1. Streit in Fernbeziehung - tunlichst vermeiden?

    Ich führe seit einem Jahr eine Fernbedienung, mein Freund ist Job-bedingt ins Ausland gezogen, wir sehen uns alle zwei Wochenenden. Ich hab die Entscheidung damals so hingenommen/nehmen müssen, weil das für meinen Freund ein sehr gutes Angebot war, befristet auf 4 Jahre, dann will er zurück. Ich würde gern zu ihm ziehen, kann aber die Landessprache nicht, es gibt wirklich keinerlei Ausschreibungen in meiner Branche, auch nicht für fließend Englisch-sprechende Ausländer.

    Kürzlich habe ich das Thema Jobsuche in seiner neuen Stadt mal angesprochen und da meinte er ganz verblüfft, dass er sich die Stellenangebote für meinen Bereich noch nie angeschaut hätte. Das fand ich auch schon irritierend.

    Jetzt steht sein nächster Wochenendbesuch bevor. Er wollte sich sowohl Freitag- als auch Samstagabend mit Freunden verabreden und sagte, dass er sich schlecht fühlt, weil er seine alten Freunde in der alten Heimat seit seinem Weggang nur noch so selten sieht. Ich hätte einen der beiden Abende gut verstanden, aber beide fand ich dann doch extrem. Das habe ich dann gesagt, er hat es auch verstanden und will einen der Termine canceln. Wir haben uns vorher richtig gestritten, weil ich meinte, dass ich den Eindruck habe, mein Stellenwert für ihn sinkt, er fand das unfair und sagte, dass er sich für mich ein Bein ausreißt um mich alle 2 Wochen sehen zu können (er fährt etwas öfter zu mir als ich zu ihm, ich fahre aber auch alle 4-5 Wochen).

    Ich ärgere mich, dass ich das überhaupt angesprochen habe, runterschlucken konnte ich es aber auch nicht, was schlecht ist, weil wir uns ja ohnehin nicht oft sehen und dann noch so ein Streit, bei dem ich wie die letzte Klette daherkomme und um mehr Zeit betteln muss. Außerdem fließen bei mir schnell die Tränen neuerdings, er sagt das überfordert ihn, ärgert mich selbst, ist aber schwer abzustellen. Er sagte, dass ihm das mit dem WE leid tue, ich das Wichtigste für ihn sei und ist ja auch Willens seine Pläne mir zu Liebe zu ändern.

    Und das ist der springende Punkt: Macht er es nur wegen mir oder bin ich ihm, vielleicht auch unbewusst, nicht mehr so wichtig? Ich würde niemals auf die Idee kommen nach 2 Wochen Nicht-Sehen beide Abende ohne ihn zu verplanen. Und was meint ihr dazu, dass ich das angesprochen habe? Es heißt ja immer, dass man so einen Mann in die Flucht treibt und er sagte ja auch schon, dass ihn solche Gespräche überfordern.

    Wir streiten seitdem wir die Fernbeziehung haben häufiger als früher, sind seit 5 Jahren zusammen.
     
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  3. Liebe FS, eine Fernbeziehung lässt sich eben nicht wie eine *Fernbedienung* regeln. Es gibt ja auch noch andere Interessen, die gelebt werden wollen und dazu gehören Freunde und Hobbys.
    Auch in einer Fernbeziehung darf man dennoch diese Dinge ansprechen, muss aber auch den Raum für Lösungen lassen.
     
    • # 2
    • 03.06.2015
    • Gast
    Vielleicht im Moment nicht, man hat ja immer Phasen im Leben mit mehr oder weniger Nähebedürfnis und Konzentration auf sich, andere Dinge oder den Partner. Das heißt aber nicht gleich, dass das in eine Richtung geht.

    Ich finde es richtig, es anzusprechen, es sei denn, man ist abhängig und will manipulieren. Dann sollte man sich mit sich beschäftigen. Aber in Deinem Fall seh ich das nicht so.

    Weil er ein schlechtes Gewissen hat, da er ja weggegangen ist und die Situation seinetwegen nun so ist, denke ich.

    Er lebt ja dort als Single, vermutlich kommt er da gerade mehr und mehr in diesen Modus, dass er nicht partnerschaftlich denkt. Ich meine, wegen der Verabredungen mit Freunden. Weißt Du, was für Leute er um sich rum hat? Wären das nun lauter Paare, würde er vielleicht mehr dahingehend beeinflusst, Paarkram zu machen. Wenn es mehr Singles sind, die sich mit Freunden treffen, wird er vielleicht davon beeinflusst, und denkt beziehungsunabhängiger.

    Bezeichnende Formulierung! Er reißt sich nicht ein Bein für sich aus, Dich zu sehen oder um Beziehungsleben zu haben, sondern für Dich. Mit anderen Worten, es ist nur Deinetwegen und er könnte auch mal drauf verzichten. Und nein, das ist kein Wortumdrehen. Wenn jemand was so formuliert, dann steht dahinter ein Gedanke.

    Ich würde ihm mehr Freiheiten geben, dass er allein entscheiden kann, ob er kommen will oder nicht. Ich würde ihm sagen, und das ohne Vorwurf und Gezicke!, dass er sich für mich speziell nicht mehr ein Bein ausreißen sollte, und nur noch dann kommen soll, wenn er es wirklich will. Dann kann er es erstens wirklich selber entscheiden, ob es ihm nicht zu viel ist mit dem dauernden Kommen, und er hat zweitens nicht mehr den Eindruck, dass er das, was er für eure Beziehung tut, nur für Dich tut.
     
    • # 3
    • 03.06.2015
    • frei
    Eigentlich stehe ich null auf Taktieren und wenn ich in der Situation wäre wie du, würde ich mich zurückziehen, aber hier fällt mir doch was ein, was man machen könnte ( wie gesagt, wäre nicht meins ):

    Er will kommen und sagt dann, dass er beide Abende mit seinen Freunden verbringen will.
    Ich nehme an, du holst ihn vom Flughafen ab und er schläft bei dir, richtig ?
    Sage dann also zu ihm: 'ok, macht ja nix, ich wollte dieses WE ohnehin arbeiten / meine Freundin treffen / mal wieder an die Ostsee zu meiner Oma fahren...Dann sehen wir uns eben das WE drauf, ok ?'
    Er soll also bei seinen Eltern oder Kumpeln schlafen und auch den Shuttel- und Cateringservice bei ihnen in Anspruch nehmen.

    Was jedenfalls wirklich nicht zielführend ist ( meine ausschließlich persönliche Meinung ), ist jammern, betteln, weinen, fordern.
    Aber das hast du ja schon selbst gesagt, wollte es nur noch mal bestätigen.

    w 48
     
  4. Wenn Dein Freund wirklich das Gefühl hat, nicht für EUCH an Deinen Wohnort zu kommen, sondern nur für DICH, dann solltest Du ihn "entlasten".
    Besser als alle Vorwürfe ist tatsächlich das, was #3 vorschlägt: Sag ihm, dass Du beschlossen hast, übers Wochenende wegzufahren, und tu dies auch. Und zwar, bevor er ankommt. Dann muss er jemand anderen bitten, ihn abzuholen. Und schlafen kann er auch woanders.

    So gibst Du die unfreiwillige Position der "Klette" auf und lässt ihm gleichzeitig den Freiraum herauszufinden, ob er Dich gern besucht oder ob er dies eher als Pflicht empfindet.
     
  5. Käme ich auch nicht, wenn es nur an diesen Wochenenden möglich wäre, meine Freundin zu sehen. Dass du ihn extra darauf hinweisen musstest, sollte dir zu denken geben. Auch wenn er danach auf dich eingegangen ist und einen Abend mit seinen Freunden abgesagt hat. Oder findest du das okay, dass du erst darum betteln musst, damit er Zeit mit dir verbringt?
    Auch dass er in seiner Nähe nie mal nach passenden Stellenangeboten für dich gesehen hat, kommt mir so vor, als wollte er dich lieber in der Ferne haben.
    Du schreibst, dass ihr seit 5 Jahren zusammen seid. Nun, Gefühle können sich ändern. Das muss nichts mit einer Fernbeziehung zu tun haben. Menschen entlieben sich auch, wenn sie zusammen wohnen.
    Fakt ist, wenn man liebt, will man möglichst viel Zeit miteinander verbringen und ganz bestimmt nicht an zwei Tagen nur mit seinen Freunden abhängen, wenn man nur für zwei Tage da ist - und seine Freundin Wochen nicht gesehen hat.
     
    • # 6
    • 05.06.2015
    • Gast
    Ich finde, das ist dein Fehler! Verplane die Wochenenden ohne ihn! Das zeigt Stärke und Unabhängigkeit. Du klebst viel zu sehr an ihm. Warum ist es denn verkehrt, nicht auch mal nach 2 Wochenenden etwas anderes sehen zu wollen, als den eigenen Partner und das nach 5 Jahren Beziehung? Man hat noch Freunde und Familie und auch ich finde, diese Abwechselung tut gut! Ich würde niemals meinem Partner vorschreiben, dass er unbedingt mich zu sehen hat. Ich würde mir schäbig vorkommen, wenn mein Partner nur zu mir kommt auf mein Verlangen. Entweder kommt er freiwillig oder er lässt es bleiben. Ich habe kein Interesse, jemanden unfreiwillig an mich zu binden.

    Warum willst du denn zu ihm ziehen für diese kurze Zeit und dafür dein Leben hier aufgeben? Er kommt doch wieder zurück! Entfernung wäre ja auch wichtig zu wissen. Mit dem Flugzeug kann man doch heute innerhalb paar Stunden alles erreichen und so teuer ist das ja nicht mehr. Deswegen verstehe ich das Drama echt nicht! Und ja, du solltest das Streiten lassen. Im Zweifelsfall kann so eine Beziehung von heute auf morgen ganz schnell aus sein!
     
    • # 7
    • 05.06.2015
    • Hugo
    Das wär es bei mir dann gewesen mit der Beziehung. Zumindest der letzte Punkt mit der Übernachtung. Auf eine Freundin, die dumme Spielchen spielt, kann ich verzichten; umgekehrt: den Freiraum, ihre Freundinnen mal wieder zu treffen, würde ich ihr dagegen geben, der Tag besteht ja nicht nur aus dem Abend, und ich habe genügend Freunde, mit denen ich dann eben auch etwas anderes unternehmen könnte.

    In einer Beziehung sollte man sich gegenseitig unterstützten und nicht versuchen, alles zu einem Machtspiel zu machen, bei dem es nur Verlierer gibt.
     
  6. Hier geht es nicht um Machtspielchen. Sie sehen sich nur alle 2 Wochen und die Abende will er mit Freunden verbringen. Logische Schlussfolgerung: dann kann er auch bei denen schlafen. Die Frau ist nicht Hotelangestellte. Sie ist auch nicht sein kostenfreier Fahrdienst, der ihn vom Flughafen abholen, anschließend die Abende allein verbringen darf. Liebe FS, nimm Dir etwas vor und sage ihm deutlich, er kann dann auch bei diesen Freunden nächtigen, die ihm wichtiger sind als Du. Du spiegelst sein Verhalten nur. Begreift er es nicht und ändert er nichts, dann trenn Dich.
     
  7. Kurze Zeit? Der Arbeitsvertrag geht 4 Jahre. Ein Jahr ist erst rum, also würde diese Situation noch 3(!) Jahre bestehen. Sie streiten sich schon jetzt, wie die FS schreibt und wenn er aller 14 Tage mal am Wochenende da ist, verbringt er den Großteil der Zeit lieber mit seinen Kumpels. Sprich: man verbringt nicht mal aller 2 Wochenenden ein Wochenende gemeinsam. Wo ist das denn noch eine Beziehung?? Wenn man keinen gemeinsamen Alltag leben kann und sich das auch die nächsten drei Jahre nicht ändern wird, freut man sich doch auf ein gemeinsames Wochenende. Erst Recht, wenn man sich nur jedes 2. Wochenende sehen kann.
     
  8. Lass die Leine die nächste Zeit etwas länger für ihn. Womöglich ist es nur eine Phase. Zeige dich nicht verärgert, eifersüchtig oder trotzig, dass er ohne dich plant. Mache du deine eigenen Pläne, genieße deine Hobbys und Freunde, und gehe diesen Interessen wieder zeitlich intensiver, dabei freundlich "rechtfertigend" aber konsequent nach. Fülle nicht die Stunden, die er dir spontan anbietet und sage deine dafür getroffenen Verabredungen nicht ab. Mache ihm völlig ohne Patzigkeit einen Alternativvorschlag für einen anderen Zeitpunkt. Spiele keine Spielchen. Die Zeit die du mit ihm verbringst sei nachsichtiger und verständnisvoller als sonst und schau, dass ihr eine schöne Zeit zusammen habt - nicht streitet. Lass dir aber nicht "auf der Nase herum tanzen". Versuche zu sehen und fühlen wie es ihm geht, was er braucht, was IHR braucht, und leite sanft da hin.
    Bist du dir unsicher: setze dir vielleicht eine Deadline. - Für was auch immer (Beziehungs-Gespräch mit ihm, Ende deiner Nachsichtigkeit, etc.)
     
    • # 11
    • 07.06.2015
    • Gast
    Verstehe ich nicht. Wieso soll sich dein Freund für deinen Job umsehen. Das ist doch dein Kaffee. Und wieso lernst du die Landessprache nicht einfach?

    Das Problem verstehe ich auch nicht. Warum gebt ihr nicht ein Fest für alle eure Freunde. Dann hat er Gelegenheit alle auf einmal zu sehen und ihr tut etwas Gemeinsames.

    Kann es sein, dass du so unzufrieden bist, dass du auf neue Lösungswege nicht mehr kommst? Und dass du etwas bequem geworden bist, ihn tun lässt und dich erwartungsvoll zurücklehnst?
    Machtspielchen und beschäftigt-tun, wie hier vorgschlagen würde ich nicht. Trage lieber etwas Sinnvolles zu eurer Beziehung bei, das wird er mehr schätzen als eine schmollende Frau, die ihn auflaufen lässt.
     

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