1. Innere Ablehnung gegenüber meinem Traumpartner

    Hallo liebes Forum,

    Ich (w, 24) bin seit etwa 3 Monaten mit meinem neuen Partner (m, 27) zusammen. Da ich eher introvertiert bin, handelt es sich um meine allererste Beziehung. An sich läuft alles perfekt und er ist eigentlich genau der Typ von Mann, den ich mir schon immer als Partner gewünscht hatte.
    Er ist ein liebevoller und ruhiger Mensch, wir haben sehr ähnliche Vorstellung über Partnerschaft & sonstiges, teilen die gleichen Interessen/verbringen die Freizeit gerne zusammen und obendrein ist er noch (was heutzutage nicht oft gesehen wird) ein Romantiker. Er selbst hatte davor Probleme, Frauen kennenzulernen, weil er eher der schüchterne Typ ist und irgendwie für die meisten Frauen wohl eher uninteressant wirkt - aber ich mag ihn so wie er ist und halte ihn (meiner Ansicht nach) für attraktiv. Man könnte also sagen, wir sind wie füreinander geschaffen.

    Nur habe ich folgendes Problem:
    Wenn ich an ihn denke, kommt ein erstickendes Gefühl hoch, alles fühlt sich schwer an und ist wie eine innere Abneigung gegen ihn. Rational kann ich es überhaupt nicht erklären, weil es überhaupt kein Anlass dazu gibt. Wir haben mittlerweile auch mehrmals miteinander geschlafen (für mich das erste Mal) und an sich empfand ich es als schönes Erlebnis. Er hat absolut nichts falsch gemacht, aber bei dem Gedanken, ihn wieder zu sehen, ihn zu berühren oder mit ihm zu schlafen, zieht sich alles in mir zusammen und ich fühle mich aus einem unerklärlichen Grund angewidert.

    Was stimmt mit mir nicht? Ich hasse mich selbst für dieses Gefühl - es ist so, als ginge es mir zu gut und ich mache ein Problem, wo keines ist. Er ist so ein lieber Kerl und ich habe keine Ahnung, was ich machen soll. Egal ob frühzeitige Trennung oder ihm von meinem Gefühl zu erzählen, alles würde ihn sowieso verletzen...
     
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    • # 1
    • 05.02.2015
    • Gast
    Liebe Fragestellerin, es hört sich alles so gut an bei euch. Von daher und auch aufgrund meiner eigenen paar Beziehungserfahrungen kann ich mir dein negatives Gefühl überhaupt nicht erklären. Vielleicht habe ich zu viel Phantasie, aber könnte es sein, dass du als Kleinkind mal sehr negative (körperliche) Erfahrungen mit einem Mann gemacht hast, die du inzwischen verdrängt hattest? Ich komme nur darauf weil mir absolut kein anderer Erklärungsansatz einfällt. Und wie allgemein bekannt sein dürfte, wird ein relativ hoher Prozentsatz aller Mädchen/Frauen irgendwann im Leben sexuell belästigt oder gar missbraucht (wenn ich richtig erinnere, jede 5.).
    Wenn es wirklich nicht an eurer Beziehung oder an deinem Freund liegen kann, dann kann es ja nur an dir liegen - bzw nicht an dir selbst, sondern an dem, was du irgendwann mal erlebt hast? Etwas anderes fällt mir dazu nicht ein. Falls es stimmen könnte, wäre professionelle Beratung vielleicht der einzige Weg um die negativen Gefühle loszuwerden. Aber das ist nur eine Idee, lass dir nun auch nichts einreden was nicht passiert ist. Es kann vielleicht noch viele andere mögliche Gründe geben. Manchmal kommt man erst nach langem Nachdenken plötzlich auf die Ursache. Ihr seid ja noch nicht so lange zusammen.
     
  3. Du hast ein wirkliches Problem, das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit dem Mann zusammenhängt.

    Vielleicht brauchst Du externe Hilfe.

    Du hörst Dich aber klug und reflektiert an, Du könntest auch selbst versuchen herauszufinden was los ist.

    Nimm Dir Zeit, schalte alle Telefone etc aus und setz Dich bequem hin. Vergegenwärtige Dir dieses Gefühl und versuch Dich zu erinnern, wann Du ähnliche Gefühle gehabt haben könntest.

    Setz Dich nicht unter Druck, sondern begib Dich auf einen Spaziergang in Dich selbst hinein. Wenn es sich irgendwo unangenehm anfühlt, geh dorthin weiter. Wenn Du jedoch wirklich Angst bekommst, hör sofort auf und such Dir Hilfe.

    Liebe FS, Deine Gefühle sind kein Zufall und es ist wichtig, dass Du etwas unternimmst. Dieses Problem könnte Dir sonst jede Beziehung ruinieren.

    Viel Glück!
     
  4. Liebe FS, rein rational betrachtet scheint er sehr gut zu dir zu passen. Du bist sicherlich auch sehr glücklich, endlich einen Partner gefunden zu haben. Aber leider sagt dein Körper etwas anderes als dein Kopf. Du brauchst dir deshalb keine Vorwürfe zu machen, es ist halt so, aber ich denke, du wirst nicht umhin können, deiner inneren Stimme zu folgen und dich von ihm zu trennen. Du machst dich krank und ihn und dich unglücklich, wenn du versuchst, die Botschaft deines Körpers zu ignorieren. Versucht gute Freunde zu bleiben, wenn ihr euch so gut versteht.
     
  5. Liebe FS, mit dir stimmt alles. Er ist nur eben nicht dein Traumpartner, auch wenn du dir das noch so gerne einreden willst, weil er das rational vielleicht sein sollte. Emotional findest du aber nicht zu ihm. Lass es sein, zwing dich zu nichts, und such dir einen Partner, dem du nahe sein willst.
     
  6. Sich manchmal (und mit der Zeit immer häufiger) überhaupt nicht auf den Partner freuen können, sondern meinen man ersticke an seiner Seite..
    Bei zu viel Harmonie streiten wollen, Abstand herstellen, oder einfach nur mal weg wollen..
    Nu beim bloßen Gedanken an zu viel Sicherheit und Bindung wie zB Heiraten, gemeinsam nach Häusern schauen oder durch Kinder verbunden sein etc. zieht sich im Magen was zusammen..
    Einer Beziehung der man sich zu sicher ist wird man überdrüssig, langweilt sich..
    Zu netten Männern wird gerne auf der Nase herum getanzt - permanent Grenzen ausgetestet..
    usw.

    Bindungs-/Verlustangst.

    Man verzehrt sich nach Nähe, kann diese aber nicht lange und konstant aushalten.
    Man verzehrt sich nach einem Menschen, und wenn der geht, geht die Welt für einen unter.. wenn der bleibt - man ihn hat, will man ihn jeden Tag ein bisschen weniger (So wie du es beschreibst).
     
    • # 6
    • 05.02.2015
    • Gast
    Wie schon hier geschrieben wurde ... so offensichtlich und eigentlich im Prinzip :)-)) könnte er echt gut passen, aber die Chemie stimmt nicht. Und die ist für Sex und Liebe sehr wichtig. Daher passt es eben nicht. Das kannst Du mit dem Kopf nicht schöndenken oder zurechtbiegen. Entweder ist da körperliche Anziehung oder nicht ... fixier Dich nicht auf ihn, es gibt auch noch einen passenden Mann für Dich, bei dem jede Berührung eine Wonne ist.
     
  7. Hier die FS,
    Vielen dank für eure Antworten.

    @1: Es stimmt, ich wurde tatsächlich eine zeitlang von meinem Erzeuger sexuell belästigt. (er wollte mich immer anfassen - als es mir zuviel war, hab ich es meiner Mutter erzählt, worauf sie ihn hochkant rausgeschmissen hat). Bedeutet es, ich habe und werde unterbewusst immer eine Abwehrreaktion haben, egal wer es ist? Weil mein Freund kann doch absolut nichts dafür, dass mir sowas widerfahren war. Ich möchte meine jetzige Beziehung genießen und nicht durch etwas kaputt machen, was in der Vergangenheit liegt - eigentlich ging ich davon aus, dass ich die Sache abgehakt habe und keine therapeutische Hilfe benötige...
     
  8. Liebe FS,

    Ich vermute, wie manche andere in diesem Forum, dass du nichts falsch machst, sondern einfach nicht wirklich - tief drin - in diesen Mann verliebt bist. Romantische Liebe entsteht nicht automatisch mit dem Partner, mit dem es am Harmonischsten läuft und der theoretisch am Besten für einen ist.

    Eine andere Erklärung ist, dass du selbst spürst, dass irgendwas in eurer Beziehung nicht stimmt, und du dir selbst die Schuld zuschiebst, obwohl es an euch beiden liegt.
    Ich an deiner Stelle würde mich daher erst trennen, wenn du glaubst, zu wissen, was der Grund ist. Und den Grund dann so ehrlich wie möglich zu benennen, falls es zur Trennung kommen sollte.

    Fehlt die Liebe? Gibt es bestimmte Ängste? Ist er wirklich so ein "lieber Kerl" oder setzt er dich mit seiner Art irgendwie unter Druck? Gibt er dir das Gefühl, gut so zu sein, wie du bist, oder untergräbt er dein Selbstwertgefühl?
     
    • # 9
    • 05.02.2015
    • Gast
    Liebe FS. Ich kenne das Gefühl. Am Anfang des Kennenlernprozesses bin ich „normal“ – so wie es andere Leute auch sind, die jemanden kennenlernen, es funkt, man kommt langsam zusammen. Nach 2-4 Wochen erschleicht mich jedoch ein Gefühl der Enge und dabei hat sich das Verhalten des Partners aber nicht geändert. Aber ich mir nimmt es die Luft zum Atmen. Ich weiss, dass es mein Problem ist, und nicht seins, daher versuche ich es irgendwie zu unterdrücken, es zu umschiffen oder sonst wie, aber es geht nicht lange gut. In diesem Prozess der Enge beschleichen mich die Gefühle des Wiederwillens, manchmal des Ekels, mal mehr und mal weniger, sehe nur vermeintliche Fehler, reite drauf rum und bin einfach fies. Alles in allem keine guten Voraussetzungen für eine Beziehung und es geht früher oder später den Bach runter. 3 Monate in etwa. Ich kann mich in so einer Situation nur trennen. Danach geht’s mir wesentlich besser, doch eigentlich vermisse ich die Zweisamkeit. Die Partnerschaft. Ich will es, aber ich kann es nicht. Bei mir bin ich ziemlich sicher, dass es eine Angst ist, hat was mit Kindheit und Vater-Tochter Beziehung zu tun, aber es war kein Missbrauch oder sowas in die Richtung. Es ist wohl einfach ein „Knacks“, den ich in Bezug auf Männer/ Partner habe. Alle Männer, die sich in mich verlieben, erleben früher oder später ein „Vor die Tür setzen“- die Männer, die ich nicht kriege, werden mich lange nicht los und mehr als ein ONS oder Affäre wird nicht. In einer Affäre bin ich wahnsinnig emotional, wahnsinnig bedürftig. Schrecklich. Ich bin 36 Jahre alt und habe kaum ernsthafte Beziehungen hinter mir. Einige Affären, einige ONS, aber mehr in meinen 20ern als gerade. Was tue ich, um dies zu bewältigen? Ich setze mich aktuell mit mir auseinander, weil ich einfach endlich eine funktionierende Beziehung haben möchte. Habe ein paar Therapiestunden hinter mir, die mir geholfen haben, anzusetzen, was ich hinterfragen sollte und wie mein Körper mit mir kommuniziert und wie ich in so einer Situation bei mir bleiben kann, und emotional nicht so ausraste. Männer lerne ich langsam kennen und versuche gerade in der Kennenlernphase einen Gang zurück zu schalten, damit ich langsam in den Prozess der Zweisamkeit komme. Natürlich kann man sagen, dass es einfach nicht der richtige ist, aber ich denke es liegt woanders. Ich wünsche dir alles Gute und Therapeuten könnten dich auf einen Weg bringen, wie du dich besser wahrnehmen kannst.
     
  9. Liebe FS,
    er ist eben nicht Dein Traumpartner. Du hattest noch nie einen und deswegen hältst Du ihn dafür, weil er ein netter Mensch ist. Schreib' es einfach Eurer unzureichenden Erfahrung zu.
    Du lebst mit einem Mann eine körperliche Nähe, die Du nicht so empfindest. Das macht Dein Ekelgefühl aus.
    Mit Dir ist alles ok, mit ihm ist alles ok, er ist charakterlich einwandfrei, Du wahrscheinlich auch. Was Euch fehlt ist die gegenseitige Anziehungskraft. Diese wird immer unterbewertet und man/frau entscheidet nach Verstand. Insbesondere introvertierte Menschen neigen dazu, weil sie auch sehr reduzierte Chancen haben. Ich kann Dir von dieser Rationalität nur abraten: "lieber allein als gemeinsam einsam".

    Aus der Lebensgeschichte einer alten, introvertierten Frau: ich war mit 18 unglaublich verliebt, zum ersten Mal. Davor war ich eher von den Beziehungen der anderen irritiert. Es war nur eine ganz kurze Zeit gut, dann ging es auseinander. Mit Ende 20 ging ich in eine Vernunftehe, lebte ständig Nähe, die ich nicht fühlte und wurde schwer depressiv. Mit Ende 40 ließ ich mich scheiden und traf 5 Jahre später einen Mann mit dem es passte: körperlich und sozial. Es wäre sicherlich besser gewesen mir die Ehe zu ersparen, aber das weiß man immer erst danach. WennDu Abneigung gegen körperliche Nähe empfindest, lass' es sein. Du vergiftest Dein Leben.

    Egal wie charakterlich einwandfrei der Mann ist, er ist nicht der Richtige für Dich - daher lass' es sein. Es wird Euch beiden nicht gut tun.
    Ich bin froh, dass mein Ex sich charakterlich als A***loch gezeigt hat. Daher konnte ich mich gut trennen. Ich hätte mich aus emotionalen Gründen trennen müssen, habe es aber nicht getan, weil ich das garnicht verstand.

    Hör auf Dein "Bauchgefühl", es passt nicht zwischen Euch. Selbst wenn Du 30 Jahre suchst - das ist es wert, kann ich Dir aus Erfahrung bestätigen. 20 Jahre gequälte Ehe waren verschwendete Lebenszeit.

    Du musst ihm nicht wehtun. Zieh' das Problem auf Dich: Du kannst Nähe nicht. Dass es für ihn gilt, musst Du ihm nicht sagen.
     
  10. Dein Unterbewusstsein hat es wohl nicht abgehakt daher solltest du doch diese Hilfe in Anspruch nehmen, damit du es genießen kannst wie es sein sollte !
    Da du schon mehrmals mit ihm intim warst und es als schön empfunden hast glaube ich schon das ein guter Therapeut dir helfen kann !
     
  11. Liebe FS,

    sprich mit Deinem Freund darüber, was Du als Kind erlebt hast. Und - wie einige schon empfohlen haben - such Dir einen Therapeuten, damit Du Deine Erfahrungen aufarbeiten und Dir eine Beziehung aufbauen kannst, in der auch Du rundum glücklich bist.

    Alles Gute!
     
  12. Dein Verstand hat es abgehakt, Dein Unterbewusstsein jedoch wohl offensichtlich nicht.

    Sprich mit Deinem Partner und erkundige Dich, wo Du Hilfe bekommen kannst. Glaub mir, das würde Dich immer wieder einholen, bei jedem Mann.
     
    • # 14
    • 06.02.2015
    • Gast
    Liebe FS,

    es kann, muss aber nicht mit Deiner Vergangenheit zu tun haben.

    Ziehe in Erwägung, dass zwar Dein Verstand sagt, dass er perfekt für dich ist, dein Herz/Gefühl aber nicht. Herz und Gefühl kalkulieren nicht.

    Riechst Du ihn gern? Wenn man z.B. den Geruch eines Mannes nicht mag, kann er aussehen wie Robert Redford, Geld haben wie Gates und nett sein wie…..keine Ahnung, Du würdest Dich trotzdem nicht wohl fühlen und wirklich verlieben können.
    Du wünschst Dir so sehr eine Beziehung, dass du Dir Deine Ablehnung vorwirfst, weil doch anscheinend alles passt.

    Bitte nimm Deine Abneigung ernst und nimm es Dir nicht übel, nur weil er nett ist! Er kann auch nichts dafür, aber er passt vielleicht einfach nicht zu Dir……

    w
     
  13. Liebe FS, das kann schon die Ursache für dein Verhalten sein. Das Thema solltest du unbedingt aufarbeiten und schaun, ob sich dann etwas ändert. Vielleicht empfindest du ja Ekel vor Männern aufgrund dieser Erfahrung.
     
  14. Es kann mit Distanzverhalten deinerseits zu tun haben. D.h. dass du in der Vergangenheit selber etwas erlebt hast, das Nähe für dich bedrohlich erleben liess.

    z.B. können in gewissen Fällen - ohne dass ich nun denke, dass du da direkt betroffen bist- traumatische Erfahrungen und auch narzisstische oder psychotische Persönlichkeitszüge zu derartigem Fühlen führen. (Nähe wurde bedrohlich und als erstickend erlebt in einer früheren Lebensphase.).

    Falls nichts derartiges in deinem Leben zu finden ist, kann es auch sein, dass du dich eingeengt fühlst: übernimmt er zuviel, stimmt die Kommunikation nicht. Fühlt er sich immer stärker und stärker in der Beziehung und du wirst zum schwächeren Part und wehrst dich innerlich dagegen...forsche nach, was es sein könnte, denn etwas stimmt nicht, wie dir dein Gefühl ja sagt.

    Alles Gute
     

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