1. Ist dies Liebeskummer oder eher ein verletztes Ego?

    Hallo Ihr Lieben,

    ich bin frisch getrennt und mein Kopf applaudiert gerade, dass ich ihn los geworden bin. Mein Herz jedoch ist stur und spielt nicht mit. Dieser Mann hat nie wirklich zu mir gepasst. Mich hatten zu viele Sachen gestört (u.a. wichtiger Punkt – Suchtprobleme) und ich hätte mich zu sehr verbiegen müssen, aber gleichzeitig habe ich mich so sehr zu ihm hingezogen gefühlt. Wir haben uns auch sehr gut verstanden…solange ich mich an ihm und seinem Leben angepasst habe. Seit meinen ersten Äußerungen, was mir nicht so gut gefällt und was ich mir anders wünschen würde, ging alles sehr rasant Berg ab. Schon da habe ich mich gefragt, warum mache ich das noch mit? Wir haben uns 2 Mal getrennt, aber paar Tage später doch wieder es erneut versucht. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich mich von ihm emotional abhängig gefühlt habe. Dann Zusammen im Urlaub gewesen, wo alles endgültig eskaliert ist. Es sind sehr verletzende Worte gefallen (auch von mir) und er hat ein sehr hässliches (fast unmögliches) Verhalten an Tageslicht gebracht. In den Momenten war ich aber fast dankbar dafür, weil ich dachte, jetzt fühlt sich die Trennung auch für mich endlich richtig an. Ich lasse mich so nicht behandeln usw.

    Und nun geht es mir doch so schlecht. Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, ich will mich von allem zurückziehen und das macht mir Angst. Das Weinen unterdrücke ich, weil ich Angst habe in Selbstmitleid zu verfallen oder depressiv zu werden und noch tiefer in meinem Gefühlschaos zu stecken. Ich frage mich, warum will ich mit einem Menschen zusammen sein bzw. woher diese Trauer, wenn diese Person und die Beziehung mir nicht mehr gut tut? Ich weiß auch gar nicht, warum ich so traurig bin und so damit beschäftigt bin? Ich kann auch nicht sagen (was hier oft geschrieben wird), dass er der tollste Mann war, dass ich noch nie so einen kennengelernt habe/haben werde oder ähnliches. Ich würde ihn jetzt nicht mal bei mir haben wollen. Trotzdem erwische ich mich dabei, dass ich mir wünschen würde, dass von ihm noch was kommen würde, auch wenn ich keine Beziehung mehr mit ihm vorstellen kann. Also - ist das eventuell nur mein Ego oder verletzter Stolz? Ich habe nicht das Gefühl, dass ich konkret um ihn trauere (oder will ich das nur nicht gestehen?). Auch wenn ich in den letzten Tagen verstärkt an die schönen Momente denke und teilweise auch Schuldgefühle habe, dass ich auch viele Fehler gemacht habe bzw. einiges wegen mir kaputt gegangen ist? Irgendwas löst bei mir so einen Schmerz aus und ich weiß nicht was genau und warum? Und das macht mich so fertig… Kennt das jemand?
     
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  3. Das sind negative Konditionierungen, die mit dem eigenen Gefühl nichts zu tun haben, deshalb ist das so!
    Weil du ihn noch nicht losgelassen hast, sei froh, dass du ihn weg hast und mache keinen Kontakt mit ihm!
    Das Problem ist, dass der konditionierte Kopf nicht kompatibel mit deinem Bauchgefühl ist!
     
  4. Hallo Jovita, bisher hat noch niemand geantwortet (laut dem was mir angezeigt wird) daher versuche ich dir mal mit meinem Eindruck und Erlebnissen weiterzuhelfen.

    Zunächst wäre es evtl. gut ein paar Vorabinfos zu haben um noch näher und konkreter auf deine Frage einzugehen woher die Gründe rühren können, aus deiner bisherigen Darstellung heraus aber klingt es für mich tatsächlich nach der Gewohnheit und natürlich auch dem Ablauf des letzten Geschehens.

    Dennoch klingt beides für mich nach eindeutiger Einsicht dass ein Abschied das wirklich richtige wahr! Ich habe solch eine Trennung auch hinter mir. Zeit, Gemeinsamkeiten, Erfahrungen ... all das verbindet natürlich - ABER der Punkt an dem du in der Lage bist auszusprechen, dass es dir ohne ihn besser geht, ist meiner Erfahrung nach immer und zwar ausnahmslos das eindeutigste Signal dass alles richtig so war und die Entscheidung über dem Schlussstrich tatsächlich der Wahrheit, deiner inneren Wahrheit entspricht!! Du bist eine der wenigen in deren Beiträgen sich diese Zuversicht erkennen lässt wie ich finde.

    Ich habe lange mit einem Mann zusammen gelebt der mir offensichtlich nicht gut tat. Frauen spüren das oft schneller. Für mich klingt deine Schilderung daher genau nach deiner eigenen Antwort! Ich weiß nicht dein wievielter Freund er war oder wie lang ihr euch kanntet oder sehen müsst, das kannst du ja nochmal in einem weiteren Beitrag beantworten, aber ich finde deinen Mut klasse dass du solch einen Zugang zu deinen Gefühlen hast, dir nichts vormachst und diese Beendigung klingt für mich nicht überstürzt sondern wohl durchdacht.

    Es ist niemanden damit geholfen seine Zeit zu "verschwenden" mit einem Menschen wo man einfach merkt es passt nicht. Manche hat man richtig gern, aber Beziehung oder Anziehung funktioniert einfach nicht. Darf ich fragen weshalb ihr noch gemeinsam Urlaub machen wolltet? Aber vermutlich hat dir das wie von dir geschildert die richtigen Antworten beschert.

    Mein Rat wäre nun dich auf diese inneren Fragezeichen in dir mit dir selbst zu fokussieren. Zu hinterfragen woher es kommt und wie du selbst für dich glücklich werden kannst. In solchen Angelegenheiten ist Abstand immer das Beste. Du wirst sicher einen anderen finden der dich glücklich macht und mit dem es passt, alles passt! Ja auch soetwas gibt es :D Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen?!
     
  5. Du hast Angst vor deiner eigenen Courage.
    Alles fühlt sich gerade neu, aber noch nicht so gut an wie du möchtest. Du bist sehr mutig gewesen, sei Stolz darauf und sortiere dich und deinen gewohnten Tagesablauf neu.
    Alles richtig gemacht.
     
  6. Ich denke, weder noch. Das ist die Trauer, dass du deine aufgestauten Liebessehnsüchte nicht mit und bei diesem Mann ausleben konntest.
    Sozusagen ein Ablöseschmerz der Illusion von der Realität.

    Es wird erfahrungsgemäß besser, wenn du deine Hoffnung auf einen neuen Mann projizieren kannst, wieder auf Partnersuche gehst.

    (Dafür werde ich jetzt Schelte einfahren nach dem Motto "viel zu früh für eine neue Suche"- aber rational gesehen gibt es keinen Grund, lieber in deinem Kummereck zu verbleiben, und auch keinen, diesem Mann nachzutrauern... mir hat aktive Suche oder wenigstens ein Zulassen, Neues auf mich zukommen lassen, damals geholfen.)

    Alles Gute dir!
     
  7. Liebe FS,

    deine Gefühle sind völlig normal, weil du dich noch nicht zwanghaft konditioniert hast und seelenlos funktionierst.

    Dieses Gefühl, was du durchlebst, beinhaltet Trauer, den Schmerz eines gebrochenen Herzens und zerbröselten Egos. Du solltest diese Gefühle nicht hinterfragen, sondern dir die Zeit geben, die du brauchst, um alles für dich richtig und gesund abschließen zu können. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der sachlich und emotionslos eine Trennung durchlebt. Gefühle lassen sich nicht auf Knopfdruck ausschalten, da hilft auch die allerbeste Konditionierung nichts, die unser weiser Inspimaster immer empfiehlt.
     
  8. Ich gebe IM recht, es ist Konditionierung, Du hast Dich an ihn gewöhnt, ihn begehrt, es gab auch Schönes, was verbindet, hast ihn in dein Leben integriert, sein Verhalten war Dir vertraut. Jetzt musst Du Dich wieder entwöhnen, und all das loslassen. Da ist erstmal alles fremd, weil ungewohnt, die Lücke, die er hinterlässt, ist mit neuen Gewohnheiten und Wünschen zu füllen. Ist schwer.
     
    • # 7
    • 14.05.2019
    • Anju
    Das würde ich unterschreiben. Eine Trennung negiert ja nicht postwendend ehemals gelebte Wirklichkeiten. Stresslevel bleiben zunächst bestehen und wollen gefüttert werden. Die Frage ist inwieweit Du Dir positiven Input erlaubst.
     
  9. Vielleicht ist es Liebe in ihrer reinsten Form. Liebe ihn im Inneren weiter. Nichts spricht dagegen. Das Karma besorgt alles Notwendige. Ihr lernt gerade aneinander. Er den Umgang mit Suchtverhalten etc. Du Deinen Teil. Überantworte es der Zeit. Geh weiter vorwärts. Vertraue einfach auf das Unsichtbare.
    Erfülle Dich und Dein Leben mit Freude und neuen Ereignissen und "neuen Erinnerungen". Gib ihm immer Deine allerbesten Wünsche und Dein Verzeihen mit auf seinen Weg. Und Deinen eigenen.
    Der Rest kommt, wie es kommen soll.
    Klingt spinnert, aber Du wirst sehen...
    Behalte ihn freundlich im Herzen, und geh weiter.
     
  10. Natürlich kennt das jemand.
    Das nennt sich Liebeskummer. Den hatten wir wohl alle schon.

    Die Trennung ist sehr frisch bei dir.
    Du befindest dich gerade in einem Gefühlschaos, weil du das alles noch nicht einsortieren kannst, was da passiert ist.
    Das geht von Verzweiflung, Vermissen, Wut, Schuldzuweisung gegenüber dem anderen und sich selbst, über Hoffnung, Resignation usw.....alles gleichzeitig.
    Da ist es nicht verwunderlich, dass man sich zurückzieht, wie ein verletztes Tier in seine Höhle. Dass man antriebslos und appetitlos ist. Es ist ein Ausnahmezustand der Gefühle.
    Deshalb würde ich dir raten, das auch so zu akzeptieren, dass es dir gerade nicht gut geht, wegen einer Trennung von einem anderen Menschen, den man auch lieb hatte. Es ist völlig in Ordnung, dass du all diese Gefühl hast, dass du traurig bist, dass du wütend bist, dass du ihn trotz allem auch vermisst.
    Denn vorher war viel Lärm und viel Nähe. Jetzt ist es still und keine Nähe. Selbst wenn die Nähe zuvor negativ war, fehlt sie nun. Man kannte den anderen gut. Es kam alles plötzlich und nun ist es wie ein Schock.
    Deshalb versuche dich möglichst zu schonen. Mach dir also kein Gewissen, weil du gerade antriebslos bist. Das wird auch wieder besser.
    Versuche dich selbst möglichst gut zu behandeln. Eine schöne Badewanne und Kerzen. Einen Tee und eine Zeitschrift. Mache etwas das dich schon immer beruhigt und entspannt hat. Etwas das dir gut tut.
    Bei einem Schock sollte man auch immer eine Kleinigkeit essen und wenn man am trockenen Brot herumknabbert. Das hilft dagegen, diesen Zustand abzumildern.
    Bitte eine Person mit dir spazieren zu gehen.

    LG
     
  11. Ihr beiden habt ja wirklich nicht zusammen gepasst.
    Dich stört sein Lebensstil - er mag deine Kritik nicht. Und dann wird es laut.
    Ich denke, er hat etwas, was dich einfach umhaut. Finde heraus, was das ist. Dann wird es dir besser gehen .....
     
  12. Du hast noch nicht realisiert, dass es vorbei ist oder willst nicht realisieren. Deswegen lässt du auch keine Träne oder Traurigkeit zu. Du bist noch im Schockzustand. Zudem warst du co-abhängig und da wie bei jeder Droge Entzugserscheinungen auftreten. Dir geht es so schlecht, weil du völlig natürliche Prozesse nicht zulassen willst oder kannst, du wehrst dich dagegen und weil du gegen dich kämpfst, kostet es sehr viel Kraft. Zudem wirst du diesen Kampf sowieso verlieren. Du wirst dich besser fühlen, wenn du anfängst, zu trauern und deine Gefühle zuzulassen, egal welcher Art.
     
  13. Weder noch - Liebeskummer ist wenn Verliebtheit bricht und uns plötzlich die Bindungshormone entzogen werden - ein verletztes Ego würde Gefühle wie Wut, Hass, Trotz aber nicht das was du beschreibst auslösen.

    Ich denke du trauerst. Das ist für eine echte Beziehung würdig. Du trauerst über das Ende und die entgangenen Chancen. Diesen Trauern kann am Ende aber auch in einer Beziehung beginnen und enden.

    Im letzteren Fall überlebt sich die Beziehung dann noch eine Weile oder länger. Grund für soetwas ist Angst vor Veränderung.

    Gibt es überhaupt keine Trauer über das Beziehungsende dann gab es nach meiner Meinung auch keine ECHTE Beziehung.

    Daher ist deine Trauer gut und richtig, sofern sie irgendwann ein Ende findet.

    Gut ist auch die Trennung. Dein Grund ist nicht nur ein unklares Bauchgefühl (welches auch auf falscher Konditionierung beruhen könnte). Grund ist Suchtverhalten, daraus entstehendes Beziehungsverhalten sowie fehlende Einsicht und Änderungsbereitschaft des Süchtigen.

    Chancen für Änderungsversuche hat er bekommen. In einer ECHTEN Beziehung ist es richtig dem Partner solche Chancen zu geben. Dies gilt aber nicht unbegrenzt.

    Letztlich ist auch eine Trennung eine Chance. Nicht für die Beziehung, denn die Trennung sollte konsequent sein, aber für den Verlassenen. Ein Anreiz, dass er sich mit seinen Defiziten konstruktiv auseinandersetzt. Eine letzte Hilfestellung. Versteht und nutzt er das nicht ist dies sein und nicht dein Problem.

    Lass deine Trauer zu aber achte darauf, dass sie dich nicht kontrolliert. Setz ihr Grenzen so wie du dich von deinem Ex abgegrenzt hast.

    Unsere Gefühle (auch das Bauchgefühl) sind ein Ergebnis unserer lebenslangen Konditionierung. Daraus ergibt sich ein innerer Engel (konstruktive Gefühle) und ein innerer Teufel (destruktive Gefühle). Werden wir negativ getriggert dominiert der innere Teufel.

    Ideal ist es daher nicht sofort auf Basis von Gefühlen zu agieren, wenn das situativ möglich ist, sondern erst den Kontext und mögliche Triggerpunkte zu reflektieren.

    Weniger problematisch ist spontanes Handeln wenn wir emotional nicht getriggert werden. Bloss wie erkennen wir das?
     
    Moderationsanmerkung: Ein reines Kommentieren von Antworten wird gelöscht. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
  14. @Sunshine89 erstmal vielen Dank für deine hilfreiche Nachricht.

    Als wir uns vor 3 Monaten getrennt haben, ist die Trennungen so solide und clean abgelaufen. Mit Respekt. Auch wenn es für uns beide ein sehr schmerzhafter und herzzerreißender Moment war. Aber ich habe das akzeptiert. Zu dem Zeitpunkt war der Urlaub schon gebucht. Er fing schon am nächsten Tag daran zu zweifeln, ob wir das Richtige getan hätten (uns getrennt). Und eine Woche später haben wir die Beziehung einfach weitergeführt und dann auch den Urlaub gemeinsam angetreten. Im Nachhinein denke ich, er hat es wahrscheinlich gemacht, weil es für ihn bequem war - ich bin immer zu ihm gefahren. Alleine ist er auch nicht so gerne, also warum nicht, wenn ich jedes Mal da antanze.
    Ich glaube, mich macht die Tatsache fertig, dass wir so einen hassgefüllten Ausgang im Urlaub hatten. Ich kann nicht nachvollziehen, dass wegen Kleinigkeiten das Ganze sich in dem Ausmaß hochgeschaukelt hat und so eskaliert ist. Dass kein come back zu erwarten war, das war mir klar. Aber, dass wir menschlich so versagen würden, habe ich nicht mal ansatzweise ahnen können. Und ja - das Geschehen im Urlaub hat mir die Augen endgültig geöffnet.
    Ich hab manchmal aber trotzdem das Bedürfnis nach einem Gespräch, auch wenn ich verstehe, dass das nichts bringen würde und wenn das von mir aus kommen würde, würde ich mich selbst nur erniedrigen. Jetzt im Nachinein verletzt mich sein Verhalten so sehr. Auf dem Hinflug durchgehend Händchen gehalten, nach einer Woche schreit er mich (nach einem schrecklichen Streit davor) an, dass er mir meine Worte nie verzeihen würde und mich nie wieder sehen möchte und dass er jeglichen Respekt gegenüber mir verloren hat. Ich vermute an diesen Punkten habe ich am meisten zu knabbern. Wobei mein nicht unbedingt richtiges Verhalten war nur die Folge seines Verhaltens. Er hat mich grundlos (weil selbst gestresst war und er ist offensichtlich Null stressresistent) den ganzen Tag nur angeschrieen und beleidigt. Er ist eine Person, die schnell überfordert ist und dann kann der Rest der Welt alles nur falsch machen. Dieses Verhalten kannte ich von ihm nicht und irgendwann ist mir auch der Kragen geplatzt.
    So habe ich jetzt Phasen, wo ich die Schuld nur an mir Suche. Aber ich alleine war dafür definitiv nicht verantwortlich.
     
  15. Liebe Jovita,

    ich verstehe dich nur zu gut.
    Ich war 4 Jahre mit einem Mann zusammen, der mir nicht gut getan hat, er hat mich sehr oft nicht gut behandelt, es war eine für mich sehr intensive Beziehung, sehr leidenschaftlich, leider harmonierten wir überhaupt nicht.
    Wir sind seit knapp 5 Monaten getrennt, leider leide ich sehr.
    Es geht mir körperlich und psychisch gar nicht gut.
    Gerade wenn es ein bisschen besser geht, falle ich wieder zurück.
    Versuche an mir zu arbeiten, Selbstliebe usw., ich habe auch keine Ahnung warum es bei diesem Mann so schlimm ist. Er muss bei mir etwas ausgelöst haben....

    Am Sonntag hat er mir zum Geburtstag gratuliert, per Whatsapp, hatten seit der Trennung keinen Kontakt, jedenfalls gehts mir seit gestern gar nicht gut.
    Ich idealisiere ihn immer noch, denke mir, so einen "tollen Mann" bekomme ich nicht mehr, könnte dauernd weinen.
    Wie du also siehst, ich verstehe dich vollkommen, ich glaube da hilft nur die Zeit, dauert wahrscheinlich länger, als bei Anderen.

    Alles Liebe:)
     
  16. Du hast einfach Liebeskummer. Da must Du durch, genau wie wir alle.
    Trotzdem hast Du alles richtig gemacht.
     
  17. Es gibt ein ganz eigenes ICH Gefühl, wie es bei Kleinkinder noch der Fall ist, was mit Konditionierungen nichts zu tun hat und auch nichts zu tun haben will, Voraussetzung, man fühlt es so, ohne anfällig auf Manipulation zu sein!
     
  18. Es tut immer weh sich selbst eingestehen zu müssen, dass man "gescheitert" ist.

    Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich möchte damit nicht sagen, dass eine Trennung etwas schlechtes ist und der Single-Status im Vergleich zur Beziehung minderwertig ist. Dennoch finde ich es völlig normal, dass man traurig ist, dass das, was man ursprünglich wollte - eine glückliche Beziehung - nicht funktioniert hat.

    Ich denke nicht, dass Du dem Mann an sich hinterher trauerst, sondern dem Traum, den Du damit selbst verbunden hast.

    FrauGelb, 30
     
  19. ...jeder wird allein durch seine Gefühle manipuliert. Weinst und trauerst du nicht um einen verstorbenen Freund, weil dein gut konditionierter Kopf dir sagt, der Tod ist eine Erlösung nach seinem langen Leid?
    Das ganz individuelle eigene ICH-Gefühl hat ihre eigenen Gesetze und löst Emotionen in Stressituationen aus, die heilsam sind.
    Eine zwanghafte, sofort anspringende Selbstreflexion verbietet die Trauer und verlängert den Heilungsprozess.
    Es gibt immer drei Phasen:
    1. der Ausbruch von Emotionen, in welcher Form auch immer
    2. die Annahme
    3. die Erkenntnisse, Verarbeitung und Heilung.

    Lassen wir einen Schritt aus, ziehen wir lange bis ewig einen Rattenschwanz an Unverdautem mit uns herum.
    In unserer niedlichen Gesellschaft wird zunehmend mehr erwartet, sich so zu konditionieren und zu optimieren, dass man möglichst alles mit dem Verstand regelt und funktioniert und das möglichst störfrei.

    Die FS befindet sich in der ersten Phase und warum und aus welchen Gründen sie sich in dieser befindet, ist erst einmal nicht relevant.
     
  20. Ich bin der Meinung, dass es kein reines nicht fremdkonditioniertes ICH geben kann. Babies/Kleinkinder sterben ohne Versorgung/Fürsorge/(emotionale)Zuwendung. All dies wirkt konditionierend. Die Alternative zu dieser Konditionierung ist der Tod. Gleichzeitig werden gerade in dieser Phase durch Fehlkonditionierung üble Trauma in Menschen verankert.

    Die persönliche Weiterentwicklung basiert auf weiterer Konditionierung die auf der kleinkindlichen Basis aufsetzt.

    Re- oder Gegenkonditionierung kann im günstigen Fall negative Verhaltensweisen abschleifen, entschärfen usw. Der Rohlingszustand kann aber nicht wieder hergestellt werden. Das wäre auch nicht sinnvoll, denn der unbeschriebene Rohling ist nur leer.

    Das ideale Selbst ist nicht der Urzustand sondern ein optimal positiv konditionierter Charakter.
     
  21. Ich beneide die Menschen, die sich bei Anerkennung des Nicht passend, sofort entlieben können.

    Ich kann es nicht, nach dem Motto: war ja nicht alles schlecht.
    Meist ist es wie Dr. Jekyl und Mr. Hyde
    Letztern will man nicht und trennt sich aber Dr. Jekyl wird eben mit Liebeskummer betrauert.

    Für mich tickst Du da völlig normal und sympathisch, zusätzlich klug weil Du es beendet hast.

    Die Seele ist eben manchmal ein mieser Verräter
     
  22. Hallo Jovita,

    es ist nicht so einfach, auf deine Schilderungen zu antworten, weil ganz viele Informationen fehlen.
    Du umschreibst alles so. Man weiß gar nicht so genau, was eigentlich ständig vorgefallen ist und wieso.
    Wenn du konkret einen Sachverhalt schildern könntest, wäre es einfacher was dazu zu sagen. So bleibt alles ziemlich nebulös.
    Das einzige, was ich rauslese sind Beleidigungen, Anschreien, Ausrasten, Hass, keinen Respekt usw.
    Im Urlaub seid ihr wohl ordentlich zusammengekracht.
    Magst du mal eine oder zwei Episoden etwas genauer schildern, weil so kann ich da gar nichts dazu sagen.
    Ohne die ganzen Infos, die fehlen, vielleicht nur soviel:
    Nimmt man die Summe deiner Äußerungen wird nicht klar, wieso du nicht froh bist ihn los zu sein.
    Da ihr schon in der on-off Spirale seid, kann jetzt gut sein, dass der sich nochmal meldet oder du. Und dann geht alles in die nächste Runde.
    Von daher wäre es jetzt wirklich wichtig zu erfahren, um was es hier eigentlich geht. So gesehen redest du um den heißen Brei herum.

    w 46
     
  23. Nö. Das bekommt niemand hin der real verliebt war oder richtig liebt. Liebeskummer oder Trauer ist normal, wobei die Trauerphase ggf. schon in einer Beziehung abgeschlossen sein kann wenn man an dieser über den eigentlichen Endpunkt hinaus festhalten hatte. Auf den Verlassenen kann man dann eiskalt wirken.

    Sich wie @INSPIRATIONMASTER umgehend auf das JETZT zu fokussieren und die Beschäftigung mit als falsch erkannten Vergangenen zu unterlassen ist theoretisch sinnvoll, praktisch aber nur Menschen die NICHTS fühlen möglich.

    Ich denke um wirklich los zu lassen, muss man ersteinmal alle Gefühle zulassen die auf einen zu kommen. Erst danach ist ein Abschied möglich.
     
  24. Hallo Jovita,

    das klingt nach einer narzisstischen Beziehungsdynamik, die ihr da hattet. Erst alles wunderbar (vielleicht die Warnzeichen übersehen?), dann plötzlich die Entwertung. Dann das Ende mit vielen On und Offs. Du denkst dir, was soll das, wieso behandelt er mich so schlecht, wenn ich ihn doch liebe. Aus deiner Sicht macht es keinen Sinn, aber aus seiner schon. Wer andere in Liebesdingen entwertet, macht es, um sich oben zu fühlen, in Kontrolle zu sein. Nur wenige agieren bewusst so, deswegen erklären sie sich, wenn überhaupt, nur mit Wortsalat, Projektion oder Schuldumkehr. Dass du jetzt nach Antworten suchst, ist klar, weil du dich so nicht verhalten würdest. Aber anstatt zu sagen, der kann mich mal, übst du dich in Selbstzweifeln - denn es kann ja nicht sein, das sich plötzlich alles umdreht, wo vorher Liebe war. Das, was du jetzt erlebst - das ständige an ihn denken - obwohl er sich als grausam erwiesen hat - gehört auch zu der narzisstischen Dynamik. Ja, ich habe das erlebt. Die Muster sind extrem typisch. Wenn dein Englisch einigermaßen ist, empfehle ich dir, dir mal den Blog von H G Tudor anzusehen : Knowing the Narcissist. Du findest da Infos, wie du mit der Situation umgehen kannst und du findest auch Antworten auf deine Fragen, wie es zu dieser Dynamik kommen musste (und wie du sie in Zukunft vermeidest) . Wenn ich nicht Recht habe und es sich nicht um eine narzisstische Beziehung gehandelt hat, dann ist die Lektüre trotzdem Augen öffnend. Alles Gute dir.
     
  25. Hier die FS. Ich bin gerade so dankbar, dass es dieses Forum gibt. Danke für die zahlreichen Antworten. Es sind viele Ansätze und Denkanstöße, die mir helfen.

    @Cressida
    Meine eigentlich Frage war: warum bleiben wir mit jemanden weiterhin zusammen, wenn man merkt, es passt nicht? Wie entsteht eine emotionale Abhängigkeit? Das ist mir zum ersten Mal passiert.
    Ursprünglich wollte ich die Beziehung an sich jetzt nicht analysieren, das würde hier den Rahmen sprengen. Trotzdem paar Beispiele, wie er so war:
    - Nach 3-4 Monaten habe ich paar Punkte angesprochen, was ich mir anders wünschen würde. Z.B. Erreichbarkeit: wenn er mit Leuten unterwegs war, ging er grundsätzlich nie ans Telefon. Nicht mal um kurz zu sagen „ich kann gerade nicht“ oder ähnliches. Das hat mich gestört, da ich sowas nicht kenne. Das hat er versucht zu ändern, hat aber nicht lange funktioniert. Er ist da einfach so.
    -Sein Suchtproblem habe ich auch angesprochen. Da meinte er, er hat das nie verheimlicht, also wieso komme ich damit nach Monaten an? Das sei sein Bier.
    -Dass er oft was alleine für uns geplant hat zB Tickets fürn Konzert schon gekauft ohne zu fragen, ob ich überhaupt darauf Lust hätte. Oder mit Freunden verabredet, wo ist fest eingeplant war, obwohl ich mit ihm gerne was anderes gemacht hätte. Ich hab nur lediglich gesagt, ich würde mir wünschen, dass er auch mal mit mir Sachen vorher abspricht. Die Antwort war: wenn man gemeinsamen Interessen hat, dann muss man nicht jeden Kram besprechen, das sollte schon passen und ich soll einfach mitmachen.
    -wenn ich nach einem Streit über meine Gefühle geredet habe (was mich verletzt hat), hat er den Spieß umgedreht und am Ende war er das Opfer und er hat es oft geschafft, dass ich am ende die Schuldige bin bzw. Mich so gefühlt habe.
    -im Prinzip wollte er nie an Problemen oder Beziehung arbeiten, geschweige noch reden. Wenn ich zu ihm hingefahren bin und wir telefonisch vorher abgesprochen haben - wir reden über das Geschene von xy Tag persönlich, kam nie was von ihm. Als ich dann da war, hat er sich jedes mal so verhalten als ob nichts gewesen wäre und ich war dann diejenige, die dann mit "wollten wir nicht reden" ankam. Nach 2-3 Malen war ich dann dies Böse, die immer diskutieren muss.
    -Im Urlaub direkt am ersten Tag konnte ich ihm auf einmal nichts Recht machen. Er hat mich wegen Kleinigkeiten angeschrien und beleidigt, weil alles nicht so lief, wie er es geplant hat. Ich war vollkommen fassungslos und kannte die Seite von ihm noch nicht.
     
  26. @Rabentochter Danke für den Hinweis. Ich habe mich mit dem Thema erst seit gestern ein wenig befasst. Ob er wirklich ein echter Narzisst ist, kann ich (noch) nicht sagen, aber es sprechen sehr viele Punkte dafür. Und dieser Ansatz hilft mir meine Gefühle zu verstehen und warum ich in der Rolle der Bedürftigen gekommen bin, emotionale Abhängigkeit, mich immer kleiner gefühlt habe, mein Leben nach ihm gerichtet habe, er die Opferrolle geliebt hat, mir das Gefühl gegeben nicht gut genug zu sein, er war ziemlich empathielos und konnte meine Gefühle nicht verstehen, es hieß: entweder passt du dich an oder gehe usw. usw. Ziemlich früh haben meine Freunde gesagt, er manipuliert dich. Ich habe ihn immer wieder verteidigt, wollte es nicht wahr haben.
    Jedoch bin ich immer noch über mich selbst fassungslos - als starke und selbstständige Frau sowas mitgemacht zu haben.
     
  27. Hallo Jovita, es kann jedem passieren in einer solchen Dynamik Abhängigkeit zu entwickeln, du bist nicht "krank" oder so etwas. Du musst dem nur auf den Grund gehen - lesen, verstehen, kapieren, was passiert ist, dann kommst du auch wieder raus aus dem Sumpf und zu dir. Das Umdrehen in Streits (Schuldumkehr) ist extrem typisch. Der Grund weshalb er so agiert, ist nicht unbedingt ein bewusster. Er macht es, um Kontrolle zu haben. Die braucht er. Guck in den Blog, den ich genannt hatte und such mal nach "Fuel", Treibstoff, anderes Wort für narzisstische Zufuhr. Die bekommt man in sinnlosen Streits noch mehr als wenn einen die Freundin bewundert. Dir ging es um Klärung und "die Sache" - damit wieder alles gut ist - ihm um Treibstoff, niemals die Sache. Je verzweifelter du bist, umso mehr bekommt er davon. Wenn du seine Perspektive einnimmst wird alles klar. Es ist nicht deine Perspektive und ihr hattet nicht dasselbe Ziel - das musst du dir bewusst machen. Ja, so sah wie Liebe aus, hat sich für dich auch so angefühlt - war es aber aus seiner Sicht nicht - er wusste aber, was er sagen musste, dass es sich für dich so anfühlt.
    Das ganze ist so verwirrend, weil er wahrscheinlich ein Netz von Freunden und Kollegen hat, die für ihn durchs Feuer gehen - die dich jetzt schräg anschauen und sagen, nee also er ist so wunderbar, der würde das nie tun. Du bist wohl die Verrückte hier.
     
  28. Hallo Jovita,
    im Prinzip sind es meiner Meinung nach zwei Punkte, die das hervorrufen. Das eine ist, dass man es nicht wahrhaben will, das andere ist, dass man es ändern möchte.
    So kommt es dann dazu, dass man emotional nicht loslassen kann, weil man ihn bearbeiten will, also den Konflikt.

    Das sieht man schon daran, dass du mit ihm über die ganzen Vorfälle reden wolltest, und er nicht. Das heißt in der Konsequenz, dass er nicht reden wollte, weil es für ihn nichts zu reden gab.
    Deine ständigen Versuche etwas zu klären, wurden quasi abgeblockt, abgewehrt und wohl auch niedergeschmettert.
    Also du hast den Ball geworfen, und er hat dich ins Leere laufen gelassen. Diskussionen und Verbesserungsvorschläge waren sozusagen unerwünscht.

    Das heißt von seiner Seite gab es keinen Klärungsbedarf. Für ihn scheinen die Dinge klar zu sein. Er zieht sein Ding durch und du kannst dann mitmachen oder es bleiben lassen. Er hat also einen genauen Plan, wo er dich einfügt.

    So gesehen war eine Partnerschaft auf Augenhöhe eher nicht erwünscht. Du hast gekämpft um dir Gehör zu verschaffen, und warst am Ende diejenige, die als Angreifer dargestellt wurde, da du ja sagst er wäre dann als Opfer dagestanden, hätte sich so dargestellt.

    In der Tat kann es sehr gut sein, dass er sich als Opfer gefühlt hat, weil er mit deinen Bedürfnissen, Wünschen und überhaupt deiner Person konfrontiert wurde, was für ihn so nicht ging.
    Was für ihn geht ist, dass du dich nur seinen Bedürfnissen anpasst.
    In der Tat gibt es Menschen, die das können.
    Aber du kannst es wohl nicht.

    Sei nicht traurig darüber, es zeigt, dass du auch eine starke Persönlichkeit hast, deren Ego auch gefüttert werden möchte. Und genau das hat er nicht gemacht.
    Ich würde Narzissmus nicht unbedingt als schlecht pauschalisieren.
    Es gibt auch gesunden Narzissmus. Du bist ja schließlich auch wer.
    Und das wolltest du anerkannt haben, mit deinen Forderungen wie z.B er solle sich melden oder dir Bescheid geben usw.


    Im Endeffekt ist es jetzt deine Aufgabe einzusehen, dass du dich getäuscht hast, weil deine Wahrnehmung dir einen Streich gespielt hat. Er ist nicht so, wie du ihn gerne hättest. Die rosarote Brille ist abgefallen und du siehst ihn wie er wirklich ist.
    Andere Menschen hätten übrigens das sofort gesehen (deine Freunde, die von Manipulation sprachen), du konntest es nicht sehen, hast dir das ja schön geredet, deine Wahrnehmung schön zurecht gebogen.

    Ich finde das nicht so schlimm. Es ist manchmal hart, die Dinge wirklich so zu sehen, wie sie sind. Gerade z.B für Kinder ist es schwer das zu tun. Ihre Eltern sollen halt die besten Eltern sein, auch wenn sie manchmal das Gegenteil sind.

    Also sein milde mit dir, und setze deine rosarote Brille hin und wieder ab, dann siehst du klarer. Auch wenn es schwer fällt.
    Wenn du den Konflikt nicht mehr bearbeiten musst, wirst du auch emotional loslassen.

    w 46
     
  29. Du bist gerade in der Trennungsphase, daher brauchst du jemanden, der dir gut tut, und dieser Mann war bislang dafür geeignet. In solchen Phasen ist man immer leicht angekratzt und auf liebe Menschen in seiner Umgebung angewiesen. Auch besonders verletzbar durch Menschen, in die man Hoffnungen setzt, die diese dann aber nicht erfüllen. So viel zu deinen vermuteten inneren Motiven.

    Was ihn angeht, hat er offenbar ein Selbstwertmanko dir gegenüber wegen deines beruflichen Erfolgs. Das reibt er dir offen unter die Nase, und weil er weiß, dass er dich damit nicht treffen kann, holt er weiter aus und verprickt dir so richtig einen, dort wo es weh tut. Das ist ein ganz schäbiges Verhalten und zeugt nur von seinem schäbigen Charakter. Es lässt überhaupt keine Rückschlüsse darüber zu, ob mit deinem Gesicht tatsächlich etwas nicht in Ordnung ist. Das solltest du erkennen und diese Aussage dementsprechend gewichten und einordnen - nämlich als die eines kleinen Wurms, der aus Neid um sich beißt.
     

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