1. Wie verliebt(et) ihr euch?

    Hallo, liebe Mitschreiber und -schreiberinnen,

    in einem anderen Thread las ich gerade die Aussage:
    Frauen verlieben sich durch Sex (wenn er gut ist) und Männer durch die Aussicht auf Sex.

    Was denkt ihr darüber?

    Ich selbst habe mich auch ohne Sex schon verliebt und mich auch durch die Aussicht auf Sex schon verliebt (wenn ich dachte, er wird toll, weil der Mann vorher schon sehr anziehendes Verhalten zeigte in Richtung Einfühlsamkeit z.B.).
    Männer haben sich auch schon in mich verliebt, ohne dass ich Sex mit ihnen hatte.

    Wie verlieben sich Männer und Frauen eurer Ansicht nach? Gibt es überhaupt Aussagen, die man auf die Geschlechter bezogen treffen kann?

    Vielen Dank schon mal für eure Beiträge.
     
  2. Liebe @void , eine interessante (Weihnachts)frage. Ich kann nur sagen, wie ich mich verliebe. Bei mir zählt der längere Dialog, egal ob schriftlich, dann aber nicht zu lange. Den Ausschlag gibt die persönliche Unterhaltung. Die Themen, die Tatsache, dass ich spüre, da ist ein Mann, der hört mir zu, ist interessiert. Dann ist es die Stimme und dann der ganze Mensch. So habe ich mich zuletzt verliebt. Du weißt, diese Fernbeziehung. Ich hatte auch nur ein Bild von ihm.
    Was mir wirklich imponierte war, dass er sich, trotz eines eher kurzen Wochenenendes in den Zug gesetzt hatte, und zu mir nach Berlin kam. Er hatte sich gesagt, sie möchte ich ganz schnell kennenlernen. Er kam aus Freiburg und war mit dem Nachtzug etwa 10 Std. unterwegs. Das fand ich umwerfend.
     
  3. Gute Frage!
    Ich denke das Verlieben ein Zustand ist, der durch das Unterbewusstsein erzeugt wird. Also nicht steuerbar ist. Guter Sex ist aus meiner Sicht nur ein Beschleuniger ist das vorher vorhandene verliebt sein zu vertiefen, quasi zu vertiefen. Das Gefühl an sich, stärker zu machen. Für mich als Mann und für den Teil den ich beurteilen kann ist die Aussicht auf Sex kein Grund mich zu verlieben. Zumal die reine Aussicht drauf nichts über Qualität und Zukunft aussagt. Zudem gehören auch dazu Zwei. Nur weil ich den Sex als gut und erfüllend betrachte, muss dass die Frau ja nicht genauso sehen. Andersherum natürlich auch nicht.

    Für mich persönlich steht es als erwiesen Fest, dass eine Frau wesentlich mehr Parameter scant um sich zu verleiben (verlieben zu können) als es ein Mann tut. Selbst wenn es auch hier Unterscheide gibt. Ich glaube, das ich eine Frau anders betrachte mit vollkommen anderen Ansätzen als die Mehrzahl der Männer. Jedenfalls lese ich das aus Gesprächen mit Freunden heraus. Auch im Gespräch mit Frauen finden diese meist an sich selbst nicht das begehrenswert, was gerade mich besonders anspricht.

    m55
     
  4. Also ich habe mich noch nie durch Sex verliebt. Ich kann Sex haben ohne verliebt zu sein und auch ohne mich zwangsläufig dadurch zu verlieben. Auch kann ich mich verlieben, ohne Sex zu haben.

    Eigentlich verliebe ich mich in die Art eines Mannes, ich glaube sogar in das Unperfekte, in kleine Schwächen oder in etwas in seiner Art, was ihn von mir total unterscheidet.
    Einmal war das zB. seine offen gezeigten Gefühle ohne sich Gedanken zu machen, was andere davon halten. Das fand ich auch irgendwie mutig.

    Und ich verliebte mich, wenn der Mann irgendein in diesem Moment bestehendes tiefes Bedürfnis erfüllte und mir bestehende Selbstzweifel nahm.


    Ich denke auch bei Männern hat das Verlieben nicht unbedingt was mit Sex oder der Aussicht darauf zu tun.

    Es ist eher die emotionale Unabhängigkeit, die einen gewissen Jagdinstinkt kitzelt.

    Ich beobachte gern Menschen. Und mir ist aufgefallen, dass Männer als auch Frauen am meisten liebten, wenn der Partner ein kleines Stückchen emotional unerreichbar blieb, man sich seiner Sache nie 100% sicher war.
     
  5. Klar Frauen sind von ihrer Konditionierung als Frau extrem anders als Männer! Frauen wollen erst nach Äußeren Dingen abchecken, Größe, Optik, Beruf, Status, etc. sie verlieben sich erst in solche Dinge, dann erst wenn das gefällt und der Sex gut ist, in den Mann! Der Mann ist da ganz anders, ihn interessieren ausschließlich Optik, Figur etc. und niedliches, weibliches Verhalten, den Sex nimmt er immer gerne mit, gefällt ihm das Verhalten (Dominanz!) der Frau nicht bzw. nicht mehr, geht er weiter zur Nächste!
     
  6. hallo liebe Void,

    da dass ja mein Zitat war, sag ich mal was dazu, übrigens kommt es von ner Freundin, die Therapeutin ist. Als erstes denk ich man kann sowas natürlich nicht verallgemeinern.

    Aber ich gehöre leider zu den Frauen die sich durch Sex verlieben (auch bei ONS passiert). Auch da kann man aber fragen, ist es dann echtes Verlieben, oder eine Hormonexplosion, die mich umhaut? Vermutlich letzteres, aber ich kann schon sagen, dass ich in meinen festen Beziehungen (hatte viele, aber nicht so lange, aber viele 1 Jahres Beziehungen, mal sehen wie lang es mit mit meinem jetzigen Freund hält--) immer durch den sehr guten Sex mich gebunden habe an den Mann. Klar, es wird Oxytocin ausgeschüttet, das bindet, beim Mann passiert glaube ich was leicht anderes, da kenn ich mich nicht gut genug aus.

    Für mich ist guter Sex aber auch sehr "verkopft", also der Mann muss mich zum Lachen bringen und ich muss einfach sehr gut mit ihm reden können, auch beim Sex usw. So hab ich mich auch schon in Männer verliebt, die gar nicht mein Typ und gar nicht so "schön" waren, aber es war einfach intellektuell und sexuell fantastisch. Dann verliebe ich mich (oft). Mein Freund ist nicht so intellektuell, aber sehr spirituell, das ist ne gute Basis, und er ist einfach sehr herzlich, das ist mir eigentlich das wichtigste.

    Oh je, über das Thema könnte man Romane schreiben, merk ich grad, da kommen ja auch noch zig andere Aspekte hinzu, was hat man für nen Bindungsstil, sicher, oder unsicher etc. und wie wurde man in der Kindheit geprägt? Denn wir versuchen doch oft, das Schlechte aus der Kindheit zu einem guten Ende zu bringen, und verlieben uns dann Hals über Kopf in genau die falschen Kandidaten...(zum Glück, sonst hätten die Therapeuten viel weniger Arbeit)

    w35
     
  7. Durch Sex verliebt sich keiner. Aber Sex führt zur Ausschüttung von Bindungshormonen und das kann Verliebtheit fördern/stärken.

    Da Frauen hinsichtlich der Bereitwilligkeit zum Sex oft zurückhaltender als Männer sind und sich oft erst in Verliebtheit hingeben kann man(n) aber den falschen Eindruck haben, dass sich viele Frauen durch Sex verlieben.

    Ich bin mir nicht sicher ob ich mich verlieben kann oder nicht. Ich entscheide mich eher rational für einen Bindungswunsch und bin dann enttäuscht nicht wenn ich sofort abgelehnt werde sondern wenn sich die Voraussetzungen für diesen Bindungswunsch als irreal herausstellen.

    Das vom @INSPIRATIONMASTER gepriesene richtige Bauchgefühl ist bei mir wahrscheinlich unterentwickelt weil ich mangels vergleichbarer quantitativer Beziehungsanbahnungserfahrung nicht wie er entsprechend viel lernen konnte.

    Wenn es dann so läuft ist eine weitere Hürde das gegenseitige Abstecken von Nähe- und Distanzbedarf.
     
  8. Ich glaube, es gibt durchaus Studien, dass Frauen sich beim Sex schneller verlieben, da dort Hormone ausgeschüttet werden usw. Der biochemische Hintergrund des Verliebens sollte also nicht ausgeklammert werden, wenn es auch nicht so romantisch ist.

    Aber ich habe mich bisher immer verliebt (was ja noch keine Liebe ist) wenn ich jemanden kennengelernt habe und die Gespräche und die Attraktivität (und wahrscheinlich tausend biologische unsichtbare Sachen) gepasst haben. Auch ohne Sex. Ich hatte automatisch Lust auf Sex, wenn ich verliebt war. Bisher ist es mir noch nie passiert, dass ich mit jemandem geschlafen habe und dann gemerkt habe, ich bin verliebt. Obwohl ich das manchmal hoffte, wenn derjenige an sich super war und Interesse an einer Beziehung hatte. Funktioniert bei mir aber irgendwie nicht.
    Im Übrigen war ich meist in Männer verliebt, die ich gar nicht so sehr attraktiv gefunden hätte vor den guten Gesprächen. Also, sie waren neutral. Beim Studium war ich in einen aus meinem Studienjahr so furchtbar unglücklich verliebt, den hatte ich überhaupt nicht wahrgenommen, bevor er mir vorgestellt wurde und ich mit ihm so gut reden konnte. Das ist mir häufiger passiert. Ich hab mich noch nie zu jemandem einfach hingezogen gefühlt, den ich nur gesehen habe, egal, wie gut der aussah. Das geht den meisten Männern sicher anders.
    Meine Ex-Freunde hatten sich auch alle in mich verliebt, bevor es Sex gab. Und keiner, nur weil er Sex mit mir hatte. Habe ich aber auch nie erwartet. Und einige Männer waren auch unglücklich in mich verliebt ganz ohne jede körperliche Komponente. Keine Ahnung, ob das da statistisch einen Unterschied gibt.

    w, 36
     
  9. Verlieben soll etwas mit Sex oder der Aussicht auf Sex zu tun haben? Also, bei mir nicht. Der Wunsch nach Zärtlichkeiten und Sex erwacht bei mir erst, wenn ich bereits verliebt bin.

    Stattdessen wird bei mir ein anderer Mechanismus wirksam, nämlich die Seelenverwandtschaft in einem gewissen Punkt. Das kann etwas ganz Triviales sein, die spürbare Begeisterung für einen Maler oder Komponisten, der mich ebenfalls fasziniert, zum Beispiel. Oder das Schwärmen von einem Urlaubsort, bei dem andere Frauen zuvor die Nase gerümpft und mich auf Granit haben beißen lassen. Genau in diesem Augenblick fange ich an, mich für das Gegenüber zu interessieren, und wenn ich dann noch weitere solcher Brennpunkte entdecke, nimmt das Verlieben seinen Lauf.
     
  10. Wenn ich merke, dass sie genauso auf mich steht, wie umgekehrt, dann verliebe ich mich. Sex spielt dabei keine Rolle. Ich war auch schon ohne Sex resp. vor dem ersten Sex verliebt.
     
  11. Mein Bauchgefühl war mein allerbester Lehrmeister, in allen zwischenmenschlichen Beziehungen in meinem ganzen Leben, mit unterschiedlichen Menschen weltweit.
    Emotional erwachsen werden und erwachsen sein, darum geht es, schaffen nur Wenige!
    Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns lieber in unserer Komfortzone aufhalten, gehen viel lieber den einfachsten und schon bekannten Weg des Widerstandes, anstatt unbekannte Gebiete erkunden zu wollen. Es gibt verschiedene Gründe, die einen Menschen ausmachen, ihn zurücknehmen, wenn es ausschließlich um ihn geht, er sich deshalb nicht besser kennen lernen möchte, dazu muss man sich innigst und immer mit sich selbst beschäftigen (Selbstreflektion!) und darf sich nicht ständig im Außen von sich ablenken lassen.
    Oft sind es folgende Gründe:
    nicht erfüllte Bedürfnisse in der Kindheit, daraus entstehen dann Bedürfnisübertreibungen auch und gerade als Sucht, Schuldgefühle haben, Angst alleine zu sein, ständig nach Neuem suchen, unzufrieden/unglücklich mit sich selbst sein, von anderen mehr erwarten als von sich zu geben, nur um ein paar Punkte zu nennen usw.usf.
     
  12. Ich habe mich immer zuerst in das »Verhalten« eines Mannes verliebt. Damit meine ich, dass für mich zählt, wie er sich den Menschen um sich herum - und natürlich auch mir gegenüber - verhält: aufmerksam, liebevoll, interessiert und nachfragend, verständnisvoll ... (wobei die Reihenfolge hier nicht zählt, aber das Gesamtverhalten).
    Als nächstes spielt seine allgemeine und soziale Intelligenz eine Rolle, dann folgt oft sein »Duft« und darauf aufbauend die Sexualität. Die haut mich dann endgültig um - oder killt alles wieder.

    Sein Äußeres lockte mich nie, das ist, bestenfalls, eine wundervolle Zugabe.

    Sex ohne all das war immer nur eine Momentaufnahme, die nicht anhielt.
     
  13. Hi,

    interessante Frage!

    Ich verliebe mich unabhängig von Sex. Ich war auch schon in Männer verliebt, mit denen es nie zu Sex kam. Und es waren auch Männer in mich verliebt, mit denen es nie Sex gab.

    Was aber bei mir definitiv entsteht durch Sex ist Bindung! Ich weiss wenn ich mit einem Mann schlafe, komme ich schlecht von ihm los. Unabhängig von Verstand und Gefühl. Sogar wenn ich zehnmal weiss, dass wir uns nicht guttun. Es ist als würde ich jemand in mein Energiesystem lassen. Umgekehrt glaubte ich bei Exfreunden das gleiche zu beobachten, so cool sie auch taten :)

    Was ich aber glaube, ist dass es schon einen Unterschied gibt bei Körperlichen: ich hatte oft den Eindruck, ich muss emotionale Dinge,Probleme etc bereden können um zu vertrauen und mich körperlich zu öffnen. Umgekehrt habe ich bei allen! meinen Partnern bemerkt, sie brauchen körperliche Nähe um sich emotional öffnen zu können!!
    Auch bei meinem Freund jetzt merke ich das total. Wenn ich ein Problem anspreche, merke ich manchmal, er wuerde es lieber "wegdrücken". Es macht ihm Angst. So wie bei meinen Exen auch. Wenn wir dann aber abends loeffelnd im Bett liegen und Körperkontakt da ist, bringt er manchmal von selbst das Thema nochmal auf. Als wuerde er sich erst da sicher genug fühlen, emotionale Reibung auszuhalten, wenn Körperkontakt besteht.

    Ganz krass war die Erfahrung mit einem Ex: er brauchte Sex um reden zu können. Ich musste reden können bevor ich mit ihm Sex haben konnte bei Problemen. Daran ist es dann auch gescheitert. Wir waren da beide nicht so flexibel :)
     
    • # 13
    • 18.12.2019
    • void
    Vielen Dank für eure sehr interessanten Beiträge!
    Liebe @Heidi Ja, ich erinnere mich an die Fernbeziehung. Und ja, mich hätte das auch beeindruckt, wenn einer so eine Fahrt gemacht hätte. Mir ist es auch schon passiert, dass ich mir die besondere Aufmerksamkeit eines Mannes sehr gefallen hat. Aber ich habe mich dann auch gefragt, ob er mich zu schnell für sich gewonnen hat und ob ich SO DERMAßEN von anderen unbeachtet gelebt habe, dass mir kleine Aufmerksamkeiten schon sonstwie toll vorkommen (zumal manche Männer das "nur so" machen, weil sie gern toll gefunden werden wollen von Frauen allgemein, nicht von dieser einen im Speziellen, die sich dann total verknallt). Es gibt ja die Geschichten von den anspruchsvollen Frauen, die die besten Männer bekommen, weil Männer gern was für Frauen tun wollen, und je mehr sie machen müssen, umso "höher der Wert" der Zuneigung der Frau (das sind dann genau die Verheirateten, auf die Singlefrauen fliegen, weil die Männer auch bei ihnen so aufmerksam sind). Ich bin nun selbst der aktive Typus, der gern was für andere macht und schlecht annehmen kann, statt Männer um den Verstand zu flirten, dass sie mir die Welt zu Füßen legen. Man kriegt, was man signalisiert? Aber mittlerweile habe ich zum Glück einiges begriffen.
    Ich hab mal über Edgar Allen Poe gelesen, dass er ohnmächtig vor Glück geworden sein soll als Kind, weil eine liebenswerte Frau ihm liebevoll entgegentrat. Ich weiß nicht mehr, was sie getan hatte, umarmt oder ihm was geschenkt oder einfach nur mal beachtet? War ziemlich traurig, das zu lesen, aber wundert mich nicht, wenn man die Geschichte der Kinder"erziehung" betrachtet.

    Oh ja, das kann ich nur bestätigen. Ich habe es die letzten beiden Male, die ich mich verliebt habe, mit dem Verstand erst überhaupt nicht mitbekommen, weil ich auch gar nicht drauf "vorbereitet" war. Ich habe nicht gesucht, meine ich, ganz im Gegenteil, ich hätte es vorgezogen, unverliebt zu bleiben.
    Vielleicht ist damit auch eher gemeint, dass der Mann, der noch keinen Sex mit der interessanten Frau hatte, mehr an sie denkt und sich was vorstellt. Und vielleicht konditioniert sich so das Gehirn von selbst und der besagte Effekt stellt sich ein?
     
    • # 14
    • 18.12.2019
    • void
    Ich seh das bei mir genauso. Zumindest letzteres ist mir IMMER so passiert reihenfolgenmäßig. Da ich seit Anfang 40 Sex und Liebe trennen kann, könnte es irgendwann sein, dass ich das erste vielleicht auch mal probiere.
    Ich verliebe mich auch in die Art eines Mannes. Und dann finde ich ihn auch schön. Jetzt abgesehen von ein paar Grundvoraussetzungen am Aussehen wie Gepflegtheit, die sowieso gegeben sein müssen. Aber mittlerweile ist mir egal, ob er ein bisschen kleiner ist als ich. Früher habe ich auch gedacht, dass am Größersein festgemacht werden kann, dass frau sich ... naja "beschützt" fühlen kann ^^. Es liegt erstmal allein im Mann selbst, wie er sich fühlt und was er rüberbringen will und ob er sich unsicher oder selbstsicher fühlt. Und natürlich an der Frau, ob die emanzipiert genug ist zuzulassen, dass sie sich beschützt fühlen will, ohne gleich einen Koller zu kriegen, dass sie unselbständig wird und in Abhängigkeiten geraten könnte. Du hattest es auch schon in früheren Beiträgen geschrieben, dass Du Dich ab irgendeinem Zeitpunkt entschieden hattest, den Mann "Mann sein" zu lassen, also das mit weiblicher Art anzunehmen, was er geben will.

    Die Sache mit dem Gefühlezeigen finde ich auch beeindruckend. Ich verstehe auch, dass Du Dich verliebt hast in das Selbstzweifel-Nehmen, das fällt für mich unter Beschützerverhalten.

    Beim Jagdinstinkt aufgrund der Unabhängigkeit der Frau weiß ich nicht so recht. Ich bin sicher, dass man eine gewisse Unabhängigkeit bewahren muss in der Beziehung, um weiterhin attraktiv zu sein. Kletten sind anstrengend und langweilig. Vielleicht ist das Schwierige, dann den GEMEINSAMEN Übergang zu finden von der Verliebtheitsphase, in der man nicht voneinander lassen will, zur Phase, wo man sich wieder ein bisschen mehr um seinen eigenen Kram kümmern will. Wenn einer da schneller ist als der andere, passiert vielleicht dieses Distanz-Klammer-Problem.
    Keine Ahnung, ob das emotionale Nicht-ganz-erreichbar-Sein was Gutes bewirkt in einer Beziehung, vielleicht ist das auch nur Ausdruck von "einer liebt den anderen mehr"?
    Das macht man ja nun auch nicht mit Absicht, also das Nicht-ganz-erreichbar-Sein, das ist mE ein Wesenszug, wenn es nicht dieses "ich liebe dich nicht so wie du mich" ist. Der andere müsste in dem Fall sehr gut aushalten können, dass es WAHRNEHMBAR Dinge am Partner gibt, die er nie ergründen, besitzen, kontrollieren wird. Sowas schafft ja eine gewisse emotionale Lücke, und wenn einer nicht gut mit sich allein sein kann oder noch naiv glaubt, dass der Partner für ihn gläsern sein muss und sein kann, erzeugt das Probleme.
     
  14. Hmm, also der Sex ist es bei mir nicht. Der ist ein Baustein .... Aber Sex kann ich 5 mal am Tag haben, wenn ich will und kann. Bekommt der Mann, der weiss wie mehr als genug. Traurig finde ich die Aussage "Aussicht auf Sex" ......
    Ich sehe es als Prozess .... so, wie ein Doppelvergaser synchronisiert wird. Irgendwann passt es ...... (aber verratet das nicht V - die kippt mir sonst Motorenöl in den Whiskey)
     
  15. Hm, wie habe ich mich verliebt? Ich denke durch Bewunderung und Neugierde....... In der 10. Klasse habe ich mich in den Bruder meiner besten Freundin verliebt. Sie wohnten auf unserer Straße und meine Freundin und ich liefen morgens zusammen in die Schule. Manchmal kam er vor die Tür und lächelte mich an und ich lächelte zurück. Er war ein sehr guter Schüler und wollte Medizin studieren. Ich bewunderte ihn sehr. Ja, zwei Jahre holte ich meine beste Freundin jeden Morgen ab, er kam manchmal auch vor die Tür und sagte nichts und ich war auch nicht in der Lage etwas zu sagen. Nur unsere Blicke begegneten sich und ich glaube ALLE wussten es, dass wir verliebt ineinander waren. Da müsste nichts besprochen und eruiert werden. Es war gasklar. Er hatte Jahre lang meine Initialen auf seiner Zimmertür geklebt gehabt und ich bildete mir immer ein, dass ich damit gemeint war. Den Tag, an dem er seinen Studienplatz bekommen hat, vergesse ich nie. Das ist eine der schönsten Erinnerungen meines Lebens. Ich weiß gar nicht wo er jetzt wohnt, was er macht. Sie sind irgendwann weggezogen und ich bin auch weggezogen. Er hat einen ungooglebaren Name und so existiert er nur noch in meinen Gedanken aber er war meine erste Liebe in meinem Leben. Also die Theorie, die Frauen verlieben sich durch Sex, kann ich nicht bestätigen. Bei dem Vater meiner Kinder war die Musik. Er war und ist sehr talentiert und er hat mir sehr viel über die Musik (Klassisch) beigebracht und er hat mir in diese Richtung unheimlich viel gezeigt. Auch heute noch, Jahre nach unserer Trennung, wenn er da ist, fangen wir manchmal zu singen oder hören zusammen ein Stück, was wir beide mochten. Er ist genauso wie ich sehr Film interessiert und uns fallen zu jeder Situation eine Dialog aus einem Film ein und wir konnten miteinander reden. Das ist der Grund, warum wir uns angefreundet haben und warum ich mich in ihn verliebt habe. Auch hier hat Sex primär keine Rolle gespielt.
     
  16. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Verallgemeinerungen nicht taugen. Ich checke nicht erst nach Äußerlichkeiten ab. Eine gewisse Körpergröße ist ein Pluspunkt, aber kein Ausschlusskriterium, Beruf und Status ebenso. Es muss in erster Linie menschlich passen - verzweifelte Männer, die eine Beziehung mit irgendeiner Frau wollen (warum auch immer) könnten den tollsten Status und/oder Beruf haben, das nützt ihnen bei mir nichts, die will ich nicht.
    An Äußerlichem ist ein freundlicher Gesichtsausdruck wichtig und das Lächeln, die Augen, Gepflegtheit, klar. Aber auch das sind keine Garanten, dass ich mich verliebe oder Sex mit demjenigen haben möchte. Dazu gehört für mich außerdem ein Gleichklang bei Werten, leicht fließende mühelose Gespräche, ein ähnlicher Humor, eine ähnliche Sozialisation, Einigkeit in den entscheidenden Beziehungsthemen wie Nähe/Distanz, gemeinsame Pläne. Wenn das anklingt, kann ich mich evtl. verlieben, aber dann muss auch der Duft stimmen, die Körperhaltung ... Tja, gar nicht so leicht, es ist aber schon vorgekommen ;-). Und ich habe mich meist vor dem Sex verliebt. Wenn der gut war, dann wurde das Verliebtsein stärker. Ich hatte - zugegeben - auch schon Sex mit Männern, in die ich nicht verliebt war. Der Sex war sehr gut, aber verliebt habe ich mich trotzdem nicht DURCH den Sex.

    @INSPIRATIONMASTER - jetzt würde ich aber gern mal wissen, was niedliches weibliches Verhalten ist. Ist das für dich das Gegenteil von Dominanz?

    Viele Grüße
    w56
     
  17. Hallo @void. Ich verlieb(t)e mich eigentlich immer in ein Paar Augen. Dann, wie er sich gibt, wie er mich ansieht (interessiert?), mir zuhört, was er wie sagt, welche Schwingungen der Kerl aussendet. Ich glaube, das passiert bei mir dann innerhalb von Sekunden, und *zack*, brenne ich. Meine letzte große Liebe und ich hatten erst nach 6 Monaten Sex, vorher kuschelten, knuddelten, schmusten, fummelten, ausflugten, redeten, kochten und reisten wir (ja, alles ohne Sex, er war noch nicht soweit nach Scheidung). Ich verliebe mich tatsächlich irgendwie in den Mann, oder sagen wir, in mein Bild von ihm, das ich in dem Moment habe.
    Aber Sex führt zu Oxytocin-Ausschüttung, und sich über Sex zu verlieben, verstehe ich besser, seit ich das weiß. Ich bin seither überaus vorsichtig aus "hormoneller" Sicht. Und aus spiritueller auch. Mich mit jemandem wirklich zu verbinden, das wird in Zukunft das Krönchen der Zweisamkeit sein, niemals mehr aus was auch immer für anderen hunderttausend Gründen, die es so gibt. Ich wurde wählerisch.
     
  18. Schönes Thema, liebe @void :)

    Ich habe mich meist vor dem Sex verliebt, aber nie durch die Aussicht auf Sex und auch nicht durch den Sex. Manchmal kam Sex als zusätzliche Komponente bei ersten Verliebtheitsgefühlen dazu und dann hat's richtig geknallt :).
    Auch in mich haben sich Männer verliebt, ohne dass überhaupt Aussicht auf Sex bestand, weil wir uns gerade erst kennengelernt hatten.

    Gehört habe ich schon, dass es Männern genügt, wenn sie die Frau hübsch finden und sie signalisiert, dass sie den Mann mag. DAS fand ich interessant :)
    Ich glaube, Frauen sind da evolutionstechnisch bedingt etwas komplizierter (der Mann muss den Eindruck erwecken, Verantwortung übernehmen zu wollen, sich um die wachsende Familie kümmern zu wollen etc.), das kann man hie und da auch nachlesen. Interessanterweise - so scheint mir zumindest - bleiben die Auswahlkriterien aber auch später im Leben bestehen, selbst wenn es nicht mehr um Aufzucht und Pflege der Brut geht ;-). Ich mag auch heute keine Männer, die betonen, sich "das Kind im Manne" bewahrt zu haben, sondern eher Männer, die auf verschiedenen Ebenen (gern auch gesellschaftlich) Verantwortung übernehmen. Ich verliebe mich leichter, wenn ein Mann sich um mich so viel Mühe gibt wie ich mir um ihn - auf mich eingeht, sich für das interessiert, was ich mache. Ich mag eben Austausch auf allen Ebenen. Wer das auch will und mit mir macht, hat gute Chancen, dass ich mich in ihn verliebe.

    Lieben Gruß und fröhliches Verlieben,
    w56
     
  19. Wie kannst du wissen, dass du Sex von Liebe trennen kannst wenn du es noch nicht praktiziert hast?

    Man(n) kann das durchaus mit Absicht machen wenn man merkt, dass der/die andere es braucht um sich "wohl" zu fühlen.

    Gerade Frauen mit höheren Distanz als Nähebedürfnis (du hattest ja klammern als Abturner erwähnt) brauchen oft das Gefühl, dass kein Risiko besteht, dass der Mann sie einengt. Erst dann können sie sich verlieben. Solche Konstellationen verlaufen nicht selten aber nicht immer doof.

    Ich denke, dass Risiko, dass es doof verläuft ist geringer wenn der man einen Partner hat der bewusst mit der Balance zwischen Distanz und Nähe hantiert und nicht einfach nur besonders viel Distanz brauch.
     
    • # 21
    • 18.12.2019
    • void
    Nee, das stimmt nicht. Als ich jung war, waren es durchaus Äußerlichkeiten, aber es ging ausschließlich ums Aussehen, nie um Beruf, Status usw.. Und als mir klar wurde, dass passendes Aussehen nicht bedeutet, dass der Mann passt, war das ganz bestimmte Aussehen kein Kriterium mehr.
    @Dakshina
    Ganz genau, Dein Zitat war es :) Also Du bist herzlich eingeladen, Deine Romane hier zu schreiben. Ich finde eure Beiträge äußerst spannend.
    Auch bei Männern entsteht wohl Oxytocin beim Sex, aber nicht so viel. Und ob noch was entsteht, weiß ich nicht.
    Oder ist Verlieben nicht einfach eine Hormonexplosion? Was ist lieben und was ist verlieben, ist ja auch öfter mal die Frage. Also für mich wäre "verlieben" dann eher ein Verknalltsein ohne viel Wissen über den Menschen, ansonsten vertrete ich die Ansicht, dass man für das Gefühl "Liebe" nicht erst Jahre der gemeinsamen Entwicklung braucht. Die Liebe, die erst nach Jahren der Verbundenheit in einer Beziehung entsteht, ist nicht dasselbe und verliert gefühlsmäßig auch gegen das andere, wenn es nie da war.

    Mir fällt auch gerade auf, dass das missverstanden werden kann, so als Notstand. Ich hab es eher so interpretiert, dass man den besonderen Menschen sehr begehrt und sich deswegen verliebt. Also das sexuelle Begehren (nicht die Not) ist da und dann "sammelt" man weitere positive Dinge, die für den Menschen sprechen.
     
  20. Blödsinn.

    Intelligenz, Charme, Humor. Und weil ich mich in das Zusammenspiel dieser Dinge verliebe, kann ich mich auch nicht erst beim Sex verlieben. Ich bin gar nicht in der Lage, Sex zu haben, wenn ich nicht verliebt bin. Die Lust darauf kommt erst, wenn ich den Mann schon recht gut kenne und sein Verhalten mir zeigt, dass ich, nun, geliebt werde :D.

    Was aber sehr wohl passiert: Durch Sex wird die Bindung stärker.
     
  21. Ist die körperliche Anziehung gleichbedeutend mit "Aussicht auf Sex" ? Eigentlich nicht, oder?
    Gefühlsmäßig sind das für mich irgendwie doch zwei paar Schuhe, wenngleich es irgendwann auf dasselbe hinausläuft.

    Ich habe da in den letzten Tagen mehrfach darüber nachgedacht.
    Und ja, ich habe mich später (ab Mitte 20) fast immer über körperliche Anziehung verliebt. Und doch war dies nicht immer gleich.

    Ich kann heute gar nicht mehr richtig nachvollziehen, warum ich mich am Anfang (als teenager) in bestimmte Mädchen verliebte. Schade eigentlich.
     
  22. Zu @ 17:
    Gesamte Antwort, gefällt mir sehr gut, könnte auch so komplett von mir geschrieben sein, obwohl ich Mann bin! Superreife Einstellung! ☺
    Ich glaube wenn Mann und Frau adäquat kompatibel sind in ganz wichtigen Bereichen, die teilweise auch genannt sind, indem dann beide sich in Balance verlieben und lieben, dann ist die Chance sehr gut für eine ausgewogene und glückliche Beziehung, Die allermeisten sind sich darüber nicht bewusst und schlittern blind und flüchtig von einer Beziehung gleich in die Nächste. Das Problem warum es so oft nicht klappt, liegt genau daran, wie schon erwähnt. Nun was verstehe ich unter dem Begriff “niedliche Frau“, ein für mich umfangreicher Begriff, da haben so einige Frauen mit diesem Begriff Probleme, ich habe mit vielen Frauen diskutiert und beobachtet, auch mit Männer und sie ebenso beobachtet, Männer mögen darüber kaum sprechen, sie tun es lieber anwenden, das hat mit dem Alter überhaupt nichts zu tun. Zunächst besagt der Begriff das Gegenteil von Dominanz/Herrscher/Tongeber. Viele belastete Männer spüren sehr genau, wenn sie eine solche Ex hatten, ob die Neue solche Wesenszüge zeigt, sie nehmen dann mit fadenscheinigen Vorwänden Abstand und Abschied! Sehr viele Frauen versuchen in einer Beziehung ganz besonders, wenn die Beziehung dann in die Ehe mündet, die Zügel noch mehr in die Hand zu bekommen und über den Mann noch mehr zu bestimmen auch ist zu beobachten, dass solche Frauen gerne versuchen den Mann zu verändern, da hat ein solcher Manner meistens keine Lust mehr darauf, dasselbe nochmals zu erleben. Männer ohne solche Erfahrungen sehen das jedoch im Umfeld! Unter niedlich für mich ein sehr umfangreicher Begriff,wie schon erwähnt, verstehe ich: freundlich, zuvorkommend, herzlich, anmutig, lieb, positive Austrahlung, charmant, das Gegenteil von forsch, etwas zurückhaltend, pos. mädchenhafte Ausstrahlung, anziehender, weiblicher Blick, schlank bis zierlich, Sexy, mit Sexappeal, einfach bezaubernd, einfach entzückend, aufgeweckt, sehr nett, arbeitsam, angenehme Stimme, nicht zu hoch, nicht zu tief, anziehende Körpersprache, passende, bunte Kleidung,
    ich könnte weiter so fortfahren... usw.usf.
     
  23. Das siehst du m. E. völlig falsch. Selbst die Sache mit dem Status - gemessen am Beruf - hat für mich im Grunde nur etwas mit meinem Interesse für seinen Arbeitsbereich zu tun, will heißen, möchte ich irgendwie mehr über seinen Beruf erfahren (oder seiner ist nicht allzu weit weg von meinem), macht ihn das nur interessanter. Es ist denke ich für die meisten Frauen tatsächlich der Wohlfühlcheck, den er bestehen muss: Kann ich mich bei ihm wohlfühlen, ohne dass er uninteressant wird? Labert er nur herum oder Unsinn? Bedeuten seine Aussagen etwas oder ist es nur Dahergesagtes? Usw.
     
  24. Also ich verliebe mich nach dem Sex. Innerhalb der nächsten Stunde danach oder auch nicht.
    Also erstmal müssen wir bei Sex harmoniert haben. Das muss kein großes Feuerwerk gewesen sein. Patzer sind möglich. Es soll einfach Spass machen. Lachen ist wichtig.
    Und dann, ganz wichtig, wie ist sie danach!
    Kann es nicht wirklich beschreiben was dann das Verlieben ausmacht.
    Wenn ich dann aufwache und sie anschaue, bin ich entweder verliebt oder nicht.
    Also in eine Frau, die nach dem Sex geht oder mich rausschmeißt, kann ich mich nicht verlieben.
    Vor dem Sex finde ich eine Frau interessant oder nicht, ich möchte mit ihr ins Bett oder nicht. Aber verliebt bin ich nicht.
     
  25. Ich glaube, ich erkenne (oder meine zu erkennen) in einem Mann ein Etwas, das unglaublich viel mit mir zu tun hat, das mich extrem berührt. Und das löst ein ganz grosses Habenwollen aus und das Gefühl, ohne diesen Menschen sei ich nicht ganz. Was dieses Etwas ist, weiss ich nicht, zu unterschiedlich waren die Männer, die ich geliebt habe. Ein geheimnisvoller Zauber.

    Frau 53
     
  26. Ich verliebte mich noch nie durch den Sex ... daher kann ich das auch gar nicht verstehen, dass dies hier so häufig postuliert wird, dass dies eben bei Frauen so sei ... Interesse an meiner Person, an meinem Leben, Erfolg bei dem, was man tut, Leidenschaft, Brennen, egal für was;)) Ich liebe generell aktive Menschen, positives Denken und wenn sie dann noch in der Lage sind, Schwächen zu zeigen, dann bin ich hin und weg. Ich mag stabile Männer, es muss was dran sein, ich schaue auf starke Hände und ja, ich liebe kräftige Unterarme, gerne auch behaart;))
     
  27. Hallo @void,
    gutes Thema, nach dem Parallelthread.

    Bei mir passierte es einfach so in einer Alltagsbegegnung - gesehen und von seiner Ausstrahlung (Freundlichkeit, Zugewandtheit gegenüber allen, denen er begegnete) war ich im ersten Moment hin und weg.

    Weil ich aber wusste, dass so eine Schockverliebtheit ein sehr großer Irrtum sein kann, der in grosses emotionales Elend führt wenn durch Sex auch noch reichlich Hormone ausgeschüttet werden, habe ich den Sex zurückgestellt und ihn erstmal in verschiedenen Lebenssituationen kennengelernt - mal schauen, ob er wirklich so ist, wie mein Idealbild von ihm.
    Dabei kam zur ersten Verliebtheit sukzessive eine tiefe Zuneigung hinzu - in jeder Situation mit ihm erlebte ich einen wunderbaren Mann. Den wollte ich dann für immer in meinem Leben haben und auch im Bett.

    Ich hatte einfach Glück, dass er genauso denkt - ein Mensch für den Initimitaet, Vertrauen und tiefe Zuneigung zusammengehören, nicht einer der jeder Chance auf Sex nachrennt.

    Ähnliches hatte ich mit 18 Jahren erlebt, im Ferienjob (Kinderbetreuung) kennengelernt. Das ist nunmalein anderes Kennenlernen als Kaltaquise (z.B. Onlinedating). Da wird nicht viel Selbstdarstellung betrieben sondern man erlebt den anderen mit seinen vielen Facetten in recht kurzer Zeit - für mich die einzig funktionierende Art des Kennenlernens.
    DpEs war zwar wegen der ungünstigen äußeren Umstände eine kurze, aber sehr innige Beziehung, ebenfalls mit sehr gutem Sex.

    Bei den anderen wenigen Beziehungen, die ich hatte, war es jeweils eher eine Vernunftbeziehung - passte recht gut von den Rahmenbedingungen und große Sympathie.
    Sex ja, ok, gehört dazu, fühlt sich irgendwie (noch?) nicht danach an - die Vertrauheit fehlte.
    Ich gab dem drängelnden Mann nach und das führte dazu, dass nicht mehr Gefühle entstanden, sondern ich mich emotional wieder entfernte, weil ich körperlich etwas machte, was mit meinen Gefühlen nicht in Einklang stand. Das war dann auch kein guter Sex. Sex und Beziehung schliefen ein, obwohl wir uns gut verstanden im Alltag. Diese Beziehungen konnte ich ohne jedes Verlustgefuehl beenden.

    Nachdem ich den Zusammenhang verstanden habe und dass mir das nicht gut tut, habe ich entschieden, es kein weiteres Mal mehr so zu machen.
    Für mich war es der richtige Weg, denn ich bin ein eher autonomer Mensch, der Aufmerksamkeit und Zuneigung nicht als Selbstzweck braucht und gut allein sein kann.
     

Jetzt Partnersuche starten

Ich bin
Ich suche

Es gelten die AGB und Datenschutzbestimmungen. Mit der kostenlosen Mitgliedschaft erhalten Sie regelmäßig Angebote zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft und weiteren Produkten der PE Digital GmbH per Email (Widerspruch jederzeit möglich)