1. Ist es Alltag oder nur ein schlechtes Behandeln des Partners?

    Liebe Mitglieder des Forums,

    folgende Frage beschäftigt mich in letzter Zeit:

    Wo hört Alltagsverhalten auf und wo fängt schlechtes Behandeln des Partners an?

    Ich versuche, es etwas zu konkretisieren. Ist es bereits schlechtes Behandeln des Partners, wenn man häufig auf seine Meinung beharrt, dem Partner selbstinitiativ wenig Aufmerksamkeit (vor allem körperlich in Form von Zuneigung, Nähe suchen etc.) schenkt und auch mal beleidigend wird (Zitat: „Ich kann deinen ständigen Frust nicht mehr ertragen!“) oder gehört das alles dazu, wenn man schon länger zusammen ist?

    Inwieweit darf der Alltag wirklich einkehren? Ist es ok, wenn sich der Partner nach gewisser Beziehungszeit wenig Mühe gibt? Und falls nein, was bedeutet das für Euch, „Mühe geben“? Würdet Ihr Euch schlecht behandelt fühlen, wenn die Diskrepanz zwischen Engagement in der Anfangsphase und späterem Zeitpunkt der Beziehung groß ist?

    Ich weiß, die Fragen sind etwas konfus/abstrakt. Aber ich bin gespannt auf Eure Meinungen und Ideen!

    w, 25
     
  2. Die Seite wird geladen...

  3. Für mich persönlich ist respektvoller Umgang und Vertrauenswürdigkeit das Fundament einer Beziehung.
    Drunter mach ichs nimmer, auch wenn das andere anders sehen.
    Mir darf man alles sagen, auch Kritik. Ich hab auch null Problem damit wenn einer der Partner Ruhe und Rückzug braucht.
    Aber all das sollte respektvoll kommuniziert werden.
    Nicht unbedingt romantisch weichgespuelt, aber auf Augenhöhe. Der "Alltag" als Ausrede für asoziales Verhalten akzeptiere ich nicht. Ich lass meine Launen ja auch nicht an meinen Klienten aus...
     
  4. »Alltag im Allgemeinen« gibt es nicht - denn jede/r erlebt, erwartet, akzeptiert andere Verhaltensweisen.

    Du musst also herausfinden, liebe @Miriam123, was für dich erwünscht oder erträglich ist. Nichts gehört dazu, wenn man schon länger zusammen ist: weder Glück noch Unglück.

    Finde dich also nicht damit ab, wenn es dir in (d)einer Beziehung nicht gut geht - ändere es, wenn du kannst. Geht das nicht und du fühlst dich weiterhin schlecht, suche dir einen anderen/neuen Weg! Gegebenenfalls den der Trennung.
     
  5. Das sind zwei Paar Stiefel! Ich kann verstehen, daß man geladen nach Hause kommt (Ärger am Arbeitsplatz, Verkehrssituation, Hunger). Ich kann bedingt auch verstehen, daß man diesen Frust am Partner, der weder dem einen noch dem anderen ausgesetzt ist, abreagiert. Ein gute Partner keilt dann aber nicht zurück, sondern fängt einen trotzdem liebevoll auf, bis der Frust verflogen ist.

    Anders natürlich, wenn der Frust keinen erkennbaren Bezug zu psychischen Belastungen hat, sondern zum Allgemeinzustand wird, z.B. weil man unterschiedlicher Meinung ist und keiner nachgeben will. Dieser Dauerkonflikt muß irgendwie konstruktiv angegangen werden. Gelingt das nicht, wäre ein Einräumen zusätzlicher Freiheiten oder gar eine Trennung ratsam.
     
  6. Ich denke, das ist von Paar zu Paar unterschiedlich und kommt auf den Umgangston an, den beide möchten. Wenn sich einer in der Kommunikation immer auf ein Niveau begeben muss, das ihm nicht liegt, klappt es nicht. Egal wo sich das Niveau befindet. Ich finde, wie uns der Inspirationsmaster immer vorerzählt, es ist wichtig authentisch zu bleiben. Muss sich einer verbiegen, ist das ungesund und unangenehm. Wenn ein temperamentvoller Partner auch mal lauter wird und das zu seinem Charakter gehört, kann eventuell nicht jeder damit umgehen. Es muss halt passen, sagte meine Oma.
     
  7. Ist das beleidigend?
    Oder eine verzweifelte Feststellung der anderen Seite, dass für ihn die Grenze des Erträglichen erreicht ist.

    Zeit zu reden.

    Es ist nicht Alltag, wenn man sich in der Partnerschaft unwohl fühlt.
    Wenn es für einen nicht stimmig ist, muss man es verändern.

    Mit Überprüfung und Veränderung des eigenen Verhaltens.
    Mit konstruktiven Gesprächen, wo nicht Forderungen ausgesprochen werden, sondern die eigener Empfindung.
    Mit der gemeinsamen Suche nach Lösungen.

    M, 54
     
  8. Das Schöne ist, dass oft vieles in 2 Richtungen geht und es kein "richtig" und "falsch" gibt.

    Wenn z.B. ein Partner viel körperliche Nähe mag und der andere nicht, dann ist das "Nähesuchen" des nähebedürftigen Partners genauso schlechtes partnerschaftliches Verhalten dem anderen Partner gegenüber wie umgekehrt das distanziertere Verhalten des weniger nähebedürftigen Partners dem anderen Partner gegenüber. Wenn ein Partner Sex haben möchte und der andere nicht, dann ist das diesbezügliche Drängen genauso schlechtes partnerschaftliches Verhalten wie umgekehrt das sexuellle Vorenthalten des anderen Partners.

    Der Satz „Ich kann deinen ständigen Frust nicht mehr ertragen!“ ist ungefähr genauso beleidigend wie umgekehrt regelmäßig seinen Frust und negative Energien beim Partner abzuladen.

    Und übertrieben auf seine Meinung zu beharren tut man gewöhnlich dann, wenn der Gegenüber genauso wenig von seiner Überzeugung abrückt. Im Übrigen bedeutet Partnerschaft auch nicht, dass man seine Meinungen den Meinungen des Partners anzupassen hat. Wichtig ist vielmehr der Umgang und ob man dem anderen auch eine andere Ansicht zugesteht.

    Partnerschaft bedeutet eher, einen gemeinsamen Weg zu finden, mit dem beide zufrieden sein können und eben auch zu berücksichtigen, dass der Gegenüber ganz andere Wünsche haben kann.

    Und das Schlimmste in einer Beziehung und das schlechteste partnschaftliche Verhalten sind meiner Meinung nach Erwartungshaltungen bzw. die Erwartung, dass der Gegenüber einem Dinge zu erfüllen hätte (z.B. selbstinitiative Aufmerksamkeit). Entweder, man schafft es selber, den Gegenüber auf positive Art und Weise ohne Nörgelei und Erwartungshaltungen zu überzeugen, dass das Gewünschte auch für ihn schön wäre oder aber man akzeptiert die Andersartigkeit des Gegenübers, denn alles andere wird über kurz oder lang zum Tod der Beziehung führen. Entweder, weil man selber die Andersartigkeit des anderen nicht akzeptieren möchte und geht oder aber weil der Gegenüber die Beziehung und die Erfüllung fremder Erwartungen zunehmend als etwas sehr Negatives empfinden wird.

    Wenn Partner nicht in der Lage sind, einen gemeinsamen Weg zu finden, bei dem keiner sich selber aufgeben muss und beide glücklich sein können, dann passt man halt einfach nicht zusammen, weil keiner bereit ist, die Andersartigkeit des jeweils anderen zu akzeptieren und so glücklich machen zu wollen, wie der Gegenüber es gerne hätte.
     
  9. Dem kann ich nur zustimmen. Alltag kehrt früher oder später ein, aber wie dieser Alltag aussieht, ist doch von Paar zu Paar sehr verschieden. Auch, was jeder für sich erträglich findet.
    Ich möchte kein Genöle und keine Respektlosigkeiten haben. Kritik gern, im angemessenen Ton. Ich selbst finde körperliche Zuwendung, auch in Form von Umarmen, Kuscheln, mal ein Kuss zwischendurch etc. extrem wichtig und hatte das auch in jeder meiner Beziehungen, auch nach fünf Jahren. Nur, wenn es wirklich kriselte, ließ das nach, und da war das Ende in Sicht. Ich denke, ich könnte mich nicht daran gewöhnen, wenn das "normal" immer weiter abnimmt und man irgendwann WG-mäßig nebeneinander herlebt.
    Wenn ich nach Hause komme, fragen mein Freund und ich uns, wie der Tag war, ob es was neues gibt und jeder hört dem anderen interessiert zu. Nervt uns was am anderen, sprechen wir das sachlich an (ist jetzt nicht sehr häufig). Mühe geben in dem Sinne, dass man auf den anderen eingehen will und sich für ihn interessiert, ist für mich Voraussetzung für eine funktionierende Beziehung. Wenn mal viel Stress ist oder auch bei kleinen Kindern kann das sicher auch mal schleifen, aber sollte sich dann wieder einpendeln. Aber man sollte den anderen nicht für gegeben hinnehmen.

    Ich habe eine Freundin mit einem furchtbaren Partner. Er versteht unter Alltag, dass sie kocht und putzt, er ständig genervt ist, weil sie "stört" (sagt er so) und körperliche Zärtlichkeiten sind doch nicht mehr nötig, "lässt halt nach mit der Zeit, ist normal". Keine Zeit und kein liebes Wort für sie, an allem wird kritisiert und sie wird runtergemacht, bis ihr Selbstbewusstsein nicht mehr vorhanden war. Jetzt hat er ihr eingeredet, das Zusammenwohnen sei das Problem, und LAT wäre besser (wollte sie nie), sie lässt das mit sich machen und SIE zieht noch aus in eine schrottige Wohnung. Ich könnt mich gleich wieder aufregen und hoffe, dass das einfach zum Ende dieser Beziehung führen wird so schnell wie möglich. Er hat denke ich alles falsch gemacht, in meinen Augen, was du oben fragst. Ich könnte mit so jemandem keine Sekunde aushalten.
     
  10. Das ist Alltag. Ich kenne kaum kompetende Menschen.

    Du wirst jetzt aber mehrere Dinge in einen Topf. Wenn man auf seine Meinung beharrt möchte man entweder andere dominieren (das machen gerne Mütter, schlechte Männer) oder man möchte andere Menschen von sich fernhalten. Jeder beharrt im Zweifelsfall auf seine Meinung und lässt sich nichts sagen, außer im Job vielleicht. Es geht doch nicht darum, jemandems Meinung manipulieren zu wollen!
    Es hat nichts mit Liebe zu tun, nachzugeben.

    Mich nervt Frust und Verantwortungslosigkeit auch. Du bist 25, ändere was, wenn dir was nicht passt, aber bitte hör auf, zu jammern!


    Ein Partner verhält sich nur so, wie du es zu lässt. Werde eben nicht bequem, fordere deinen Partner und ziehe Grenzen. Deine Grenze ist längst überschritten, warum hast du dich noch nicht getrennt?

    Ich lasse mich von niemandem schlecht behandeln, außer ich will an einen guten Traumjob ran, da stecke ich dann einiges weg. Traummänner sind dagegen ersetzbar! Beziehungen sind Energiequellen, da tut ein schlechtes Gefühl nicht gut, sondern saugt aus.
    Ich weiß, dass es schwer ist, Beziehungen zu beenden, aber schlechte Gefühle kannst du mit 25 noch hinnehmen, mit 35 wirst du dann dauerhaft herzkrank und bekommst Panikzustände. Ich hatte das.
    Ich weiß aber heute, wie ich anders mit Männern umgehen muss, damit sie sich Mühe geben.
     
  11. Hallo,
    hier scheint mir einiges durcheinander zu gehen.
    Zwischen einem "Alltag" und etwaige "Beleidigungen" gibt es keine wie auch immer geartete Korrelation. Alltag kann für manche Leute heißen, dass sie ständig Beleidigungen und Abwertungen ausgesetzt sind (oder andere abwerten und nieder machen), für andere kommt sowas nicht im Alltag vor, höchstens mal ganz, ganz ausnahmsweise., sozusagen als Einbruch in den Alltag

    haben
    Dieser Satz ist keine Beleidigung! Wer immer fremden Frust abbekommt, der darf sich mit so einem Satz dagegen wehren.

    Dass nach der "Werbephase" nicht mehr geworben wird, sollte doch klar sein.
    Aber mit Zuneigung, Anerkennung, Respekt kann man sich IMMER begegnen, am Anfang, im folgenden Beziehungs-Alltag, mit Anerkennung, Respekt ja sogar auch in der Konflikt- und Trennungsphase!
     
  12. Natürlich tritt der Alltag ein.
    Natürlich hat man nach der ersten Verliebtheit im Alltagsstress auch anderes im Kopf als den Partner.
    Natürlich meckert man den Partner mal im Eifer des Alltags kopflos an, verletzt ihn unabsichtlich, hat unterschiedlich Meinungen. Das ist normal.
    Im besten Fall freust Du Dich über die Reibungswärme.
    Die Grundsätzlichen Dinge sollten stimmen. Umgang mit Geld, Treue, Priorität der Beziehung, Zukunftswunsch etc

    Ihr seid zwei Menschen mit zwei Köpfen und zwei Meinungen. Das ist okay.

    Eure Rituale, die solltet ihr dringend einhalten, Abschiedkuss, Jahrestages etc.
    Jeder mindestens 1x wöchentlich in der Freizeit ohne Partner etwas unternehmen. Mit dem Partner regelmäßig spazieren gehen und währenddessen darf einer erzählen oder schweigen, der andere hört nur zu und begleitet.

    Es geht nicht nur darum in eine Beziehung zu kommen. Es geht auch darum, die Beziehung zu pflegen. Dafür reicht Sex und romantisch Händchenhalten nicht aus
     
    • # 11
    • 03.07.2019
    • Roby
    Na ja, wir sind halt alles Menschen. Natürlich hat man mal einen shice Tag und dementsprechende Laune und dann kommt noch ein kluger Spruch vom Partner... Es sollte halt nicht die Gewohnheit werden - ich kenne Paare, die einen, finde ich, fürchterlichen Dauer-Umgangston haben. Aber die sind nicht automatisch unglücklich.
    Die andere Seite, das ewig harmonische und Itzi-Bitzi-Kuschel-Puschel-kein-lautes-Wort würde mich auch wahnsinnig machen. Ich vertrage und brauche es auch, dass man mir die Meinung geigt!
    M/46
     
    • # 12
    • 03.07.2019
    • void
    Hm. Macht der andere dann ja genauso. Es kommt drauf an. Wenn der Partner darauf beharrt, dass er das Verhalten des anderen richtig deutet, obwohl der ihm versucht zu erklären, wie er es gemeint hat und recht dabei hat (also nicht z.B. über Untreue versucht hinwegzutäuschen), dann ist das eine Partnerschaftsunfähigkeit. Wenn einer keine Fehler zugeben kann, auch. Wenn einer ne dominante und übergriffige Mutter hatte und deswegen eine Sturheit entwickeln musste, die er auch nicht in der Partnerschaft ablegen kann, auch.
    Ja, das ist daneben. Vielleicht hat das Paar Probleme, die von beiden Seiten kommen. Dann kann man es wieder ändern. Aber wenn der Partner nicht mehr interessiert ist am anderen und die Partnerschaft nur noch aus gefühlsfernen Zweckgründen und nur noch aus Eigennutz hat, nicht.
    Dein Beispiel ist keine Beleidigung. Es ist ein Ausruf der Verzweiflung, weil der andere wirklich nur rumfrustet, oder aber total übertrieben, weil der Mensch nicht reden will über Probleme, die er selbst mit verursacht. Letzteres bedeutet dann, dass man ihn gefälligst toll zu finden hat, wie er ist, und nichts kritisieren darf.

    Kommt auch drauf an. Wenn einer sich in den Staub geworfen hat, um seine Prinzessin zu bekommen, kann er ja da nicht auf ewig liegen bleiben. Die Prinzessin muss dann schon auch erkennen, dass sie ne PARTNERschaft führt und nicht einen Lakaien und ewigen Umwerber an ihrer Seite hat. Aber die Bez. ist mE sowieso zum Scheitern verurteilt, weil sie von Projektionen gespeist wird, die irgendwann wegfallen müssen, wenn sich beide als die Menschen zeigen müssen, die sie wirklich sind. Weder der Minnesänger noch die Prinzessin.
    Aber wenn die Bez. gut anfing, auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Freudemachen und einer dann denkt, eine Bez. mache sich von allein, der andere sei ja nun da, geht nicht mehr weg und gut is, dann ist es nicht ok.

    Ich fänd es tatsächlich hilfreicher, wenn etwas mehr geschrieben würde, wie das ganze so aussieht, wie lange es geht, wie alt die Protagonisten sind usw.. So speziell, dass einer Rückschlüsse ziehen könnte auf real existierende Personen, wird es schon nicht sein.
     
  13. Also:
    Das finde ich eigentlich normal, weil ich kann mich doch nicht immer einer anderen Meinung anpassen, wenn die von meiner abweicht?

    Zu viele Meinungsverschiedenheiten zeugen meiner Meinung nach von einer geringen Passfähigkeit. Ansonsten sind halt beidseitig
    Kompromisse gefragt. Wenn er auf seiner Meinung beharrt, beharrst du nämlich dann doch auch auf deiner?

    Das hier
    QUOTE="Miriam123, post: 1136366, member: 34037"]dem Partner selbstinitiativ wenig Aufmerksamkeit (vor allem körperlich in Form von Zuneigung, Nähe suchen etc.) schenkt[/QUOTE]

    ist Folge von dem:

    Das sehe ich nicht als Beleidigung sondern als Feststellung, er ist halt schlichtweg von deinem Verhalten / deiner Laune genervt. Logisch, dass er dann auch keine Lust auf Nähe, Zärtlichkeiten oder andere Liebenswürdigkeiten hat.

    Da kannst du dich ganz selbstkritisch mal überprüfen, was du so erzählst wenn du zu Hause bist: ist es ist immer nur der Stress mit den Kollegen, die anderen Autofahrer, die dir die Vorfahrt genommen haben oä ?
    Manche Menschen haben eine negative Grundhaltung, die alles negativ bewertet, Horrorszenarien heraufbeschwören, immer alles nur schlecht und schwarz sehen.

    Ich habe da einen ehemaligen Kollegen, der so drauf ist. Sein ständigeOpferhaltung macht mich mittlerweile schon fast aggressiv, ich bin genervt wenn er anruft in diesem Jammerton. Eigentlich konnte ich ihn früher sehr gut leiden und mag ihn rein menschlich, aber diese negative Art, die er da entwickelt hat, geht mir einfach nur auf die Ketten.

    Sicher sollte man seinem Partner auch seine Sorgen erzählen können, aber ich denke gerade Männer sind sehr schnell genervt, wenn es zuviel unwesentliches Geblubber ist, bei dem sie zu keiner echten Lösung beitragen können.

    Weniger ist in diesem Fall mehr.

    Mein Tipp daher ändere dein eigenes Verhalten und nimm seine Kritik ernst. Handle einfach und rede nicht darüber.
    Bedanke dich bei ihm auch für kleine Gefallen und mache ihm hin und wieder ein Kompliment, was ernst gemeint ist.

    Wenn du dein Verhalten änderst hst er vielleicht auch Muße, seins zu ändern.

    Ganz von alleine ohne nörgelnde Kritik oder Forderung danach!
     
  14. @Miriam123
    Für mich sind das klare Trennungsanzeichen:

    1. Keine Zärtlichkeiten, Sex, Aufmerksamkeit mehr
    2. Partner setzt stur seinen Willen durch und hört nicht mehr zu - egozentrisch und rücksichtslos
    3. Schuldumkehr, Beschimpfungen und Manipulation ( Thema "Frust ablassen")

    Als ich über akute Beziehungsprobleme sprechen wollte (Urlaub 2x alleine mit Fernreisen, keine Zeit und Geld für Paarurlaub, kein Ausgehen mehr, keine Treffen mit Freunden, zuviel Alkohol etc.), hieß es auch: "Lass' mich mit deinem Frust zufrieden." Der versprochene Urlaub wurde einfach nicht gebucht und durch eigenen Thailand Sex Urlaub ohne mich ersetzt. Zu einer 4-wöchigen Asien Rundreise wurde ich nicht mitgenommen und bekam 2 lieblose EMails von unterwegs. Zu dieser Zeit hatte er längst eine Affäre und ich wunderte mich über sein egozentrisches Verhalten. Die Kommunikation wurde immer spärlicher. Nur Sex und Zärtlichkeit blieben und waren sogar inniger als je zuvor.

    Also ja, das sind für mich klare Anzeichen für das Ende Eurer Beziehung. Sicher versuchst du nochmal das Ruder herum zu reißen. Aber es ist möglich, dass er fremdgeht. Augen auf!
     
  15. Nun, ich denke niemand ist perfekt. Manchmal passiert es einem, dass man den Partner schlecht behandelt und einen Fehler macht. Sich mal zu stur zeigt, zu egoistisch, zu kleinlich oder zu nachlässig.

    Wichtig ist aber, dass das "gute Behandeln" das "schlechte Behandeln" bei weitem überwiegt.
    Und dass man Hoffnung darauf hat, dass man miteinander reden und wiederkehrende Schwierigkeiten auch kreativ lösen oder umgehen kann.
    Und dass das "schlechte Behandeln" auch keine Grenze überschreitet, wie z.B. körperliche Gewalt, heftige Beleidigungen und Vertrauensbrüche.
    Das lässt sich ohne nähere Angaben schwer sagen. Angenommen, dein Partner ist der Meinung, ihr solltet euer Kind im Auto anschnallen, dann behandelt er dich nicht schlecht, wenn er auf dieser Meinung beharrt. Er möchte dann lediglich die Sicherheit des Kindes sicherstellen. Angenommen, er beharrt auf irgendwelchen Kleinigkeiten, ist das schlechtes Behandeln.
    Das ist leider auch schwierig von aussen zu sagen, anhand eines Posts. Da müsste man erst einmal eine gültige Definition von "wenig" finden.
    Auch hier ist es von aussen schwierig, zu beurteilen wie es bei euch aussieht. Jedenfalls klingt es danach, als wärt ihr beide sehr unzufrieden miteinander und als würde er das, was dich frustriert, nicht ernst nehmen, sondern lästig empfinden.
    Fazit: Das Forum wird leider nicht im Stande sein, anhand dieser Informationen eine Art "Schiedsgericht" zu bilden, ob du schlecht behandelt wirst oder nicht. Ich vermute aber, dass du das bereits selbst spürst anhand deiner Lebenserfahrung.
     
  16. Du kannst das bedingt verstehen, dass man den Frust am Partner auslässt. Ich kann das überhaupt nicht verstehen. Das hat meine Ex die ganze Zeit gemacht. Ich sage dir ganz ehrlich. Wenn das eine Frau bei mir macht kann sie gehen. Man hat seinen Frust an niemanden auszulassen. Schon gar nicht am Partner. Der kann schließlich überhaupt nichts dafür. An dem Partner der immer für einen da ist. Das ist ein absolutes nogo. Der Partner soll dann noch liebevoll sein nachdem er den Ganzen Frust und die schlechte Laune ab bekommen hat. Also alles was recht ist.

    Mit mir kann man über alles reden. Ich lasse nur nicht zu, dass Frust oder schlechte Laune an mir ausgelassen wird. Das mache ich schließlich auch nicht.

    Jeder kann mal schlecht drauf sein. Das bin ich auch mal. Ich lasse das aber an niemanden aus.

    Eine Beziehung oder Ehe ist nicht dazu da um den Frust oder die schlechte Laune am anderen auszulassen.
     
  17. Da habt ihr beide natürlich recht. Man soll sich nicht verbiegen
    Ein Temperamentvolle soll sich natürlich auch nicht unbedingt verbiegen. Man sollte sich trotzdem etwas am Riemen reißen. Das hat auch nichts mit verbiegen zu tun. Ich lasse mich nämlich äußerst ungern anschreien. Werde vielleicht auch mal laut. Trotzdem hat man, egal was für ein Temperament man hat nicht das Recht jemanden anzuschreiben.
     
  18. Vollkommen normal, gesund und richtig ist:
    - Dass jeder Mensch mal seine Ruhe haben will
    - Niemand gerne der Fussabtreter für den gefrusteten anderen spielen will und sich dagegen auch wehrt, vor allem wenn das ständig so ist
    - Sehr viele Männer keinerlei Lust verspüren, einer ewig keifenden und zickenden Freundin auch noch Aufmerksamkeit zu schenken

    Ich würde hier zuerst mal meine eigenen Anteile prüfen - bevor ich das Gespräch suche oder Konsequenzen ziehe.
     
  19. Das ist keine Beleidigung. Das ist die Wahrheit.

    Warum denken eigentlich so viele man dürfe den Frust und die schlechte Laune am anderen auslassen? Bei jemand fremden würden sie es nie tun. Nur am Partner. Der Partner der immer für einen da ist.

    Da wird sogar der Partner noch beschimpft, obwohl er überhaupt nichts dafür kann. Meine damit natürlich auch Partnerin.

    Ich habe mir geschworen mich zu trennen wenn an mir schlechte Laune und Frust ausgelassen wird. Den kann man auch irgendwo anders abreagieren.
     
  20. Ich denke es ist schwierig eine Bewertung vorzunehmen anhand von ausgesuchten Einzelfällen.
    Jeder hat schlechte Phasen, Reaktionen fallen unter Druck, Stress, schlecht geschlafen, jeder anderen beliebigen "Ausrede" aus dem Alltag, anders aus.
    Wichtig ist, dass der Respekt und die Wertschätzung in einer Partnerschaft in stimmig sind.
    Wo Unstimmigkeiten anfangen definiert auch jeder für sich individuell. Man sollte sich selber wohl fühlen.

    Eine kleine Anekdote zum Thema Wertschätzung:
    Der Mann meiner Patentante bedankt sich auch nach mehr als 40 Jahren Ehe bei ihr nach dem Essen, dafür, dass es ihm so gut geschmeckt hat.

    FrauGelb, 30
     
  21. Das ist wirklich oft individuell...und manchmal kommt es auf: die Art wie an.

    Wenn zb ein Narzisst ( Google mal Leben mit einem Narzissten) klein machen und dominieren will: kann der kluge geübte, dass so gut, dasd Du lange gar nicht kapierst was da passiert.

    Während man im Alltag auch wirklich mal genervt von seinem Partner ist.
    Und es dauert zu lernen an welcher Stelle die Grenze erreicht wird.

    Zb die Kritik: Du bist andauernd gefrustet

    Dem einen gehe ich...je nach Kommunikationstil, schon Wochenlang mit meinem Dauergenöle richtig auf den Sack und es bricht genauso aus ihm heraus.

    Dann bin ich auch nicht Happy aber ich denke in stiller Stunde darüber nach.

    Bin ich mir sicher, ich war völlig gut drauf dann denke ich über seine Art nach.
    Wollte er vom Ton her, mir eindeutig einen einschenken.
    Macht er gerne klein oder hat er selbst Frust.
    Dann sprech ich das an

    Könnte er aber Recht haben, dann hab ich ihn aus Frust ja auch nicht gut behandelt
    Dann sprech ich das an

    Ein anderer lässt nichts unversucht mich klein zu machen.

    Mein Vater ist zb stur, wenn er eine Meinung hat.
    Sonst aber völlig liebenswert und tolerant.

    Mein Ex aber wollte mit seiner Meinung eindeutig erreichen, dass ich bei Fuss gehe.

    Deshalb redet über eure Grenzen

    Im Alter habe ich zb Lösungen gefunden, die mir früher nicht eingefallen wären.
    Ein Grund: ich lass mich viel besser kritisieren.
    Heisst: nicht immer aber manchmal hat der andere Recht.
    Früher war ich sofort tief getroffen.

    Heute gibt es zb:
    ich will nicht das Du mich in der Art anpflaumst.
    Sollte ich aber wirklich nerven: sagt mein Partner: 10.

    Ich allerdings kann mit einem ehrlichen: boh bist Du heute ne Zicke
    besser leben als mit Sätzen die so ironisch von oben herab kommen.

    Das musst Du aber für Dich persönlich lernen: wo sind deine Grenzen

    Aber im Alltag nur Liebesschwüre und permanentes Verliebt sein...das gibt's nicht
     
  22. Wirklich schlechte Behandlung ist genauso eine Charakterschwäche, wie sich schlecht behandeln zu lassen. Irgendwie scheinen die Betroffenen es zu brauchen, damit leben zu können und zu wollen. Wenn sich da die zwei Richtigen finden, dann passt es wohl. Ich kann das zwar nicht wirklich nachvollziehen, aber ich denke, da sollte man sich einfach nicht in andere Paare einmischen.

    Schlechtes Behandeln als Strategie ist jedoch völlig fehl am Platze. Nein, ich bin fest überzeugt, dass Vertrauen, Nähe, Geborgenheit, Loyalität, Treue, Liebe, Zärtlichkeit die Werte sind, die ein Paar zusammenschweißen und schwere Zeiten überstehen lassen, nicht aber abfälliges, schlechtes oder sonstwie unmoralisches Handeln. Natürlich sollte man nett zueinander sein und sich nicht absichtlich hart, dominant oder sonstwie behandeln -- als Strategie auf jeden Fall falsch.
     
  23. Ich habe einen Bekannten, der eine ähnliche Philosophie hat, er sagt immer, Frauen müsse man kurz halten.
    Zu wirklich glücklichen Beziehungen hat der Mann es nie gebracht, was Wunder!
    Für mich spricht vor allem daraus, dass Frauen in einem ziemlich unangenehmen Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehen.
     

Jetzt Partnersuche starten

Ich bin
Ich suche

Es gelten die AGB und Datenschutzbestimmungen. Mit der kostenlosen Mitgliedschaft erhalten Sie regelmäßig Angebote zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft und weiteren Produkten der PE Digital GmbH per Email (Widerspruch jederzeit möglich)