1. Partner in Frührente, Frau voll im Beruf und wie agieren?

    Hallo an alle,

    vor gut einem Jahr ist mein Partner in Frührente gegangen aus diversen u.a. gesundheitlichen Gründen. Er geniesst diese Lebensphase extrem, ist geradezu hyperaktiv, pflegt einen riesigen Freundschaftskreis, reist....

    Ich bin 8 Jahre jünger. Wir führen seit Jahren eine Fernbeziehung (vorher beruflich nicht anders möglich...zwischen uns liegen 150km, aber auch eine Sprachgrenze....). Haben beide Kinder aus einer früheren Ehe, die aber fast erwachsen sind (nur noch je das jüngste im Haus).
    Da ich von meinem Exmann nie Unterstützung bekam, musste ich immer voll arbeiten und anders geht es auch jetzt nicht (Kinder im Studium). Ich liebe meinen Beruf, habe da auch noch viele Ziele und Ideen.
    Aber seit mein Partner in Rente ist, wird unsere Beziehung immer schwieriger. Er wartet auf mich, ist am Wochenende voller Energie....viel mehr als ich...zwar ist er dauernd aktiv, aber vermisst mich dabei dennoch mehr als früher. Und fühlt sich schnell zurückgewiesen....
    Ich dagegen habe ja nur wenig Freizeit. Davon möchte ich auch etwas mit meinen Kindern verbringen. Und alte Freundschaften pflegen (was ich klar total vernachlässigt habe). Natürlich ist auch mir die Partnerschaft extrem wichtig!! Aber ich fphle mich extrem unter Druck gesetzt....Zeit für mich bleibt gar nicht mehr....Und wenn ich mitten am Arbeitstag unter der Woche etwas knapp auf das fünfte "du fehlst mir so" reagiere, gibt es eine emotionale Krise....

    Sagen muss man vielleicht noch, dass ich in einem sozialen Berufsfeld arbeite, zum Berufsalltag gehören intensive zwischenmenschlichr Beziehungen und Auseinandersetzungen...Ruhe für mich, mal abundzu ein Wochrnende allein, ist schwierig in einer Fernbeziehung, aber mir fehlt sonst irgendwann die Luft zum Atmen....

    Wie kann man mit dieser Situation umgehen? Kennt das jemand?
    Zusammenleben wäre in ca 2 Jahren möglich. Aber zzt macht mir das Angst....ausserdem müsste ganz klar ich umziehen und mein Umfeld aufgeben, neuen Job suchen....
     
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  3. Das ist ja nett von dir, dass du dir überlegst, dein Umfeld zu verlassen und dir einen neuen Arbeitsplatz zu suchen, weil er dich vermisst.

    Er hat als Frührentner keine beruflichen Einschränkungen. Wenn er dich vermisst, kann er in deine Nähe ziehen. Macht er aber nicht, also wird er dich auch nicht allzu sehr vermissen.
     
  4. Ja, das kenne ich. Ich hatte mal eine Fernbeziehung über 250 km. Sie war ein Energiebündel vor dem Herren. 50 Minuten joggen. Da schon das Auto vor der Muckibude geparkt. Denn danach ging es an den Gewichten weiter. Anschließend hat sie alle Fenster in ihrem Haus geputzt und schlussendlich gesagt: "Was machen wir jetzt?". Ich habe auch keine Erinnerung, sie jemals schlafen gesehen zu haben. Ich schlief immer vor ihr ein und wachte nach ihr auf. Manchmal hatte ich gar den Eindruck, sie geht nur zum schlafen ins Bett, weil ich es mache. Schlafanzug brauchte sie keinen, sie hatte, sobald sie ins Liegen kam, eine Körpertermperatur, als ob sie Fieber hat. Die Freundin ihres Sohnes hat von ihm Gleiches berichtet. Scheint erblich zu sein.

    Ein Jahr hat mich die Energiewelle begeistert und ich ließ mich mitreißen. Dann war meine Akku leer und ich konnte nicht mehr. Sie hat aber weiter gemacht wie das Duracell-Männchen. Ich wurde immer dünnhäutiger. Nach der Wochenend-Anreise brauchte ich Ruhe, sie Aktion. Daran ist es gescheitert.
     
  5. Ich kann verstehen, dass dich das etwas erdrückt aber er scheint dich wirklich zu lieben und zu brauchen. Zusammenziehen könnte eure Beziehung vielleicht verbessern, eventuell könnte er dir dann auch im Alltag etwas Last von der Schulter nehmen.
    Könnte er nicht auch unter der Woche immer wieder bei dir wohnen? Die Entfernung ist ja nicht groß, so 90 min Fahrt in eine Richtung kann man schon leicht für 1-2 Tage in Kauf nehmen.

    Auch wenn dich deine "ich vermisse dich" Nachrichten vielleicht nerven aber ich würde da auf jeden Fall antworten und wenn es nur ein Herz-Emoji ist. Kostet 1 Sekunde und hilft deinem Freund.
     
  6. sollte genau umgekehrt sein, dein Partner der mehr Zeit hat, könnte wenn die Beziehung stimmig ist mehr auf dich eingehen macht er nicht!
    Ich glaube nicht, dass diese Beziehung stimmig in Balance steht, du nimmst zu viel Rücksicht auf ihn, was er mit dir nicht tut, das würde mir zu denken geben!!
     
  7. Da sehe ich aber schwarz fuer Ihre Beziehung. Von seiten Ihres Partners scheint wenig Verstaendnis fuer die Situation da zu sein, was uebrigens gar nicht selten ist, wenn der Mann schon in Rente ist, und die Frau.noch arbeiten muss.
    Kommt Ihr Partner denn nicht auf die Idee, Ihnen ab und zu unter die Arme zu greifen, d.h. sich ein paar Tage bei Ihnen einzuquartieren und Ihnen bei den taeglichen Arbeiten zu helfen? Oder darf er sich jetzt nur noch amuesieren, waehrend Sie sich ein Bein ausreissen, um alles zu schaffen? Hier scheint ein Gespraech dringend notwendig. Es nuetzt Ihnen nichts, wenn er Ihnen staendig sagt, dass Sie ihm fehlen und Sie damit gefuehlsmaessig unter Druck setzt.
    Er weiss ja auch, dass Sie einen Beruf haben, bei dem man nicht mit dem Glickenschlag den Computer zuklappen kann.
    Lasen Sie sich nicht draengen und vor allem kein schlechtes Gewissen machen, weil Sie auch Ihr Privatleben brauchen und nicht staendig hetzen koennen. Wenn er Sie liebt, muss er einsehen, dass Sie nicht so oft zur Verfuegung stehen und muss Sie unterstuetzen, sonst wird das auf die Dauer nichts.
     
  8. Wie wäre es mit einem Probewohnen bei dir? Dann hat er dich in seiner Nähe und kann seine Energie in deinen Haushalt stecken, so dass du am Wochenende oder in deiner Freizeit mehr Zeit für die schönen Dinge hast.

    Ich denke es wäre für dich sicherlich nützlich, wenn schon geputzt und eingekauft ist, die Wäsche gemacht oder wenn er abends das Essen kocht.

    Dann ist er bei dir vermisst dich nicht und ist gleichzeitig ausgelastet.
     
  9. @Andreas1965, das stelle ich mir gerade sehr lustig vor, weil ich auch so eine Frau bin und weiß, dass dies extrem nervig sein kann. Aber man kann ja nix für diese Energie, Wärme und Leidenschaft. In meiner letzten Beziehungsanbahnung kamen auch immer diese Sprüche „boah, wie kannst Du so früh so wach sein ...“ Nun, das bin ich immer dann, wenn ich Interesse habe, denn eigentlich bin ich ein Morgenmuffel
    Zurück zu der FS, das sind komplett unterschiedliche Lebensmodelle, passt er sich Deinem nicht an, lass ihn ziehen. Du hast gerade noch eine ganz andere Verantwortung und wenn er das nicht sieht und akzeptiert, dann passt es nicht.
     
  10. Liebe FS,
    ja, kenne ich, ich habe die umgekehrte Situation beidseitig ohne Kinder, ich in der Freistellung, er arbeitet noch.

    Wir (damals 50+) hatten eine Fernbeziehung. Ich konnte in seiner Region keinen gleichwertigen Arbeitsplatz finden, den ich hatte. Darüber hinaus wollte in der Lebensphase
    - weder das Risiko eingehen, die Unkündbarkeit des alten Arbeitsplatzes aufzugeben
    - noch hatte ich Lust mich in einer neuen Firma in Konkurrenz zu den Alteingesessenen zu begeben und mir mein berufliches Renommee nochmal zu erarbeiten.

    Meinem Mann ging es ähnlich. Er kann in seinem Beruf zwar überall arbeiten, hat an seinem aktuellen Arbeitsplatz aber großen Gestaltungsspielraum, der anderswo so nicht gegeben ist. Außerdem ist er familiär und sozial in der Region verwurzelt.
    Bei mir ist das nicht so und so war von vornherein klar, dass ich mich in seine Region bewege, wenn mein Berufsleben vorbei ist.

    Ich arbeite ebenfalls seit einem Jahr nicht mehr und bin sofort zu meinem Mann gezogen. Er müsste eigentlich noch 8 Jahre arbeiten, aber mittlerweile denken wir "bis 63 langt für ihn" und wir wollen dann in die gleiche Lebensphase eintreten. Dann Leben wir halt 5 Jahre von meinem Einkommen/Rente, bis seine Altersversorgung greift.

    Ich bin ein anderer Typ als Dein Partner, hatte einen ähnlich anspruchsvollen Beruf wie mein Mann und brauchte früher auch meine Ruhephasen und habe das mitmeinem Jobausstieg nicht vergessen.
    Wenn er Freizeit hat, soll er exakt das tun, was Du als Deine Bedürfnisse beschreibst: zum Sport gehen, seine Freunde treffen, mitihnen in Urlaub fahren, sich Offzeit nehmen. Wenn ich Freunde und Familie sehen will, fahre ich ein paar Tage hin. Wir sind uns ziemlich ähnlich im Lebensstil.

    In eurer Konstellation ist mir nicht klar, warum Du überhaupt daran denkst, Job, Freunde und Kinder aufzugeben und zu ihm zu ziehen - warum er nicht daran denkt, zu Dir zu ziehen.
    Seine Heimat ist 150 km entfernt - keine relevante Strecke, gesundheitlich scheint er auch nicht sehr eingeschränkt zu sein. Also hat er alle Möglichkeiten, über diese Strecke seine Sozialkontakte aufrecht zu erhalten.
    Wie lange bist Du noch im Berufsleben und was würde ein Wechsel für Dich bedeuten, welche Risiken oder Belastungen beinhaltet er?

    Du solltest Deinem Partner Grenzen aufzeigen und Dir die benötigten Freiräume/freies WE für soziale Kontakte und Entspannung nehmen.

    Dein Partner scheint ziemlich egozentrisch zu sein, daher musst Du Deine Belange durchsetzen.
    Allerdings solltest Du für Dich auch gucken, ob Du fair gewertest oder eine Neidthematik Deine Sichtweise verzerrt.

    Bei uns läuft es super: ich verstehe und berücksichtige die vom Berufsleben bestimmten Belange meines Mannes und er ist nicht neidisch, dass ich jahrelang Freizeit mit hohem Gehalt habe. Allerdings habe ich meinen Beruf nur aufgegeben, weil es die Chance war, die Fernbeziehung zu beenden und endlich zusammen zu leben.
     
  11. Hast du dir mal Gedanken gemacht warum er geradezu hyperaktiv seine Zeit zupflastert mit Aktivitäten? Warte mal die Zeit etwas ab wie er sich so weiterentwickelt in seiner neuen Freizeit, also Rentner dasein, ich meine natürlich das er das Gefühl haben könnte zum alten Eisen zu gehören. Wer weiß. Es gibt auch Menschen die müssen immer irgendetwas machen und sind nicht in der Lage alleine für sich zu sein. Ich gehöre zu den Menschen die einen abwechslungsreichen beruflichen Alltag haben. Danach am Abend oder an den Wochenenden genieße ich meine Zeit und verplane diese nicht einfach so um einen anderen Menschen/Mann einen gefallen zu tun. Damit fühle ich mich sehr wohl und habe keinerlei Druck mehr. Den hatte ich früher auch als ich mich meine Zeit anderen geschenkt habe. Denk an dich und deine Kinder, du wirst davon profitieren.
     
  12. Schwierig, ich kenne deine Situation ansatzweise.
    Ein Frührentner hat sich in den Kopf gesetzt, dass ich die Richtige für ihn sei. Morgens schon WhatsApp, er geht zum Frisör, ihm ist langweilig, er mäht seinen Rasen, usw.
    Am Tag 3, mitten in meinem größten Arbeitsstress kam wieder eine gechillte Nachricht.
    Klar kann er nichts dafür, aber ich weiß nicht wo mir der Kopf steht und er reibt mir dauernd unter die Nase, wie er seinen Tag totschlägt.
    Ich fühlte mich unverstanden, er konnte mein Leben überhaupt nicht nachvollziehen.
    Ihn als Partner....ich bekam das kalte Grausen.
    Konnte förmlich den Druck spüren, für ihn Zeit haben zu müssen.
    Es sind einfach völlig unterschiedliche Lebensphasen.
    Wenn ein langjähriger Partner zum Frührentner wird, dann ist es halt so.
    Aber mir wissentlich einen viel älteren Mann anzutun, der bald in Rente geht würde ich nie machen, denn genau dein Problem wäre ein Hauptgrund.
    Dein Partner ist Frührentner, hab schon verstanden. Versteh dich vollkommen, wahrscheinlich bist du auch der Typ, bei dem die ganze Situation als Erwartungshaltung bei dir ankommt.
    Ich hätte ständig das Gefühl, sobald ich etwas Zeit habe, soll ich Gewehr bei Fuß stehen. Dieser *gefühlte* Druck würde mich krank machen!
    Mach ihm eine klare Ansage, wann du Zeit für ihn hast und fertig! Kapiert er es nicht, würde ich mich verabschieden!
    Alles Gute dir
     
  13. Okay und danke für die vielen Antworten. Man muss wohl doch etwas mehr erklären....

    Zur Distanz und den Umzugsmöglichkeiten: 150km sind nicht viel, aber dazwischen liegt eine Sprachgrenze (dazu muss man in der Schweiz ja nicht so weit fahren...). Während meine Kinder und ich zweisprachig sind und seine Muttersprache sprechen, spricht er weit weniger gut Deutsch. Für ihn wäre damit der Aufbau eines sozialen Netzes hier schwieriger. Für mich ist es sprachlich egal, wo ich lebe und arbeite.
    Auch jetzt tut er das schon, dass er unter der Woche mal einige Tage bei mir ist und mich dann sehr entlastet. Nur stellt sich dann genau das Problem: ich bin ganztags weg und er fühlt sich einsam hier. Er tut es trotzdem, ca eine Woche im Monat.

    Das andere Thema bei uns ist viel weniger lustig: kurz nach unserem Kennenletnen ist er schwer erkrankt. Es hat sich dann, obwohl niemand damit gerechnet hatte, nach erster erfolgreicher Behandlung doch sehr schnell herausgestellt, dass es nicht heilbar ist. Ja, es geht ihm gut zzt. Auch dank aggressiver Medikamente, die aber auch Nrbenwirkungen haben. Aber wie lange? Das weiss niemand. Sollte die Erkrankung wieder aktiv werden, gibt es weitere und noch unangenehmere Therapien. Und irgendwann kann es auch dann bedrohlich werden.
    Mir ist ganz bewusst, dass diese "Hyperaktivität" auch damit zu tun hat
    Er möchte Dinge jetzt erleben, bevor er nicht mehr kann. Und ich gönne ihm alles was er erlebt voll und ganz!!

    Und trotzdem bleibt wenig Raum auf meiner Seite für eigene Bedürfnisse. Job braucht Zeit und Energie, die (fast) erwachsenen Kids sind mir wichtig, Freizeit gehört ansonsten ihm. Freundschaften habe ich vernachlässigt....aber wann bliebe Zeit dafür???

    Theoretisch versteht er mich schon. Praktisch bleibt ihm wohl jetzt mehr Zeit zum Nachdenken.....und mehr Zeit, sich einsam zu fühlen...

    Vor seiner Rente war es so viel ausgeglichener. Je nach beruflichem Stress bei ihm oder mir waren wir mal mehr bei ihm, mal mehr bei mir. Freitag nach der Arbeit todmüde zu sein, war kein Thema....tagsüber war jeder mit Job ausgelastet, da gabs keine vielen sms...Feriem gehörten den jeweiligen Kindern und bestimmte Wochen dann uns zu zweit. Jetzt sieht er seine Kinder lieber wrnn ich sowieso arbeite und ich muss aufpassen, dass mir genug Zeit für meine eigene Familie bleibt, wenn ich frei habe (da sowohl seine als auch meine älteren Kinder schon studieren und nicht alle am Wohnort von Mutter bzw Vater möchtem die dann logischerweise auch mal Zeit allein mit ihrem Elternteil, das verstehen wir aber beide. Nur bin ich halt weniger flexibel....).

    Die Situation ist schwierig und vielleicht kommt ein unterschiedliches Bedürfnis nach Nähe dazu, das wir früher nicht bemerkt haben, als wor beide noch beruflich eingebunden waren.....
     
  14. Und Nachtrag: er ist 57, ich 49. Diese sehr frühe Frührente war nicht der Lebensplan....beim Kennenlernen waren wir ja auch beide noch kerngesund....

    Und einfach gehen? Ich hoffe eher, dass wir einen Weg finden....mich in dieser Situation einfach verabschieden, das könnte ich mit meinem Gewissen kaum vereinbaren und ich hoffe, dass es nie dazu kommt.
     
  15. Um Himmels willen, bloß nicht! Ich würde niemals mit einem Menschen, der meine gesamte verfügbare Freizeit aufsaugt wie ein Schwamm und mich unter keinen Umständen irgend etwas allein machen lassen will, so nahe zusammenrücken, daß mir auch noch die letzten Fluchtmöglichkeiten versperrt sind und ich jede Beschäftigung, die länger als 5 Minuten dauert und sich nicht mit seinen momentanen Interessen deckt, quasi erkämpfen muß.
     
  16. Ich denke fast, dass ihr euch einfach damit abfinden müsst, dass die Situation nicht perfekt wird, es klingt eigentlich als würdet ihr das eh recht gut meistern. Wenn ihr akzeptiert, dass ihr einen gewissen Spagat leben müsst hilft das vielleicht
     
  17. Meine Mutter ist Frührentner, ihr Freund arbeitet. Es ist eine Katastrophe, sie hat den ganzen Tag Zeit und ist sauer wenn er nicht sofort auf ihre unwichtigen Nachrichten reagiert. Grauenhaft!
    Aber er setzt Grenzen und hat seine eigene Wohnung behalten.
    Das FS, musst du auch machen, egal ob er dann beleidigt ist oder nicht.
    Das er krank ist, ist schlimm aber nicht deine Schuld. Du wirst ihn dann sicher mehr unterstützen müssen aber wie soll das gehen wenn er dich bereits als gesunder Mann völlig auslaugt.
    Er soll sich ein Hobby suchen das ihn geistig und körperlich beschäftigt. Dieses auf dem Sofa hocken, ausgeruht und gelangweilt wenn du von der Arbeit kommst, kenne ich. Ich hatte das auch mal, ich wurde bereits mit Plänen und Vorschlägen überschüttet vor ich die Jacke ausgezogen hatte. Das ich mal kurz Füsse hochlegen wollte, wurde nur mit faul oder langweilig kommentiert.
    Das er, wenn er von der Arbeit heimkam, eine halbe Stunde nicht ansprechbar, hatte er natürlich vergessen....
    Wir hatten auch das Sprachproblem da er die Landessprache noch nicht gesprochen hatte. Er ging dann in eine entsprechende Schule, dann war es besser. Ist so etwas bei Euch möglich?
     
  18. Hallo Singlemom,
    die Kernfrage liegt aus meiner Sicht woanders: Kann es sein, dass Du damals, als er die Diagnose bekommen hat, aus Pflichtbewusstsein bei ihm geblieben bist? Ich vermute, dass Du an dem Punkt, als die Diagnose kam, ihn noch gar nicht geliebt hast, sondern einfach in der Anfangsphase einer Verliebtheit warst. Da Du aber ein integrer Mensch bist, bist Du geblieben. Durch die Krankheit konnte sich die Beziehung gar nicht so entwickeln, um auch ohne Krankheit als Kleber fortzubestehen, das heißt, nach einer längeren Phase der Verliebtheit an den Punkt zu kommen, wo man aus tiefstem Herzen ja sagen kann und nicht aus Pflichtgefühl heraus. Kann das sein? Und wenn ja, wird das Deine Gedanken beeinflussen?
     
  19. Geht in Frührente und ist dann hyperaktiv? Für mich klingt so ein Mann einfach nur träge und faul. Dann hätte er ja doch noch weiter arbeiten können. So krank scheint er ja nicht zu sein.
    Dass du so einen Mann überhaupt attraktiv findest? Ich würde mir einen Mann suchen, der zu Dir passt. Oder erst mal gar keinen. Dein Leben ist auch so ausgefüllt.
    Bin selber Singlemom und kenne dein Problem. So ein Mann bremst dich nur zusätzlich aus.
    Er könnte dir ja auch viel abnehmen, jetzt wo er Zeit hat: Einkaufen, kochen, Haushalt, Wäsche. Aber da spielt er wahrscheinlich wieder die Gesundheitskarte....
    Lauf lieber schnell weg.
     
  20. Tini, und auch einige andere Antworten: das ist ein sehr hartes Urteil und so absolut nicht richtig! Eine permanente loe dose chemo hindert jemanden, der immer sporzlich war, nicht am Reisen und Bewegung. Aber wohl an der Ausübung eines Jobs in einer Führungsposition mit viel Verantwortung. Dienstreisen etc.....und dass er mir nicht hilft bzw ich mir jede 5 Minuten Freiraum erkämpfen müsste, habe ich nie behauptt!

    Omerta, danke, Dein Beitrag hilft mir eher weiter. Und auch Monchichi, auch wenn Deine Vermutung nur teilweise stimmt. Sicher war ich bei der Diagnose einfach noch sehr verliebt und dann geht man nicht. Aber nach der ersten OP wurde er entlassen mit dem Kommentar, er sei gesund und könne die Sache vergessen. Natürlich hat uns diese Zeit auch zusammengeschweisst. Und auch bei mir gab es schwierige Umstände, in denen er mich sehr unterstützt hat.
    Wirklich schwierig wird es erst jetzt mit der Rente und dem Gefühl immer unterschiedlicherer Bedürfnisse....
     
  21. Halte ich auch für die beste Idee, jetzt wo er Zeit und das Gefühl hat, leben zu müssen. Sprachen lernen wäre für mich auch eine der Dinge, die ich bis zuletzt täte.

    Finde ich auch tröstlich. Versucht eine mittelfristige Perspektive hinzubekommen, wenn möglich. Viel Glück!
    W35
     
  22. Ich finde er nimmt keinerlei Rücksicht auf dich.
    Merkst du was. Er hat einen sehr großen Freundeskreis den wer wahrscheinlich regelmäßig trifft während du bei der Arbeit bist. Das ist ja auch in Ordnung. Wenn du deine Freunde mal treffen willst dann fühlt er sich gleich zurück gewiesen.

    Außerdem denkt er nur an sich. Wenn du die ganze Woche hart gearbeitet hast dann kann man nicht noch so viel Energie haben wie jemand der den ganzen Tag frei hat.
     
  23. Ich dachte wirklich, dass es Menschen gibt, die die Liebe suchen. Und die Liebe auch so verstehen, dass sie niemanden hängen lassen, wenn er eine schlechte Diagnose bekommt. Ich glaube, ich muss mein Urteil revidieren. Wie kann man nur so oberflächlich sein? Und nur an sich denken, ohne Rücksicht auf Verluste? Der Mann funktioniert nicht mehr? Nichts wie weg damit! Ich hatte nie eine besonders hohe Meinung von den Menschen, aber hier wird sie nun wieder bestätigt. Liebe bedeutet nicht dass man alles bekommt, sondern dass man auch was geben muss. Ich betone das Wort muss. Mit einer Konsumhaltung wird man niemals jemanden finden, der einen im Herzen wirklich berührt.
     
  24. Da ich ja selber nach meiner OP Frührentner bin, kann ich nur schmunzeln, wie ich angeblich sein sollte. Hyperaktiv war ich mit 20 nicht und 2017 als ich in Frührente geschickt wurde erst recht nicht.

    Man genießt einfach sein Leben und wenn ich lese, wie ich als Frührentner sein muss, dann ist dies so, als würde ich sagen, dass alle Büroangestellten immer am Montag zu spät zur Arbeit kommen, weil sie ist ja ein weiteres Gerücht, was manche denjenigen nachsagen.

    Das einzige was mich eher geärgert hat, war meine Exfrau und ihr Anwalt.
    Sie muss für mich Nacheheunterhalt bezahlen und der Anwalt meinte dass ich locker arbeiten gehen könnte. Da sollte der Anwalt halt einfach den Chefarzt verklagen, der dies anders sieht.
     
  25. Wenn er so fit ist, gibt es vielleicht ein soziales Projekt wo er helfen kann? Ihm fehlt wahrscheinlich einfach irgendeine geistige Förderung (deshalb der Vorschlag mit einem Sprachkurs oben) oder schlicht und einfach eine Aufgabe.
    Vielleicht gibt es ein Flüchtlingsheim oder Rotes Kreuz oder so in der Nähe? Ich habe in der CH bei Flüchtlingen unterstützt, daher weiss ich dass das geht.
    Oder ein Tierheim damit er mit Hunden laufen kann?
    Er braucht einfach das Gefühl gebraucht zu werden, noch wichtig zu sein, noch einen Sinn zu haben usw.
    Das Gute an diesen Sachen ist dass er seine Situation vorher erklären kann und wenn es gesundheitlich nicht geht, dann auch unkompliziert kurzfristig absagen kann.
    Wäre so etwas eine Idee?
    Er konzentriert sich völlig auf dich, du bist seine einzige Aufgabe und das wird dir zu viel. Verständlich!
    So zumindest hast du im Eingangspost geschrieben, auch wenn du dann zurück gerudert bist als du gesehen hast wie die Antworten ausfallen.
     
  26. Liebe Fragestellerin,

    schwierig.
    Ich finde einen reifen Menschen macht auch aus, dass er mit sich allein sein kann. Eigene Pläne, Interessen und Ziele hat.

    Ich arbeite auch in einem sozialen Beruf. Leute aus der Ecke sind sehr anfällig dafür, auch in Paarbeziehung das Kindermädchen, Unterhalterin, Krankenschwester und Therapeutin zu machen. Das ist aber nicht gut!!

    Dein Freund hätte endlos viele Möglichkeiten. Wenn ihm langweilig ist, warum lernt er dann nicht deutsch??!!!! Dann könnte er zu Dir ziehen.

    Er scheint v.a. um sich zu kreisen.
    Und fünf ich vermisse Dich Nachrichten an jemanden, der grad auf der Arbeit ist, ist ziemlich kindisch und rücksichtslos. Zumindest unempathisch. Das ist nicht Liebe das ist Hunger nach Aufmerksamkeit von Mami.

    Was ist mit Deinen Bedürfnissen??!!
    Ich bin auch so dass ich immer wieder von meiner Struktur alleine Zeit brauche. Sonst werde ich krank.
    Mein Partner weiss das. Er respektiert es. Ich glaube wenn es nach ihm ginge, würden wir uns auch mehr sehen. Aber da er einfühlsam und alles andere als egozentrisch ist, lässt er mich. Er hat sogar jetzt bei den Feiertagen komplett mir die Entscheidung überlassen wieviel Zeit wir zusammen verbringen. Weil er mein Bedürfnis nach Rückzug kennt. Das macht es mir leicht.
    Und da der Druck wegfällt, gehe ich auch öfter auf ihn zu als bei Exfreunden, die mich vereinnahmt haben. Das loest Fluchtreflexe bei mir aus. Ich will kein Lueckenbuesser fuer Langeweile, innere Leere, fehlenden Lebenssinn oder Unfähigkeit alleine zu sein sein.

    Leider landen grad Leute aus sozialen Berufen oft in genau der Konstellation. Dazu gibts Studien.
    Sie fühlen sich fuer den Partner verantwortlich wie fuer ein Kind oder einen Patienten.
    Das Pendant dazu ist ein eher egozentrischer oder labiler PartnerIn.

    Zieh bitte auf keinen Fall zu ihm!!!
    Du würdest alles aufgeben was Du liebst.
    Um jemanden zu bespassen und zu pflegen, der bis ins Rentenalter rein nicht gelernt hat, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und Rücksicht auf den anderen zu nehmen.

    Deine Geschichte mit Whatsapp und der emotionalen Krise wenn Du nach fuenf Nachrichten Abgrenzung ausuebst klingt so als hättest Du den Arm im Fleischwolf sobald Du ihm den Finger reichst!!
    Es wird seine Gründe geben dass 150km zwischen euch liegen. Das schützt dich!

    Ich würde ihm mal ruhig und sachlich aber klipp und klar Deine Bedürfnisse und Grenzen mitteilen.
    Reagiert er beleidigt, akzeptiert es nicht oder geht ins Opfer dann trenne Dich.

    Ich war selber schon viel krank in meinem Leben. Nie habe ich das zum Anlass genommen, Leute im privaten Umfeld emotional zu okkupieren und zu Unterhalten oder Pflegern zu machen. Es ist schließlich meine! Krankheit gewesen.
    Wenn das ein Mann in dem Alter noch nicht kann, sehe ich schwarz.
    Oder willst Du Dein Restleben komplett aufopfern fuer seine Befindlichkeiten??!! Für jemanden der keine Rücksicht auf Deine Bedürfnisse nimmt? Dazu waere mein Leben mir echt zu schade!!
     
  27. Hallo Singlemom,
    ich hätte hier einen Vorschlag für Dich, wie Du weiter vorgehen könntest:
    Zuerst kläre für Dich selbst ab, ob Du ihn wirklich liebst oder ob das Pflichtgefühl übermächtig ist. Dann frage Dich im Stillen, wie Du Dein Leben haben möchtest. Du könntest Dir ein Bild malen mit den verschiedenen Bereichen Deines Lebens (die Kinder, die Liebe, die Hobbies, die Arbeit) und den Bereichen unterschiedlich viel Platz zuweisen.
    Wenn Du das geklärt hast und Dich mit Deinem Inneren für (mehr) Liebe und Beziehung (mit diesem Mann) in Deinem Leben entscheidest, dann sage ihm das, was Du uns gesagt hast. Übe das Gespräch vorher, mache Dir Notizen, wie Du es anpacken möchtest. Wenn er kein Egoist ist, dann wird er irgendwann verstehen, dass auch Du nicht immer von Deinem Kraftreserven leben kannst. Gerade Menschen mit sozialen Berufen geraten öfters an Menschen, die selbst nicht so sozial sind und von der Energie des sozialen Partners zehren. Menschen mit sozialen Berufen müssen auch oft erst einmal lernen, dass sie auch ein Recht auf die Erfüllung ihrer eigenen Bedürfnisse haben und dass man sich dafür auf die Hinterbeine stellen muss - das ist vermutlich Deine Lernaufgabe hier. (Ich habe es auch erst einmal lernen müssen, keine Sorge, man kann es lernen und hat danach trotzdem noch Freunde und Partner.) Schildere Deinem Freund auch einmal, was Dein Job genau bedeutet und wie wichtig das Alleinsein deshalb für Dich ist.
    Wenn Dein Freund das eingesehen hat, dass auch Du nicht unendlich Kraft hast, dann kannst Du einen Lösungsvorschlag bringen: Wenn Du Deine Zukunft mehr bei ihm als bei Deiner Arbeit siehst, dann könnte er helfen, indem er Dir mit seinem Geld hilft, im Job kürzerzutreten. Ich denke, wer mit einer unheilbaren Krankheit kämpft, wird wissen, dass er das Geld nicht in die andere Welt mitnehmen kann. Er könnte Euch das Leben leichter machen, wenn er will. Vielleicht bist Du an einem Punkt, wo Du etwas weniger arbeiten möchtest, was Dir bisher nicht bewusst war.
     
  28. Wenn hier einer rücksichtslos ist, dann doch der Mann. Er achtet nicht auf die Bedürfnisse der Fragestellerin, Hauptsache sie springt noch für ihn in ihrer wenigen Zeit und bespaßt ihn, wenn ihm langweilig ist.

    Und weil er mal krank war oder noch kranker werden kann, soll sie jetzt alles ertragen und ihr eigenes Leben wegschmeißen und noch mehr für ihn da sein zu können? Bis sie selbst auch noch krank wird? Sie soll immer schön Verständnis für alles haben und immer schön zurückstecken für einen Mann, den sie offenbar gerade mal zwei Jahre kennt?

    Ich würde mich trennen, nicht wegen der Krankheit sondern, weil sein Lebensstil nicht mehr zu meinem passt und er null Verständnis dafür hat.
     
  29. So ein Unfug.
    Ein Recht auf Rücksichtnahme hat auch die arbeitende Partnerin.
    Rücksichtslos und allein auf die eigenen Bedürfnisse (nach Unterhaltung!) fixiert ist hier doch der Frührentner.

    Die FS verweigert ihm nicht die Unterstützung in der Überwindung seiner Krankheit.
    Er verweigert ihr den Respekt vor einer arbeitenden Frau, die auf Abruf parat stehen soll.
     
  30. Ich schließe mich #25 an - versuche DEINE Bedürfnisse heraus zu finden.

    Meine Methode dafür ist, dass ich mich ganz alleine und völlig entspannt hin setze und die Gedanken schweifen lasse. Dort, wo es sich entspannt anfühlt, gehe ich schnell weiter - wird es hakelig und ungut, gehe ich hinein in das unangenehme Gefühl und versuche zu verstehen, was mir Probleme macht.

    Manchmal braucht frau auch mehrere Anläufe, aber das schadet Nichts, es hilft auch, sich allgemein einfach ein wenig besser kennen zu lernen.

    Liebe FS, alles Gute auf der Suche nach Deinem Weg! Lass Dich nicht vereinnahmen und unter Druck setzen!
     
  31. Nein, viel länger als zwei Jahre!

    Und ich bin nicht zurückgerudert, sondern habe die Situation genauer erklärt...weil mir das schnelle Urteilen hier zu unreflektiert ist!
    Ob und wo wir mal zusammenleben, hängt von vielen Faktoren ab. Noch bin ich zwei Jahre hier am Ort gebunden. Wenn dann auch meine jüngste Tochter aus dem Haus ist, muss ich sowieso umziehen (Genossenschaftswohnung dann unterbelegt). Insofern kommt die Frage, wo und wie ich leben will unabhängig von ihm auf mich zu.
    Er besitzt eine grosse und schöne Wohnung. Dort zu leben hätte für mich tatsächlich finanzielle Vorteile....aber davon will ich die Entscheidung nicht abhängig machen. Tatsache ist, dass es hier Menschen gibt, an denen ich hänge, aber am Wohnort an sich nicht (und zum Sprachkurs: Schweizer Gegebenheiten sind noch etwas komplzierter: im Privatleben spricht man hier Dialekt und den versteht er nicht....viele Ausländer haben da ein Problem, im Sprachkurs lernt man Hochdeutsch, aber soziale Kontakte laufen im Dialekt). Ehrenamt macht er bereits. Und er langweilt sich nicht bei sich, aber emotional ist er auf mich fixiert. Daran scheint bisher alle Beschäftigung, Freunde und Aufgaben nichts zu ändern.

    Ob ich ihn liebe? Ich habe schon die Erfahrung gemacht, jemanden wirklich zu lieben und trotzdem irgendwann einsehen zu müssen, dass ich mit ihm nicht leben kann....
    Aber: ich war mir immer sicher, ihn zu lieben. Ich weiss nur nicht mehr so genau, ob ich die Kraft dazu habe....
     

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