen machen können.

    w46
     
    • # 16
    • 10.01.2014
    • Gast
    Auch bei unendlicher Freiheit können sich Menschen für eine verbindlichere Sache entscheiden, und tun es auch immer wieder. Hat alles seine Vor- und Nachteile.

    Unverständlich ist, wenn Leute sich unbedingt für die interessieren müssen, die eine andere Lebens- oder Beziehungsplanung haben.

    Wenn ich ne Familie mit Kindern plane, dann suche ich eben mehr in die Richtung. Was interessiert mich dafür, wie andere es angehen? So viele wie sich hier über die bösen Zeiten beschweren, männlich und weiblich, könnten diese sich ja schon mal finden und glücklich miteinander werden, da sie gleiche Vorstellungen zu haben scheinen. Warum gelingt es ihnen nicht? Der Grund kann unmöglich in denen liegen, die sich nicht binden wollen. Der Grund liegt bei denen, die sich fest binden wollen, männlich und weiblich, und denen es aus irgendeinem Grund dann doch nicht gelingt. Wahrscheinlich weil sie dann doch lieber denjenigen hinterherrennen, die es anders sehen.
     
    • # 17
    • 10.01.2014
    • Hugo
    Leute, ich verstehe euer Problem nicht. Es zwingt euch doch niemand, mitzumachen. Lasst die andern doch mingeln wie sie wollen. Der einzige Grund, sich zu beschweren wäre der, dass man selbst keinen festen Partner findet, sondern nur die Gelegenheit zum Mingeln hätte. Das liegt aber nicht an der Gesellschaft, sondern an einem selbst. Klare Worte am Anfang der Begegnung sparen in dem Fall eine Menge Zeit.
     
    • # 18
    • 10.01.2014
    • Gast
    Kein Mensch hat ein Anrecht auf einen Partner, weder auf einen gleichaltrigen noch auf einen deutlich jüngeren, niemand "muss" jemanden als Partner akzeptieren, und es steht auch niemanden zu, zwei erwachsenen Menschen eine Beziehung zu verbieten, wenn beide diese freiwillig eingehen wollen. Wie kommen Sie zu derartig absurden Vorstellungen?

    Zum Thema: Ich denke nicht, dass der Grund für solche Verbindungen zwangsläufig in Beziehungsunfähigkeit zu suchen ist. Vielmehr ist es doch so, dass Begehren, Anziehungskraft und Sympathie für eine Beziehung einfach nicht reichen. In manchen Fällen mag sogar Liebe bestehen, und dennoch würde eine Partnerschaft auf Dauer nicht funktionieren. Natürlich kann man nun sagen: Wenn ich nicht den ganzen Kuchen haben kann, dann will ich auch kein Stück davon. Das ist legitim, aber es ist auch legitim, nur bestimmte Aspekte mit einem Menschen zu teilen, wenn man weiß, dass eine klassische Beziehung nicht funktionieren würde.

    Vermutlich falle ich selbst unter die Bezeichnung "Mingle", denn obwohl ich mich nicht mehr in einer festen Beziehung befinde, habe ich doch immer noch ein enges Verhältnis zu meinem ehemaligen Partner. Wir leben getrennt, keiner schuldet dem anderen Rechenschaft über seine Zeit, seine Kontakte oder seine Pläne, aber wir verstehen uns gut, verbringen viel Zeit miteinander, finden einander anziehend - und ja, es prickelt auch und da bestehen noch Gefühle von Liebe. Aber wir haben uns auch auseinander entwickelt, und das klassische Beziehungsmodell würde zu Streit, Tränen, Verletzungen und Entfremdung führen. Es ist besser auf diese Art, wo wir frei und ungebunden sind und einander nichts als einen fairen Umgang schulden. Solange wir darüber keinen möglichen neuen Partner täuschen, empfinde ich dies auch nicht als verwerflich und ich verstehe die Entrüstung daher nicht. Ich zwinge niemanden, sich für mich zu interessieren, und ganz hindere ich keine bindungswillen Menschen daran, ihr Glück miteinander zu finden.

    26, w
     
    • # 19
    • 10.01.2014
    • Gast
    Dieser Artikel bringt ja jetzt keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse. Dieses Mingle_Sein gibt es schon immer. Es gibt einfach Menschen die sich binden wollen und sich auch verbunden fühlen und es gibt Menschen die sind sich einfach nie sicher und warten auf das Optimum. Aber schön dass es dafür wieder einen neuen Ausdruck gibt, Mingle. Da kann man sich in seinem Wunsch nach Ungebundenheit wenigstens einen Namen geben.

    w46
     
  5. Wirklich neu sind die Erkenntnisse des Artikelschreibers nicht, aber somit wird das zuvor mehr im Untergrund laufende Beziehungsverhalten oder diese Beziehungsform "gesellschaftsfähig" gemacht.
     
    • # 21
    • 10.01.2014
    • Gast
    Heutzutage gibt es viel Mingles.

    Die Gesellschaft wandelt sich und grade junge Leute U30 leben diese Form der Partnerschaft (Kann man das so bezeichnen?). Die Vorzüge mitnehmen, die Verantwortung beiseite lassen.

    Leider lebe ich grade selbst als Mingle und es macht mich emotional ziemlich fertig, da ich vorher zwei langjährige Beziehungen hatte und da von Beginn an alles klar war.

    Beziehungen sind Kompromisse - Wie Freundschaften, Geschäftsbeziehungen und Familienbande. Beziehungen bedeuten Einschränkungen und Gewinn. Und ich denke nicht, dass sich unser Leben derart verschlechtert hat, dass wir keine Zeit mehr für eine Partnerschaft haben. In meiner Großelterngeneration war es da zum Teil viel schlimmer. Eine 40-Stunden-Woche war Luxus, viele hatten kein Geld für extravagante Hobbies. Frauen hatten keine Spülmaschine, keine Waschmaschine, Kinderwindeln mussten aufwändig ausgewaschen werden. Selbst ein Bad für die Kinder war aufwändig, Warmwasser kam ja nicht einfach nach 30 Sekunden aus dem Hahn. Ich finde trotz Vollzeitjob, Teilzeitstudium, Sport, eigenem Haushalt und Haustieren immer Zeit für Freunde und auch für einen Partner wäre genug Zeit.

    Aus meiner Sicht haben viele meiner Altersgenossen und Genossinnen keinen Verantwortungssinn. Wir sind Kinder einer verpäppelten Generation. Studium paid by Papa, Bett gemacht by Mama, im gemachten Nest bis Mitte 20 oder länger. Wieso sollte man da Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen?
     
    • # 22
    • 11.01.2014
    • Hugo
    Ja, wieso sollte man das? Meine Partnerinnen, sowohl in festen als auch weniger festen Beziehungen waren immer in der Lage, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ich würde nie etwas festes mit einer Frau eingehen, die dazu nicht in der Lage ist. Die einzigen Menschen, für die ich Verantwortung übernehmen würde, wären Kinder, Alte, Kranke.

    Verantwortung übernehmen für die Partnerin sollte in unserer heutigen emanzipierten Gesellschaft nicht mehr nötig sein müssen. Insofern kann ich dieses Gerede vom fehlenden Verantwortungssinn nicht nachvollziehen.

    Wenn nun aber die Ehe zur Versorgung mit Materiellem wegfällt, Sex auch außerhalb der Ehe zu haben ist und die Versorgung Pflege im Alter durch den Sozialstaat gesichert ist, müssen andere Gründe her, warum man die Kompromisse einer Beziehung eingehen sollte.

    Warum, liebe/r #21, sollte man in der heutigen Zeit eine Beziehung trotz ihrer Einschränkungen eingehen?
     
    • # 23
    • 12.01.2014
    • Gast
    Ich (w43) finde an Mingles überhaupt nichts Falsches oder Schlechtes, solange beide ehrlich sind und aus der Klarheit heraus auch wirklich damit einverstanden.
    Ich habe aber den Eindruck, die deutlich häufigere Konstellation ist, dass einer (häufig, wenn auch sicher nicht immer der Mann) zunächst bewusst den Eindruck vermittelt, eine feste Bez. zu suchen, oder aber sich seiner Gefühle nicht sicher zu sein. Es werden Gefühle und Hoffnungen des anderen (häufig durchaus bewusst und berechnend) gefördert, um die Verfügbarkeit des aufrecht zu erhalten.
    Zu "meiner Zeit" nannten wir das "warmhalten" oder schlicht "festhalten und weitersuchen".
    Und das fand ich von jeher und bis heute rücksichtslos und gemein.
    Es dürfte nur, gerade für einen Mann, deutlich schwieriger sein, eine Frau zu finden, die gern ein Mingle sein möchte, oder einen solchen Partner möchte. Nicht unmöglich, aber sicher schwieriger. Also wird erstmal eine emotionale Bindung bewusst gefördert, um dann Richtung Mingle zurückzurudern.
    Was sicher eine häufig funktionierende Methode sein dürfte.
    Und das ist alles andere als ok, finde ich!
    Eine (wirklich und beiderseits!) aufrichtige und einvernehmliche Mingle-Bez. finde ich hingegen, wie gesagt, völlig ok.
     
    • # 24
    • 12.01.2014
    • Gast
    Ich (w 27) bin auch seit Jahren Single und das nicht unbedingt gewollt, ich würde gerne eine feste und dauerhafte Partnerschaft führen, finde aber keinen Partner, der das auch möchte, von den Männern höre ich oft nur Sätze wie: "Nee ne Beziehung kann ich immernoch führen, wenn ich 40 bin, bis dahin tobe ich mich erstmal richtig aus!" dazu kommen noch Männer, die zwar eine "Beziehung" suchen, dafür aber total ungeeignet sind (Fremdgänger, Warmwechsel, Bordelgänger)...

    Naja und da ich wenig Lust darauf habe, belogen, betrogen und ausgenutzt zu werden, bin ich Single.

    Vielleicht sieht die Sache in 5-10 Jahren etwas anders aus mit den Männern, wobei mir die meisten bis dahin sicher zu viele Sexualpartner hätten, als das ich dann noch eine Beziehung mit ihnen wollte.
     
    • # 25
    • 12.01.2014
    • Gast
    Diesen Trend beobachte ich seit einiger Zeit besonders bei Frauen und das leider zunehmend. Die vermeintliche unbegrenzte Auswahl kommt besonders den Damen entgegen, die sich immer schwertun sich für etwas zu entscheiden, sich einfach nicht festlegen können, heute so und morgen so denken. Männer wollen sich diesen Stress eigentlich nicht aussetzen, sie geben sich i.d.R. damit zufrieden mit dem was sie haben, d.h. sie bleiben entweder bei der Partnerin ihrer Wahl oder sie bleiben Single, währen die Damen unablässig meinen, sie könnten etwas verpassen ...

    m.
     
    • # 26
    • 12.01.2014
    • Gast
    Zum Teil richtig, Männer sind bequemer.

    Aber ganz so geschlechtsspezifisch ist es nicht. Wichtiger ist, wer eher den Part des "Hinterherlaufers" hat, und wer den stärkeren Part in einer Konstellation.

    Wenn ein Mann immer unbedingt die tolle Frau will, die ihn nicht so recht will, dann hat er den Eindruck, alle Frauen wollen sich nicht festlegen. Umgekehrt genauso.

    Würde er sich hingegen auf eine Frau einlassen, die ihn unbedingt will, und bei der er eher unsicher ist, dann würde er denken, alle Frauen wollen sich gleich festlegen und lassen einem Mann keine Zeit.

    Es hängt mehr von einem selbst und den Partnerwahlchancen und -methoden ab als vom Geschlecht. Dass das manche aber auch gar nicht merken...
     
    • # 27
    • 17.01.2014
    • Gast
    Entweder ganz oder gar nicht! Mingle_Sein ist für mich nicht mehr als Warmhalten, während man nach etwas "Besserem" sucht und gleichzeitig nicht alleine sein kann. Schade, dass das heutzutage so stark verbreitet ist. Da vergeht einem echt die Lust, jemanden kennen zu lernen. Kenne zumindest kaum Männer unter 30, die an einer Beziehung interessiert wären.
    w25
     
    • # 28
    • 18.01.2014
    • Gast
    Kann mich Gast 2 nur anschliessen..

    Wir leben grundsätzlich in einer Zeit wo "Verbindlichkeiten " immer kleiner geschrieben..

    Dadurch das es heute mehr Freiheiten, Auswahlmöglickeiten in allen Bereichen gibt ist es schon schwieriger sich festzulegen. Man muss es auch nicht.

    Aus früher 3 Fernsehprogrammen war es keine schwierige Entscheidung sich sein Programm rauszusuchen.. Beim heutigen überfluss sieht das anders aus..

    Beruflich gab keine oder kaum Arbeitszeitmodelle..Da hiess es z.B von Punkt 8 bis 17 Uhr..

    Keine Entscheidungsfreiheit, keine Entscheidungsproblem.

    Mit der Partnersuche verhält es sich genau so..

    Über damalige Zeitungsanocen hat man durchschnittlich vielleicht 2 oder 3 potenzielle gedatet und sich dannentschieden oder es gelassen.

    Heute sind es bestimmt 10..
     
    • # 29
    • 18.01.2014
    • Gast
    Dann sollten die Männer eben so ehrlich sein und einfach Aiffairen haben und keine Beziehungen!!
    Bin selbst mit einem solchen unverbindlichen Freiheitstyp 2 Jahre "zusammen" gewesen und bin jetzt noch verärgert über seine egoistische und unsoziale Art Beziehungen zu leben!
    Keine Absprache im Freizeitbereich. Unverbindlichkeit ohne Ende! ( sagte auch Freunden bis kurz vor knapp nicht zu Feiern zu.... könnte noch was besseres kommen!)
    Große Offenheit und Fröhlichkeit bei Neukontakten..( redete ständig neue Leute an... Kellner...)
    So lange niemand etwas von ihm forderte der liebste Mensch.. aber Wehe man wollte etwas von ihm!
    Er ist schon wieder von meiner Nachfolgerin getrennt und jammert rum wie gemein er verlassen wurde.. ( mir hat er auch nachgetrauert... aber nie wirklich zu mir gestanden)
    Ich finde jeder kann Beziehungen so leben wie er will, wenn er ehrlich ist
    und auch dem Partner die Möglichkeit lässt sich auf ein Szenario bewusst einzulassen.
    Leider haben chronisch unverbindliche Menschen aus meiner Sicht einen ordentlichen Schaden!
    Was er wollte war eine Art " Mutterliebe " einer Frau, die nur gibt und verständig ist, während er wie ein kleiner Bub die ungebremst und geliebt die Welt erkundet! Selbstverständlich will und wollte er niemanden wehtun...hat aber schon viel verbrannte Erde und Enttäuschte hinter sich gelassen!
    Das macht ihn für mich auch so krank! Glücklich ist er nicht! Solche Männer hab ich noch öfters beobachten dürfen. Die meisten sind auch nach 10 oder 20 Jahren auf dem gleichen Tripp!
    Leider können sie nicht einfach mal 2/3 Jahre allein sein und andere mit ihren seltsamen Bedürfnissen in Ruhe lassen!
     

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