1. Müssen wir nicht alle mal auf die Therapiecouch?

    Je mehr Threads ich hier lese, um so mehr verfestigt sich dieser Gedanke.

    Ist die Gesellschaft in den vergangenen 20 Jahren so dermaßen kaputter und verkorkster geworden, dass Partnerschaften/Beziehungen/Affären/Freundschaften immens von allen Seiten beklopft, zerdacht und zerlegt werden, die Menschen immer unsicherer werden?

    Ich habe für mich die Partnersuche inzwischen aufgegeben.
    Beim seltenen Date kommt irgendwann die Frage, wie lange man Single ist. Meine ehrliche Antwort "seit mehr als 8 Jahren" verpasst mir gleich den Stempel schwierig und unvermittelbar - und mir gegenüber sitzt dann ein Mann, der gerne die vergeigte Beziehung mit der Ex "weiterführen" will, bloß mit einer neuen Frau. Wenn ich das dann kurz anspreche, kommen blöde Sprüche.

    w, 51, zwei Pubertierende
     
  2. Ich denke schon, dass jeder im fortgeschrittenen Alter positiv formuliert, seine Ecken und Kanten, negativ formuliert seine "Schäden" hat. Ob da eine Therapie hilft, bezweifle ich. Eher die Suche nach einem Partner, der mit den Ecken und Kanten klarkommt.

    8 Jahre Singledasein sind für mich z. B. nicht pauschal negativ, aber fragwürdig (im Sinne von würdig einer Nachfrage). Wenn die Antwort dann ist, dass Deine beiden Kinder Dich genügend auf Trab gehalten haben, ist das ok. Wenn eine intensive Suche und 17 ONS nie für eine Beziehung gereicht haben, dann eher nicht.
     
    • # 2
    • 10.02.2020 um 12:17 Uhr
    • Omerta
    MMn hat die Leidensfähigkeit eher abgenommen und die Standards sind gestiegen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist ist schwer zu sagen, aber früher hat man sicher einfach mehr ausgehalten bzw auch aushalten müssen und das hilft natürlich auch dabei lange Partnerschaften zu haben.
     
    • # 3
    • 10.02.2020 um 12:36 Uhr
    • Cassel
    Da bin ich absolut deiner Meinung. Ich denke gerade an den Thread, wo einer FS seit fast 3 Jahren immer wieder dieser Mann begegnet, der nur guckt, grinst und nichts macht. Und die FS schon mit dem Gedanken spielte, sie müsse sich ihm erklären, weil sie ihn einmal zu spät bemerkte und er deswegen komisch wurde ...
    Eine ähnlich verrückte Geschichte habe auch ich erlebt. Im Jahr 2013. Absolut gestört. Der Mann gestört - aber scheinbar auch ich, denn ich habe mir ähnliche Gedanken wie die FS gemacht. Das kann wohl nur Frauen ohne Selbstwert/Selbstbewusstsein passieren. Also ab auf die Couch? Ach nein, möchte ich nicht. Seit 2013 bin ich in diesem Forum. Dieser Kerl damals war der Grund dafür. Ich bin hier hängengeblieben und habe seitdem eine Menge gelernt. Und lerne weiter.

    Sollte man sich nie, nie, nie mehr gefallen lassen. Habe ich hier auch gelernt.
     
  3. Nein, die Gesellschaft ist in den letzten Jahren nicht kaputter und verkorkster geworden.
    Wir leben in einer reichen Wohlstandsgesellschaft, sterben an Übergewicht, Diabetis, Krebs, Verkehrsunfällen. Leiden an Rückenschmerzen und Depression.

    Wir sind heute so fett, faul und wohlgenährt, dass wir wahrnehmen können, wenn es uns mal emotional schlechter geht, wenn es in der Beziehung nicht läuft. Dann muss sofort Hilfe her. Ein Dritter weiß Rat.

    Wie oft lese ich den Rat vieler Forummitglieder, das der FS sich gleich in eine Therapie begegeben muss, weil er nach einer Trennung Probleme hat sich zu motivieren. Die Leute lernen einfach nicht mehr sich den Problemen des Lebens zu stellen.

    Ich will Pay-TV, einen matratzengroßen Bildschirm, Apple Car Play, einen SUV, der selbst einparkt, täglich die Pizza frei Haus. Am Besten gar nicht mehr bewegen, körperlich und geistig.

    Das die Menschen zwecks Beziehungen immer unsicherer werden liegt am ständig wachsenden Einfluss der Medien, der äußeren Einflüsse und der Möglichkeiten sich diverse Kanäle immer wieder einen neuen Partner zu generieren.
     
  4. Nein, die Gesellschaft war schon immer so. Als jüngerer Mensch nimmt man vieles nicht wahr, weil das Sensorium noch nicht entwickelt ist. Vieles ist einem in jüngeren Jahren auch egal, weil man glaubt es im Überschwung des Elans bewältigen zu können. Erst im reiferen Alter treffen Vorerfahrung und Sensibilität aufeinander. sodass der von Dir geäußerte Eindruck entsteht.

    Wenn man 8 Jahre allein ist, hat man das höchstwahrscheinlich auch so gewollt. Und jetzt fängt eine neue Phase an. Musst Du ja nicht unbedingt zugeben, die 8 Jahre. Ein bisschen Flunkern ist erlaubt. Ich verschweige immer meine Affären :)
     
  5. Mir ist aufgefallen, dass es eher die intelligenten und gebildeten Menschen sind, die alles zerdenken, zuviel Empathie für ihren Peiniger haben, unsicher sind, sich hinhalten lassen. Bei einfacheren Menschen erlebe ich oft einen viel klareren Blick für das Wesentliche, konsequentere, selbstbewusstere und selbstsicherere Entscheidungen.

    Die Couch kann sicher helfen einen besseren Kontakt zu sich selbst (wiederzu)finden.

    Ist vielleicht auch effektiver, als sich das alles selbst zu erarbeiten. Allerdings setzt es echtes Wollen voraus. Wer meint mit "Herr Doktor, nun machen sie mal.." wird sicher nichts erreichen können.

    Ich wäre ja dafür bereits in Schule altersgerecht psychologisches Wissen zu vermitteln, die Empathie zu schulen. Vielleicht würde das allgemein zu einem besseren Miteinander führen.

    Was deine Dates betrifft... Vielleicht die ungeliebte Wahrheit anders verpacken...
     
    • # 7
    • 10.02.2020 um 13:26 Uhr
    • Amytan
    Der Fehler in deiner Einschätzung mag darin liegen, dass sich HIER in erster Linie die »Problemfälle« zu Wort melden. Ich sehe in meinem Umfeld überwiegend fröhliche, ausgeglichene Menschen in zufriedenen Beziehungen - oder auch als glückliche, selbstbestimmte Singles.

    Lass dich nicht herunter ziehen, Glück findest du nicht ausschließlich in einer Beziehung. Es könnte auch in einem anspruchsvollen Job, im Freundeskreis, bei tollen Unternehmungen zu Hause sein. Ich selbst bin erst dann in den Honigtopf gefallen, als ich aufgehört habe, krampfhaft nach dem Mann meines Lebens zu suchen; plötzlich stand er vor mir.
     
  6. Das würde ich auch sagen. Außerdem bezweifel ich es, dass früher die Menschen zum Großteil alle glücklich und unbeschwert gelebt haben. Gewalt, sexuelle Übergriffe, Kriege und wirkliche existenzielle Not waren noch viel mehr an der Tagesordnung. Ich denke eher, abgesehen davon, dass es damals Therapie noch nicht gab, hätte man dafür auch keine Zeit gefunden. Man war eher mit dem Überleben beschäftigt, den 13 Kindern, von denen ständig welche starben, da war man wohl dann auch abgehärtet, was Tod und Leid bei anderen betraf, heute würde man wohl sagen, die meisten hatten eine Art von Trauma. Oder wann wäre die tolle Zeit gewesen, die du meinst, liebe FS?

    Generell denke ich, es ist nun mal so, dass fast jeder im Leben schlechte Erfahrungen macht, manche mehr, manche weniger, und jeder Spuren davon zurückbehält, je älter, umso mehr. Die heutige eher unverbindliche Art vieler Beziehungen (fehlende Großfamilie, Scheidungsmöglichkeit) hat Vor- und Nachteile (kein Druck von Erwartungen der Familie, nicht mit jemandem verheiratet werden, mehr Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung und gleichzeitig aber auch weniger Rückhalt, Vereinsamung, Angst vor Trennung, lange Suche nach dem vermeintlich perfekten Partner...). Du scheinst nur die Nachteile zu sehen. Es gab aber keine Zeit, wo es nur Vorteile gab im jeweiligen System.

    Ich persönlich hätte nichts gegen eine Therapie, einfach als Möglichkeit, über sich selbst mehr zu erfahren. Ich denke nicht, dass ich zwingend eine brauche. Die meisten meiner Freunde sind ziemlich glücklich verheiratet und haben Kinder, die Ehen von Freunden meiner Eltern (Mitte 70) sind auch alle ganz gut, soweit ich das beurteilen kann. Leute, die wirklich Therapie brauchten, haben sie in Anspruch genommen. Daher kann ich deine sehr negative Sichtweise nicht so nachvollziehen.

    w, 36
     
  7. Liebe FS,

    sag mal, weshalb zweifelst Du denn an Dir?

    Ich war etwa 13 Jahre alleine, aus verschiedenen Gründen. Na und? Als meine Kinder halbwüchsig waren, begab ich mich mit 46 Jahren wieder auf die Suche und es zeigten sich zu meiner Überraschung sehr schnell verschiedene Männer sehr interessiert. Ich habe die lange Single-Zeit ganz offensiv vertreten, musste mich dann zwei Mal trennen, weil es überhaupt nicht passte und habe dann meinen jetzigen Mann kennen gelernt.

    Verd...., Du bist doch Wer, steh doch zu Dir! Wenn Du noch keinen Mann gebrauchen kannst, ist doch alles gut - wenn Du ein bisschen locker suchen willst, tu es.

    Aber schau nach Deinen Kriterien, lass die Herren sich Mühe geben - wenn einer Dich wirklich will und etwas tut dafür, dann kannst Du Dir ihn ja mal ansehen.

    Pflege Dein Leben, kümmere Dich um Deine Kinder, Deinen Freundeskreis, schau, dass Du Dinge tust, die Dir richtig gut tun. Wenn der Richtige kommt, wirst Du es hoffentlich bemerken - BRAUCHEN solltest Du ihn nicht. Dann hast Du eine gute Chance dafür, dass es schön wird, wer weiß, vielleicht für immer. Viel Glück!
     
    • # 10
    • 10.02.2020 um 16:38 Uhr
    • void
    Ich denke, dass früher gar nicht viel gedacht wurde und dadurch viel Schaden angerichtet wurde. Dann begann es, dass man sich viel Hilfe holen konnte bei Partnerschaftsproblemen usw., so dass natürlich jetzt auch das andere Extrem passieren kann. Aber ich würde sagen, dass jemand, der zum Zerlegen und Zerdenken neigt, am Schluss doch dort ankommt, wo er hin will - zu einer Erkenntnis. Das, was andere einfach sein lassen, z.B. einen Kontakt, der sich schlecht anfühlt, kann er erst, wenn er es gründlich durchdacht hat, warum sich das ganze so schlecht anfühlt.

    Die Unsicherheiten entstehen mE daher, dass man nun durchs Internet meint, eine riesige freie Auswahl zu haben und sich morgen schon ein NOCH BESSERER, NOCH PASSENDERER Mensch auf der Partnerbörse anmelden könnte, auf der man gerade sucht. Und die ganzen Listen, mit denen man suchen kann, führen mE auf eine falsche Fährte (Partner wie ein Auto aussuchen können), aber anders ist es ja nunmal nicht möglich bei "Kontaktanzeigen".

    Hm ... dann würde ich sagen, war es der falsche Mann. Aber wenn Dir das öfter passiert, gibt es vielleicht schon viele Kategoriejünger, die denken, mit ihren wo auch immer erworbenen Psychologiekenntnissen Einschätzungen abgeben zu können über Menschen, die seit 8 Jahren Single sind.
    Klar.

    Naja, ich würde sagen, denk erstmal selbst nicht, dass der andere das denken müsste über Langzeitsingles, zieh halt einfach weiter, wenn er sich so äußert. Es gibt auch Männer, die 8 Jahre Singles waren und auch welche, die nicht so lange Single waren, und die das nicht komisch finden. Es ist doch albern, nicht mal nach Gründen zu fragen, wenn einer was anders macht als man selbst, sondern ihn gleich in eine Schublade zu stecken, die man sich irgendwo angelesen oder in einem YT-Video gehört oder in einem Partnerschaftsseminar vermittelt bekommen hat oder wo auch immer diese Leute her haben, dass Langzeitsingles nur Langzeitsingles sind, weil sie schwierig und unvermittelbar sind.
     
    • # 11
    • 10.02.2020 um 16:48 Uhr
    • Mann54
    Wenn ich so zurückdenke, bin ich auch seit paar Jahren alleine, aber ich trage das nicht wie ein Schild vor mich her und diese Zeit alleine war die wichtigste überhaupt in meinem Leben. Diese Jahre sind aber so unsichtbar für mich, weil ich immer wieder nette Leute traf. Vor dem 40. Lebensjahr hatte ich gar kein Leben, weil ich immer nur in Partnerschaften fixiert war. Ich achte das hoch an, wenn jemand viele Jahre Single ist. Derjenige hat sich äußerst intensiv mit sich beschäftigt und wirkt häufig äußerst scharfsinnig, während der Rest nur studipide gleichgechaltet zur nächsten Popp- und Partnersuche unterwegs ist, als wäre er ein hirnloser Roboter. Glaub mir, du triffst draußen nichts anderes.

    Ich meide Orte, wo man auf solche Typen trifft wie deiner, die sich wie ein Mainstream-Depp benehmen, dort kommt nichts Gutes bei rum. Du siehst es ja selbst, wie schlimm die Leute unterweg sind, außerdem kann man dir als über 50-jährige eben schnell unterstellen, dass du frigide und verbraucht bist oder keine Sexualität mehr hast. Das alles würde ich meiden und den Männern zeigen, dass ich eine wilde Exotin bin und sich nicht von Deppen binden lässt Ich würde also auch keine Beziehung mehr in deinem Alter suchen. Du wirst immer auf Vorurteile treffen. Ich finde es auch verwunderlich, dass du das mit über 50 noch nicht verstanden hast, dass es da draußen für dich keine Leute gibt, die normal ticken.
    Sei es mit der Partnerschaft oder mit Ernährung. Alles sind nur Trendkacker, wohin man guckt. Schlimmstes Beispiel ist Facebook. Voller Trendkacker, jeder ist gleichgeschaltet.
     
  8. Das gibt noch viel mehr "Problemfälle", die sich gar nicht melden!!
    Stimme dir voll zu! Es müssen nicht alle auf die Thetapiecouch, aber sehr viele. Was fehlt ist grundsätzlich der Respekt!
    Du solltest dich nur mit Männer einlassen, die ebenbürtig sind, wie lange du Single bist, ist allein deine Sache.
     
    • # 13
    • 10.02.2020 um 18:27 Uhr
    • Tom26
    Ich sehe es inzwischen so:
    Wer beruflich etwas erreicht, hat gelernt, Entscheidungen zu treffen. Weiss, wann genug Gedanken und Wissen für eine Entscheidungsgrundlage gesammelt sind. Und hat die Erfahrung, dass nicht jeder Weg geradlinig ist und manche Projekte nicht zum Erfolg führen. Dazu kommt die Sicherheit, dass man weiss,, dass man gut ist und auch Rückschläge verkraften kann. Das wiederum führt zu der Souveränität, Perfektion als abstraktes Ziel zu sehen, das anzustreben nicht effizient ist. Und zu dem klaren Blick, ws man möchte und was man bereit ist, dafür zu bezahlen (im Sinne von Abweichungen von der eigenen Zielvorgabe zu akzeptieren).
    Mich interessiert die Vergangenheit einer Frau viel weniger als ihr Lächeln und ihre blöden Sprüche. Lieber lache ich mit einer "frechen Frau" als mit einer "ernsten Frau" die Last der Welt zu besprechen.
    Wir sind alle nicht perfekt. Zum Glück. Denn so gibt es zumindest ein paar Menschen, die nicht langweilig sind. Man denke an Loriot und seine Figuren - die lieben viele Menschen doch genau wegen ihrer "Fehler und Macken".
     
    • # 14
    • 10.02.2020 um 21:01 Uhr
    • Tomyi
    Hi Freche Frau!

    Zu Deinem Titel:
    So wie wir alle mal zur Therapie auf die Couch müssen, müssen wir auch alle mal zum Kardiologen oder Chirurgen...
    Kommt alles vor, muss aber nicht bei jedem sein.

    Eine Frage stellt man hier ein, weil es schlecht geht. Die vielen glücklichen, problemlosen Singles, Beziehungsmenschen, Lebemenschen, Eheleute, Affären usw. liest du hier nicht.

    Möglicherweise haben sich auch die Menschen in Deinem Umfeld in den letzten 20 Jahren verändert.

    Oh weh oh weh. Verstehe ich das richtig?
    Also im 1. Date fühlst Du Dich abgewertet wegen einer Frage nach Deiner Singlezeit und gehst zum Angriff über mit dem Vorwurf an dein Date, er möchte doch nur seinen Stiefel mit einer neuen Frau durchziehen?

    Genauso wie man bei Männer langjährige Junggesellen meistens am Outfit, an der Wohnungseinricht, an der Haushaltsführung und am Umgang mit Frauen erkennt, erkennt man auch bei Frauen langjährige Single-Frauen oft einfach. Das ist einfach eine Feststellung, keine Wertung.

    Auch beim Flirten, sinnlich und verführerisch Sein und Daten kann frau und mann aus der Übung im romantischen Umgang mit dem anderen Geschlecht sein. Das alles soll vor allem anfangs mit Leichtigkeit und Freude erfolgen und sicher nicht in Auswertung und Vorwürfen gipfeln.


    AE Mütter müssen und können ihr Leben selbst organisieren und regeln... vielleicht auch gegen Protest der Kinder alleine bestimmen.

    Die AE-Frauen müssen sich oft beim nächsten Mann erst wieder daran gewöhnen, dass der Neue Platz im Leben beansprucht, den sie einräumen mussen. Sie sind oft nicht mehr gewohnt, dass der erwachsene Partner mit absprechen und bestimmen will, Aufgaben abnimmt usw...

    Selbstverständlich gehört es zum Daten / Kennenlernen dazu, nach der Singlezeit zu fragen und bei längerer / kürzerer Zeit nachzufragen.
     
  9. Liebe FS,
    jetzt will ich doch nach längerer Zeit des " nur mitlesens" auch mal wieder auf eine interessante Frage wie deine, antworten.
    Ich denke auch, das die Gesellschaft heute "verkorkster" bzw. verwöhnter ist als noch vor 20 Jahren und ja, heute wird tatsächlich alles viel mehr "zerredet" und "zerdacht" und "psychologisiert" als damals.
    Und wer Rat benötigt, der fragt das Internet. Heute wird eben alles gegoogelt, unter anderem auch, was das wohl für Frauen sind, die länger und freiwillig Single bleiben und warum.
    Da werden dann ganz wilde und schwachsinnige Theorien verbreitet, die in den Köpfen vieler Männer einen festen Platz gefunden haben.
    Dann wird gerne sofort gefragt, wie lange frau schon Single ist. Bei " falscher" Antwort, denkt mann schnell: ...was stimmt nicht mit ihr...??..egoistisch? ...schwierig..? kompromisslos...?...Psycho...? Und deshalb schauen die dann komisch
    Ich kann das absolut verstehen und nachvollziehen, das du es leid bist dich ständig zu erklären oder infrage stellen zu lassen, nur weil du längere Zeit Single bist.
    Und das gleich beim ersten Date....würde mich auch nerven...
    Deswegen muss niemand in Therapie oder auf die Couch.
    Viele Männer finden es befremdlich und irritierend wenn eine Frau lange Single ist. Das hängt damit zusammen, das die meisten Männer absolut nicht ohne Beziehung leben wollen , und stattdessen lieber von einer Beziehung in die nächste wechseln.
    Ich denke, das jemand der so schnell wie möglich eine neue Beziehung will, weil er unter gar keinen Umständen alleine sein kann, viel eher auf die Therapie Couch gehört als du....
    Du bist eine Frau mit "standing" , die es satt hat, sich psychologisch bewerten zu lassen.
    Das hast du richtig entschieden. *thumbs up*
     
  10. Vielleicht zur Erklärung unser pauschales Rollenbild: Männer sprechen grundsätzlich an, Frauen wählen aus. Eine Frau, die lange Single war, wollte nicht auswählen. Dafür gibt es einleuchtende Gründe. Sei es, lieber erstmal studieren, sei es sich um ihre Kinder kümmern, sei es, sich einfach alleine wohler zu fühlen, alle Männer "wild und schwachsinnig" zu finden oder was auch immer.

    Wenn eine Frau schon die Frage nach bisherigen Beziehungen als "wild und schwachsinnig" fundiert betrachtet, dann ist das auch eine Art, mit der Frage umzugehen.

    Was stellst Du so für Fragen, wenn Du jemanden kennenlernst? Die Beziehungsvergangenheit ist für Dich offenbar kein Kriterium. Für mich ist die ein (nicht das einzige) Indiz für Beziehungsverhalten. Ist jemand grundsätzlich beziehungstauglich/-erfahren, hatte also bis 40 schonmal eine Beziehung oder noch nie, rennt sie beim ersten kleineren Problem davon, ist sie überhaupt Single, datet sie eine Woche nach der Trennung intensiv oder verarbeitet sie ihre letzte Beziehung erstmal.

    Und natürlich: ist sie mit ihrer Vergangenheit in Bezug auf Beziehungen im Reinen oder wird sie schon launisch/aggressiv, wenn sie danach gefragt wird. Die reagiert dann vermutlich auch in anderen Situationen eher aufbrausend als beruhigend. Bei manchen Fragen ist für mich nicht mal der Inhalt der Antwort die Hauptaussage, sondern die Art der Antwort. Von daher würde ich nach den Erfahrungen hier solche Fragen in mein Repertoire aufnehmen, um damit abzuklopfen, wie die Dame damit umgeht...
     
  11. Das finde ich eine ziemlich eindimensionale Sicht. Bei den meisten dürfte es doch wohl eher zutreffen, dass sie nicht auswählen konnten, weil sich kein geeigneter Mann fand.

    Sie haben gewählt und gedatet und sich dann aber jeweils gegen den Mann entschieden aus verschiedensten Gründen.
    Ich denke auch, dass es einiges an Dating- Erfahrung überhaupt braucht, um solche Beziehungsanbahnungen abschätzen zu können, Seine eigene Gefühlsentwicklung einschätzen zu können.

    Oder die Frauen wurden selbst abgewählt, in Affären verstrickt.
    Das Forum ist voll mit komischen und unglücklichen Liebesgeschichten. Die passieren nicht nur den "anderen", sondern auch deinem Gegenüber.

    Ich persönlich hatte Ansprüche die darüber hinaus gingen, dass er ein lediglich ein Mann sein sollte.

    Selbst wenn die rationale Wahl passte, Ist für mich Grundvoraussetzung, dass ich mich verliebe. Und das passierte bei den meisten einfach nicht, selbst wenn ich es gern gewollt hätte. Also beendete ich das ganze wieder und blieb Single. Ich war nicht unglücklich als Single, ich fühle mich keinen Tag einsam, auch wenn ich gerne einen Partner gehabt hätte. Aber eben nicht irgendeinen, sondern einen, der mein Leben bereichert. Keine Belastung, keine Qual, kein fauler Kompromiss. Und so ergab es sich, dass ich auch offiziell fast zehn Jahre Single war, bis ich irgendwann den traf, der wirklich passte.

    Aber all das, die guten und schlechten Erfahrungen, das erzähle ich doch keinem fremden Mann bei einem ersten Date. Das ist privat, darüber wissen maximal meine besten und engsten Freunde Bescheid.
    Ein Mann der mich sowas fragt, bekommt nur Allgemeinplätze zur Antwort: langjährig verheiratet gewesen, ein Kind, basta. Genaueres würde ich beim ersten Date auch nie hinterfragen, das finde ich indiskret und übergriffig.

    Ebenso finde ich es falsch, vom Beziehungsleben zweier Menschen auf der Beziehungsfähigkeit eines Einzelnen zu schließen, eine Beziehung ist doch eine Symbiose zwischen zweien, die auch nur genauso zwischen diesen beiden funktioniert.

    Mit einem anderen Partner mit anderen Verhaltensweisen kann die Reaktion doch wiederum ganz anders ausfallen.
     
    • # 18
    • 11.02.2020 um 16:23 Uhr
    • Tomyi
    Wenn frau über 8 Jahre ausschließlich auf "nicht geeignete" Männer trifft, denke ich an die Geisterfahrerin, für die alle anderen Autofahrer in die falsche Richtung fahren.

    Hier würde ich nachfragen, warum nun plötzlich der richtige auftauchen sollte.

    Kommen dann Vorwürfe, sehe ich, wie sehr sie mit sich im Reinen ist.

    Letztlich ist es gleich, ob eine Frau oder ein Mann alle Beziehungskandidaten für ungeeignet hält. Dieses Auswahlverhalten hat auch was mit dem Bindungsstil und Beziehungsverhalten dieser Person zu tun.

    Ich halte es für keine Leistung der Fs, seit 8 Jahren keinen Mann für eine Beziehung gefunden zu haben.
     
    • # 19
    • 11.02.2020 um 20:54 Uhr
    • void
    Weiß nicht, ob man das so übertragen kann.

    Der, der viel nachdenkt, ist doch nicht automatisch einer, der über die Grenze des "genug" hinausgeht, er braucht nur mehr als ein anderer. Auch beruflich total erfolgreiche Menschen können im Privatleben versagen, weil sie nie drüber nachdenken, von welchen inneren Widersprüchen sie getrieben sind bei der Partnerwahl. Aber ok, es ging Dir wohl nur um die Entscheidung, wann die gefällt wird, nicht darum, ob sie richtig war und nicht immer wieder dieselben Fehler gemacht werden.

    Man müsste auch erstmal definieren, was "beruflich erfolgreich" sein soll. Ich sehe auch Leute, die ich unter der Definition abspeichern KÖNNTE je nach Definition, die mir aber scheinen, als würde sie im Privatleben feststecken, obwohl sie seit Jahren dieselben Probleme thematisieren bzw. ignorieren, weil sie sich im Arbeitsleben "verstecken" können. Die Entscheidung z.B. zu einer Trennung vom Partner zu treffen, stelle ich mir wesentlich schwerer vor, als den Job zu wechseln. Ich denke auch, dass man Probleme in der Bez. viel besser vor sich selbst und überhaupt totschweigen kann. Bei der Arbeit ist man 8+-x Stunden am Tag, da wäre Leiden richtig präsent, aber abends will man seine Ruhe, Beziehung soll von allein funktionieren. So läuft das doch oft.

    Nachdenker grübeln auch nicht unbedingt in Gesellschaft und wollen alles ausdiskutieren. Ich habs auch lieber lustig.

    Ich würde sagen, bei unempathischeren Menschen - sie versetzen sich nicht in andere, sondern sehen nur, was sie für sich wollen. Sie grübeln nicht drüber nach, warum sie was wollen und auf der Nase landen. Ich denke, die sensibleren Menschen leiden mehr und nehmen mehr Rücksicht. Und sie sind vorausschauender, also bedenken eher die Konsequenzen ihrer Handlungen. Deswegen denken sie vorher viel nach, vielleicht auch, weil sie müssen, da sie schon die Erfahrung gemacht haben, dass gedankenlose Entscheidungen bei ihnen schlimmere Folgen haben als bei anderen (und wenn es das schlechte Gewissen ist), oder weil sie, wenn was schief geht, nicht zu schnellen Reaktionen oder Korrekturen in der Lage sind.
    Die Einfachen "wissen" auch meist, was ein anderer bei einem Problem tun müsste und kommen dann mit "Lösungen", die zeigen, dass sie überhaupt nicht begriffen haben, dass sie nur die Spitze des Eisberges sehen.
    Als sensibler, empathischer Mensch neben einem unsensiblen verstummt man schnell und kriegt das Gefühl, es stimme was nicht mit einem.
     
    • # 20
    • 11.02.2020 um 21:22 Uhr
    • annie83
    Liebe FrecheFrau
    Früher war die Religion vielleicht das, was heute Psychologie ist. In der Religion erhielt man auch Rat und Zuspruch. Ich denke, wir haben heute nicht mehr Unsicherheiten als früher, wir gehen einfach anders damit um. Früher hätten wir gebetet oder wären in die Kirche gegangen. Heute lesen wir Ratgeber oder gehen zum Psychologen. Früher hätten wir im Zusammenhang mit Ehebruch/Untreue von Sünde gesprochen. Heute nennen wir es Paarproblematik oder Bindungsstörung.
    Da ich eher auf der psychologischen als der religiösen Schiene bin - ganz zeitgemäss - gefällt mir der heutige Ansatz deutlich besser. Er geht weniger von schwarz-weiss Unterteilungen wie "gut" oder "böse" aus und findet vielleicht flexiblere Lösungen für unsere komplexere Lebenswelt. Es gibt ja einige Themen wie Patchwork, Langzeitsingles etc., die existierten in früheren Generationen einfach nicht.
     
  12. Sie wirkt nur eindimensional, weil Du den Folgesatz abgeschnitten hast. Und ich habe ja bewusst „pauschales Rollenbilder“ darüber geschrieben. Du schreibst ja selbst, sie entscheiden sich nach dem Date gegen den Mann, wählten also. Nichts anderes habe ich geschrieben.
    Wer jahrelang ernsthaft sucht und immer nur Nieten zieht, kann einfach Pech haben. sie kann auch gute Gründe haben. Aber dann kann sie die doch entspannt vertreten und muss nicht gleich von „schwachsinnigen Theorien“ ausgehen und darauf habe ich ja geantwortet. Die Kategorie „Zicke“, die sofort zum Angriff übergeht, kenne ich und flüchte. Vielleicht auch andere Männer jahrelang?

    In den meisten Fällen wissen Frauen in längeren Affären, dass sie eine Affäre sind. Hier oft genug zu lesen. Und erwachsene Menschen wählen, was sie tun. Da ist “verstrickt“ nur eine niedliche Umschreibung. Sorry, 21. Jahrhundert, emanzipierte Frau, Eigenverantwortung und so. Das hilflose Weibchen hat (für mich) ausgedient. Ich will auch tatsächlich keine Partnerin, die sich jahrelang als Betthäschen mit einem verheirateten Mann vergnügt hat. Jedenfalls nicht als Partnerin. Was soll ich mit so einer Frau? Das ist für mich Charakter aus der zweiten Schublade von unten.

    Wessen Wahl sind Deine Ansprüche? Vielleicht auch berechtigt. Aber Du musst mir dann schon gleich klarmachen, dass ich viel toller bin als die ganzen Idioten vorher. Dann fühle ich mich sogar geschmeichelt.
    Ich war auch mal lange Single. Keine Auswahl. Mein Mitverschulden. Keine Ausreden. Meine Wahl. Mein Leben. Ich habe auch oft genug nein gesagt, weil meine Ansprüche höher waren.

    Deswegen pauschalisiere ich das ja nicht. Aber sorry, bei einer Frau, die 10 Jahre Single ist, schaue ich einfach genauer hin. Manche haben völlig schlüssige Gründe. Der überwiegende Teil der anderen hat aber tendenziell eher Probleme und nicht jahrelang Pech. So wie Männer selbstverständlich auch. Für die Auswahl (nicht den Erhalt bei späterem Auftreten) einer Partnerin mit gravierenden Problemen ist das Leben mir zu kurz.
     
    • # 22
    • 12.02.2020 um 08:09 Uhr
    • Aries
    Die Welt ist nicht kaputter.
    Sie ist anders geworden, rasent schnell. Verändert sich weiter.
    Globalisierung, schnelle Information, Kommunikation.
    Heute ist es eine Nachricht mit Bildern, wenn es in China einen Verkehrsunfall gibt. Früher wusste man nicht, was im Nachbardorf passiert.
    Fluten an Katastrophenmeldungen täglich. Das verunsichert.

    Die Anforderungen sind gestiegen. Menschen registrieren den Wandel, kommen nicht mit. Verstehen nicht, Angst, abgehängt zu werden.

    Die heutige Freiheit macht vielen Druck, Angst.
    Es gibt nicht den Weg, es gibt viele Möglichkeiten. Was ist die richtige Entscheidung?
    Man muss selbst Verantwortung tragen, man muss selbst wissen, was man will. Man muss damit leben, dass nicht jeder Entscheidung, die man heute trifft, morgen passt. Flexibilität.

    Die Zweifel, die Unsicherheiten, die Ängste sind mehr geworden.

    Für die einen ist es toll, sie schätzen die Freiheit, die Möglichkeiten, die Chancen. Die anderen sehnen sich zurück nach Zeiten, wo man ihnen sagte, was sie tun sollen. Wo alles klein und überschaubar war.

    Ein Psychologe/Psychotherapeut ersetzt heute oft Freunde, Familie. Netzwerke, die es nicht mehr gibt.
    Viele Therapien, Kurzzeit, drehen sich darum, Menschen zu begleiten ihren Weg zu finden. Zweifel, Ängste auszusprechen, sie zusammen anzuschauen, Lösungen zu finden.
    Die Kurzzeittherapie ist präventiv. Ist Lebenshilfe. Gesundheitsvorsorge.
    Wer mit Zweifeln und Ängsten lebt, wird mittel-/ langfristig psychisch krank. Entwickelt psychosomatische Problematiken. Die letztendlich tatsächlich physische Krankheiten verursachen.

    Es gibt nur leider zuwenige approbierte Psychotherapeuten. Selbsternannte Coaches sind mit Vorsicht zu betrachten.

    M, 54
     
    • # 23
    • 12.02.2020 um 10:07 Uhr
    • Vikky
    Liebe FS,
    nein wir müssen nicht alle auf die Therapiecouch. Was sollen wir da? Da ist es total unbequem. Ab aufs heimische Komfortsofa.

    Ja, viele von uns werden immer unsicherer in einer sich immer schneller verändernden Welt und versuchen eine Sicherheit in irgendwelchen zurechtgegruebelten Regelwelten zu finden, weil ihnen innere Sicherheit fehlt aus denen man brauchbare Lebenserfahrungen sammelt. Das hat nicht nur mit dem schnellen Wandel zu tun, sondern auseinander fallenden sozialen Bezügen (kaputte Familien, schlechte Erziehung mit unzureichender Bindung) und dem Reinfall auf die schöne neue Medienweit. Wer nicht selber denken kann, glaubt dem Sch****

    Wo ist das Problem, dass Du 8 Jahre Single warst? Das wird seine Gründe gehabt haben und diese müssen nicht nur in den Kindern gelegen haben.
    Ich hatte z.B. nach einer 20-jaehrigen zunehmend schlechter werdenden Ehe keinerlei Interesse an Partnersuche.
    - Erst wollte ich mich von schlimmen Jahren erholen
    - Dann stellte ich fest, beruflich geht, was vorher der Ehemann verhinderte, also erst mal daran Interesse
    - Es zeigte sich: allein kann ich jederzeit machen, was ich will. Ist auch kein Grund Grund, daran was zu ändern.
    Selbst wenn es in den Jahren irgendein männliches Interesse an mir gegeben hätte, hätte ich es nur wahrnehmen können, wenn der Mann sich überdeutlich erklärt hatte, z.B. schriftlich mit Postzustellungsurkunde. Alles andere war aus meiner Wahrnehmung ausgeblendet. Mein Mann hatte in langwieriger, mühseliger Kleinarbeit ein ziemlich dickes Brett zu bohren, obwohl ich ihn toll fand - ich wollte eigentlich keinen Partner, weil das Veränderungen bedeutete, die ich damals nicht unbedingt wollte

    Sorry, es so zu sagen, aber ein Mann, der im ersten Daten kein anderes Gesprächsthema hat, als Deine Beziehungshistorie abzufragen und daraus ein Problem zu konstruieren ist eine Hohlbirne, die keine Themen und keine Fähigkeit zum eigenständigen Denken hat. Willst Du so einen?

    Weder er noch Du gehört auf die Couch, sondern Du solltest Dich fragen, wie Du besser vorselektierst, um Dir Dates mit unsicheren und engstirnig Männern zu ersparen.
     
  13. Ich kann ja jetzt nur für mich sprechen und nicht für die Fragestellerin. Und ich muss sagen, ich fand meinen Weg, okay. Für mich und meine Situation passend. Und vor allem für meine Person.


    Wenn ich mich verliebe passiert das langsam, über Monate. Und genauso entliebe ich mich wieder, das ist keine Sache von Tagen oder Wochen. Eigentlich nicht mal von Monaten. Wenn ich wirklich verliebt war, brauchte ich bestimmt mindestens ein Jahr, bis ich wirklich über diese Sache hinweg bin und es verarbeitet habe. Dann gab es Zeiten, wo ich gar nicht gesucht habe, es gab Zeiten, wo ich nur meinen Spaß wollte. Ich habe auch noch ein Leben, das aus etwas anderem als Männersuche besteht. Ich habe selten parallel gedatet und wenn beschäftige ich mich ausgiebig mit jemanden, den ich kennenlernen wollte. So vergeht dann eben auch einfach Zeit.

    Auch würde ich ein dreimonatiges Kennenlernen nicht als Beziehung bezeichnen, so wie das manch andere hier tun. So genommen hätte ich einige Beziehungen gehabt.

    Das ist sicher richtig. Ich finde hingegen Menschen suspekt, die sich von jetzt auf gleich verlieben und entlieben können und zwei Wochen nachdem Schluss mit dem einen war, schon den nächsten am Start haben, in den sie ganz groß verliebt sind. Das halte ich für den wahren Selbstbetrug, für nichts weiter als Projektion oder einfach für einen Beweis dafür, dass man nicht alleine sein kann.

    Bei jeder meiner Beziehungsanbahnungen habe ich versucht herauszufinden, was ich rückblickend aus dieser Sache lernen kann -vor allem über mich selbst. Wie ich Fehler vermeide, Ungereimtheiten erkenne.

    Ich bezweifel, dass dies jemand macht, der sich sofort in eine neue Suche stürzt.

    Das könnte ich nur, wenn ich immer noch so naiv wäre und ungeprüft alles glauben würde, was man mir erzählt. Du müsstest es mir mit deinem Verhalten beweisen und zwar längerfristig, dass ich merke, dass es nicht nur anfängliches Mühegeben ist.
     
    • # 25
    • 12.02.2020 um 14:56 Uhr
    • Ikigai
    Das hab ich auch gedacht, und melde mich nun doch zu Wort...
    Hohlbirne hätte ich vielleicht nicht gesagt, aber ich fände das auch waaaahnsinnig langweilig....da gäbe es doch Millionen Fragen, die man stellen könnte.
    Liebe Freche, lass Dich nicht runterziehen! Wer Dir blöd kommt, darf seinen Kaffee gern allein austrinken..... Was könnte man in der Zeit alles schönes machen, anstatt sich ausquetschen zu lassen.....Witze lesen, Proust zitieren, Bowlen gehen, Seemannsknoten lernen, One-Pot-Gerichte kochen, sich mit co2 -oder nicht co2 auseinandersetzen, was weiß ich....frag das nächste Date, was komisch reagiert, doch einfach mal, ob ER dies oder anderes schon mal gemacht hat.....oder WARUM nicht....
    Das wäre dann doch mal ein Thema.
    Kehr den Spieß einfach um!
     
    • # 26
    • 12.02.2020 um 15:12 Uhr
    • annie83
    Das ist zwar sehr spitz ausgedrückt, aber ich musste lachen und finde, es trifft zu (natürlich für Hohlbirnen beiderlei Geschlechts).
    Inzwischen macht es mich sehr skeptisch, wenn jemand mich wie beim Bewerbungsgespräch behandelt und die "Lücken im (Beziehungs-)Lebenslauf" erfragt. Da habe ich den Eindruck, dass Negatives in mich hineinprojiziert wird. Und unter Generalverdacht gestellt zu werden, ist unsexy.
    Natürlich gebe ich gerne Auskunft, wenn sich jemand für mein Leben interessiert. Ich bin auch ehrlich, was meine Macken anbelangt. Aber ich verhalte mich nicht mehr wie eine Bittstellerin. Es stimmt, ich war lange Zeit Single. Und es stimmt auch, dass ich meinen Anteil daran habe. Das ist doch aber trivial, denn jeder, der Single ist und mich datet, hat auch seinen Anteil daran, dass er in dieser Lage ist. Sei es, dass er vielleicht in seiner letzten Beziehung etwas beitrug, das zur Trennung führte, oder sich bislang nicht auf eine andere Frau einlassen konnte, zu wenig Motivation hatte, um zu daten etc.
    Wer im Glashaus sitzt, würde ich meinen.
     
    • # 27
    • 12.02.2020 um 22:07 Uhr
    • gast_m
    Tendentiell JA.

    Aber es gibt auch positive Ausnahmen. Gehe mit Gelassenheit in Gespräche, und, GANZ WICHTIG, suche positive Gesprächsthemen.

    Woran liegt das Kaputte unter anderem?

    Hierzulande wird zu viel über Negatives berichtet und erzählt:

    - In der täglichen medialen Berichterstattung geht permanent die Welt unter wegen Klimawandel
    - Frauen thematisieren überproportional negative Beziehungsthemen von sich oder ihren Freundinnen.

    Man sollte sich mal die KOMPLETTE Rede von Donald Trump in Davos 2020 anhören. Er spricht von "optimism" und lobt die europäische Kulturerrungenschaften. Also: selber POSITIV denken und reden, das strahlt positiv aus. Und steckt vielleicht Deinen Gesprächspartner positiv an.

    Damit das Negative vergessen wird...

    M, 41
     
  14. Ein wenig mehr Toleranz auf beiden Seiten würde dazu führen, dass hier im Forum nicht mehr auf diesen unterschiedlichen Sichtweisen herumgehackt wird. Jede hat ja ihre Berechtigung und suspekt ist weder in der einen noch in der anderen Richtung irgendwas. Es ist schlicht eine andere Persönlichkeit und eine andere Art, mit einer Situation umzugehen.
     

Jetzt Partnersuche starten

Ich bin
Ich suche

Es gelten die AGB und Datenschutzbestimmungen. Mit der kostenlosen Mitgliedschaft erhalten Sie regelmäßig Angebote zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft und weiteren Produkten der PE Digital GmbH per Email (Widerspruch jederzeit möglich)