1. Homosexuell, aber aufkeimende Gefühle für eine Frau

    Hallo Leute,
    die Überschrift verrät es bereits: Ich bin 27m, homosexuell, geoutet vor Familie/Freunden, habe auch einen Partner an meiner Seite (2 Jahre), den eigentlich auch alle kennen; wir sind vor wenigen Monaten sogar zusammengezogen! Klingt natürlich alles nach einem geordneten Leben und einer stabilen Sexualität und Partnerschaft. Dies dachte ich leider bis vor ca. 3 Monaten auch, bis ich einer Frau begegnete, die mich nun emotional sehr destabilisiert. Bis vor kurzem zweifelte ich eigentlich überhaupt nicht an meinem Verhältnis zu Männer und Frauen. Frauen waren bisher nur beste Freundinnen; Männer potentielle Liebhaber! Ich habe jedoch vor ca. 3 Monaten eine Frau kennengelernt, die atemberaubend ist, intellektuell und auch sexuell sehr anziehend - so wie ich sie bisher noch nie getroffen hatte! Wir arbeiten seit nun 3 Monaten an einem Projekt, das Projekt geht noch bis Ende Juli, d.h. bis dahin werden wir noch weiter zusammenarbeiten und uns "näher kommen". Es wird über Distanz kommuniziert und gearbeitet, weil nicht alle in derselben Stadt wohnen. Es gibt lediglich 1x im Monat eine 2-tätige Tagung, wo sich unsere überschaubare Gruppe trifft und ich bei dieser Gelegenheit die oben erwähnte Dame auch sehe. Sie wohnt auch woanders, was das intensive Kennenlernen erschwert; bisher haben wir eben nur 3 Tagungen miteinander verbracht; aber wenn sie kam, kam sie immer für 3-4 Tage am Stück und wir sahen uns daher auch außerhalb und ohne die Kollegen auch mal. Wir sind uns bisher 3x begegnet; arbeiteten natürlich professionell zusammen, aber außerhalb der Tagung ging man auf „Tuchfühlung“ - „richtig“ kennen tun wir uns natürlich dennoch nicht, da wir weit auseinander leben. Seit unserer 1. Begegnung vor 3 Monaten haben wir den Kontakt dennoch intensiviert: Tägliche Diskussionen über Whatsapp; wöchentliche Anrufe. Anhand der bisherigen Eindrücke muss ich sagen, dass diese Frau perfekt ist: Philosophin, intelligent, geistig brillant, ehrlich und direkt, leidenschaftlich, durchsetzungsstark: rundum eine starke, wunderhübsche, faszinierende junge Frau. Dieses Wochenende gab es wieder eine Tagung, ich sah sie natürlich und nun wurde mir bewusst, dass ich ein Problem habe und mit Jemandem darüber reden muss. Mit "Freunden" darüber reden wird schwer, weil alle ja auf meine Homosexualität "festgefahren" sind; die Hemmschwelle, dieses schwierige Thema anzusprechen ist zu hoch. Die Dame weiß übrigens, dass ich homosexuell mit Partner bin; hatte darauf auch sehr positiv reagiert. Ich denke daher, dass sie da weder Avancen machen, noch auf die Idee kommen wird, dass ich eventuell mehr möchte!

    Was denkt Ihr über meiner Situation/meine "Gefühlsschwankungen"? An die Homosexuellen hier: Habt ihr Ähnliches erlebt? Womöglich eine Veränderung der sex. Orientierung in die andere Richtung? Es wäre interessant zu wissen, ob Jemand hier Ähnliches bei sich oder in seinem Umfeld erlebt hat!



    Merci im Voraus!
     
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  3. Vielleicht bist bi...
    Aber... du bist für die Frau homosexuel.. als ein Mann, der für sie keine Gefahr darstellt... daher öffnet sie sich dir auch.
    Es ist, wenn eine bessere Freundschaft, sprich gleiche Wellenlänge..
    Was sagt den Partner dazu das du gedanklich schon Fremdgehst?
     
  4. Ach, ich würde mal ruhig bleiben.

    Viele Menschen sind nicht 100 % homo- oder heterosexuell. Natürlich können auch hetero-Menschen sehen, wenn Personen des eigenen Geschlechts besonders erotische und attraktiv und beeindruckend sind und davon auch fasziniert sein. Warum solltest Du das bei Frauen nicht auch sehen können?

    Ich kann aus Deinem Text noch nicht mal erkennen, dass Du von ihr auf sexueller Ebene fasziniert bist. Solange Du Dir nicht vorstellen kannst, mit ihr "ganz normalen hetero-Sex" zu haben, bleibst Du homo. Oder was meinst Du mit "Tuchfühlung"?

    Du bist von ihr als Mensch beeindruckt. Du kannst auch von KünstlerInnen, oder SportlerInnen usw. beeindruckt sein. Da geht es mehr um ihre Ausstrahlung usw. Wenn es so ist, sollte es kein Problem für Dich sein, mit ihr befreundet zu sein.

    Nur wenn Du Dir tatsächlich wünscht mit ihr eine sexuelle Beziehung zu führen, ist Deine Beziehung in Gefahr.
    Ich würde dabei dann keinen großen Unterschied zu einer Fremdverliebtheit in einen Mann machen. Es wäre dann wichtig, dass Du Dir überlegst, was Du in Deiner Beziehung vermisst.
     
  5. Na ja so wie manche sich für heterosexuell halten und erst im fortgeschrittenen Alter feststellen, dass sie homosexuell sind und sich das eingestehen oder andere ihre Bisexualität erleben, ist es bei dir vielleicht einfach anders herum. Du hieltest dich für homosexuell, hast aber durchaus bisexuelle Neigungen. Vielleicht ist dir das bislang nie aufgefallen, weil du nie der richtigen Frau begegnet bist.

    Ich denke, die meisten Menschen tragen das in irgendeiner Weise in sich und glaube, dass man sich nicht in einen Mann oder eine Frau verliebt, sondern in einen Menschen und diesen dann gegebenenfalls auch sexuell anziehend findet, eben seine ganze Art.

    Was du aus der ganzen Geschichte machst, musst du selber wissen. Ob dir diese Frau / Erfahrung gegebenenfalls wichtiger ist als deine Beziehung.

    Letztlich ist es auch nur eine Theorie, da man ja nicht weiß, ob die Frau an dir als Mann Interesse hätte.
     
  6. Ich hatte mal einen Flirt mit einem Arbeitskollegen, der selbst dachte, er wäre eigentlich schwul, aber eine platonische Beziehung mit einer Frau hatte, die wiederum lesbisch war. Er erzählte mir sehr genau, wie es zur Entdeckung seiner Homosexualität kam, wie sein Verhältnis zu Männern und Frauen war und sich verändert hat usw. Trotz all dieser Erklärungen war ich in ihn verknallt und er in mich. Unsere "Affäre" beschränkte sich auf Knutschereien im Aufzug oder nach der Arbeit. Wenn er es drauf angelegt hätte, wäre aber mehr entstanden. Mir wäre es komplett egal gewesen, dass er vorher schwul war. Ich hatte einen weiteren sehr hübschen Kollegen, der mit einem Mann zusammenlebte, aber immer wieder mit Frauen flirtete. Also Fakt ist, es ist total wurscht, wie Du jetzt lebst und was Du machst. Wenn Du eine Frau anflirtest, für die Du offiziell schwul bist, checkt sie das sehr wohl und merkt auch, ob Du nur charmant bist oder wirklich auf sie stehst. Genauso wie Männer es schnallen, wenn sie von einem vermeintlichen Heteromann (weil Beziehung mit Frau) angeflirtet werden. Tue einfach, wonach Du Dich fühlst und gib nichts auf Deine nach außen getragene sexuelle Neigung. Und wenn es eine schöne Affäre wird, kann das doch auch was wert sein! Du bist in keiner anderen Situation als ein Heteromann in einer Beziehung!

    Ich bin selbst übrigens zwar hetero, aber es kam vor, dass mir Frauen gefallen haben und mich das zum Nachdenken gebracht hat.
     
  7. Lieber FS
    Ich gehe nun nicht auf dein konkretes Beziehungsproblem ein, sondern äussere mich, wie gefragt, zu den Erfahrungen mit Homosexualität/Orientierung.
    Als Teenager verliebte ich mich heftig in meine damals beste Freundin, und im jungen Erwachsenenalter outete ich mich als lesbisch, lebte jahrelang auch mit einer Frau in einer Beziehung, die ich immer noch in guter Erinnerung habe. Wir trennten uns nach einigen Jahren und aus Neugier, Trotz oder sonstwas fing ich einige kurze Geschichten mit Männern an. Und entdeckte plötzlich, dass das mit der sexuellen Orientierung überhaupt nicht so festgefahren ist bei mir. Ich verliebte mich in einen Mann und danach wieder (ist leider nichts geworden). Inzwischen date ich eigentlich nur noch Männer, aber manchmal empfinde ich auch noch eine Anziehung für die eine oder andere Frau. Kurz gesagt: Ich bin bi.
    Bisexuell zu sein finde ich nicht besonders toll. Man ist mit seinen Anliegen und Problemen eher unsichtbar und verwirrt grundsätzlich viele Menschen, die sich da wenig einfühlen wollen oder können. Miley Cyrus und Co. sind nun auch nicht die bisexuellen Aushängeschilder, die man sich fürs eigene Image wünscht. Am Liebsten würde ich auch sagen können, ich bin eindeutig Homo oder Hetero, aber ich stehe dennoch zu mir. Ich glaube, es gibt viel mehr bisexuelle Menschen, als man denkt. Die meisten möchten sich aber entweder der Hetero-Gesellschaft oder der LGBT Community anschliessen und dort jeweils nicht anecken. Das erzeugt massiven Druck, sich "zu entscheiden", wo es nichts zu entscheiden gibt. Als bisexuelle Person kann ich mich sehr wohl für einen Partner oder eine Partnerin entscheiden und eine monogame Beziehung führen - ich kann aber nicht willentlich steuern, mich nur zu Frauen oder nur zu Männern hingezogen zu fühlen.
     
  8. Niemand von uns ist absolut hetero oder absolut homo. Da gibt es auch Anteile vom anderen, je nach Gewichtung. Die meisten Menschen legen sich dann in eine Richtung fest und verdrängen oder verneinen Anteile der anderen Ausrichtung. Und trotzdem, es gibt sie. Das zeigt sich auch darin, dass erstaunlich viele Menschen in gewissen Phasen ihres Lebens auch Erfahrungen mit der anderen Ausrichtung machen.

    Aber ich glaube, Dein Thema ist auch ein anderes: wirst Du Deinem Partner treu bleiben oder nicht?
     
  9. Ich glaube auch, dass jeder Mensch eine individuelle Mischform vom Hetero-und Homosexualität hat, die meiner Erfahrung nach auch nach Lebensphase und Gegenüber schwanken kann. Du fühlst Dich zu dieser Frau hingezogen, aber nicht weil sie Frau ist, sondern weil Du sie magst. Vermutlich würdest Du sie noch mehr mögen, wenn sie ein Mann wäre.

    Ich würde mich grundsätzlich als hetero bezeichnen, hatte aber auch schon sexuelle Erfahrungen mit einer Frau. Und das deshalb, weil ich diese Frau insgesamt so toll fand, dass mich ihre Weiblichkeit nicht gestört hat. Sicherlich kam dazu auch noch der Reiz des Neuen.
    Ich weiß auch nicht, was Schubladendenken da bringt. Ist doch völlig egal, ob man w oder m mag oder beides. Solange es Spaß macht.
     
  10. Na ja, kann sein, dass Du bi bist oder wirst, ist ja nicht selten.
    Abgesehen davon ist es schwierig, weil Du a.) in einer festen Beziehung bist und Dich in jemand anderen "verguckt" hast (auch nicht selten, aber will gehandelt sein) und b.) Sie hält Dich für sicher schwul und schliesst Dich deshalb wahrscheinlich als Objekt des Begehrens aus (obwohl, gibt auch immer wieder Frauen, die sich hoffnungslos in schwule Männer verlieben).
    Also eher ubiquitäre menschliche Verwicklungen (es ist eine alte Geschichte, doch bleibet sie ewig neu...).
    Bringt es Dich sehr durcheinander, dass Du an deiner sexuellen Orientierung zweifelst?- Was die anderen denken, könnte Dir eigentlich" wurscht" sein. Du warst diesbezüglich schon mal mutig, kannst es also.
    Ansonsten, denke ich, dass Du nach Deiner Hauptbeziehung schauen musst (fehlt was?).
    Alles Gute
     
  11. Naja, ich denke alles ist möglich. Anne Heche zum Beispiel hatte jahrelang eine Beziehung mit einer Frau und Angelina Jolie auch und dann haben beide doch geheiratet und haben Kinder gekriegt. Auch von einer lesbischen Frau habe mitbekommen, dass mit einem Mann geschlafen hat, fand es zwar komisch. Denn man erzählt doch oft, man outet sich als lesbisch oder schwul und dann ist es gelaufen mit dem anderen Geschlecht. Auch Verletzungen können Frauen in die Armen einer Frau ziehen. Wie es bei Männer ist, weiss ich nicht. Aber es gibt Bisexuelle und Heterosexuelle und auch Homosexuelle und wer sagt das es ein Leben lang so bleiben muss? Die Sexualität ist nicht in den Genen, ich denke es gibt eine Tendenz und dann entscheidet man ob man dies ausleben will oder nicht. Aber wer sagt uns, das ein homosexueller automatisch ein Leben lang homosexuell bleiben muss?
     

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