1. Wie mit der inneren Stimme und dem Bauchgefühl umgehen?

    Also, ich stelle sehr oft in meinem Leben auch und gerade hier fest, dass es viele Leute gibt, die Probleme haben, ihre innere Stimme abzufragen und das eigene Bauchgefühl mit in die Entscheidungsfindung aufzunehmen.
    Natürlich ist die Abfrage des Verstandes auch wichtig.
    Viele, auch sehr wichtige und persönliche Entscheidungen habe ich jedoch mit meiner inneren Stimme und mit meinem Bauchgefühl getroffen.
    Am Ende hat sich heraus gestellt, dass ich genau die richtigen Entscheidungen für mich persönlich getroffen hatte.
    Gerade bei den Dingen, die mein Leben prinzipiell verändert haben.
    Es ist sicher sehr wichtig nachzudenken und vernünftig abzuwägen.
    Aber mein Bauchgefühl spielt da immer eine sehr wichtige und große Rolle.
    Irgendwann und irgendwie fühlt sich eine Entscheidung für mich richtig an. Und dann mach ich das auch so. Auch wenn sämtliche Leute aus meiner Umgebung mich für verrückt erklären, beeinflusst dies meine Entscheidung nicht! Irgendwie kann ich dann auch nicht mehr anders.
    Es ist schon wichtig, den eigenen Empfindungen zu trauen. Die Empfindungen haben ihre Berechtigung, und sie zeigen einem oft etwas, was der Verstand (noch) nicht sieht.
    Es gilt diese laute Stimme des Verstandes zum Stillstand zu bringen. Der will doch immer nur das rechtfertigen, was unsere alten Glaubenssätze meinen. Und die sind uns oft genug schon quasi mit der Muttermilch eingetrichtert worden. Noch dazu hat jedes Familien - und Umfeldsystem ihre eigenen Glaubenssätzen.
    Auf jeden Fall: Ich konnte mich bisher immer auf mein Bauchgefühl verlassen und werde meine zukünftigen Entscheidungen auch weiterhin wie bisher treffen.
    Meine Frage: Wie weit lasst ihr euch vom Bauchgefühl beeinflussen?
    Und seid ihr evtl. auch schon mal mit der "Wahrnehmung der inneren Stimme" auf die Nase gefallen?
     
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  3. du sprichst ein wichtiges Thema an, das mich gerade sehr beschäftigt. Ich habe in der Vergangenheit öfters mein Bauchgefühl ignoriert, gerade in Sachen Männer in der Kennenlernphase. Hätte ich im Nachhinein eher darauf gehört, wäre mir so einiges erspart geblieben.

    Unsere Gesellschaft ist eher verstandsgeprägt, Bauchgefühl zählt nicht viel.

    Ein Beispiel aus meinem Job:
    Als Personalerin mit guter Intuition gebe ich den Vorgesetzen oft Rückmeldung bei einigen Bewerbern. Manchmal lässt sich das eigene Gefühl nicht beschreiben und man muss Fakten bringen damit die anderen die Entscheidung nachvollziehen können. Das ist nicht ganz so einfach. Gerade bei Teampassung sollte man auch viel auf das Gefühl achten und darf das nicht vernachlässigen. Viele Vorgesetze schauen mich dann verdutzt an, weil sie das nicht kennen nach Gefühl zu handeln.

    Also unsere Gesellschaft ist ja auch verstandsgeprägt. Es wird pro und contra abgewogen und man zerdenkt viel. Das hat auch damit zu tun, da Ängste und Zweifel uns blockieren. Man verlernt es auf das eigene Gefühl zu hören. Vielleicht auch weil die Erdung vielen fehlt. Sich also einfach mal nicht mit dem Kopf zu beschäftigen, sondern in die Natur gehn, gärtnern, kochen, tanzen etc. hilft sicherlich. Einfach nichts tun und im hier und jetzt leben. Das können die wenigsten noch. Jeder ist in einem Hamsterrad, arbeitet und lenkt sich dann mit Aktivitäten ab.

    Unsere Leistungsgesellschaft führt zur Angst im Job nicht zu genügen, zu viel Stress/Belastung bis zum Burnout bei vielen, Angst vor der Zukunft und Arbeitslosigkeit.
     
  4. Ich lebe nach dem Grundsatz, dass es bei Entscheidungen nur "richtig" gibt.
    Die einzige Möglichkeit sich falsch zu entscheiden ist, wenn man sich gar nicht entscheidet und ewig rumeiert.
    Dementsprechend setze ich mir oft eine Entscheidungsdeadline, ab wann der Kopf Sendepause hat.
    Bislang bin ich gut damit gefahren.
    Und gerade bei Entscheidungen, die meinen aktuellen Lebensentwuf auf den Kopf stellen, war es immer der Bauch der gewonnen hat. Der Kopf ist in dem Fall auch kein guter Ratgeber. Etwas das völlig außerhalb des eigenen Erfahrungshorizonts liegt lässt sich einfach nicht einschätzen.
     
  5. Das Bauchgefühl kann auf verschiedenen Strömen beruhen.

    Auf der einen Seite Erfahrungen in Kombination mit Menschenkenntnis und Empathie sowie einer Fähigkeit zur Selbstreflektion.

    Auf der anderen Seite Erfahrungen in Kombination mit Ängsten, ggf. überzogenen Wünschen und fehlender Selbstreflektion.

    Ich behaupte, dass es keinen Menschen gibt bei dem nicht beide Strömungen vorkommen. Allerdings gibt es Menschen bei denen eine Strömung kombiniert.

    Ein Beispiel für die zweite Strömung wäre, dass ich auf der Partnersuche bin aber bei Kandidaten die tatsächlich Bindung suchen generell ein schlechtes Bauchgefühl habe. Das könnte daran liegen, dass ich eine zu enge Bindung z.B. auf Grund einer ungesund symbiotischen Bindung mit einem Elternteil fürchte.

    Wenn ich bei jemanden ein schlechtes Bauchgefühl habe der über seine ehemaligen Partner überwiegend schlecht redet, gilt die erste Strömung.

    Selbstreflektion ist notwendig um das eigene Bauchgefühl der einen oder andere Strömung zuzuordnen. Dann kann ich entscheiden, kommt mein schlechtes Bauchgefühl aus meinen Inneren oder gibt es tatsächlich Gründe bei meinem Gegenüber die berechtigt zu diesem Bauchgefühl führen.

    Ich behaupte, dass ich beide Ströme unterscheiden kann. Allerdings höre ich auch dann nicht immer auf mein Bauchgefühl, wenn ich der Meinung bin, dass es recht hat. Das liegt daran, dass ich über meine Gefühle herrschen will und nicht mich von meinen Gefühlen beherrschen lassen will. Manchmal ist es aber besser auf die Gefühle zu hören. Aber nicht immer.
     
  6. Ich halte das Bauchgefühl für eine Art Frühwarnsystem. Im Grunde genommen spielt es sich ja auch gar nicht im Bauch ab, denn trotz dessen es dort durchaus Nervenstränge gibt, denken wir nicht mit dem Bauch, sondern mit dem Gehirn. Im Falle eines schlechten Bauchgefühls nimmt das Hirn Dinge wahr, die wir noch nicht einordnen, also neuronal noch nicht zu einer klaren Ratio verknüpfen können.

    Am Beispiel "Menschen einschätzen" ist es wie dieses Spiel "Welcher Promi verbirgt sich hier", bei dem immer ein weiteres Eckchen eines Fotos aufgedeckt wird. Manchmal erkennt man Wesenszüge eines Menschen sofort, weil man bereits Erfahrungen (= neuronale Verknüpfungen) mit ähnlichen Situationen hatte. Fehlen uns diese Neuronenbahnen oder sind die Informationen unklar, brauchen wir mehr Input, bevor das Bild klar wird.

    Leider spielt uns das Gehirn auch mal Streiche. Z. B. wenn wir negative (bis traumatische) Erfahrungen mit einem Wesenszug hatten und bei einem neuen Menschen nun wieder damit konfrontiert werden, besteht die Gefahr, den neuen Menschen unfair auf diesen Wesenszug zu reduzieren. Dies passiert, wenn klassisch konditionierte Emotionen die Ratio komplett überlagern. Eigene Traumata sollten nicht unser Verhalten steuern. Für genauso fehlerbehaftet halte ich es, das Bauchgefühl komplett auszublenden.

    Nur auf das Bauchgefühl zu hören, ist mir zu impulsiv und wird auch immer wieder zu Fehlentscheidungen führen. Persönlich bin ich da eher bedächtiger und möchte Bauch und Ratio in Einklang bringen, bevor ich eine Entscheidung treffe, sprich was ich fühle auch gern benennen können.
    Daher versuche ich, bei Auftreten eines Alarmsignals erst einmal emotional einen Schritt zurückzutreten und mir Zeit zu lassen, den Menschen/die Situation in toto zu bewerten, bevor ich ein abschließendes Urteil fälle/eine Entscheidung treffe.

    Aus deinen Beiträgen, lieber Inspirationmaster, wird klar, dass du dieses Hinterfragen eher nicht praktizierst und klar nach Bauchgefühl einordnest. Für mich persönlich wäre das nichts, da ich Bedenken hätte, dass mir wichtige Informationen entgehen. Weder die Welt, noch die Menschen darin sind schwarz-weiß.
     
  7. Was muss man für einen Verstand haben, wenn man diesem nicht trauen kann? Sowohl Bauchgefühl als auch Verstand sind fehlbar. Der Verstand lässt sich ja auch zum Teil vom Bauchgefühl korrumpieren. Man sollte eben beide zur Entscheidungsfindung heranziehen. Wenn es Diskrepanzen zwischen dem, was das Bauchgefühl vorgibt und dem, was der Verstand einem sagt, gibt, versuche ich eher den Diskrepanzen auf den Grund zu gehen, als dem Grundsatz "Augen zu und durch. Das Bauchgefühl wird schon recht haben." zu vertrauen. Vielleicht sendet auch das Bauchgefühl irreleitende Signale, weil es z.B einen Wunsch, ein Bedürfnis oder eine Angst artikuliert.

    Ein Kind, das in den Slums aufwächst, und deren Eltern sich im (klein)kriminellen Milieu bewegen, wird eventuell nichts dabei finden, eine Brieftasche zu stehlen. Sowohl Bauchgefühl als auch Verstand finden nichts dabei.
     
  8. Lieber Master,

    eine Stimme für das Gefühl.

    Natürlich sollte man rechnen und nachdenken und Informationen sammeln.

    Aber glücklich machen nur die Entscheidungen, bei denen der Bauch "ja" sagt und das ganz laut und deutlich. Ich habe alle meine Immobilien so gekauft und das hat sich auch als wirtschaftlich überraschend vorteilhaftes Vorgehen heraus gestellt.

    Auch bei Menschen hinterfrage ich das überhaupt nicht mehr. Hätte ich ein mieses Gefühl bei einem Menschen, würde ich ihm kaum ein Paar Schuhe abkaufen - im umgekehrten Fall habe ich einmal ein Motorrad ohne Probefahrt gekauft und es lief einfach perfekt, alle Absprachen wurden eingehalten.

    Ein Mal habe ich mir diesbezüglich eine katastrophale Fehleinschätzung geleistet und mit dem Mann auch noch gemeinsame Kinder bekommen. Das hatte mich so verunsichert, dass ich lieber 13 Jahre alleine blieb. Inzwischen vertraue ich mir wieder, aber verziehen habe ich mir diesen krassen Fehler immer noch nicht und zwar wegen der Auswirkungen auf die Kinder. Es hatte eine Situation gegeben, die mich unbedingt hätte warnen müssen - ich, jung und verliebt, habe sie zur Seite geschoben. Fatal.
     
  9. @INSPIRATIONMASTER
    Eine gute Frage! Ich lerne gerade, dass ich mehr auf den Verstand setzen muss und weniger auf mein Gefühl. Die letzte Beziehung musste ich rein aus Verstandesgründen hinter mir lassen. Fremdgänger, Lügner, Alkoholiker, Psycho, Geizhals, Agressionen, Manipulation und Machtspielchen, Unzuverlässigkeit, mangelnde Fürsorge. Die Argumente im Forum haben mich vom Verstand her angesprochen und überzeugt. Vom Bauchgefühl her liebe ich diesen Mann und würde ihn immer wieder zurück nehmen und mich auf's Neue bemühen. Er kann liebevoll, gefühlvoll, leidenschaftlich und kreativ, lebensfroh, charismatisch, anhänglich, engagiert und spielerisch sein. Es ist schwer meinem Bauchgefühl nicht nachzugeben. Mein Fazit bei Problemen ist es heute eher den Verstand einzuschalten. Im Job höre ich sehr gerne auf meine Intuition, aber das Handwerkszeug beherrsche ich natürlich. Irgendwie fließt da beides ideal zusammen. In der Liebe und bei Freundschaften habe ich meinen Verstand viel zu wenig benutzt und mich den Gefühlen und Stimmungen hingegeben. Ich hätte mich viel besser aufstellen können im Privatleben.
     
  10. Die Frage an sich ist kompletter Unsinn.
    Es geht nämlich nicht um Kopf vs Bauch vs Geschlechtsteile - sondern darum, dass alle zufrieden sind.
    Ich höre das Stöhnen - aber der tollste und grösste Mercedes mit dem kraftvollen 12 Zylinder taugt nix, wenn man das Getriebe vergessen hat. Denn ein Auto, das nicht fährt, ist sein Geld nicht wert.

    Jeder muss seine ganz persönliche Balance finden. Es gibt Entscheidungen, die fast ausschliesslich auf Fakten basieren sollten - siehe Frau Dr. Merkel und Asyl - es gibt Fragen, die Kopf und Bauch ansprechen - das richtige Haus oder Auto - und es gibt Dinge, die Kopf, Bauch und Penis in Einklang bringen müssen. Nämlich die Freundin - Kopf sagt, die Beste, die du seit 20 Jahren hattest, aber du kennst dich, binde dich nicht zu eng - Bauch sagt, ich fühle mich wohl und liebe es, von ihr gekrault zu werden - Penis richtet sich zu voller Grösse auf. Also kommt LAT dabei heraus - und alle sind zufrieden. So sollte es sein. Kein Sieger. Kein Verlierer.
     
  11. Herz und Verstand sind gleich wichtig.

    Das Herz, das Bauchgefühl sind wankelmütig. Jeder Alkoholiker wird dir sagen, dass sein Bauchgefühl klar nach mehr Alkohol ruft. Jeder Sektenanhänger und religiöse, politische usw. Extremist handelt nach seinem Bauchgefühl und ist für objektive Tatsachen nicht mehr zugänglich. So negative Folgen kann das Bauchgefühl haben.

    Menschen, die immer wieder in die selbe negative Beziehungsdynamik stolpern, können diese negative Dynamik mit dem Kopf wahrscheinlich erfassen, das Bauchgefühl veranlasst sie aber dazu immer wieder, den selbe Fehler zu machen.
    Heiratsschwindler und Lovescaming funktionieren, weil sich die Opfer viel auf das Gefühl verlassen.

    Die Personalerin, die offenherzig mitteilt, sie achtet nicht auf Fakten sondern geht bei ihren Entscheidungen nach Gefühl, auch wenn sie die Entscheidung objektiv durch Fakten nicht stützen kann, beschreibt damit einen Hauptgrund für mangelnde Diversität und Diskriminierung in unserer Arbeitswelt. Schöner und besser fühlt sich für den Mensch an, was er kennt, was ihm ähnelt.

    Also ich vertrete ganz klar die Kopf/Verstand-Fraktion. Der Mensch ist träge. Der Mensch verändert sich normalerweise nicht. Wie sich der Mensch in der Vergangenheit verhalten hat, wird er sich auch künftig verhalten. Aus den Fakten prognostiziere ich die Zukunft.

    Manchmal kann man allerdings eine bestimmte unsympathische Eigenart des Menschen nicht benennen. Das Bauchgefühl rät von einem weiteren bzw. intensiveren Kontakt ab. Man fühlt sich unwohl, aber es handelt sich nur um ein diffuses Gefühl.
    Meist fällt mir erst später eine Bezeichnung für das unsympathische Verhalten ein.
     
  12. Was für ein schöner Beitrag. Ein tolles Thema finde ich. Bauchgefühl und Intuition sind für mich sehr sehr gute und sinnvolle Ratgeber, die ich instinktiv nutze. Ich muß viele Entscheidungen treffen, bei denen es mir sehr darauf ankommt, dass sie passen. Ich muss Menschen und Tiere einschätzen, denn ich vermittle herrenlose Katzen in (hoffentlich) gute Hände und wünsche mir, dass Katze und Mensch miteinander glücklich werden. Dafür brauche ich viel Instinkt und kann nicht alles mit dem Verstand abdecken.

    Wenn ich Mails von Interessenten bekomme, dann kann ich schon viel rausspüren. Dann telefoniere ich mit den Leuten, meist verstärkt sich das Gefühl dann noch. Spätestens beim persönlichen Kennenlernen habe ich ein endgültiges inneres Gefühl, dem ich auch folge.

    Wenn mein Bauch rebelliert, ohne dass mein Verstand eine Begründung findet, dann höre ich auf den Bauch. Immer dann, egal in welchem Lebensbereich, wenn ich den Bauch ignoriert habe, war es Mist. Es muß sich rundum gut anfühlen, dann ist es eine gute Entscheidung. Ganz schlimm ist es, wenn mein Kopf anfängt mit dem Bauch zu diskutieren und das schlechte Gefühl gutreden möchte. Kann man schlichtweg vergessen.

    Als ich im Tanzkurs das erste Mal mit meinem jetzigen Partner tanzte wusste ich SOFORT, dass er ein anständiger Mann ist und dass er es sein könnte. Nach unserem ersten Date ausserhalb der Tanzschule habe ich zu meiner Kollegin gesagt: "der ist es". Das hat mein Bauch gesagt. Es war einfach so klar. So einfach. So logisch. Und immer und immer wieder findet mein Kopf das Bauchgefühl bestätigt.

    Mein Vater war der Ansicht, dass das mit dem Bauchgefühl Nonsens ist. Dann hat er vermietet und hatte dann auch gleich einen wirklich blöden Mieter. Als ich den einmal gesehen habe, gingen meine sämtlichen Antennen auf Alarm. Aber begründen konnte ich das damals noch nicht. Und er fand meine Einschätzung blöd, weil sie instinktiv getroffen worden ist.

    Die letzte Entscheidung, die ich entgegen meinem Bauch getroffen habe war wirklich Mist. Es ging darum, ob in unserer WEG eine Dame die Hausreinigung übernehmen sollte. Ich hatte regelrecht Bauchweh. Und leider hat es sich bestätigt, dass wir sie besser nicht angestellt hätten.

    Und so nutze ich meinen Instinkt sehr intensiv und trainiere ihn sogar. Er ist ein wunderbares Instrument für den Alltag, ein wunderbares Hilfsmittel bei großen und kleinen Entscheidungen.
     
  13. Danke, das ist perfekt ausgedrückt!

    Ich versuche auch, auf mein Bauchgefühl zu hören, jedoch nie, ohne mit dem Verstand zu prüfen, warum mein Gefühl das sagt. Aus genau diesen Gründen. Eine gute Entscheidung sollte meines Erachtens immer aus beiden Faktoren bestehen. Nur Bauchgefühl kann sehr verheerend sein. Auch, weil das Gefühl häufig auch für den leichteren Weg stimmt. Beispiel: Mit 16 war ich ein Jahr den USA und hatte dort anfangs große Probleme mit meiner Gastfamilie. Ich hatte dann solches Heimweh, dass mein Bauchgefühl mich sofort nach Hause befördert hätte. Ich bin jedoch geblieben und habe die Probleme dort ausdiskutiert und war danach absolut glücklich die übrige Zeit.
    Gleiches in Beziehungen: Hat man das Bauchgefühl, dass der Partner fremdgeht, kann das stimmen. Oder aber, man hat Verlustängste oder schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit. Da ist es schwer, die Wahrheit rauszufinden, aber man sollte sich nicht nur auf das Bauchgefühl verlassen.

    w, 34
     
  14. Interessante Frage. Bei mir ist es mit zunehmendem Alter so, dass ich bereits gemachte Erfahrungen mit dem Kopf entscheide und neue Hauptsächlich mit dem Kopf entscheide, da persönlich keine Erfahrungswerte vorhanden sind. Kann ich eine Logik erkennen, entscheidet sowieso mein Bauchgefühl letztendlich ob ich was mache oder es sein lasse. Also Beruflich versuche ich mit Mathematik eine Entscheidung zu treffen und wäge Klassisch Pro und Kontra ab.Ergibt sich eine Waage kommt der Bauch ins Spiel.
    Privat bin ich dann eher ein Bauchmensch und lasse mich gerne von Eindrücken welche ich sammeln kann etwas leiten. Nätürlich solange mir der Kopf nicht direkt die Rote Karte zeigt.
    Ja das ist glaube ich schon ein Interessantes Spiel was unser Seelchen mit uns treibt. Aber ich denke die Schwarz/Weiß Einstellung gibt es bei keinem Menschen Grundsätzlich, da wir beides nicht wirklich beeinflussen können. Wir können dem Hirn nicht vorschreiben nicht zu denken und dem Bauch nicht zu schmerzen. Von daher ist die Gesunde Mischung doch prima für jede/n.

    Da bin ich bei dir.
    Aber dann gibt es auch die Menschen, die jeden Furz bis ins kleinste Detail "zerdenken".
    Und wundern sich dann, wenn sie nicht aus dem Quarck kommen, einiges verpasst haben, oder keinen Schritt weiter kommen und sich fragen warum das so ist. Die einfach dadurch einen Schritt nach vorne machen und immer zwei zurück.
    Ich nenne diese Menschen: "Na ja" und "aber" Menschen. Immer irgendwie unentschlossen, wenig bis gar nicht spontan.

    m47
     
    • # 13
    • 28.05.2018
    • void
    Das Problem seh ich darin, das erstmal zu lernen. Wie Du schon schreibst, es wird einem von klein auf alles eingetrichtert, und wenn man Pech hat, wird dabei GAR NICHT drauf geachtet, dass das Kind auch seinen Gefühlen nachgehen muss, es gilt immer nur, die Erwartungen Erwachsener zu befriedigen. Deswegen hat das Kind viel weniger Rechte, deswegen glaubt man dem Kind nicht, wenn ein Erwachsener seine Lügen vertuschen will usw..

    Kommt natürlich auch noch auf den Typ Mensch an, also ob er selbst so gestrickt ist, dass er mit der Verstandeswelt besser klarkommt, oder ob er irgendwann rebelliert.

    Ich finde es schwierig, Bauchgefühl zu unterscheiden von Ängsten, die einen steuern. Das gibt es ja auch, dass die innere Warnung nur eine Panikmache ist. Ich hab dann extra irgendwas doch getan, um mir zu beweisen, dass es Panikmache war. (und das stimmte auch)

    Wenn es um Gefühle geht, die ich gegenüber anderen Menschen habe - darauf kann ich mich verlassen. Also zumindest wenn mir die Lebenserfahrung so einen schon mal beschert hat, erkenne ich das wieder und weiß, wenn es nichts Gutes ist. Und ich erkenne besser als früher, wenn ich mir über irgendwas Illusionen mache, die aber erstmal wichtig waren, um überhaupt einen mutigeren Weg einzuschlagen, ohne Sicherheiten zu haben.

    Es gibt Menschen, die suchen unbewusst das Scheitern, um zu lernen. Hoffen werden sie auf Erfolg, aber eigentlich sucht was in ihnen eine Erfahrung, die sie weiterbringt bei der Reife.
    Wenn man sich selbst nicht leiden kann und unterbewusst meint, man verdiene keine Liebe, sucht man sich ja auch nicht den Partner, der einen besonders liebt, sondern welche, bei denen man sich beweisen will und die einen doch nicht das geben, was einen Erfolg fühlen lässt.
    Auch gibt es Leute, für die allgemein gilt: Wenn es einfach war, ist es nichts. Die ganzen Karrieretypen, die sich kaputt machen und mit Burnout erstmal lernen müssen, dass Leben auch bzw. erst überhaupt ohne Erfolgsucht geht, z.B.. Die lernen dann auch gleich, dass ein echtes Selbstwertgefühl nicht von Leistung abhängt.

    Das sind so Denkmuster, die man erstmal hinter sich lassen muss, um sein Bauchgefühl wieder wahrzunehmen. Wenn man dauernd andere Prioritäten setzt als z.B. den Partner oder die Beziehung, kann es gut sein, dass man alle Zeichen übersieht, die das Bauchgefühl alarmieren müssten, dass der andere sich aus der Beziehung entfernt.
    Würde ich verneinen bislang. Ich hab es immer nur überhört, wenn Mist passiert ist.
     
  15. Dies ist eine völlig falsche Einschätzung meiner Person, selbstverständlich hinterfrage und reflektiere ich auf sehr hohem Niveau, dies hat vielmehr mit Bewusstheit zu tun!
    Ich beschäftige mich schon lange Zeit mit meinem inneren Kompass, mit meiner inneren Stimme, mit meinem Bauchgefühl, mit meiner Intuition, mit meinem Herzen, mit meinem Gefühl, ich habe viele Jahre gar nicht mehr hingehört (Kopfgebildet!) und bin leider zu oft den falschen Weg für mich gegangen. Ich habe lange gebraucht zu verstehen und mir zu vertrauen. Heute versuche ich bei allem auf meine innere Stimme zu hören und es klappt auch sehr gut.
    Wenn man ganz aus seinem Tritt gekommen ist, kann es eine ganz schöne Herausforderung sein, sich seiner inneren Stimme, dem Bauchgefühl wieder zu öffnen. Man darf wieder lernen bei sich anzukommen.
    Die innere Stimme ist in unserer sehr lauten Welt ganz leise, sodass man genötigt ist, nach innen lauschen zu lernen. Man lauscht nur dem, was man in sich fühlt und hört. Dazu gehören das Loslassen und die Geduld, wer beherrscht das schon?
    Und ich weiß, das gerade in unserer schnelllebigen Zeit das Loslassen und die Geduld, eine ganz schön harte Prüfung sein kann. Denn man trägt immer das Gefühl in sich, etwas zu verpassen, wenn nicht alles schnell genug läuft und wenn man nicht überall dabei ist! Mein Tipp: Entdecke Deine innere Stimme neu und habe viel Spaß daran!
     
  16. Ich habe mir diese Frage auch sehr oft gestellt. Was ist eigentlich ein Bauchgefühl? Ist es nicht sehr oft nur Angst, was wir als Bauchgefühl wahrnehmen? Mein Bauchgefühl sagte mir sehr oft mach es nicht, weil ich sehr oft Angst hatte aber ich habe es dennoch durchgezogen, weil ich Chancen gesehen habe. Irgendwie haben Kopf und Bauch bei mir eine Verbindung zu einander und so haben ich sehr oft keinen definitiven "Go" von meinem Bauch bekommen. Eher sehr oft war es so, dass die Gefühle sehr durchmischt waren zwischen, ich habe Angst aber ich will es verdammt noch mal machen, koste was es wolle. Ich war immer Risikofreudig und Abenteuerlustig. Es hält mich lebendig und gibt mir Kraft. Eine Kopfgesteuerte Maschine wollte ich niemals sein.
     
  17. Lieber Master,du stellst immer wieder interessante Fragen ein,was mir aber auffällt- du liegst oft richtig ,zweifelst aber doch irgendwie.Du beantwortest deine Fragen schon selber- mangelndes Selbstwertgefühl usw.Aber du glaubst doch nicht so richtig daran.Als ob du Bestätigung brauchst, dass dein Bauchgefühl richtig entscheidet. Nur kleine Anmerkung von mir.
    Grundsätzlich geht es mir so wie dir-die meisten Entscheidungen treffen ich aus der inneren Stimme heraus. Fehlentscheidungen waren es,wenn ich nicht darauf vertraut habe. Da mein Verstand oft übergross ist,zerdenke ich alles und sehe nur Gefahren. Ich habe schon mal gescherzt,ich wäre perfekter Versicherungsvertreter, da mir viele Kleinigkeiten einfallen,was noch alles passieren kann.
    Warum die Menschen der Intuition nicht vertrauen?Ganz einfach-die basiert auf Gefühl und Empfindungen. Das deutsche Volk ist nicht besonders gefühlsbetont und hat Probleme, sowohl gefühle wahrzunehmen als auch sie auszudrücken. Die Besonderheit, ausgesprochen kopflastig zu sein ist zwar sehr hilfreich,wo der Kopf gebraucht wird- in der Wissenschaft und Industrie,aber was das Zusammensein betrifft,da scheitern die meisten Menschen kläglich. Dazu kommt, dass innere Stimme leise ist und Stille bedarf. Wenn man von einem Termin zum anderen hetzt, erfolgreichen Lifestyle betreibt - tolle Freunde,tolle Hobbys,tolle Sportarten, unzählige Vereine oder selbstauferlegte Pflichten-da bleibt die Ruhe auf der Strecke. Und wie du weißt- um inneren Stimme zu vertrauen,muss man sich selber vertrauen.Viele haben aber dieses Selbstvertrauen nicht und werden es nicht haben,weil sie in dem destruktiven Umfeld leben.
    Dazu kommt, dass viele Intuition mit Wunschdenken und Egotripp verwechseln. Der Unterschied ist nicht immer zu merken,deswegen gibt es auch Stimmen-" ich bin mit Bauchentscheidung auf die Nase gefallen". Die echte Bauchentscheidung fühlt sich "richtig" an. Auch wenn man gewisse Nachteile dabei bekommt oder auf Unverständnis stösst. Man weiss einfach,dass man nicht anders entscheiden kann/ will.
     
  18. Hi,

    schwierig. Ich glaube schon dass das Bauchgefuehl beachtet werden soll.

    Nun ist allerdings aus der Psychologie bekannt, dass wir uns erstmal am wohlsten fühlen mit dem was uns von klein auf bekannt ist.

    Ich habe zB beruflich sehr viele Frauen kennengelernt, die einen Elternteil hatten, der Alkoholiker;in war. Und die sich alle später wieder! einen suchtkranken Menschen als Partner gesucht haben. Liebe auf den ersten Blick! Blitz eingeschlagen! Etc. Ebenso wie in Fachkreisen bekannt ist dass sexuell missbrauchte Mädchen sich später auffällig oft wieder! jemand mit sexueller Störung ins Haus holen.

    Beim Thema Bauchgefuehl ist also die Biographie und Bewusstheit über eigene Wunden wichtig.

    Dann kann es bestimmt weiterhelfen.
    Ich persönlich versuche Kopf und Bauch in Einklang zu bringen.
    Das geht über Langsamkeit. Hab ich ein schlechtes Gefühl trete ich einen Schritt zurück, werde vorsichtig und sammle Fakten. Ohne gleich alles hinzuschmeissen.
    Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen.

    Das funktioniert ganz gut, braucht hält Geduld.
     
  19. Ich kann Dir zu 100 Prozent zustimmen. Mein Bauchgefühl hat mich noch nie getäuscht .... Und ich lag immer richtig. Das macht natürlich auch die Lebenserfahrung und das Feingespür für sein gegenüber. Wie sich derjenige verhält usw ...
     
  20. Meine Anmerkung dazu, ich werde hier vollkommen falsch eingeschätzt, ich habe ein sehr hohes Maß an Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen Selbstwertgefühl, Selbstwert und ich zweifle keineswegs was meine Persönlichkeit, mit den umfangreichen selbst erlebten Erfahrungen und Erkenntnissen betrifft, ich bin mir für mich so sicher, wie das Wasser seinen eigenen Weg sucht, möchte ganz bewusst bestimmte Gedanken anschneiden und dann wieder offen lassen! Mach dir also keine negativen Gedanken um mich, es ist alles gut, ich besitze eine gesunde Selbstliebe und ein gutes Selbstvertrauen!
     
    • # 20
    • 28.05.2018
    • Nice
    Mir geht es so, dass ich zum einen keinen Unterschied zwischen "Bauchgefühl" und "Gefühl" feststellen kann, weder intellektuell noch gefühlsmäßig. Warum redet man von "Bauchgefühl"? M.E. um dem Gefühl etwas mehr Bedeutung zu verleihen, weil man weiß, dass das Gefühl täuschen kann.
    Das Bauchgefühl kann genauso täuschen.

    Zum zweiten geht es um die Frage, die mit dem Sprichwort "Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln." angerissen wird bzw. diesem hier:
    Es geht um die Wechselwirkung zwischen Intuition und Verstand. Je mehr Informationen vorliegen, desto besser kann man sich auf die Intuition verlassen. Bspw. wenn man einen Urlaub buchen möchte.

    Und drittens ist jede Persönlichkeit anders was die Entscheidungsfindung angeht. Eine allgemein richtige Aussage darüber, ob der erste Eindruck, die Intuition oder das längere Nachdenken zielführender sind, kann man nicht treffen, weil die Persönlichkeiten eben unterschiedlich sind: Ein eher "draufgängerischer" Typ sollte eher seinen Verstand einschalten und ein eher "verkopfter" Typ eher mal auf sein Herz hören.

    Und das "Bauchgefühl" ist deiner Meinung nach frei von der Eintrichterung durch die Muttermilch bzw. der Sozialisation durch die Familie? M.E. nicht bzw. ich glaube es ist schwer einzuschätzen was du meinst ohne konkrete Beispiele. Geht´s z.B. um die Teilnahme am CSD oder um eine Auswanderung?

    In der Psychologie ist es m.E. common sense, dass das eigene Gefühl bei den meisten Leuten eher zu mehr Vorsicht rät, als objektiv angemessen wäre. Risiken werden über- und Chancen unterbewertet. Das Gefühl also eher zur Angst neigt etwas falsch zu machen, das Gesicht zu verlieren, in der Gruppe an Ansehen zu verlieren etc. bzw. in der eigenen Comfort-Zone und moralisch integer zu bleiben.
     
  21. Ergänzend möchte ich noch anmerken, dass mein Bauchgefühl am besten ist, wenn es eine Situation ist, in der ich neutral bin, in der ich weder von falschen Erwartungen, Ängsten oder eigenen Problematiken beeinflusst bin. Wenn ich selbst aufgewühlt bin, dann können meine negativen Emotionen den Bauch überlagern und zum Schluss weiß ich gar nicht mehr, was das schlechte Gefühl in mir letztendlich verursacht. Also eine sehr sensible Sache mit dem Bauchgefühl.
     
  22. Sehr guter Thread!

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: in meiner Kindheit / Jugend lag ich mit dem Bauchgefühl oder der ersten Einschätzung bzgl anderen Menschen häufig falsch. Ich würde diese Zeit als Lernphase bezeichen, ist ja auch logisch. In dieser Zeit lernt man Sozialverhalten und interagiert mit einer Vielzahl von Menschen, der Erfahrungsschatz baut sich auf.

    Im Laufe der Zeit, lassen wir es ab den Zwanzigern sein, kann ich rückblickend sagen, dass mein Bauchgefühl zu >95% gepasst hat. Interessanterweise gab es zwei, drei Fälle, wo mein Bauchgefühl anfangs auf "passt nicht" geschaltet hat, ich aber durch vermeintliche Vernunft und Nachdenken dachte, dass es sich um eine "gute" Person handelt.

    Insofern ist es elementar wichtig, in jungen Jahren sehr aktiv zu sein, um sich den Erfahrungsschatz aufzubauen, aus dem sich künftig das Unterbewusstsein bedienen kann. Hilfreich ist, wenn man als Kind / Jugendlicher in Sportvereinen unterwegs ist, wo ein Querschnitt der Bevölkerung vertreten ist. Auch die Wehrpflicht sehe ich als interessante Zeit an (wenngleich die durchgeführten Tätigkeit meist sinnbefreit waren;-) ).

    Wenn ich jetzt einen neuen Mensch kennenlerne, kann ich ihn/sie sehr schnell einschätzen.

    m, 39
     
  23. Ich mache diesen Unterschied zwischen „Kopf und Bauchgefühl“ gar nicht erst auf, weil es für mich keinen Sinn macht.

    Oder vielleicht würde ich es nicht so nennen. Ich persönlich bin ein Mensch, der schon von klein auf sehr auf sich und seine eigenen Emotionen und Bedürfnisse geachtet hat, und auch in jungen Jahren schon wusste, was mir gut tut und was nicht. Danach habe ich immer gelebt und meine Entscheidungen getroffen, bisher bin ich damit gut gefahren. Das liegt aber auch daran, dass ich mich vom Scheitern grundsätzlich nicht entmutigen lasse und dass ich auch bei Fehlentscheidungen die Konsequenzen trage und weiß, dass ich mir bestimmte Suppen selber eingebrockt habe. Und weil ich die Erfahrung habe, dass das Leben selbst in der größten Not immer weiter geht. Ich kann mich gut auf mich selbst verlassen, konnte schon immer gut auf mich aufpassen und vertraue meinem Urteilsvermögen sehr. Was nicht heißt, dass ich unfehlbar bin, aber hey, so what? Wenn man einmal gegen eine Wand gelaufen ist, dann geht man einfach einen anderen Weg. Und verhält sich ein bisschen strategischer, man lernt ja auch aus Fehlern. Ist für mich ganz normal.

    Ich würde diese Trennung Kopf/ Bauch gar nicht so aufmachen, aber für mich gibt es Entscheidungen, die eher emotionaler oder eher rationaler Natur sind. Und obwohl ich selbst - wie jeder Mensch - wahrscheinlich recht häufig emotionale Entscheidungen treffe, bevorzuge ich eher das Rationale.

    Ich kann jeden Tag Beobachtungen an anderen Menschen oder auch an mir selbst machen, wo eben Entscheidungen getroffen wurden, bei denen man sich als Außenstehender oder Betroffener sagt „mensch, hättest du mal mehr deinen Kopf eingeschaltet, dann wärest du niemals in diese Situation hier gekommen“.

    Ich habe noch niemals gedacht: „mensch, hättest du mal mehr auf deinen Bauch gehört“.

    Ich mag emotionale Entscheidungen eher nicht, da sie meistens affektiv sind.
     
  24. Wenn mur jemand was von "inneren Stimmen" erzählt, schaue ich im ICD-10 nach den F-Diagnosen bzw. im DSM-5 um mein Gegenüber besser einschätzen und meinen Distanzwunsch definieren zu können.

    In erster Linie vertraue ich meinem Verstand - hat sich statistisch bewährt und ich bin bekanntermaßen in emotionalen Dingen risikoscheu.
    Die wenigen Male, bei denen ich meinen Verstand geknebelt habe, habe ich es immer bereuen müssen - kam nichts Gutes bei raus.

    - Sagt mein Verstand "Nein" (bekannte Inkompatibilitäten)und das Bauchgefühl "ja" (was für ein toller Typ) dann gewinnt der Verstand/Erfahrung und ich wähle "Nein".
    - Wenn mein Verstand "Ja" (passt gut) sagt und mein Bauchgefühl sagt "Nein" (irgendwas stimmt nicht, obwohl formal alles ok ist) dann gehe ich auf Nummer sicher und wähle "Nein". Dann geht nur Freundschaft statt Beziehung.
    - sagen Verstand und Bauchgefühl "ja", dann ist das "verliebt" mit guten Aussichten.
     
  25. Interessante Frage! Gerade dieses "wenn alle anderen Leute aus der Umgebung gegen einen sind" hat mir früher oft zu schaffen gemacht und ich habe mich lieber gefügt, als andere Leute mit meinen Ideen und Vorstellungen zu verärgern. Letztendlich ärgere ich mich heute selber über mich.

    Heute habe ich mich daraus gelöst und mache einfach, was für mich richtig ist. Das ist nicht leicht, aber die schlimmsten Fehlentscheidungen habe ich tatsächlich deswegen getroffen, weil ich zu oft (eigentlich immer) auf andere gehört habe. Sei es mit dem Partner, dem Beruf oder bei den eigenen Hobbys. Ich hab eine sehr strenge Erziehung genossen, sehr strenge Partner gehabt und noch schlimmere Freunde. Dagegen bin ich oft nicht angekommen und musste mich fügen, weil sonst von allen Seiten wirklich vernichtende Worte fielen.


    Ob du es glaubst oder nicht, ich habe eine sehr lange Therapie deswegen gemacht! Ich habe die Aufgabenstellung bekommen, jeden Tag 20 Sätze oder manchmal auch 100 zu schreiben, was sich für mich richtig anfühlt und dann danach zu handeln.
    Das ganze musste ich jeden Morgen nach dem Aufstehen machen, etwa 6 Monate lang durchgehend. Danach hatte ich mir ein neues Mind-Set aufgebaut, wo ich besser auf mich hören konnte.
    Wie gesagt, ein langer, sehr bitterer Weg und ich rang oft mit den Tränen dabei, weil es nicht leicht war.

    Heute ist es ähnlich wie bei dir, vielleicht nicht ganz so krass, aber mein Weg heißt: Ich ziehe durch, was ich mir vornehme und höre auf mein Bauchgefühl. Aber mir tut es auch weh, dass ich deswegen anderen auf den Schlips treten muss, die gewohnt sind, ihre Vorstellungen auf mich aufzudrücken.

    Nein, bin ich nie. Zwar war ich nicht mit alle Entscheidungen und Wahrnehmungen Jahre später noch glücklich gewesen, aber ich konnte die Verantwortung ganz alleine auf mich schieben, das als Lernphase sehen und es nächstes Mal besser machen. Schlimmer ist, auf andere zu hören, und sich dann wegen anderen zu ärgern.
     
  26. dem Post von @Moona kann ich voll udn ganz zustimmen. Wir sind teilweise von Ängsten beherrscht und daher ist es schwierig zu deuten, ob es jetzt das Bauchgefühl ist oder der Verstand, der sich einschaltet.

    Wenn man loslässt, dann wird man irgendwann nur noch auf sein eigenen Gefühl hören und dem vertrauen. Des geht nicht von jetzt auf gleich.
     
  27. Moin,

    ich gebe zu bedenken, dass vieles Übel auf Affekten, emotionaler Manipulation, Vorurteilen, eingespielten Verhaltensmustern, mangelnder Reflexion, Bildungsferne, Trägheit des Geistes usw beruht. Alles Erscheinungen, die nur durch ein Übergewicht des Bauchgefühls erklärbar sind.

    Insofern bin ich sehr vorsichtig, wenn Spontaneität, Charisma etc gepriesen werden. Allerdings bin ich offenbar über die Jahre so sehr kopfgesteuert geworden, dass dieser eine ganz effektive Kooperation mit meinem Bauch eingegangen ist, und ich bei meiner Einschätzung von Menschen sehr selten daneben liege.

    manchmal
     
  28. Da dich hier neimand kennt,wirst geschätzt aufgrund dessen,was du schreibst.Mag sein, dass du anders bist,aber so kommst du eben rüber. Ein selbstbewusster Mensch lässt anderen ihre Meinung, denkt über gesagte nach,ob es stimmen könnte.Du scheinst oft eingeschnappt zu sein und sehr,sehr rigoros.Das hat den einzigen Grund,du bist nach aussen selbstbewusst,aber tief innen triggert es gewaltig.
    Mit meinem Post wollte ich dich weder angreifen noch anzweifeln,ich habe angesprochen,was mir seit langer Zeit auffällt. Wenn ICH selbstbewusst bin,dann ist mir egal,was andere meinen und wenn die ganze Welt gegen mich ist. Ich nehme andere Meinung lediglich als Info zum Nachdenken und wenn jemand ein falsches Bild von mir hat, dann denke ich nach, warum das so ist.
    Mit meinem Post habe ich zum Ausdruck bringen wollen,dass solcher selbstbewusster Mensch mit genug Selbstwertgefühl und auch reichlicher Erfahrung und wie du selber schreibst,sehr guter Beobachtungsgabe- der braucht solche Fragen, die du immer wieder einstellst, eigentlich nicht. Solcher Mensch kennt doch schon die Antworten. Dein Selbtsbild und deine Fragen ergeben für mich ein Widerspruch.
     
  29. Ich bekomme das gar nicht immer so schnell auseinander dividiert.
    Meine Synapsen vermischen, Gefühl und Verstand oft und ich erlebe sozusagen eine Mischemotion.

    Man hat ja "gelernt " und das nicht nur positiv. Hat man zb als Kind nach reinem Bauchgefühl gehandelt, wurde einem beigebracht, dass die Emotion nicht gut ist. Angst im Keller, Frust im Supermarkt usw....

    Mir wurde zb immer gesagt ich sei zu empfindlich... Somit stellt mein Verstand mein Bauchgefühl in Bruchteilen von Sekunden in Frage und das reine Bauchgefühl zu erkennen fällt mir oft schwer.
     

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