1. Wow - das ist ja sehr eindeutig!
    Ich habe das anders wahrgenommen.
    Bei den Männern, mit denen ich zusammen war, konnte ich immer besser unterscheiden, wie das einzuordnen war für mich. Denn als Unerfahrene war ich durchaus mit Männern zusammen, denen die Reaktionen der Frau so ziemlich egal war. Dass ich "wollte", war irgendwie genug Grund, um loszulegen.

    Später konnte ich auch manchmal so etwas wie "anatomisches Interesse" ausmachen. "Wie reagiert die wohl, wenn ich hier und da rubbele und da anfasse?"

    Und ja - ich habe das auch manchmal als "Druck" wahrnehmen können, als "Eigenbeweis", gut im Bett zu sein, weil er ja nicht nur seine eigene Befriedigung im Blick hatte.
    Und auch ich habe oft geredet wie ein Buch, dass ich auch ohne gerne Sex habe, dass das für mich kein Kriterium ist und und und.

    Dennoch erlebe ich es (immerhin) als Grad von Aufmerksamkeit. Wenn es nicht ZU bockig verfolgt wird, nicht als Trophäe genommen wird, dann empfinde ich es so: Ein Mann will, dass die Frau genauso viel Spaß hat. Irgendwie spukt im Kopf noch herum, dass eine Frau nicht ganz so viel empfindet, nicht denselben, starken Trieb hat. Darum ist es ein (manchmal leicht hilfloser) Versuch, die Frau "mitzunehmen", sich selbst zu entlasten von dem Verdacht, die Frau zu benutzen. SO habe ich das bei sexuell durchschnittlich agierenden Männern erlebt.

    Und für mich ist das Wichtigste, an dem ich "guten Sex" messe, gegenseitige Aufmerksamkeit.
     
  2. Schlechten Sex hatte ich immer, wenn ich Sex hatte, aber keinen haben wollte. Zweck war, über das Thema keine weiteren Gespräch zu führen, weil das immer in Frust endete - kein gegenseitiges Verständnis (er fühlte sich abgelehnt), kein entspannter Umgang miteinander.

    Jedes Mal, wenn Sex thematisiert wurde, wurde es nerviger. Also habe ich jedes Gespräch darüber vermieden sondern gemacht - wie im Job.
    Das führte dazu, dass es nie mehr besser wurde und ich irgendwann immer den Zustand erreichte, wo ich es einfach nicht mehr aushalten konnte und Schluss machte. Ich trauerte nie um die Beziehung, weil die Trennung jeweils ein Befreiungsschlag aus körperlicher Bedrängung war.

    Grund für schlechten Sex war immer der Zustand der Beziehung, kein Vertrauen zueinander, Angst den anderen zu verletzen/kränken, schlechte beidseitige Gesprächsführung/begrenzte Kommunikationsfähigkeit etc.

    Ich habe oft Orgasmen gefaked. Für mich war das keine Selbsttäuschung, weil ich ja wusste, dass ich ihm was vormache und auch warum.
    Im Wesentlichen ging es darum den Mann zufriedenzustellen, keine unerfreulichen Diskussionen in der Beziehung auch noch um dieses Thema zu haben.
    Die Selbsttäuschung lag bei mir eher im Bereich des Zustands der Beziehung und am viel zu langen Festhalten des Status Quo.

    Heute würde mir das auch widerstreben und ich mache das nicht mehr. Das hat aber was damit zu tun, dass ich nun einen Partner habe, mit dem man über sowas reden kann, der sich aufgrund seiner Ausbildung mit Sexualität des Mannes und der Sexualität der Frau bestens auskennt und auch mit den jeweiligen Störungen, die es hier geben kann.

    Weder er bemüht sich um meinen Orgasmus noch ich mich um seinen. Es passt miteinander und dann ist das ganze Bemühen überflüssig.
    Wenn es bei mir nicht klappt, dann kraenkt ihn das nicht in seiner Männlichkeit. Der Sex kann auch ohne Orgasmus für mich schön und befriedigend sein. Es ist beruhigend, nicht so unter Stress zu stehen.

    Gleichermaßen können wir gegenseitig signalisieren "ich habe keine Lust" ohne dass der andere sich abgewiesen fühlt und gleich das Beziehungsende sieht, man kann Praktiken ablehnen und alles weitere ansprechen - das liegt an der Vertrauensbasis und Gesprächskultur in der Beziehung.
     
  3. Zum Thema Orgasmus

    Ich mag Sex, kann es genießen, in allen möglichen Varianten. Schnell, langsam, wild, romantisch. Mit, ohne Vorspiel.
    Ich mag es, den Mann zu erleben, wenn er erregt wird, das löst bei mir wieder ein Echo aus, es ist ein Zusammenspiel.

    Aber, ich kann mich nur ganz schwer ganz fallen lassen, gelingt mir sehr, sehr selten. Auch nicht bei mir selbst.
    Hat etwas mit Vertrauen zu tun, und mit Kontrolle. Manches mit Erinnerungen.

    Es ist eben nicht für jede Frau selbstverständlich, zum Orgasmus zu kommen, und ihr tatsächlich aus vielerlei Gründen nicht wichtig.
    Guter Sex ist mehr.
    Dann ist es schön, wenn ein Mann dies akzeptiert, und nicht versucht, doch noch etwas zu erzwingen, was nicht passiert. Je mehr Druck, desto weniger Chance.

    Und irgendwann bleibt dann die Lust auch auf der Strecke - Druck und Leistung sind Lustkiller Nummer 1.
     
  4. Mieser Sex ist für mich, wenn ich mich währenddessen nach einem Buch oder einem Tratsch mit einer Freundin sehne und mich frage, was um alles in der Welt ich in diesem Bett verloren habe. Wenn ich das Gefühl habe, dass das, was da passiert, rein gar nichts mit mir zu tun hat, dass statt meiner x, y oder eine Gummipuppe anwesend sein könnten. Wenn mir dabei gesagt wird, was ich tun soll. Wenn der Sex unpersönlich ist, komisches Rumgeturne, das mich an miese Pornos erinnert. Wenn ich mich nachher nicht erfüllt, sondern leer fühle.

    Guter Sex ist für mich, die Lust in den Augen meines Geliebten zu sehen (ich liebe Sex mit offenen Augen), sein Begehren zu spüren, einander nehmen und einander beschenken. Eine Art gemeinsamer Tanz, in dem sich nicht nur die Körper berühren, sondern auch die Seelen. Ich mag es sehr lange, gerne bis zur Erschöpfung. Eine Seltenheit, ich habe das mit wenigen Männern erlebt.

    Vorspiel wirkt bei mir kontraproduktiv. Wenn mich ein Mann anfasst in der Erwartung, dass ich Lust kriege, funktioniert rein gar nichts. Am schönsten finde ich es, wenn sich die Lust aufeinander einfach durch das Zusammensein oder die Vorfreude aufbaut. Nachher einschlafen mag ich selber auch.

    Frau 51
     
  5. Ich hab auch schon Orgasmen vorgetäuscht. Allerdings nie bei einem lieblosen Mann, nur um meine Ruhe zu haben. Solche Männer haben es m.E. nicht verdient, mit einem gefakten Orgasmus noch belohnt zu werden und sich einzubilden, sie seien der tolle Hengst im Bett.

    Wenn ich es tat, dann wenn ich ernsthaft verliebt war und es mir leid tat, wenn er mich nicht zum Höhepunkt gebracht hatte. Weil mir seine Gefühle einfach wichtig waren - so dumm das auch klingen mag.
    Sich dem Moment hinzugeben und zu genießen, ohne die Außenwelt wahrzunehmen. Ich muss den Mann nicht beobachten, um ihn zu erleben und mitzukriegen, ob es ihm auch gefällt oder nicht. Wenn so etwas wie ein "Flow" da ist, kann man sich fallenlassen, ohne mit wachem Sinn kontrollieren zu müssen, ob für ihn auch alles in Ordnung ist. Dann kann man sich beruhigt in den eigenen Genuss- und Erregungsnebel zurückziehen.

    Ganz ganz schade finde ich das Zusammensein mit einem lieben, sexy Mann, der sich nicht fallenlassen kann. Wenn ich ständig auf meine Reaktionen geprüft werde, fühle ich mich unter Druck gesetzt und agiere nicht mehr instinktiv, sondern gesteuert. Genauso wenn er krampfhaft versucht, seinen Orgasmus zurück zu halten und dabei selbst verkrampft und innehält. Da würde ich am liebsten schreien "Mensch Junge, lass fließen.." und dann auf zur nächsten Runde.. Aber natürlich ist es ein großes Drama, wenn er meint, zu früh gekommen zu sein, und damit ist dann auch die nächste Runde erledigt. Sehr schade drum. Leider setzen sich viele Männer ständig unnötig selbst unter Druck. Da kann man als Frau ja reden, was man will... die sonstigen Dogmen scheinen doch sehr stark zu wirken.
     
  6. Und hier haben wir es wieder, schuld kann nur der Mann sein. Denn er muss ja der aktive, treibende Part sein.
    Eine Frau brachte hier echt den Satz: "Ich möchte überrascht werden." Purer Konsumismus.
    Frauen sollten sich nicht wundern, dass das ekelhafte Geschäft mit der Prostitution so blüht und das Frauenbild nicht wirklich besser wird.
    Es zeigt v.a. wie konservativ, verspießert, ichbezogen und von gestern ist.
     
  7. Wenn der Mann total rücksichtslos ist, man als Frau das Gefühl hat, ein Gegenstand zu sein, er sich null Mühle gibt, auf die Frau gar nicht eingeht. Die Frau fühlt sich wie ein Blasebalg oder eine Plastikpuppe und ist froh, wenn es vorbei ist. Unempathische Männer leben dabei manchmal sogar ihre ganz eigene Vorstellung davon aus, was aus ihrer Sicht guter Sex ist. Für die Frau sind das teilweise schmerzhafte Stellungen, null Vorspiel usw. Und wenn es lange dauert, ist es grausam, weil es so schlecht ist.
     
  8. Dem schließe ich mich voll und ganz an!

    Der Mann, der MICH will, es schafft mir zu zeigen dass er mich liebt und das ich wichtig bin, der mir zeigt dass mein Anblick ihn erregt, der sich mir hingeben kann, genießt was ich schönes mit ihm tue und mir auch außerhalb des Bettes zeigt, dass er mich liebt und begehrt... Mit diesem Mann habe ich guten, erfüllenden Sex!

    Es geht nicht (nur) darum körperlich befriedigt zu sein, denn einen Orgasmus kann Frau sich auch gut selbst verschaffen, sondern darum, dass ich emotional befriedigt werde- spüre das ich wichtig bin und geliebt werde!

    Das ist einer der Gründe warum ONS für mich keine Option sind, denn da geht es nur um schnellen Sex, die Frau kommt zu kurz, der Mann holt sich in erster Linie seine Befriedigung.

    Wenn Männer verstehen würden, dass sich jede Minute die sie sich auf ihre Frau einlassen, sich Zeit lassen, sie heiß machen, mit Küssen, Blicken, Gesten, doppelt auszahlt, hätten einige Frauen mehr guten, erfüllenden Sex und Männer keine Frauen zuhause die lustlos sind.

    Warum zahlt sich das aus? Wenn ich all das von einem Mann bekomme, will ich mehr, mehr von ihm, mehr Sex und gehe im Bett auch aus mir raus, genieße, gebe mich hin, verführe ihn und unterm Strich ist auch er total glücklich und befriedigt.

    Männer die in erster Linie nur am sich und ihre Lust denken, deren Frauen haben recht schnell keine Lust mehr auf Sex und verweigern sich. Zu Recht, wie ich finde.
     
  9. Für mich geht es bei Sex um das Erlebnis an sich, ich seh`das weniger ergebnisorientiert. Deshalb sortiere ich Sex auch nicht "gut" oder "schlecht".
    Eine intime Zeit miteinander zu verbringen, einem anderen Menschen körperlich nah zu sein...das reicht mir schon an.
    Mir ist wichtig, dass mir der Mann optisch gefällt und ich sein Begehren spüren kann, dann ist für mich bereits alles gewonnen und ich kann die Intimität miteinander genießen...egal was an Performance geboten wird. Ich genieße die Auf-und Erregung dabei und die ist unabhängig von "Ablauf" da.

    Deshalb kann ich mich auch nicht erinnern, Sex je "schlecht" gefunden zu haben. Ich fänd' es auch schrecklich, ein genaues "Drehbuch" im Kopf zu haben wie Sex genau sein müsste und was abzulaufen hätte, denn damit würde ich die beteiligte(n) Person(en) zu Statisten machen. Und das ist gar nicht mein Ding.
    Ja, geht mir auch so. Ich finde das auch überhaupt nicht verwerflich. Wenn ich merke, dass dies einem Mann wichtig ist, dass ich Orgasmen bekomme und es ergibt sich eben gerade nicht - was spricht denn dagegen so tu tun, als ob?
    Er merkt es nicht und fühlt sich dann besser und mir ist es sowieso egal. Denn Orgasmen kann ich allein besser, dafür hab' ich keinen Sex.
     
  10. Oh, da fühlt sich aber einer angefressen… Wohl ein wunder Punkt?

    Nein, wenn mir der Sex mit einem Mann richtig Spaß macht, würde ich ihn auch ab und zu verwöhnen und überraschen. Warum auch nicht?
    Es geht hier aber darum, was für eine normale Frau, schöner oder schlechter Sex ist.
    Und ich bezweifele mal sehr stark, das eine Prostituierte den Sex, als schön empfinden und beschreiben wird. Es ist halt ein Job.

    Was es aber wirklich zeigt ist, das manche Männer lieber Geld in die Hand nehmen und zu einer Professionellen gehen, anstatt sich zu Hause mal richtig um die Frau zu kümmern…. Ist wohl einfacher.
    Wenn der Mann aber bei der Prostituierten mal einen Lehrgang bekommen würde, was für Frauen vielleicht schöner Sex sein kann, wäre das Geld vermutlich besser angelegt :)
     
  11. Guten Morgen,

    mich machen diese negativen Erfahrungen vieler Frauen hier betroffen. Wie kommt es, dass man in solchen sexuellen Verstrickungen involviert ist. Merkt man nicht vorher in etwa, wie der Mann gestrickt ist? Beim Küssen z.B., Betrachtung der Hände und wie händelt man Berührungen. Warum bricht man solchen sexuellen Kontakt nicht sofort ab, beißt die Zähne zusammen, hält durch?
     
  12. Ich glaube der Satz "ich möchte überrascht werden" war von mir. Dann wurde leider überlesen, dass dies wechselseitig geschieht. Mein Freund und ich überraschen uns gerne wechselseitig, weil wir nicht nur Routine wollen. Finde es schlimm, wenn die Frau in einer passiven Rolle verharrt. Aber auch passive Männer sind ein Abturner.
    Schuld an schlechtem Sex ist nie nur einer. Aber hier wurde ja nach der Perspektive der Frauen gefragt.
     
  13. Mein Eindruck ist, wenn ich zu einen für uns beide schönen Tag beitrage, ist dies das beste Vorspiel zu einem Tagesabschluss mit gutem Sex.

    Die Müdigkeit ist sicher auch davon abhängig wie anstrengend Sex war. Habe ich einen Orgasmus gehabt ist dies möglicherweise anstrengender als Sex ohne Orgasmus.

    So können nicht nur Männer Frauen aus ihrem Lauf bringen, sondern auch Frauen den Mann. Das berühmte Fallenlassen ist meiner Meinung nach nicht möglich, wenn Hektik dominiert.

    Mich interessieren tatsächlich eher die Standards. Wobei spielerisch ruppig, etwas dirty talk, nicht unbedingt weit weg vom Mainstream sein muss. Es muss alles sanft ausgehandelt werden. Andererseits ist für manche Menschen Sex insgesamt nervig ;) oder z.B. schon Oralsex nur ekelhaft.

    Mir geht es wie dir. Sex wirkt auf mich selten einschläfernd, sondern wie eine sehr gute Tasse Kaffee belebend. Daneben gibt es eine entspannende Wirkung. Diese führt z.B. bei meiner Freundin zur Müdigkeit. Im Gegensatz zu einigen Frauen hier, halte ich das problematisieren von Müdigkeit aber für albern und zwecklos. Insbesondere wenn der Akt davor kein fünf Minuten Akt war.

    Was mich jetzt bei deinem Post irritiert, ist dass du nach dem Orgasmus … . Ich hatte mitgenommen, dass du eher Asexuell bist. Schließen sich Asexualität und Orgasmen nicht gegenseitig aus?
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
  14. Das fällt mir auch auf und finde das, wenn ich eine Weibliche Sichtweise hääte, ziemlich befremdlich.
    Auch das hier:
    Für mich spricht einfach dagegen das es ein Fake ist.
    Wenn du keinen Orgasmus bekommst, weil ich zu schnell, zu ungeschickt bin oder sonst was bin oder du einfach nur eine Frau bist wie es viele Frauen gibt die beim reinen Akt nur selten immer einen Orgasmus bekommen, dann ist das so und mann "kann" versuchen, gemeinsam einen Weg zu finden, wenn es dir Wichtig ist. Aber Frauen die behaupten, ihnen sei der Orgasmus nicht soooo Wichtig, sollten dann den Männern zugestehen, dass sie das auch genau so bewerten. Und das soll nicht heißen das wir Kerle uns nicht mehr bemühen sollten, unseren Partnerinen dennoch eine schöne Sexualität zu bereiten.
    Also ich möchte das nicht vorgegaukelt bekommen.
    Auch nicht wenn ich es nicht merken würde wahrscheinlich.
    Wenn sie mal keinen bekommt ist das halt so.


    m47
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
  15. Im Job ist unerheblich, ob es ihr gefällt oder nicht. Entscheidend ist, dass der Kunde glücklich ist und das Gefühl hat, dass sie es auch genossen hat. Was dann dazu führt, dass:

    Klar ist das einfacher. Da brauchen sie sich nämlich gar nicht zu kümmern, da kümmert sich jemand um sie. Wenn hier doch erstaunlich viele Frauen die Erwartung haben, dass der Mann sich um sie kümmert, warum soll der Mann diese Erwartung nicht auch haben dürfen? Und manche Männer sehen das eben pragmatisch und zahlen lieber dafür, dass sich jemand um sie kümmert als dass sie sich mit Ansprüchen ohne "Gegenleistung" rumärgern. Rein sexuell gesehen sind sicher viele Prostituierte eine gute Investition. Für Geld gibt es eine mehr oder weniger perfekte Show, bei der der Kunde König ist. Für viele Frauen funktioniert das eben nicht, weil sie mehr als "Technik" erwarten.
    Was fehlt, ist der emotionale Part. Sensationeller Sex kann es trotzdem sein, wenn man/frau das geniessen kann. Bei einem ONS ist es letztlich ähnlich.

    Ja, das stimmt, eigentlich eine gute Idee. Die Frage ist, ob es funktioniert. Die meisten Frauen hier beschreiben ja keine "technischen" Details als guten Sex, sondern Emotionen. Die wird die Prostituierte keinem Mann zeigen können.
     
  16. @Kathyberlin berlin: du triffst es auf den Punkt. Je mehr in darüber nachdenke, ist das für mich das schlimmste.
    Wenn der Mann unfähig ist, sich in die Frau hineinzuversetzen, am Anfang schon Gas gibt und nicht darauf achtet, dass die Frau das nicht so möchte. Also wenn man als Frau das Gefühl hat einfach nur benutzt zu werden und er nur eine Egonummer abzieht.
     
  17. Man denkt, es wird mit der Zeit besser, wenn man sich näher kennt.
    Ein Irrtum, weiß ich (für mich) jetzt auch.
    Da tickt jede Frau wohl anders. Ein Mann mit Erektion, in den ich verliebt bin, bereitet mir durch diesen Anblick noch lange keine Höhenflüge. Einige Männer denken das aber und schicken deswegen wohl entsprechende Bilder rum… Auch schon erlebt.
    Es ist ein Kompliment, klar, mehr aber auch nicht.
    Wenn die Männer auch so denken würden, gäbe es wohl keinen Sex :)
     
  18. Ich verrate kaum ein Geheimnis, wenn ich schreibe, dass alleine eine nackte Frau auch bei mir bei weitem nicht immer und sofort "Höhenflüge" auslöst.

    Andere Frauen betrachten es als sexuelle Belästigung, Du als Kompliment. Jeder, was ihr gefällt. Und dem Mann natürlich die Konsequenzen: einmal eine Anzeige und eine Erwähnung in #metoo, einmal eine Frau, die auf ihn steht...

    Manchmal kann ich hier nur den Kopf schütteln. Bei solchen Äußerungen darf sich dann doch keine Frau mehr beschweren, dass "Komplimente" verschickt werden.
     
  19. Logisch - deshalb auch auch meine Einschränkung auf Männer, denen es wichtig ist. Wenn ich merke, dass es einem Mann auch nicht so viel bedeutet, spar' ich mir den Aufwand natürlich.

    Für mich geht das Orgasmusding auch am Thema vorbei, weil für mich Orgasmen nicht so wahnsinnig viel mit Sex zu tun haben. Für mich hat Sex nicht die Zielsetzung Orgasmus. Weder bei mir, noch bei dem Mann, auch wenn das einige Männer sowohl bei sich, als bezüglich der beteiligten Frau anders sehen mögen.
    Ich bekomme sehr leicht Orgasmen - noch leichter ohne Mann :) , aber riechen, schmecken, spüren - Intimität mit einer anderen Person - kann ich logischerweise nicht ohne eine andere Person. Und weil mir das gefällt, mag ich Sex - mit oder ohne "Big O" ...völlig egal.
    Glaub ich nicht mal unbedingt - nicht alle Männer sehen in Frauen "Verrichtungsanstalten".
     
  20. Mal überlegen:

    - wenn sie nicht auf den Mann eingeht, nicht herauszufinden versucht was er mag
    - andersrum ebenso: Wenn sie nicht zum Ausdruck bringt was sie mag
    - wenn sie passiv ist, also übertrieben gesagt sich hinlegt und ihn halt machen lässt, ohne Leidenschaft
    - wenn sie nicht experimentierfreudig ist, wenn immer dasselbe Standardprogramm abgespult wird
    - wenn sie glaubt, ihn möglichst schnell und möglichst mechanisch zum Höhepunkt bringen zu müssen. Nicht jedem Mann ist sein Orgasmus am wichtigsten.
    - wenn sie beim Oralsex agiert wie ein Staubsauger, so dass es alles nur nicht angenehm ist
     
    • # 80
    • 29.01.2018
    • frei
    Schade, ich habe es dir vorhin ausführlich erklärt, aber die Allmächtigen haben es gelöscht.
    Vielleicht kann ich es ja noch mal erklären, aber hier mache ich es jetzt kurz, weil es sehr frustrierend ist, wenn ich mir viel Mühe gebe und das dann einfach weg ist.
    Ich habe mit Männern nie einen Orgasmus und ich habe keine Lust auf Sex mit Männern, da bin ich asexuell. In den meisten Threads geht es darum, Sex, daher paßt dann asexuell.
    Wenn ich es mir selbst mache, habe ich tolle Orgasmen.
    Das wird hier nicht thematisiert, daher paßt es nicht in einen Kontext, dass ich da sehr wohl ein sexuelles Wesen bin.

    Joa, ein Widerspruch. In einem Zusammenhang ja, im anderen nein. Gibt's dafür einen Begriff, jein-sexuell oder so ?

    w 50
     
  21. ...in Beziehungen geht es doch um Ehrlichkeit und Vertrauen.
    Einen Höhenflug vorzuspielen ist für mich eine Lüge, die auch die Untiefen eines Mannes erreicht, ohne dass man sie aussprechen muss. Selber fällt man sich in den Rücken. Auf Lügen lässt sich auch keine gute Sexualität aufbauen. Sex ist die feinste und sensibelste Kommunikation, die mehr erreicht und berührt, als die Geschlechtsteile. Das klammert man fast panisch hier aus.

    Hier wird Sexualität sehr oberflächlich abgehandelt, dabei ist es viel mehr. Aber irgendwo, schon auf einer oberflächlichen Skala, ist stopp, so lese ich hier.
    Hat man so Angst vor einer Sexualität, die komplett ins Nirwana führt. Angst, die Kontrolle über sich und den Mann zu verlieren? Angst vor dem tiefen Absturz im Falle einer Trennung? Dabei wäre doch das sich öffnen können die beste Versicherung dafür, dass eine Beziehung hält und intensiver und fester wird, statt sich abzunutzen. Oder steht dieser verfluchte Geschlechterkampf dazwischen, der das alles nicht erlaubt und blockt.

    Wenn ich hier lese, wie einige Frauen schlechten Sex schildern, ich gehe davon aus, dass sie ihn so erlebten, dann lese ich furchtbaren Hass und ein arrogantes Belächeln, ob dem Gestochere und Gerubbele eines Mannes.
    Die Sexualität, die ich hier größtenteils lese, ist die, die mir als Kind von meiner Mutter übergestülpt wurde. Diese Generation wusste es wohl nicht besser, aber heute, diese Generation? Ich bin baff, dass man in Zeiten der sexuellen Freiheit und Aufklärung immer noch diese alten Dinger vor sich herschiebt und das Schönste was es zwischen zwei Menschen gibt, mit Füßen tritt.
     
  22. Liebe Pia62,

    wahrscheinlich hat Sexualität einfach für jeden einen anderen Stellenwert.
    Für mich ist Sex reiner Lustgewinn. Der Sexualpartner max. Erfüllungsgehilfe.

    Ganz anders ergeht es mir bei allen anderen körperlichen Begegnungen. Ohne Verkehr und/oder sexuelle Befriedigung.
    Früher nannte man dies Petting.
    Dafür muss ich jemanden lieben oder sehr, sehr mögen, ihm Zärtlichkeit schenken wollen, ihn riechen, fühlen, küssen, nahe sein.
    Dies alles fühle ich bei Sex nicht. Das sind für mich zwei absolut getrennte Bereiche.
    Für mich ist Sex oberflächliche Befriedigung. Für Dich das Schönste was zwei Menschen verbindet.
    Hier wieder fallen mir ganz andere Dinge ein.

    Keine Einstellung ist richtiger. Denn sie entspringen ja tiefen Gefühlen und tatsächlichen Empfindungen.

    Genau das geht mir auch durch den Kopf wenn ich mit einem Mann Verkehr habe.
    Im Moment seiner größten Lust finde ich ihn abstoßend. In diesen Sekunden Minuten ist er rein triebgesteuert.
    Nicht dass ich dies nicht auf eine animalische Weise genießen könnte... nur Liebe fällt mir dazu so ziemlich als Letztes ein.

    Selbst bin ich frei, kann mich fallen lassen, beim Orgasmus... mit mir selbst. Dabei muss ich keinem gefallen, auf niemandes Gefühle Rücksicht nehmen, niemanden etwas zurück geben.
    Keine Verpflichtungen, für den Moment mal nur 'ich'.

    Guter Sex bedeutet für mich genau das: Jeder sorgt dabei für sich.

    Körperliche Liebe (im wahrsten Sinne des Wortes) geht für mich nur außerhalb dieser Triebfixierung.
     
  23. Wenn es so ist, bist du nicht asexuell. Dir gefällt nur Sex mit Anderen nicht.

    Ich denke es geht ganz vielen Menschen so, dass sie den besten Sex mit sich selbst haben, weil sie ihren eigenen Körper am besten kennen und mit sich selbst die notwendige Geduld haben.

    Allerdings verlangt es die meisten dieser Menschen außerdem nach der Kombination körperlicher und emotionaler Nähe mit anderen Menschen. Deswegen suchen Menschen abseits der Familiengründungsphase und ihres sexuellen Optimums einen Partner und fühlen sich als Single unvollständig.

    Du hast ja auch immer wieder gesucht und dabei sexuell experimentiert, wahrscheinlich um heraus zu bekommen ob du dir sexuell tatsächlich selbst genügst.
     
  24. Das liest sich ziemlich unentspannt - genau das, was ich unter schlechtem Sex verstehe und auf den ich gut verzichten kann, dem ich in der Vergangenheit möglichst auswich.

    Wie soll Frau guten Sex haben, wenn sie beobachtet wird, statt dass der Mann selber Freude an der Aktion hat?
    Also versucht sie ein attraktives Bild abzugeben, zieht den Bauch ein, posed etc. und faked den Orgasmus, damit er das Erfolgserlebnis hat, dass sich sein Bemühen gelohnt hat und für sie der Stress sein Ende findet.
    Es folgt: möglichst lange Pause bis zum nächsten Mal, weil Leistungsdruck gibt es überall zuviel, muss nicht auch noch im Bett sein.

    Das ist individell wohl sehr unterschiedlich: zumindest für mich gilt das überhaupt nicht. Ich will nicht "bedient werden" und will auch niemanden bedienen, denn ich bin ja keine Dienstleisterin.

    Guter Sex ist für mich eine Komunikation/Interaktion der besonderen Art (Gipel an Nähe zwischen 2 Menschen), die gegenseitiges tiefes Vertrauen voraussetzt, um sich synchron fallen lassen zu können, nicht zu beobachten, nicht zu steuern.

    Daher stehe ich den Diskussionen hier, dass man beim 3. Date mit einem bis dato komplett fremden Menschen Sex haben sollte immer ratlos gegenüber.
    Gab es bei mir nicht, weil Null Vertrauensbasis und das heißt in meiner Erfahrung = schlechter Sex.
    Vermutlich hat es damit zu tun, dass ich keinen eigenständigen Sexualtrieb habe. Ohne tiefe Emotionen für einen Menschen habe ich kein Bedürfnis nach Sex mit irgendwem.
     
  25. Ich möchte mich mal ausdrücklich für diesen thread bedanken bei allen (oder fast allen), die sich daran beteiligen. Mir persönlich bringt es gerade sehr viel zu lesen, dass andere Frauen ähnliche Erfahrungen machen oder gemacht haben wie ich, und dass ich mit meiner Vorstellung von einem erfüllten Sexleben nicht alleine dastehe, auch wenn man mich viele Jahre lang glauben lassen wollte, dass bei mir in dieser Hinsicht irgendwas nicht in Ordnung sei. Danke dafür.
     
  26. Sex ohne Orgasmus muss auch für mich nicht unbedingt schlecht sein. Manchmal klappt es eben nicht und ich kann trotzdem die Nähe und Leidenschaft genießen. Wenn das aber zu häufig vorkommt, verliere ich die Lust darauf. Ich denke, das ist ein nicht unerheblicher Grund, warum Männer so häufig in längeren Beziehungen mangelnden Sex beklagen.

    Für richtig guten Sex gehört mein Orgasmus aber durchaus dazu, je intensiver desto besser. Hierfür ist es förderlich, wenn der Mann gut küssen kann, mich am ganzen Körper berührt und küsst (und zwar so, dass ich das Gefühl habe, er macht das wirklich gerne und nicht zweckgerichtet) und ich so nicht nur geistig sondern auch körperlich voll erregt bin, bevor es zum eigentlichen Geschlechtsakt kommt. Ich habe dann übrigens auch viel Freude daran, den Mann zu verwöhnen, das ist also keine einseitige Sache. Und ich finde das auch sehr schön, wenn man sich gegenseitig ein bisschen hinhält um alles etwas in die Länge zu ziehen :) Und ja, der technische Aspekt ist dabei schon auch sehr wichtig, der Mann sollte mit seinem Körper schon geschickt umgehen können und vor allem auch darauf achten, welche Berührungen (gerade) gefallen.
    Dass man sich gegenseitig mag, sich kennt und vertraut finde ich übrigens Grundvoraussetzung, ohne das könnte ich mich wohl nicht so gut fallen lassen.
     
    • # 87
    • 29.01.2018
    • Noor
    ... ich bin über jeden im Bett verbrachten Tag und jede schlaflose Nachte meines Lebens so froh... über jedes Mal, dass ich mit fremdem Geruch und irgendwie in Becken und Knien schlotternd und mit durchgeküssten Lippen in den Alltag zurückgekehrt bin... über alle Abenteuer, die ich mit meinem Körper und dem eines anderen Menschen erleben durfte... für jeden und jede, der oder die mir Angst genommen hat, für Sex im Meer, im Kinderzimmer, im Hausflur, zu zweit und zu mehreren, für all den Spaß, den Unsinn, das Schräge und Unperfekte ... und dann auch all das Große... für alles Verspielte, für alles Verrückte ... für die großen Momente, die Verschmelzung bedeutet haben ... für die wenigen Male, die ich durch Sex (wie wundervoll!) schwanger werden durfte ... für jeden Sex in den Schwangerschaften, mit dickem Bauch und heftigsten Gefühlen ... für jedes Fallenlassenkönnen und die weichen offenen Gesichter der Lust ... und wieder später für all die Dinge, die ich lernen durfte, und dass ich das auch meinen Kindern weitergeben kann ... Lust und Freude und Respekt an und vor ihren Körpern zu haben und an und vor denen von anderen ... und ich hoffe sehr, schon für mein eigenes Seelenheil, dass die Antworten hier nicht repräsentativ sind... weil mich das wirklich gerade total traurig macht...

    LG

    Noor
     
  27. Ich finde eine Reihe Äußerungen hier erschreckend.

    Kann ich nicht nachvollziehen. Woher kommt der Leistungsdruck? Liegt es daran, dass manche Frauen (Du bist hier nur ein Beispiel von mehreren) meinen, Sie müssten für den Mann befriedigende Sexualität bereitstellen? Dann verzichte ich doch konsequenterweise auf Sex und auch auf eine Beziehung mit einem Menschen, der so mit mir umgeht.
    Abgesehen davon, dass ich mir auch als Mann nicht vorstellen kann, dass so befriedigende Sexualität aussieht.
    Was sind das für Beziehungen, in denen Mann und Frau so miteinander umgehen?
    Wenn eine Frau so einen Widerwillen in Bezug auf Sexualität verspürt, dann kann das kein guter Sex werden und ich würde mir der Frau auch keinen Sex mehr haben wollen. Als Mann würde so Sex bei mir schon rein körperlich gar nicht mehr funktionieren.

    Eigentlich die Einstellung, die Männern immer vorgeworfen wird, oder? Die hier aber von keinem Mann so geschildert wird, nicht mal bei einem ONS sehe ich das so. Ist das für Dich auch in einer Beziehung so?


    Klingt aus meiner Sicht völlig würdelos und völlig lustfeindlich. Wenn ich Sex so empfinden würde, würde ich keinen mehr haben wollen. Für mich ist das völlig gestörte Sexualität, im Grunde ohne jegliches Lustempfinden. Warum hat frau dann noch Sex? Wenn ich in einer Beziehung so empfinde, dann ist die Beziehung so schlecht, dass ich sie beenden würde.

    Ich beginne langsam zu begreifen, wie manche Frauen hier Sexualität erleben. Und kann damit auch deren Einstellung zu Sex, zu Beziehung und zu Männern eher verstehen.
     
  28. Im Prinzip schon. Mit dem Unterschied, dass mir mein Partner sehr wichtig ist und ich ihm gut tun möchte. Daher achte ich darauf was er braucht und gebe es ihm.
    Je mehr ich jemanden liebe, desto weniger möchte ich Sex mit ihm. Liebe und Triebabfuhr passen für mich emotional nicht zusammen.
    Nachdem ich mit jemanden Sex hatte, interessiert er mich auch immer weniger.
    Dabei erlebte ich überwiegend das, was die meisten Frauen als sehr guten Sex beschreiben würden.
    Aber das geht nicht mit Männern die ich achte. Vielleicht das Heilige & Hure -Prinzip, was Männern oft in Hinsicht auf Frauen unterstellt wird.
    Mein Mann ist der "Heilige" den ich nicht als triebgesteuert erleben möchte, dass würde ihn in meinen Augen kleiner machen.
    Die Männer mit denen ich 'guten' Sex hatte, waren für mich die "Huren". Für Beziehungen also gänzlich ungeeignet, da ich sie menschlich nicht ausreichend achten konnte. Aufgrund ihrer ausgeprägten Sexualität. Ihnen gönnte ich auch nur sehr selten die Befriedigung mir einen Orgasmus verschafft zu haben. Diese Nähe gestehe ich nur sehr wenigen Menschen zu.
     

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