1. Studium nach Scheidung?

    Hallo zusammen,
    ich habe mich vor 6 Monaten von meinem Ehemann getrennt und wir haben ein gemeinsames 4 jähriges Mädchen.
    Als wir uns kennengelernt haben habe ich gerade mein Studium angefangen. 3 Monate war ich erst am studieren, dann wurde ich schwanger und wir kannten uns kaum. Trotzdem entschied ich mich für das Kind und da ich für die Kleine eine richtige Familie wollte heirateten wir kurz vor ihrer Geburt. Mein Ehemann ist 10 Jahre älter als ich und hat altmodische Weltanschauungen, er wollte nicht dass ich weiter studiere sondern zuhause mit dem Kind bleibe. Dann wurde er arbeitslos und ich habe mir dann doch einen Job gesucht. Obwohl er kurze Zeit später wieder gearbeitet hat wollte ich meinen Job behalten weil ich ja nicht nur zuhause mit der Kleinen sitzen will. Als ich dann auf die Idee kam wieder zu studieren hat er mich immer wieder auf das nächste Jahr vertröstet, da wir ja noch Autos abzubezahlen hatten und so weiter, aber ich weiß, dass er es einfach nicht wollte. Nun sind wir eben getrennt und ich will nicht für den Rest meines Lebens meinen einfachen aber anstrengenden Job weitermachen, ich möchte da weiter machen wo ich aufgehört habe bevor ich ihn kannte.
    Das Problem ist jetzt das Geld...deswegen meine Frage, steht es mir zu, studieren zu dürfen obwohl ich ja Unterhalt von ihm bekomme weil mein kleiner Lohn ja nicht für mich und die Kleine reicht? Bzw. könnte ich noch mehr Unterhalt bekommen wenn mein Lohn wegfällt wegen dem Studium oder muss ich mich damit abfinden dass ich nie wieder studieren kann?
    Und bevor jetzt der Shitstorm kommt von wegen ich will meinen Exmann ausnehmen, ich weiß dass er mich absichtlich ausgebremst hat mir eine eigene Karriere aufzubauen, dass ich es mir gefallen lassen hab, daran bin ich wohl selbst Schuld. Hätte ich mich früher dagegen gewehrt wäre die Trennung wohl einfach eher gekommen aber es hätte an meiner jetzigen Situation nichts verändert, deswegen bitte ich nur um hilfreiche Ratschläge wie ich mein Studium fortsetzen kann und nicht um Meinungen zu meinem jetzigen Egoismus.

    Danke, Barbara
     
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  3. Ich denke so grundsätzlich solltest du studieren, wenn es denn unbedingt dein Wunsch ist und finanziell irgendwie zu regeln ist.

    Du würdest es sonst sicher später bereuen und auch aus finanzieller Sicht wirst du mit einem Studium sicher einen besseren Job bekommen.

    Wie bzw ob du das Ganze finanziell regeln kannst, kann ich dir leider nicht sagen.

    Wenn Du bislang noch keine Ausbildung hast kannst du ja vielleicht auch staatliche Hilfen in Anspruch nehmen.

    Viel Erfolg!
     
  4. Wie kommen Sie darauf, dass Sie egoistisch sind, weil Sie studieren wollen? Natuerlich duerfen Sie das, und Sie sollten das auch unbedingt tun. Das hat mit Ex-ausnehmen gar nichts zu tun. Auch der Staat gibt ihnen da Recht. Soviel mir bekannt ist, muss Ihr Mann Sie bei Ihrem Vorhaben finanziell unterstuetzen. Haben Sie aber um Gottes willen keinen falschen Stolz und lehnen Sie keinen Zuschuss ab, was immer Ihr Ex Ihnen vorwerfen wird. Der Egoist ist er, nicht Sie. Er war es, der Ihnen zunaechst einmal die Karriere vermasselt hat.

    Gehen Sie mutig und mit Zuversicht an diesen neuen Lebensabschnitt heran und lassen Sie sich von nichts und niemandem von Ihrem Plan abbringen. Sie werden es nicht bereuen. Ich halte Ihnen unbekannterweise die Daumen.
     
  5. Natürlich kannst du studieren.

    Du brauchst dir keine Gedanken darum zu machen, ob dein Ex deswegen mehr Unterhalt zahlen muss. Er hat sich ja noch nicht mal während der Beziehung für dich und deine berufliche Zukunft interessiert.

    Lass dich mal wegen Bafög beraten.
     
  6. Vielleicht als kleiner Kompromiss: es gibt heutzutage auch viele Möglichkeiten zu studieren und trotzdem ein (kleines) Einkommen zu haben. Stichwort Duales Studium, Verbundstudium, Fernstudium...
    Ist natürlich nicht der einfachste Weg, aber vielleicht einen Gedanken wert.
    Viel Erfolg!
     
  7. Da ich schon einige Zeit ein Zweitstudium absolviere, habe ich zufällig einige Komilitoninnen kennengelernt, die in einer dir ähnlichen Situation sind. (alleinerziehend, getrennt/geschieden) Ein paar Dinge weiß ich, ohne dass ich mich juristisch dafür verbürgen kann, dass immer so verfahren wird.

    - Am Kindesunterhalt ändert Studium oder nicht-Studium nichts

    - Du musst auch andere Mittel ausschöpfen! Namentlich musst du BAfÖG beantragen. Der Pferdefuß dabei ist: Wenn du kein BAfÖG bekommst, weil das BAfÖG Amt der Meinung ist, dass dir kein BAfÖG zusteht (zu oft Abgebrochen, zu viele Studiengangwechsel, Zweitstudent, etc.), dann wäre das für den Anwalt deines Ex auch ein Argumentationpfad, dass dein Studium Tünnef ist und du es nicht wert bist zu studieren!

    - Wenn du während des Studiums Unterhalt von deinem Ex bekommst, dann darf es kontrollieren, dass du ein "ordentlicher Student" bist und nicht bummelst. Er hat dann ähnliche Rechte, wie ein Stipendiengeber und kann von seinem "pseudo-Stipendiaten" jedes Semester Leistungsnachweise verlangen. Du musst nach Regelstudienplan studieren!

    Apropos Stipendium, das ist mein heißer Tip: Such dir ein (Teil-)Stipendium mit nur einem kleinen monatlichen Bertrag (Vollstipendium würde natürlich deine Probleme eh' lösen, aber die Hürden sind sehr hoch!) Sobald dir z.B. die Konrad-Adenauer-Stiftung auch nur 50,- Euro Lernmittelzuschuß (Büchergeld) gewährt, hast du den Unterhalt deines Ex im Sack! Wenn du einer solchen Stiftung (oder großen Firma) eine Unterstützung wert bist ...und sei sie noch so gering ...kann der Anwalt deines Ex nicht mehr argumentieren, dass dein Studium ein dummy ist!

    Viel Erfolg beim Studium!

    V.m49
     
  8. Hallo Barbara,

    studiere auf alle Fälle! Allen nur denkbaren Erfolg wünsche ich Dir. Gerade heute ist Bildung wichtiger als jemals zuvor.
    Wenn in Eurer Situation wer egoistisch war, dann Dein Ex. Er wollte, dass Du nicht studierst, hat Dich also intellektuell unterdrückt.
    Auch wenn ein Studium nicht unbedingt ein Garant für Erfolg und Geld ist, so erwirbst Du mit dem Studium etwas viel wertvolleres: logisches Denkvermögen, einen flexiblen Geist und Urteilsvermögen. Diese drei Dinge haben viele erfolgreiche Menschen nicht, sondern sind eher Fachiddioten.
    Ich selbst musste in der DDR um meinen Studienplatz zittern, weil ich meinen Meinung gesagt hatte und dem System kritisch gegenüberstand. Dass ich studieren konnte war dann eine sehr grosse Erleichterung für mich.
     
    • # 7
    • 11.11.2019
    • void
    Googel mal "frag einen anwalt.de nachehelicher unterhalt für sich im studium befindende exfrau". Unter dem Link bekommst Du ein paar Anhaltspunkte, Bafög, dem Mann Studiumsbeweise vorlegen usw.. Vielleicht kriegst Du als Mutter auch vom Staat noch mehr Unterstützung, da hilft eine Beratung an geeigneter Stelle.

    Ich seh keinen Grund, warum Du nicht studieren solltest. Setz alles daran, sonst wirst Du ewig unter Deinem einstigen Einknicken vor diesem Mann leiden.
     
    • # 8
    • 11.11.2019
    • frei
    Unbedingt studieren ! Egal unter welchen Bedingungen.
    Schnall den Gürtel ein paar Jahre enger, das schafft man leicht in jungen Jahren.
    Ich tippe, du bist sehr jung. Du warst Studienanfängerin, als du schwanger wurdest. Wenn ich richtig mitgerechnet habe, bist du jetzt 25, stimmt's ?
    Klasse, dann bist du noch sehr belastbar.
    Du wirst eine deutliche Belastung spüren, denn ein richtiges Studium ist anstrengend und zeitintensiv, ein Kind ebenfalls und du musst beides schaffen.
    Aber das wirst du, weil du es wirklich willst.

    Zieh das durch. Kümmere dich in den kommenden fünf Jahren nur um das Studium, dein Kind und wahrscheinlich einen kleinen Job. Mache nichts anderes, denn du musst mit deinen Ressourcen haushalten. Keine Liebe, keine Freunde, keine Parties, keine Urlaube.
    Naja, von all dem meinetwegen je ein klitzekleines bisschen, fünf Jahre sind ja lang.
    Zieh das eisenhart durch.
    Und vor allem, studiere nichts Brotloses, sonst hat diese Durststrecke ja gar keinen Sinn.
    Und ich würde, wenn du das irgendwie schaffst, nicht nach dem Bachelor aufhören, aber besser doch, als gar nicht zu studieren.
    Dann bist du schon in drei Jahren fertig... aber bitte, mache weiter danach bis zum Master.

    Ja, ich stimme dir unbedingt zu, es ist null empfehlenswert, die nächsten 40 Jahre bis zu deiner Rente als Ungelernte anstrengende Arbeit für geringen Lohn zu machen.

    Mein Großvater, der im Krieg alles verloren hat, hat gesagt, 'das einzige, was bleibt, ist Bildung'. Das kann dir keiner wieder nehmen.

    Ja, bitte, studiere !
    Auch wenn es die kommenden fünf Jahre hart wird.

    Viel Erfolg ! Ich drücke dir sehr die Daumen.

    w 52
     
  9. Es steht Dir natürlich zu, mit Deinem Leben zu machen, was Du möchtest, also auch, zu studieren. Und wenn Du das schonmal als Ziel hattest, würde ich das auch wieder tun!
    Deinen Mann musst Du dazu nicht mehr fragen. Unterhalt ist aber davon mittlerweile unabhängig, so weit ich weiß. Dein Anwalt hilft weiter. Du bekommst bis zur Scheidung Trennungsunterhalt, danach Unterhalt für Deine Tochter. Für Deinen Lebensunterhalt wirst Du wohl nichts extra bekommen. Aber es gibt BAföG und es gibt umfassende Unterstützung an den Hochschulen, von Kinderbetreuung bis hin zu Teilzeitmodellen.
     
  10. Es gibt z. B. Teilzeitstudienmodelle bei denen du gleichzeitig Anspruch auf Hartz 4 hättest. Bitte auch keinen Shitstorm, ich möchte keineswegs dazu animieren Hartz 4 Empfängerin zu werden, nachdem schon karrieremäßig zurückgesteckt wurde und den Job zu schmeißen, behalte das aber im Hinterkopf für besonders anstrengende Semester wo du gar nicht arbeiten kannst. Du hättest natürlich noch ganz andere Verpflichtungen dabei, und was den gleichzeitigen Unterhalt angeht, bin ich überfragt. Wichtig ist aber, dein Anspruch besteht, und keiner kann dir verbieten gleichzeitig zu studieren.

    Ich denke das Einfachste wäre, du gestaltest deine Arbeitszeiten so flexibel wie möglich, nimmst eine 20-Stunden (Werks-)Stelle an, wenn dein aktueller Job eh einfach gestaltet ist. So hast du weiter etwas Geld in der Tasche und kannst dich auf dein Studium konzentrieren. Je nachdem was im Vordergrund steht bist du halt mehr Studentin, oder mehr Arbeitnehmerin.
     
  11. Meistens immer wieder dasselbe zu hören uns zu lesen, dass so einige einfach zu lange in der Beziehung bleiben, obwohl sie schon lange Zeit am Ende ist! Warum länger bleiben, wenn man leidet und es unnötige, kostbare Lebens - Energie, Zeit und Geld kostet?
    Es ist dein gutes Recht dein Studium fortzusetzen, ohne wenn und aber, verstehe nicht, warum du hier fragen musst, nur du alleine hast da zu entscheiden, hast du so wenig Selbstwert und so wenig Selbstbewusstsein?
     
  12. Liebe FS,
    du solltest unbedingt studieren. Du bist noch jung und hast ein sehr langes Berufsleben vor Dir. Da lohnt sich Investition in Bildung, um hinterher einen guten Job und ein gutes Einkommen zu haben.

    Was er wollte ist egal. Du warst erwachsen und lebst in einem Land, in dem Männer nicht über Frauen bestimmen dürfen. Du hattest alle Mogluchkeiten, Dein Studium zuende zu bringen, denn die Kinderbetreuung an den Unis ist gut - machen andere Studentinnen ja auch, ust aber anstrengend.
    Sagen wir doch wie es ist: Du hast es gemacht, weil Ehe und Hausfrau Dir erstmal bequem erschienen. Du hast nur nicht damit gerechnet, dass die Komfortzone nicht lebenslang hält.
    Aus Deiner Fehlentscheidung wirst Du vermutlich keinen nachehelichen Unterhalt ableiten können.

    Du kannst Dein Studium fortstetzen, weil Du eine Hochschulzulassung hast und an einer öffentlichen Hochschule kannst Du ohne Studiengebuehren stdieren - soweit die guten Nachrichten.

    Nun zu den schlechten: sofern Du von ihm Trennungsunterhalt bekommst, fällt dieser weg wenn ihr geschieden seid. Du bekommst dann nur noch Unterhalt für Deine Tochter.

    Als erstes solltest Du Deinen Baföganspruch prüfen, dann gibt es noch Studienkredite undesgibt Stipendien für leistungsstarke Studenten - letzteres ist vermutlich nicht Deins.

    Dass Du von ihm mehr Unterhalt bekommst wenn Du studierst und daher Deine Arbeit aufgeben kannst ist eher unwahrscheinlich. Deine Tochter ist 4 Jahre alt und kann Ganztags in die Kita gehen, wie Millionen andere Kinder auch - kaum eine Chance auf nachehelichen Unterhalt. Studieren und Teilzeitjob ist heutzutage normal.

    Du wirst Dir die Zeit einteilen müssen für Studium und Geld verdienen und lernen, den Gürtel enger zu schnallen - Fahrrad statt Auto etc. Das wird anstrengend, aber nicht unmöglich. Für ein Studium und die guten Berufschancen lohnt sich das allemale.
    Es hat sich halt ausgebarbiet und jetzt ist mindestens 6 Jahre etwas anstrengendere Gangart gefragt.
    Du entscheidest, ob Dir ein Studium das wert ist.
     
  13. Ich denke es gibt genug Möglichkeiten, insbesondere da du vermutlich recht jung bist.
    Ich habe mein Studium auch alleine finanziert, da ein Elternteil tot, ein Elternteil zahlungsunwillig und kriminell war.

    Folgende Optionen:
    -Bafög? (Oder hattest Du es? Vorteil: Rückzahlung inzwischen gedeckelt. Gibt da auch Möglichkeit Antrag auf Härtefall)
    - Ehegatten Unterhalt (ich glaube bis drei Jahre. V.a. da du ja nachweislich die Betreuungsarbeit leistest, leistetest)
    - Bildungskredit KfW Bank (die verteilen recht großzügig ihre Studentenkredite)
    - notfalls Studenten Kredit deutsche Bank (nich unbedingt zu empfehlen da horrende Zinsen. Aber wenns anders nicht geht würde ich das versuchen. Übers höhere Gehalt kriegst Du es ja refinanziert)
    - Unterstützung durch Eltern, Geschwister?, Grosseltern?
    -Beratung in Studentenwerk. Die haben den Überblick was es sonst gibt.

    ...da findet sich bestimmt was.
    Notfalls musst Du Jobben und das Studium Strecken. Hab ich phasenweise auch gemacht. Oder erstmal n Grundstock sparen und dann studieren, wenn die Kleine eingeschult ist.

    Ich würde alle Optionen gedankliz durchspielen und schauen wer im Verwandten und Freundeskreis unterstützen kann.

    Glückwunsch dass Du Deinen Ex losbist. Solche Männer braucht kein Mensch. Mein erster war auch so einer. Wir hatten beide Medizin studiert. Ich hab das Examen mit zwei Noten besser abgeschnitten, aber seine Idee war dann, er macht ne Praxis auf, ich werde Mutter und Hausfrau und "helfe" dem Herrn Doktor dann. Mann war ich jung und dumm. Das ist einfach der Nachteil des jungen Alters bei Frauen. Zum Glück wurde ich nicht schwanger, aber so jemand wird immer dran Interesse haben, dass Du Dich nicht entwickelst und entfaltest. Weil dafür sind solche nicht stark genug es auszuhalten oder sich gar mit einer Partnerin zu freuen über Erfolg.

    Also alles richtig gemacht.
    Du bist jung, hast n suesses Mädchen und die Welt steht Dir offen. Auch wenns vielleicht etwas Zeit und Geduld braucht.
    Am Ende wirst Du Familie und berufliche Erfüllung haben.
    Und kannst es noch 35 Jahre genießen :)
     
  14. Was kommen denn hier für Tipps? Fahrrad statt Auto? 20 Stunden Arbeit pro Woche zusätzlich zum Vollzeit-Studium und zur Kinderbetreuung? Der Tag der FS hat auch nur 24 Stunden.

    Wähle das schnellste Verkehrsmittel und mache Nebenjobs nur, wenn es fachlich relevant ist und als Berufserfahrung zählt. Für alles andere hast du keine Zeit. Du willst einen Studienabschluss und kein Burnout.
     
  15. Mangelndes Selbstbewusstsein ist nicht ihr Problem, eher mangelnde Eigenverantwortung und die Bereitschaft, sich anzustrengen.

    Sie will, dass jemand ihr jemand das Studium vollfinanziert, bevorzugt ihr Ex, dem sie anlastet, dass sie ihr Studium nicht weitergemacht hat. Arbeitenund studieren ist ihr zu anstrengend.
     
  16. Natürlich steht es dir zu zu studieren. Das würde ich auch machen. Du würdest es wahrscheinlich sonst bereuen es nicht getan zu haben.
    Da kann ich nur zustimmen. Der Unterhalt reicht sonst wahrscheinlich nicht für dich und dein Kind. Dir wird wahrscheinlich nur Unterhalt für dein Kind zustehen.
    Habt ihr beide ein Auto sind sie mittlerweile abbezahlt? Wenn nicht kann ich ihn in gewisser Weise verstehen. Du kannst ja nicht verlangen, dass er beide Autos abbezahlt.
     
  17. Alles schön und gut.
    Aber den erhöhten Unterhalt müsste dein Ex meines Wissens nur bezahlen, wenn du während der Ehe inskribiert gewesen wärest und Prüfungen abgelegt hättest.

    Kurz vor der Scheidung wieder zu inskribieren und Studienabsicht zu bekunden - ich weiß nicht, worauf sich eine diesbezügliche Anspruchshaltung auf erhöhten Unterhalt rechtlich gründen könnte.

    Zur Sache selbst ist zu sagen: Studiere unbedingt weiter/noch einmal, selbst wenn du nebenher einen Job ausüben müsstest. Es ist hart, aber es lohnt sich sehr.
    Gratuliere dir zu deinem Plan!

    w, 52
     
  18. Liebe TE,

    wenn nicht hier in Wohlfühl-Deutschland in welchem anderen Land wird so gut für die Grundversorgung gesorgt? Solange Deine Erwartungen an das Leben einer Studierenden, die Mutter ist, realistisch sind, halte ich Deinen Plan für gut. Eine Erstausbildung sollte jedem junge Mensch möglich sein.

    Ich war auch erst 19, so alt wie Du als Du schwanger wurdest, allerdings hatte ich meine Ausbildung seit etwa einem halben Jahr fertig. Meine Pläne eventuell noch weiter zu lernen oder auch zu studieren waren mit unseren Zwillingen nicht mehr zu realisieren. Eine Familie, die mir den Rücken gestärkt hätte, hatte ich nicht mehr. Die Eltern meines damaligen Freundes wollten keine Betreuung mitübernehmen damit ich, laut ihrer Aussage, ein Studenten-Lotterleben führen könnte.

    Worüber ich mir aber an Deiner Stelle noch tiefere Gedanken machen würde, ist die Frage ob Du ein Studium eventuell als Waffe gegen Deinen Ex-Mann führst. Praktisch als Trotz ihm zu zeigen, dass er jetzt keine Macht mehr über Dich hat. Ich geb zu, dass ich nach unserer Trennung damals auch so Gedanken hatte. Die waren allerdings nach 2 Wochen vorbei weil mir einfach kein Studiengang zusagte. Und nur Studieren um des Studieren willens wollte ich auch nicht.

    Aber bei Dir ist es ja anders, Du hattest Dich ja schon entschieden. Also auf zum Start ins nächste Semester.

    Dein Ex-Mann wäre ja schön blöd, wenn er Dir bei einer Ausbildung Steine in den Weg legen würde. Sichert es doch vor allem in ein paar Jahren den Unterhalt des gemeinsamen Kindes, vielleicht auch noch Deiner späteren Kinder. Dich einem Mann so unterzuordnen wird Dir bestimmt nicht mehr passieren.

    w/36
     
  19. Frauen sind im Regelfall reifer als Männer gleichen jungen Alters. Sie neigen aber teilweise dazu, sich einfach die erstmal angenehmere Variante rauszusuchen. Das rächt sich dann später.
     
  20. Da wird wohl ein Gericht entscheiden müssen, ob dein Ex dich dann weiterhin unterstützen muss. Und ob er dies überhaupt kann.

    Ein Duales Studium halte ich für eine fragwürdige Idee. Euch ist schon klar, dass in den Praxisphasen Vollzeitarbeit erwartet wird? Dafür braucht sie zwingend Familie, welche die Betreuung der Randzeiten abdeckt. Du bist umgeben von jungen, leistungswilligen Leuten, erklär denen mal, dass du aber um 15:30 Uhr die Biege machen musst, weil die Kita gleich zu macht.

    An der Uni ist es übrigens das gleiche Spiel. ALLE werben mit familienfreundlich, de facto wirst du auch mal Seminare um 18 Uhr haben und das interessiert keinen, wie du das geregelt kriegst.
    In meinem Umfeld konnten nur die Frauen mit Kind(ern) zügig studieren, die die volle Unterstützung ihres Mannes hatten. Der hat dann auch mal draußen gewartet mit dem Kind dabei.
    Was wiederum zu Punkt 1 kommt. Selbst wenn er zu einer Zahlung verdonnert wird, am Ende kann es knapp werden, weil in der Konstellation eine Regelstudienzeit sehr unrealistisch ist.
     
  21. Ich denke sie sind insofern reifer als es sich auf ihr eigenes Verhalten bezieht (ich bekam ja auch alles alleine gewuppt, Studium Job etc).
    Mit dumm meine ich, dass, wie man hier im Forum auch immer wieder sieht, dass junge Mädchen oft ihre eigenen ethischen Standards und ihre Liebesfaehigkeit auch jungen Männern unterstellen ohne genau hinzusehen.
    Und dann den Schaden haben, weil sie ggf materiell oder beruflich oder als Hausmuetterchen etc ausgebootet wurden.
    Ein kitschiges Ideal von Liebe das an jeder Ecke verkauft wird.
    Bei den Frauen im mittleren Alter die ich kenne und die ihr Leben als gescheitert betrachten, steckt in der Biografie fast immer ein ausbeuterischer Partner.
    Ich kenne jedoch keinen einzigen Mann, der fuer eine Frau seine beruflichen Pläne, seine Träume und Ehrgeiz begraben hätte.
    Keinen einzigen!
     
  22. Da du eine Hochschulzulassung wohl besitzt, darfst du studieren.
    Wer bezahlt was ?
    Diese Frage kann aufgrund deiner dürren Angaben nicht beantwortet werden.
    Wir wissen nicht, wie viel Geld überhaupt zu verteilen ist. Ist die Scheidung schon eingereicht ? Dann sprich mit deinem Rechtsbeistand auch über diese Frage.
    Hast du einen Beruf erlernt ? Welche finanziellen Mittel stehen dir aus dem Zugewinnausgleich zu ? Wie alt bist du ? Gibt es den gewünschten Studienplatz für dich überhaupt ? Und wenn ja - wann ?

    Eine Möglichkeit könnte ein duales Studium sein. Hat mehrere Vorteile - erstens bekommst du Geld. Zweitens ist dir bei Erfolg ein Arbeitsplatz sicher. Drittens ist die Unterstützung durch die Firma meist nicht schlecht.
     
  23. Für den Mann ist das vermutlich kein Vorteil. Er verliert die brave Familienmutter, die sich ums Kind kümmert und nur stundenweise arbeiten geht, weil die FS nach einem Studium sicher voll einsteigen wird (sonst macht das Studium keinen Sinn).

    Das ist mir zu punktuell betrachtet. Eine reife Frau sollte auch in der Lage sein, über Ausbildung und Job und Folgen für die Beziehung nachzudenken. Dein eigenes Beispiel zeigt es ja. Reife würde ich nicht beschränken und gerade Studium und Job bekommen immer noch viel zu viele Frauen nicht "gewuppt".

    Ich auch nicht. Ich kenne aber dafür immer noch reichlich Frauen, die in ihrer Hausmütterchenrolle eine Weile lang ganz aufgehen. Und in den meisten Fällen steckt kein massiver Druck des Mannes dahinter und ein Rollentausch wird nicht mal andiskutiert...
     
  24. Ich seh da auch eher die Frauen in der Eigenverantwortung. Sie haben einfach, wie die FS, auf's falsche Pferd gesetzt und stehen jetzt mit dem neuen Scheidungsrecht dumm da. In meinem Umfeld wollten diese Frauen das. Unbedingt mindestens drei Jahre voll daheim, da haben eher die Männer fragende Gesichter gehabt.
    Tragisch ist so eine Scheidung mit schlechtem Job für eine Frau in den 40ern, die FS hat aber noch alle Karten in der Hand.
     
  25. Leider muss ich dazu einschränkend sagen, dass dies nun wieder ganz auf den Studiengang ankommt. Wenn man massenkompatibel BWL dual studiert, kommt es durchaus vor, dass man so ab 1000€ aufwärts an "Taschengeld" vom AG bekommt (die zahlen meist auch die Studiengebühren für die Hochschule). Wenn man aber in einem anderen Bereich studiert, dann kommt es vor, wie man mir dieses Jahr angeboten hatte, dass man nur 350€ Taschengeld (neben den Studiengebühren) bekommt, und wenn man Pech hat, wie in meinem Fall, auch noch zweimal pro Semester Beiträge ans Studentenwerk abführen muss, je nachdem, ob die Hochschule mit denen kooperiert oder nicht. Ein duales Studium lohnt sich tatsächlich nur für junge Abiturient/innen, deren Abschnitt so schlecht war, dass sie den NC an der normalen Uni nicht geschafft haben, und die noch zu Hause wohnen können, da sie dort weniger Ausgaben haben.

    Ich studiere nun neben dem Beruf, in einer Teilzeitstelle, und ich finanziere mir das Studium durch meinen Job. Wenn ich noch ein Kind hätte, würde ich mich nochmal um ein Stipendium bewerben, allerdings haben die oft auch Zuverdienstgrenzen, zumindest kenne ich das aus meinem Erststudium so. Damals war ich Studentin und habe gute Erfahrungen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung gemacht. Allerdings verlangen viele Stiftungen auch ehrenamtliches Engagement oder überdurchschnittliche Leistungen, wie man das mit Studium und Kind noch hinbekommen soll, ist mir schleierhaft.

    Kurz und gut: ob man neben dem Beruf studieren kann, kommt aufs Studienfach an, ob das Fach an einer privaten Uni (ob dual oder berufsbegleitend ist erstmal dahingestellt) überhaupt angeboten wird.
    Wenn du ein Fach studieren willst, was nur an einer regulären Uni angeboten wird, dann würde ich es lassen, denn selbst Bafög wäre einfach zu mickrig, um alle Kosten zu decken, die das Leben als Erwachsene mit Kind so mit sich bringt. Dann würde ich mir über den Quereinstieg mit Fort- und Weiterbildungen einen Weg bahnen, der mich höher qualifiziert.

    In welchem Fach willst du denn studieren, FS?
     
  26. Niemand sagt, dass sie Vollzeit studieren soll - ist doch klar, dass das mit Teilzeitjob und Kind nicht geht.
    Es dauert dann halt alles etwas länger bis sie fertig ist, ist etwas schwieriger und etwas anstrengender - wie für alle, die komfortable Bildung payed by Eltern/Bafög in der ersten Runde vermasselt haben und später auf dem beschwerlicheren zweiten Bildungsweg schon mit familiären Pfluchten den Preis dafür zahlen müssen.

    Und klar, kann sie statt das Fahrrad oder kostenfreie Semesterticket zu nutzen, noch mehr arbeiten, weil sie ein Auto finanzieren will. Das war ihr ja schonmal so wichtig, dass sie dafür lieber einen Schlichtjob gemacht hat, statt weiterzustudieren.

    Es ist eine strategische Entscheidung, sich ein paar Jahre nach der Decke zu strecken, um es dann für den Rest der noch langen Berufszeit deutluch angenehmer zu haben.
    Gute Selbstorganisation und eine jammerfreie Einstellung zum Leben sind eine hervorragende Burnout-Prophylaxe.
     
  27. Es gibt Studienrichtungen, in denen man es kaum in der Regelstudienzeit schafft, wenn man jobben muss. Ich hatte etwas sehr anspruchsvolles studiert, lebte von Bafög und nahm EInschränkungen in Kauf. Oftmals war ich von 8 Uhr früh bis nach 20 Uhr an der Uni: Vorlesungen, Seminare, Praktika, Bibliothek. Danach wiederholte ich Vorlesungsinhalte. Ich weiss nicht, was Barbie zu studieren vor hat, aber ich denke, niemand sollte wegen früherer Fehler Nachteile bekommen. Schliesslich hat ihr Mann sie intellektuell kleingehalten, indem er sie davon abhielt, weiterzustudieren. Warum soll er nachdem er diese Vorteile genossen hat, nicht etwas zurückgeben, indem er sie zumindest zum Teil in ihrem Studium unterstützt? Vielleicht kann dadurch sogar die Beziehung gerettet werden. Ein Studium ist ja nicht allein Berufsqualifikation, sondern erweitert den geistigen Horizont. Damit ergeben sich vielleicht für beide neue PErspektiven und Gesprächstthemen und sie fordert ihn geistig heraus, wodurch er aus seiner Pascharolle herauskommt und sich auch charakterlich weiterentwickelt.
     
  28. Ein duales Studium kann man an einer ganz normalen Uni machen. Dazu braucht man keine Privatuni und keinen speziellen Stundenplan.

    Ich kenne eine alleinerziehende Studentin, die vom Bafög gut mit ihren drei Kindern und ohne Unterhalt leben kann.

    Die Frage ÖPNV oder Auto hängt sehr davon ab, wo man wohnt. Bei uns gibt es kein kostenloses Ticket für Studenten und in den zwei Stunden pro Tag (=10 Stunden pro Woche), die die Fahrt mit dem Bus länger dauert als mit dem Auto, kann man entweder mehr lernen oder ein duales Studium machen oder sich um die Kinder kümmern.
     
  29. Auf dem Job habe ich eine Arbeitskollegin, die genau das gemacht hat. Allerdings verfügte sie über ein finanzielles Polster. Auf jeden Fall steht dir das Studium zu. Mach dich aber darauf gefasst, dafür Abstriche in anderen Lebensbereichen machen zu müssen (Urlaub mit deiner Tochter, Auswärts essen usw.). Was die Finanzierung betrifft, kannst du dich beraten lassen bei der Studienberatung.
     

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