1. Ist Bindungsunfähigkeit behandelbar?

    Hallo Ihr Lieben,

    ich würde gerne wissen, ob Ihr dazu Erfahrungen habt. Nachdem ich mich nun intensiv reflektiert habe und mir eingestehen muss, dass ich nicht bindungsfähig bin, frage ich mich natürlich, ob es noch einen Weg aus dieser Misere gibt. Dabei geht es gar nicht mal nur um Liebesbeziehungen, sondern auch darum, dass ich keine Sozialkontakte mehr aufabauen kann. Vielleicht kennt das jemand: ich möchte am Wochenende nach unzähligen meetings, Telefonkonferenzen etc. nur noch Ruhe, aber leide irgendwie auch darunter, da dieser riesige Stresspegel dann mit einem Mal abbricht. Ich habe dann diese quälende Gefühl, ich kann niemand um mich ertragen und jedes Gespräch ist mir zu anstrengend. Was Liebesbeziehungen betrifft, habe ich ich mich hier ja schon öfters ausgeheult. Damit geht es mir deutlich besser und ich kann durchaus die Vorzüge desSinglelebens genießen.
    Insgesamt quält mich aber einfach, dass ich nicht (mehr) in der Lage bin, zu irgendeinem Menschen eine Bindung aufzubauen und ich frage mich, ob das noch einmal heilbar ist. Habt Ihr damit Erfahrungen?

    Wie immer danke ich Euch von ganzem Herzen!
    Euer Hasendompteur
     
  2. Liebe Hasendopteurin, da erkenne ich mich wieder! Mir geht es ganz genauso. Ich wünsche mir am Wochenende und an meinen freien Tagen bzw wenn ich Urlaub habe, nichts als Ruhe und keinen Menschen um mich. Selbst Telefonate sind mir zuwider..oje.
    Nur Du bist wesentlich jünger als ich, stimmts?
    Du bist mir hier schon immer sehr sympatisch und absolut ehrlich rübergekommen. Leidest Du, fühlst Du Dich einsam? Hast Du eigentlich gute Freunde, die Dich vermissen?
    Bei Dir habe ich das Gefühl, Du stehst am Rande des Burnout und das kann man therapieren. Geht es Dir dann wieder besser, bist Du auch wieder bereit zu Kontakten und diese auch zu pflegen. Aber Du kommst mir ausgebrannt vor und das ist nicht ohne und nicht in drei Wochen überstanden.
    Ich selbst habe manchmal bei mir das Gefühl, ich verändere mich stark zum negativen. Ich werde gereizt und ungeduldig und halte den Deckel drauf. Dann will ich einfach nur noch alleine sein. Ich habe aber nur noch zwei Jahre bis zur Rente und dann hoffe ich, dass es mir besser geht. Ich habe Pläne.
    Aber Du bist eine junge Frau, drum lass Dir helfen, fahre mal zur Kur, komme zur Ruhe.
    Das würde mir Sorgen machen. Alles Liebe.
     
  3. Das geht vielen Menschen so und macht sich in unterschiedlicher Ausprägung bemerkbar. Und sicher wird es im Alter nicht besser.
    Auch ich bin gerne alleine. Nach meiner Arbeit habe ich ein großes Ruhebedürfnis. Ich liebe es einen ganzen Tag frei von sozialen Kontakten zu haben, so kann ich wieder aufladen. Einen Mann täglich sehen oder gar mit ihm zusammen zu wohnen, wäre für mich undenkbar.
    Mein Ex-Freund hat mich sogar noch übertroffen: er schaffte es locker, sich einige Tage gar nicht zu melden und ist lieber alleine zuhause. Selbst bei gemeinsamen Treffen war er sehr für sich und brauchte nur selten Berührungen. Zuviel Nähe hat ihn aggressiv gemacht. Auch Kompromisse waren nicht möglich. Er wollte in jedem Augenblick so leben, wie er es sich vorstellte. Also jemanden treffen, weil es der andere gerne möchte, war nicht möglich, wenn er nicht wollte. Es gab ihm auch kein gutes Gefühl, andere Menschen glücklich zu machen. Seit er keine Beziehung mehr hat, ist er wieder zufriedener. Auch Freundschaften pflegt er nicht.

    Ich kenne jede Menge Leute die für sich sein wollen. Sogar einen Mann, der in 50 Jahren nie eine Beziehung hatte und auch sonst keine Freunde. Oder einen anderen, der sich nach einer gescheiterten Beziehung schon seit Jahren von allen sozialen Kontakten zurück gezogen hat. Er hat in dieser Zeit ein Buch geschrieben. Dennoch scheinen diese Menschen nicht unglücklich zu sein.

    Die Frage ist, ob du damit glücklich bist? Wenn ja, würde ich die gesellschaftlichen Erwartungen ignorieren und weiter so leben. Wenn nein, dann würde ich das Thema angehen und versuchen es zu ändern.
     
  4. Wenn man mit relativ vielen Menschen zusammenkommt, ist es ganz gut und ganz normal alleine zur Ruhe zu kommen.
    Dann sei doch glücklich darüber, dass können die allermeisten Menschen nicht!
    Ich glaube es ist mehr oder weniger eine Frage der Einstellung, falls du das möchtest, kannst du das auch!
    Wenn es für dich kein dringendes Bedürfnis ist, dann lass es einfach bleiben, denn keiner wird glücklich damit.
     
  5. Das klingt nach starker Überlastung und Überarbeitung. Da gehen auch bindungsfähige Leute in den Rückzug, hier wurde schon das Wort Burnout angesprochen.
    Die wichtigste Bindung ist die zu dir selbst. Die solltest du stärken, indem du eine bessere Work-Life-Balance hinbekommst.
    Grundsätzlich halte ich dich schon für bindungsfähig. Du hast doch eine Tochter und auch eine Bindung zu ihr aufgebaut?
    Ich denke du hast gelernt dich selbst an letzte Stelle zu stellen. Eine Kur würde ich dir auch raten.
     
  6. Sich selbst sollte man an die erste Stelle setzen, nur so entwickelt sich Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.
    Jeder ist die absolut HÖCHSTE Priorität in seinem einmaligen Leben.
    Niemand anders. Jeder sollte das machen, was FÜR IHN das Beste ist.
    Und dafür muss man keine schlechten Gefühle haben, auch wenn einem das die Gesellschaft, Priester und Eltern vielleicht einreden wollen.
     
  7. Du hast aber schon erkannt, dass es an der beruflichen Überreizung liegt ... welche die Flaute im Privatleben dann zur Folge hat.
    Wenn der Beruf krank macht - muss man dort was ändern.

    Als ich einige Jahre für die Großparfümerien arbeitete, spürte ich die Einsamkeit der Wochenenden sehr schmerzvoll. Werktags strömten tausende Menschen an mir vorbei. Mit hunderten habe ich gesprochen und beraten. Aber dann auf dem Weg zum Auto wurde es einsam. Daheim aus den eleganten kleidern und Schuhen herausgeklettert, taten erst mal die Füsse weh. Und es war still. Einerseits erholsam. Andererseits einsam.
    Und für größere Aktivitäten oder um private Gruppen aufzubauen, war ich einfach zu erschöpft. Es wäre schön gewesen, einen Partner zu haben, der daheim sich freut wenn ich komme. Der mir die Füsse massiert und wir es uns gemütlich machen. Aber der war nicht da. Wenn, dann habe ich beruflich den Menschen das Leben schöner gemacht und deren Defizite ein wenig ausgeglichen (Duftkauf & Schönheitsberatung). Irgendwann hatte ich die Industrie satt, die sich durch meine Energien bereicherte und mir auch noch die Freizeit verdarb. Dann habe ich wieder was geändert.

    Deine Beiträge zeigen, dass du gut vorwärts gekommen bist.
    Aber offensichtlich gehst du im Leben immer wieder in extreme Situationen bzw. gestaltest dir solche. Das scheint ein Muster zu sein.
     
  8. Liebe Fs,
    wenn Du leidest, frage doch einfach mal einen Psychocoach. Sogar wenn Dein Haar schlecht sitzt, gehst Du zu einem professionellen Friseur und schnipselst nicht selbst mit der Scherer an Deinen Haaren rum. Ist deine Lebenszufriedenheit nicht mindestens genau so viel wert, wie Dein Haar?

    Die Lebenszufriedenheit bestimmt sich durch die Qualität Deiner sozialen Kontakte.
    Solltest Du wegen Deines stressigen Jobs Deine sozialen Kontakte nicht mehr pflegen können, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Du Dein Leben furchtbar findest.
     
  9. Ja eine gute Frage. Es klingt wirklich nach
    Burnout und ALLES ZUVIEL..und ich kenne
    Auch so einige Menschen die wieder Energie auftanken im Reduzieren der Sozialkontakte in der Freizeit. Gehöre selbst dazu. Es gibt auch die Extravertierten, die laden auf durch viel
    Kontakt, telefonieren Gesprächsrunden Action.....
    Echte Bindungsunfähigkeit ist ein anderes Thema, das seine Wurzeln in der frühen Kindheit hat. Kann dazu bestens
    Empfehlen das Buch von H.Joachim Maaz: * Das falsche Selbst*.Hier werden
    Im TB format frühe Bindungsstörungen
    dargestellt.Auch gute Bücher zum Thema
    und was ggf. zu tun ist von Stephanie Stahl...
    Alles Gute!
    W
     
    • # 9
    • 23.09.2018
    • void
    Also ich seh die einzige Lösung darin, alles zu reduzieren, was Dich am WE sagen lässt "endlich Ruhe". Aber wenn es Deine Arbeit ist, wird das nicht gehen.
    Ansonsten ... hm. Ich weiß nicht, ob Du ständig erreichbar sein musst oder ständig auf Dein Smartphone guckst. Die Reizüberflutung würde ich auch als Grund sehen, dass viele nur noch Kontakte wollen, die sie SCHEINBAR kontrollieren. Also zurückschreiben können, wenn einem gerade danach ist und dann mit der Aufmerksamkeit weiterspringen. Natürlich sind viele nicht in der Lage, ihren Smartphone-Konsum zu kontrollieren, sie antworten gleich, sie lesen vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen irgendwelche Belanglosigkeiten und haben so ständig jemandem in ihrer Gegenwart, der Aufmerksamkeit verlangt wegen des Antwortens.

    Mal ganz abgesehen davon, dass Freunde zu finden extrem am Glück liegt, den richtigen Menschen zu begegnen. Also wenn der "neue Freund" dann nur einen Mülleimer braucht, in den er sich stressablassend kübeln kann, ohne sich auch für den anderen zu interessieren, hast Du ja nicht das, was Du wolltest, sondern einen weiteren Faktor geschaffen, vor dem Du Ruhe haben willst, aber vielleicht nicht mehr aus der Nummer rauskommst, falls Grenzensetzen Dir schwer fällt.
     
  10. Ja, habe ich.

    Ganz besonders in den Jahren, als ich gegen mich selbst angekämpft habe und unbedingt sein wollte, wie alle anderen auch, habe ich sehr darunter gelitten, in diesen Bereichen nicht mithalten zu können.

    Ich schien irgendwie keine (tragfähigen) Bindungen aufbauen zu können, dachte, ich bin unnormal, zumal ich dies ja auch von meinem Umfeld so vermittelt bekam.

    Nein bin ich nicht, nur sehr introvertiert.
    Die Anpasserei war es, die mir nicht bekommen ist und eine falsche Vorstellung davon, was 'Normal' ist und was nicht.
    Ich wollte diese Charakterzüge an mir viele Jahre schlicht nicht akzeptieren, dachte immer, dass ich alles falsch mache.

    Denn Fakt war auch, dass ich schon immer gerne allein war, mich schon als Kind vorzugsweise allein beschäftigt und mich durch die Anwesenheit anderer schnell bedrängt und eingeengt gefühlt habe.
    Im Kinderheim, ende der 70er, wurde ich vom Heimleiter dafür regelmässig verprügelt, weil ich lieber alleine las oder much beschäftigte.

    Dabei war es immer offensichtlich, wie sehr ich Abstand brauchte, nachdem ich mit anderen zusammen war, wie schweigsam ich inmitten von Trubel bin und ich mich in Menschenansammlungen niemals wohl fühlte.

    Im Grunde war ich schon immer ein Einzelgänger und dazu noch sehr introvertiert.
    Heute leide ich nicht mehr darunter, sondern akzeptiere mein Selbst, wie es ist und es tut mir gut. Es gibt kein Leid und keine Quälerei mehr.

    Ich gehe aus, wenn mir der Sinn danach steht, aber am liebsten bin ich halt allein mit mir.
    Telefonieren fällt mir lästig, rumtexterei ebenfalls. Nach spätestend der dritten SMS die ich bekomme, bin ich genervt.

    Mir fehlt auch irgendwie gar nichts. Ich vermisse keine Nähe, ich vermisse keinen Sex, ich vermisse nichts, was im Bezug zu anderen steht und pflege nur noch ganz, ganz wenige Kontakt zu anderen und auch das ist mir oft schon zu viel. Doch sind mir diese wenigen Menschen wichtig, mir liegt an ihnen.
    Ich freue mich, sie zu sehen und ich freue mich, sie zu verabschieden.

    Was mich mal interessieren würde, hast Du Dir die Diagnose Bindungsunfähigkeit selbst gestellt, oder nimmst Du mittlerweile psychotherapeutische Hilfe in Anspruch?

    Ich würde Dir das doch nahelegen, da Du ja scheinbar unter den Umständen leidest und Dich immer und immer wieder in Frage stellst.

    Lieber Gruß
     
  11. Das ist schon mal sehr gut. Es ist noch gar nicht so lange her, da warst du nicht mal sicher, ob ein Singledasein überhaupt etwas Positives hat.

    Dass du dich bindungsunfähig fühlst und an deinen freien Tagen einfach nur Ruhe haben willst - das kommt mir sehr bekannt vor. Ich bin zur Zeit genauso drauf - ich leide aber nicht darunter. Bei mir gibt es zwei Ursachen: Sehr viel Arbeit, so dass jede Freizeit ganz klar Erholung sein muss und eine menschliche Enttäuschung vor 2 Jahren, die mich zu der Erkenntnis gebracht hat, dass ich dieses Mann-Frau-Ding überhaupt nicht kann - und auch nicht brauche.

    Ich kenne das auch, dass mir Gespräche manchmal "zu anstrengend" erscheinen. Bist du vielleicht etwas introvertiert? Wenn ich etwas zu sagen habe, rede ich ganz gern mal. Aber nicht immer habe ich so viel Interessantes zu erzählen, und ich kann auch mal ganz gut schweigen. Ist es bei dir ähnlich?
     
  12. Ich fürchte Du wirst im beruflichen Bereich Abstriche machen müssen um an Dein Ziel zu kommen.

    Ich selbst arbeite bewusst TZ, hab dann halt kein Geld für unnötigen Luxus, geh auf Flohmärkte etc und geniesse den Freiraum.
    Es geht darum, bewusst Prioritäten zu setzen. Und zwar bevor man die Diagnose Burnout oder Krebs kriegt.

    Eigentlich klingt es eh als wärst Du in einer Luxusposition,...Du hast einen gut dotierten Job denke ich, und kannst daher reduzieren oder was anderes machen. Ohne Deine Existenz zu gefährden. Im Unterschied zu einer Putzfrau oder Supermarkt Kassiererin.
    Daher: weniger jammern. Weniger Selbstmitleid. Konsequenzen ziehen.
    Waere mein Vorschlag.
    Du kannst eh nicht erwarten dass Partner oder Freunde Dich "auftanken" während Du selbst jeden Funken Energie in Deinen Job steckst (das war vor paar Jahrzehnten ja Rolle der Hausfrau.. geht heut nimmer. Zum Glück :)
     
  13. Ich finde, dass du in gewisser Art und Weise normal bist :)
    Wenn man eine stressige Woche hatte, ist es für viele Menschen schwierig, auch noch ein ausgefülltes Privatleben hinzubekommen.
    Was mir hilft sind Sportverabredungen oder Verabredungen abends zum Essen - das ist beides entspannend ohne dass man den ganzen Tag dafür verplanen muss. Und wenn man erst mal losgegangen ist, wird es oft doch ganz nett.
    Mit Beziehungen finde ich es auch ähnlich. Mich stresst es auch, wenn ein Mann zu viel von mir will. Manche Menschen wissen nicht, wie es ist, wenn man ständig am Limit arbeitet. Man lädt dann seine Batterien zuhause auf beim Nichtstun. Kenne einige Frauen, die beruflich total erfolgreich, dazu total attraktiv sind und das ganze WE nur Netflix schauen, weil alles andere ihnen zu viel wird. Vielleicht abends ne Stunde laufen, lieber aber auch alleine.
    Der Vorschlag mit einer Kur oder Auszeit wäre vielleicht nicht schlecht. Wie geht es Dir, wenn du mal 2 Wochen Urlaub machst?
     
  14. Liebe FS,

    nach allem was ich von dir hier gelesen habe, halte ich dich für beziehungsfähig. Ich vermute bei dir eher Resignation durch zahlreiche Enttäuschungen und derzeit eher einen Burnout wegen dem Stress in der Arbeit.

    Erst einmal solltest du in dich hineinhören ob du tatsächlich so ein einzelgängerischer Typ bist und gerne für dich alleine oder gesellig...oder beides und derzeit aber keine Kraft für andere Menschen. Kannst du hier noch etwas dazu schreiben?

    Bei mir ist es phasenweise auch so, dass ich für mich sein möchte. Ich gehe sorgsam mit meiner Zeit um und das ist auch das wertvollste, was man anderen schenken kann. Da überlege ich dann auch wirklich, ob Treffen mit bestimmten Menschen mich erfüllen oder eher nicht. Es gibt Menschen mit denen ich wahnsinnig gerne Zeit verbringe und dann schlauchen mich auch die Treffen nicht. Ansonsten sage ich mir, dass ich meine Zeit viel besser für mich nutzen kann (lesen/lernen, neues sehen und entdecken, Natur etc.). Hast du Menschen bei denen du dich nach Treffen belebt udn glücklich fühlst`?

    Macht dich dein Job und die Arbeitsbelastung glücklich? Vielleicht gibt es die Möglichkeit die Arbeitszeit zu reduzieren, damit du dir Zeit für andere Dinge nehmen kannst. Ich werde z.B. nicht mehr Vollzeit arbeiten, weil ich noch viele anderen Interessen habe und die Arbeit mir momentan zu viel Zeit frisst... wäre das eine Option für dich? Gäbe es die Möglichkeit für dich eine Auszeit zu nehmen und etwas anderes auszuprobieren?

    Ich kann dir hier noch ein paar Tipps geben, dass du insgesamt zufriedener wirst und Kraft auftankst, was bei mir auch hilft:
    -Waldspaziergänge mind.1-2 mal die Woche und viel frische Luft
    -an einen See oder Fluss und beobachten von Tieren
    -in den Himmeln schauen, Wolken oder nachts die Sterne beobachten/Achtsamkeit
    -medtieren lernen oder Yoga
    -nette Menschen und schöne, bereichernde Gespräche
    -in die Decke kuscheln und etwas warmes trinken
    -Dankbarkeitsbuch schreiben (jeden Tag drei Dinge wofür du dankbar bist)
    -Kurztrips/Reisen um neues zu sehen
    -kreatives (malen, dekorieren, VHS Kurse oder fotografieren)
    -in die Berge zum wandern
    -Sport machen ist wichtig und viel trinken
    -in werde mich demnächt ehrenamtlich für Kinder engagieren

    lerne einfach mal zu staunen und das schöne wahrzunehmen...mir hilft mein Dankbarkeitsbuch wirklich sehr und natürlich die Natur.
     
  15. Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin auch ähnlich wie du und habe keine Lust mehr zu suchen. Allein die Vorstellung lange Briefe zu schreiben, telefonieren und mich zu vermarkten macht mir Angst. Die Vorstellung auf Antworten zu warten, enttäuscht zu werden, ersetzt und versetzt werden....... Nee, diesen Zirkus möchte ich nicht mehr. Ich möchte die Tür zu machen, Musik hören und meine Ruhe haben. Irgendwie habe ich mich mit meinem Schicksal abgefunden. Dabei wünsche ich mir eine Beziehung sehr. Aber ich habe sehr viele Baustellen, die noch nicht abgeschlossen sind. Der Beruf, die Kinder, der Haushalt....und last but not least mein Exmann.... da bleibt keine Zeit für einen neuen Mann. Von der anderen Seite denke ich manchmal, ich bin sowieso die ganze Zeit am Kochen und Waschen. Auf einen mehr oder weniger kommt es auch nicht an. Er (der auserwählte) könnte doch zu uns ziehen, wir konnten ihn in unsere Familie aufnehmen, er konnte sich in unsere Familie integrieren. Wir konnten alle zusammen im Garten Fußball spielen (lach).... Es gibt so viele einsame Menschen. Wir konnten zusammen sein statt jeder für sich allein... Dass ich soweit bin, dauerte auch sehr sehr lange.....

    Im Moment denke ich sehr oft und viel über die Vergangenheit nach. Über die Erinnerungen, die mich geprägt haben und aus mir der Mensch machen der ich nun mal bin. Ich denke, wenn ich diese Erinnerungen abgearbeitet habe, wird sich auch sehr leicht einen neuen Partner finden und bis dahin habe ich ja euch und meinen Musikapp ;-).
     
  16. Bindungsangst liegt in der Regel in der Kindheit begründet. Mangelnde Aufmerksamkeit der Bezugsperson, fehlende Liebe durch die Eltern verhindern die Entwicklung des Urvertrauens. Wer kein Vertrauen entwickeln konnte, wird immer Angst haben.
    Entwicklungsdefekte der frühesten Kindheit sind sehr schwer zu beheben, vor allen Dingen, wenn derjenige sein Verhalten gar nicht ändern will. Wenn ich diesen post lese, frage ich mich

    a) was das mit Bindungsangst zu tun hat
    b) warum der FS eine Partnerin sucht, wenn er lieber allein sein will

    Sucht der FS Sozialkontakte weil die Gesellschaft das erwartet? Ich sehe hier kein Bedürfnis nach der Gegenwart von anderen Menschen.

    Ein Therapeut kann nichts heilen, wenn der Patient gar nicht geheilt werden will. Ich glaube die Probleme des FS liegen ganz woanders. Das sollte aber jemand beurteilen, der eine entsprechende Fachausbildung hat und kein Forum.
     
  17. hier wollte ich dich noch konkret fragen wie viel du arbeitest. Ich für mich habe festgestellt, dass ich mit Teilzeit gut hinkomme, da ich wenig Fixkosten habe. Ich wage das Experiment jetzt auch mal...
     
  18. Ich denke auch, nur eine Vermutung, dass du im Beruf einer dieser überverantwortlichen Menschen bist, die alles hergeben.
    Wenn du eine Zusage machst, hältst du sie auch ein. Also du bist schon verbindlich. Aber ich glaube, für dich selbst tust du noch zuwenig.
     
  19. Liebe Hasendompteurin,

    Ja, man kann.
    Aber das ist ein langer Weg, vor allem erst mal zu Dir selbst.

    Ich habe so einige Threads von Dir im Hinterkopf , und auch so eines, was Du über Deine Geschichte schriebst.
    Mal euphemestisch ausgedrückt, ein Riesenpaket.
    Von Deinem Elternhaus, Deiner Schwester, Dein eigener Weg, mit sehr, sehr viel Leistung und nicht nur keine Anerkennung, sondern Abwertung. Keine Liebe, keine Wertschätzung, nur Ignoranz und ein Umfeld, dass Dich immer mehr schwächt und belastet.

    Der Burnout schreit nicht nur aus diesen Zeilen, sondern auch schon aus früheren Threads, allerdings, ich lehne mich aus dem Fenster - als Symptom, nicht als Ursache.

    Der Tipp, eine Kur zu machen, ist eine gute Idee, allerdings keine "Kur", sondern ein Regenerierungsaufenthakt in einer psychosomatischen Akutklinik.
    Mit dem Grund Erschöpfungsdepression.
    Einfach dir eine Auszeit nehmen, Dich um Dich selbst kümmern, Ruhe, Achtsamkeit, Wertschätzung lernen.

    Bindungsfähigkeit fängt mit der Beziehung zu sich selbst an, bei Deinen Erfahrungen vermute ich, dass Du Dich selbst nicht schätzt, noch weniger liebst. Weder Deine Bedürfnisse kennst, noch Dir Zeit und Raum für Träume gönnst, noch Grenzen setzt.

    Auszeit wäre der erste Schritt, und dann sorgsam eine *n geeigneten Therapeuten / in suchen, am besten mit Erfahrung mit Traumata. Auch das Erlebnis permanenter Ablehnung, Unwertschätzung, Anfeindungen verursachen Traumata.
    Lies mal parallel zum Thema komplexe PTBS und innere(s) Kind(er).
    Du kannst Dir auch parallel mehrere anschauen, und da höre gut auf Dich, Sympathie ist fast wichtiger als Sachkenntnis.

    Dir viel Kraft, und wage es endlich.
    Es lohnt sich.

    W,49
     
  20. Hallo Ihr Lieben,

    wie immer kann ich Euch an dieser Stelle nur unendlich für Eure Beiträge danken und natürlich für all die Zeit, die Ihr mir schenkt!
    1000 Dank!! Ich weiß das wirklich sehr, sehr zu schätzen!!
    Ich würde gerne auf jeden einezelnen Beitrag eingehen. Leider ist das nach so vielen Rückmeldungen immer schwierig. Erst einmal muss ich ein kleines Missverständnis aufklären. Mein Job ist momentan extrem stressig, aber das ist kein Dauerzustand. Ich habe das wohl falsch rüber gebracht. Im Gegenteil bin ich mit dem Job sehr zufrieden und er erlaubt mir ein sehr gutes finanzielles Auskommen. Ich würde zwar trotzdem gerne reduzieren, aber das ist in meinem Job ohne Umzug und Neuanfang nicht möglich. Und es ist nicht das Hauptproblem, denn er ermöglicht mir wunderschöne Reisen, ich habe nette Kollegen etc..
    Ihr habt mir wie immer sehr intressante Denkanstöße in anderen Richtungen gegeben. Erst einmal brauchte ich sehr viel Zeit, um über mich selbst nachzudenken. Dabei hat mir ja das Forum extrem geholfen und ich hab das letzte Jahr so eine Art Heilungsprozess durchlaufen, insbesondere auch, was meinen Siglestatus betrifft (ihr erinnert Euch ja noch an mein Dauergejammer). Mich macht es wirklich fertig, dass mir auch klar geworden ist, dass ich im Grunde niemanden um mich ertragen kann und trotzdem darunter leide. Und das kann ich überhaupt nicht einordnen. Ja, wenn es Menschen gäbe, die auf meiner Wellenlänge lägen wäre das anders, aber die muss man erst einmal finden. Und ja: auch darauf habt ihr mich gestoßen: ich war schon als Jugendliche extrem gerne alleine, habe mich mit Büchern beschäftigt, war in der Natur und habe es einfach geliebt. Und mir auch keine Gedanken gemacht, Heute gilt man damit aber als unnormal. Und auch, dass ich seit Jahren erfolglos gedatet habe, hat in mir die Überzeugung reifen lassen, dass ich mich nicht binden kann. Sonst hätte sich doch ml etwas ergeben, aber ich konnte mich nie einlassen.
    Eure Nachrichten helfen mir zum Glück zu sehen, dass auch andere diese Rükzugstendenz haben, aber ist es denn normal auch gleichzeitig darunter zu leiden? Da ist so eine richtige innere Zerissenheit in mir. Vielleicht wird die mir ja auch erst jezt so bewußt, wo ich so viele Dinge in meinem Leben bereinigen konnte.
    Es quält mich halt so, nicht normal zu sein.

    Liebste Grüße und nochmal danke
     
  21. Lösung: Arbeitszeit reduzieren...

    m, 39
     
  22. Hallo Hasendompteur (süß, der Name!),

    Ich gehe davon aus, dass Dein Problem behandelbar ist. Grund für meine Annahme ist, dass bei Dir die Arbeitsbelastung die Ursache ist. Das kann man als äußeren Faktor beeinflussen, so wie es ja auch Samtina beschrieben und getan hat. Das solltest Du tun. Außerdem klingst Du sehr selbstreflektiert, beobachtest Dich aufmerksam und siehst ein, dass Du da ein Problem hast und verschließt nicht die Augen und die Seele davor. Beste Voraussetzungen für Heilung.

    W30
     
  23. ich habe mal in einem psychologischen Ratgeber gelesen, es gibt keine bindungsunfähigkeit. Es gäbe lediglich bindungsunwillige Menschen. Das heißt jeder ist fähig sich zu binden, er muss lediglich erkennen woran es hakt, das es nicht klappt. Könntest Du Dir am WE nicht ab und zu Zeit freischaufeln für Unternehmungen? Zum Sport etc. wie eine Sportgruppe oder Lauftreff? Versuch es mal.

    M44
     
  24. ..Du bist nicht beziehungsunfähig, Du bist überlastet, und der Job zieht Dir zu viel Energie ab.
    Ich bin auch gern allein, Ich bin dann nicht allein, ich bin mit mir zusammen. Jede Störung ist nervig.
    Diese Zeit in Klausur ist in den ersten 2 Tagen sehr produktiv, dann brauche ich Kommunikation.
     
  25. Es müssen diese Entwicklungsdefizite demjenigen erstmal klar sein. Und an frühkindlichen Defiziten zu arbeiten - einfach geht anders.

    m44
     
  26. Meiner Meinung nach bist Du nicht beziehungsunfähig. Es gibt lediglich eine normale Reaktion auf Deine jetzigen Lebensumstände.

    Und Dein Verhalten wird sich wieder ändern, wenn die Balance zwischen Arbeit und Freizeit hergestellt wird. Denn der Rückzug ist ja nur die richtige Reaktion des Körpers auf eine gehörige Portion Stress.

    Wärest Du aber Bindungsunfähig so wäre das schwer zu verändern. Denn das Bindungsverhalten kommt aus der Kindheit. Um das zu verändern bräuchte es über einen sehr langen Zeitraum ein Folge von guten Erfahrungen mit Menschen in Gruppen.

    Die können sich die meisten Bindungsunfähigen Menschen aber meistens nicht abholen. Denn sie schlagen Beziehungsangebote anderer Menschen unbewusst aus, und verhindern damit dass die Beziehungen entstehen, die zur Veränderung beitragen könnten.

    Und auch nur die Leute würden ein Versuch wagen, die unter ihrer Situation massiv leiden. Das sind aber nur wenige. Weil viele einfach ihr Leben an ihre Situation anpassen. So dass sie ihre Situation subjektiv gar nicht oder nicht besonders dringlich verändern wollen.

    Und wo kein tiefer Wunsch da ist, da kann auch mit der besten Therapie nichts erreicht werden.
     
    Moderationsanmerkung: Bitte achten Sie künftig auf eine korrekte Rechtschreibung. Vielen Dank.
  27. Auch hier sehe ich durchaus Parallelen zu mir.

    Als "unnormal" gilt man vielleicht bei extrovertierten Menschen, die ja genau das Gegenteil zu den Introvertierten darstellen. Es gibt auch Aufschneider, die jede Aktivität - und sei sie noch so gewöhnlich und nichts Besonderes - den Leuten unter die Nase reiben, die insofern weniger zu erzählen haben. Besonders misslich, wenn man genau einer solchen Person gern gefallen hätte ...

    Aber dass du nicht "unnormal" bist, liest du ja hier - nicht vor von mir, sondern auch von anderen Foristen, die auch die Ruhe nach der Arbeit schätzen, gern ein Buch zur Hand nehmen, sich in eine gemütliche Ecke verkriechen, die Stille genießen. Gerade in unserer lauten unruhigen Welt ist das doch ein Luxus. Und wenn du damit glücklich sein kannst, dann wird es dir auch gut gehen.
    Wer das "unnormal" findet, passt einfach nur nicht zu dir.
     
  28. Guten Morgen,

    liebe FS, ich meine, dass du dich in eine Schublade packst, wo du nicht hingehörst.
    Ich bin sicher, wenn dir ein Mensch, ein Mann gerecht werden kann, dann erübrigen sich deine Fragezeichen.
    Aus deinem Post entnehme ich, dass du deine Arbeit gerne machst, das klammert einen Burnout diesbezüglich schon mal aus.
    Einen Burnout kannst du auch bekommen, wenn du dir nicht grecht wirst, über dich hinwegbügelst. Du leidest, weil du dich zu sehr infrage stellst. Ich finde du bist noch von dieser Welt und kannst sie gesund wahrnehmen. Allein deine Fragestellung wirkt gefühlt, wie eine Zange. Ich meine, du darfst dir vertrauen und musst deine Zeit nicht mit Energieräuber verbringen, ich denke du kannst vieles aus dir selbst herausziehen, die besten Voraussetzungen überhaupt, um beziehungsfähig zu sein. Pass auf, dass du dich nicht im Reflektionsknäuel verfilzt. Auch hier, die Menge macht das Gift.

    Ich persönlich habe einen übersichtlichen Freundes- und Bekanntenkreis und meide Menschen, die mich energetisch ausräubern, das hat auch zeitweise ein Eremitendasein mit sich gebracht, worunter ich nicht gelitten habe, da Konzentration auf Beruf....Es sind Zeiten gewesen, die vorübergingen, wenn ich ihnen weiter keine Aufmerksamkeit schenkte und mich nicht infrage stellte.



    I
     
    Moderationsanmerkung: Bitte achten Sie künftig auf eine korrekte Rechtschreibung. Vielen Dank.
  29. Hallo FS,
    schade, dass du dich so verbiegen lässt. Wenn du früher gern allein warst und dir keine Gedanken drum machtest - was.hat sich geändert, dass du das nicht mehr kannst? War es der Einfluss der Gesellschaft auf dein Selbstbild? Bei mir war es so, dass ich als Kind immer lieber allein war, erst mit 16-18 wurde ich dadurch traurig, weil es sich als Einsamkeit kristallisierte. In meinen frühen 20ern holte ich das alles in einem tollen Umfeld nach (Studentenwohnheim, Auslandsaufenthalt, Parties ohne Ende). Mitte 20 lernte ich meinen extrem (!) introvertierten Partner kennen, der bis heute nur Familie, aber null Freunde braucht und in sich ruht. Er fragt nicht, was andere davon denken, er hat genug Selbstbewusstsein. @irina_85 schlägt ja Maßnahmen vor (spazieren gehen etc.), die dir bekannt sein werden, aber die Umsetzung ist manchmal schwer.
    Ich komme selbst wieder da hin, dass ich mir immer mehr selbst genug bin, allerdings hänge ich sehr an Partner und Kind. Im Leben bist du vielleicht in einer Umbruchphase und kommst auch wieder da hin, wo du schon in der Jugend warst - glückliche, einsame Wölfin :)
     

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