1. Zivilcourage: Würden Männer Frauen in Not helfen?

    Hallo!

    Meine Frage richtet sich hauptsächlich an Männer, aber natürlich freue ich mich auch über Antworten von Frauen.

    Ich bin gerade etwas schockiert. Ich habe in einer Online-Zeitung einen Artikel über Vergewaltigungen in Indien gelesen. Das Thema ist ja nun schon seit ca. 2 Jahren immer wieder aktuell. Der Artikel zeigt ein Video, in dem dargestellt wird, wie indische Männer reagieren würden, wenn sie eine sexuelle Belästigung/Vergewaltigung einer Frau mitbekommen. Die meisten Männer haben nicht reagiert und sind ihrer Wege gegangen. Ok, dass hat mich nun nicht wirklich überrascht, da wir ja alle um den Wert (oder eher Unwert) der Frauen in Indien wissen. Dann las ich die Kommentare zum Artikel und musste feststellen, dass Männer hierzulande (komme aus Österreich) nicht anders reagieren würden!

    Ich dachte ich lies nicht richtig! Übrigens eine seriöse Zeitung mit entsprechendem Akademiker-Anteil unter den täglichen Lesern.

    Die Männer schrieben, sie würden auch nicht eingreifen, da sie viel zu sehr Angst um ihr eigenes Leben hätten oder um den Verlust ihrer Zähne (??). Es wäre ihnen schlicht zu gefährlich einzugreifen und ihre Unversehrtheit und ihr Leben wäre ihnen wichtiger. Sie würden höchstens in sicherer Entfernung die Polizei rufen. Super - bis dahin ist es doch zu spät!

    Komischerweise haben genau solche Kommentare sehr viel Zustimmung erhalten. Ein Mann dagegen schrieb, er würde sofort eingreifen und niemals zulassen, dass einer Frau Gewalt angetan wird. Sein Kommentar wurde haufenweise negativ bewertet.

    Ich verstehe die Welt nicht mehr. Sogar ich alleine als Frau würde einer anderen Frau helfen, wenn ich so etwas mitbekommen würde. Bei einer Vergewaltigung oder sonstiger körperlichen Gewalt könnte ich niemals wegschauen. Was sind das für Männer, die das tun könnten? Ich könnte mich nicht mehr im Spiegel anschauen.

    Daher meine Frage an euch: Würdet ihr als Mann eingreifen, wenn ihr mitbekommt, dass eine Frau vergewaltigt oder sexuell belästigt wird? Wart ihr vielleicht schon mal in entsprechenden Situationen und wie habt ihr reagiert?
     
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    • # 1
    • 12.06.2014
    • Gast
    Emotionalität hilft nicht weiter! Die Polizei rät davon ab, bei beobachteter Gewalt selbst einzugreifen!
     
    • # 2
    • 12.06.2014
    • Gast
    Liebe FS,
    Gast 1 hat doch die allgemeine Meinung geschrieben. Hoffentlich gerät er nicht mal in Bedrängnis. Es wäre mir eine Freude aus sicherer Entfernung Hilfe zu rufen. Da kann man nur mit dem Kopf schuetteln.
    Hilfe hat nichts mit Emotionen zu tun, lieber Gast 1.
     
  3. Standardmatra der Polizei: Öffentlichkeit herstellen, durch lautes Rufen, Filmen oder versuchen Mitbürger zu motivieren, nicht selbst eingreifen, erst recht nicht wenn's mit offener Gewalt zu tun hat, Polizei rufen..
     
    • # 4
    • 12.06.2014
    • Gast
    Die Frage kann im Moment, da fiktiv, nicht beantwortet werden. Der Verstand unterstützt die logische Ansage der Polizei. Womöglich werde ich zum Krüppel für eine wildfremde Person. Diese "gerettete" Person wird mich dann mit Sicherheit auch nicht Pflegen. Also wäre es dumm einzugreifen. Tritt die genannte Situation jedoch auf, weiß ich nicht ob nicht doch aus einer Art Reflex geholfen würde.
     
    • # 5
    • 12.06.2014
    • Gast
    Hallo,

    ich, M48, würde eingreifen und der Täter würde sich wünschen, die Polizei wäre schneller gewesen. Bei einer Tätergruppe würde ich Helfer suchen und Fotos machen - wenn möglich. Mein Selbstschutz hätte aber Priorität.

    M
     
    • # 6
    • 12.06.2014
    • Gast
    Ich habe einmal verbal eingegriffen ("Öffentlichkeit herstellen"), als eine deutsche Frau offensichtlich von einem älteren deutschen Mann sexuell belästigt wurde. Sie wurde mir gegenüber fast übergriffig, ich mußte fliehen, um mich selbst zu schützen.

    Ich habe gelernt, mich nie wieder in solche Geschehnisse einzumischen, wenn ich die belästigte nicht persönlich kenne oder sie erkennbar keine deutsche Frau ist. Alles andere ist mir persönlich viel zu riskant.

    M
     
    • # 7
    • 12.06.2014
    • Gast
    Als etwa 16 jähriger Jugendlicher habe ich mal etwa 1987 an der Ostsee etwas erlebt.

    Sommer, nachts, Halbdunkel, etwa 23 Uhr (?)

    Eine Frau ( etwa 18 Jahre ?) rief um Hilfe und wurde augenscheinlich von einem Mann in einem Strandkorb bedrängt.

    Wie weit der vermutliche Vergewaltigungsversuch/die Vergewaltigung bereits fortgeschritten war kann ich heute nicht mehr sagen. Wie auch immer.

    Die Frau hat um Hilfe geschrieen. Der Typ wollte scheinbar etwas von ihr was er nicht wollte.

    Mein Kumpel und ich sind da zwischen gegangen. Und haben den ( deutlich älteren 25 Jährigen ?) ein par geballert. Der hat daraufhin von dem Mädel abgelassen und sich verdünnisiert.

    Mit dem Mädel haben wir uns dann noch eine Wile unterhalten und sie dann dann noch dorthin begleitet wo sie dann hin wollte ( zu ihrem Zelt ? , zu Freunden ? , zur Polizei ?, kann mich da nicht mehr so genau erinnern)

    Das ist das einzigste Mal in meinem Leben das ich mal jemanden eine geballert habe. Bin sonst nicht so. Aber der Typ hatte es sich redlich verdient.

    Gruß
    m 46
     
    • # 8
    • 12.06.2014
    • Gast
    Du schreibst: ' ...Sogar ich alleine als Frau würde einer anderen Frau helfen, ....'
    Helfen gegen einen körperlich überlegenen Mann, der vielleicht ein Messer in der Hand hält (o.a.)?

    Das ist ziemlich unklug - Du riskierst damit eine Eskalation und die Tatsache, dass der anderen Frau und Dir Verletzungen entstehen. Wer soll dann noch Hilfe rufen??

    (@ FS und Gast 2): Die Empfehlung der Polizei ist: Lärm schlagen, damit Leute aufmerksam werden UND so schnell wie möglich Hilfe rufen.
     
  4. Keiner weiss wirklich wie er reagieren würde!

    Theoretisch wird Dir jeder sagen "Klar doch würd ich eingreifen". In der entsprechenden Situation siehts doch völlig anders aus. Es sei denn man Sie Im Geiste vorher durchgespielt und sich selbst entsprechend konditioniert.

    Ich habe ein entsprechendes Training hinter mir (hab als Ordner bei Grossveranstaltungen gearbeitet) und denke schon dass ich auch da entsprechend eingreifen würde. Hab ich aiuch schonmal gemacht- nicht bei einem Sexuellen Übergriff sondern bei "einfacher" Gewalt. Bezeichnenderweise wollte mit meine damalige Frau davon abhalten.
    Aber es war nicht wie man sich das so vorstellt dass man da Körperlich hätte eingreifen müssen. Solche Täter sind im allgemeinen ziemlich feige. Öffentlichkeit ist das Stichwort. Mit breiter Brust diesem Menschen begegnen und selbstredend auch die Polizei rufen. Laut der Instruktoren der Polizei ergreifen dann schon 90% der Täter die Flucht. Man sollte dann nur nicht versuchen Sie festzuhalten.

    Aber wie gesagt, keine Ahnung wie ich reagiert hätte ohne vorherige Konditionierung, wahrscheinlich wär ich ähnlich hilflos gewesen wie zu reagieren ist wie die Allgemeinheit.
     
  5. Mein Sohn wurde angegriffen.

    Eine zufällige Passantin auf der anderen Straßenseite hat perfekt reagiert, indem sie sofort Polizei und Krankenwagen angerufen hat, sie hat ihm das Leben gerettet. Hätte sie eingegriffen, wäre sie vielleicht die Nächste gewesen und was hätte das genützt?
     
  6. Ich habe früher mal bei einer Gewalttat eingegriffen, damals ist mir nichts passiert. Heute allerdings bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das noch tun würde. Das liegt an der Rechtsprechung: besonders sogenannte Jugendliche kommen nahezu ungeschoren davon, Abschreckung ist nicht mehr vorhanden. Wenn die gerade jemanden malträtieren und es kommt jemand zu Hilfe dann bekommt es derjenige nur noch härter zu spüren. Eventuell ist man selbst tot und die Täter sind nach spätestens 10 Jahren wieder aus dem Knast.
    Ich kenne einen studierten Juristen, der nach solchen Erlebnissen am Strafgericht nie mehr als Anwalt arbeiten möchte und eigentlich ungewollt in die Privatwirtschaft ging.

    Davon ab, für viele Frauen sind schöne Zähne doch so wichtig... die Ironie sollte euch nicht entgehen.
     
    • # 12
    • 12.06.2014
    • Gast
    Wie wäre es damit: Polizei rufen und dem Angreifer zurufen, dass die Polizei gerufen wurde und bereits auf dem Weg ist?
     
    • # 13
    • 12.06.2014
    • Gast
    Ich würd sofort dazwischen gehen und anfangen die Faust kreisen zu lassen, da brauch ich keine Bedenkzeit. Müsste nur aufpassen, dass ich dabei nicht wütend werde und irgendeinem der Vergewaltiger was antue, wovon er sich nicht mehr erholt.

    Es ist aber unabhängig ob es eine Frau ist oder welche Situation ist, bei Übergriffen würde ich immer dazwischengehen, weil ich es kann. Das kaann man aber nicht von jedem Menschen natürlicherweise erwarten.

    Gruß
    m30
     
    • # 14
    • 12.06.2014
    • Gast
    Richtig. Mitbürger motivieren: nicht, indem man in die Runde ruft "Warum hilft hier denn keiner?", sondern gezielt ansprechen: "Sie da, der Herr in der grünen Jacke, bitte helfen Sie! Und Sie (am Ärmel zupfen, anschauen), Sie bitte auch!" Das soll besser funkionieren.

    Vor Jahren mal spät abends in einem Berliner U-Bahnhof:
    eine Frau wurde von einem Mann belästigt, mindestens 50m von mir entfernt, verbal, er hat sie nicht angefasst, soweit ich sehen konnte. Die jungen, kräftigen Männer auf dem Bahnsteig blickten alle zur Seite, als würden sie nichts sehen und hören. Ich (damals schon deutlich über 40) habe meine beeindruckenden 1,62 zu voller Größe aufgerichtet und mit Stentorstimme gerufen: "Sie da, lassen Sie die Frau in Ruhe." Zu meiner eigenen Überraschung lief er weg!! Ich war selber perplex.

    Anderer Fall: in einem U-Bahnzug, auch in Berlin, war ein Farbiger. Eine kleine Gruppe Glatzköpfe mit Knobelbechern an den Füßen fing an, zu pöbeln, eher leise, und kam dem Farbigen näher. Sie pöbelten ihn nicht direkt an, aber es war klar, worum es ging. Dem Farbigen auch; er hatte sichtbar Angst und fing an zu schwitzen. Ich hätte nicht den Mut gehabt, mich direkt einzumischen, aber hab gedacht, dass eine zierliche Frau deeskalierend wirken muss ... hab mich also wie zufällig und beiläufig zwischen die Glatzen und den Farbigen gestellt, niemanden angesehen oder angesprochen, sondern mein Buch vor die Nase genommen. An der nächsten Station ist der Farbige hastig ausgestiegen, die Glatzen nicht.

    Ich schreibe das nicht, um zu erklären, wie toll ich bin; in beiden Fällen habe ich vorsichtig gehandelt, aber ohne groß zu überlegen.
    In keinem dieser Fälle hat sich auch nur ein einziger der zahlreich vorhandenen Männer zum Eingreifen bemüßigt gefühlt.
     
    • # 15
    • 12.06.2014
    • Gast
    Generell sind doch die wenigsten bereit überhaupt irgendjemanden zu helfen. Egal ob jemand einfach nur hinfällt oder ohnmächtig wird. Und ehrlich, wenn ich sehe das jemand in Not ist, versuche ich zu helfen. Egal was die Polizei rät! Eine Frau vergewaltigen lassen, nur weil sich niemand traut einzugreifen? Kinder vergewaltigen lassen, weil sich niemand traut einzugreifen? Wenn der Täter bewaffnet ist gibt es doch immer möglichkeiten ihn abzulenken. Bei einem Messer leichter, bei einer Schusswaffe nicht. Aber dann lässt er auch vom Opfer ab.
    Vorher Polizei rufen oder andere rufen lassen und den Täter ablenken oder mit mehreren überwältigen.
    Hift auch niemand bei einem Autounfall weil man sich ja verletzen könnte?
     
    • # 16
    • 12.06.2014
    • Gast
    Da wird deutlich wie die Männer geprägte Gesellschaft tickt. Erst komme ich, dann ich und selbstverständlich ich, was gehen mich die Anderen an?
    Frauen sind doch emanzipiert, sollen sie doch zusehen wie sie klarkommen.
    Das ist die private Gleichgültigkeit die die Gesellschaft prägt, wo doch der Überlebenskampf herrscht im Dschungel der Beziehungen, der Wirtschaft und der Politik. Gegeneinander statt miteinander, deshalb auch die vielen Single-Portale.
     
    • # 17
    • 12.06.2014
    • Gast
    Eine Gegenfrage: Wie würden Sie denn reagieren, wenn ein Mann angegriffen wird und keine Frau?

    Es gibt nämlich immer wieder den Versuch, zu schauen, wie das Umfeld reagiert, wenn die Geschlechter vertauscht werden. Hier einmal ein Beispiel und bitte mal auf die Reaktionen des Umfeldes achten: https://www.youtube.com/watch?v=u3PgH86OyEM&list=UU7PbpGeIZSl3FbQ9fwzvm4g#t=12
     
    • # 18
    • 12.06.2014
    • Gast
    Zur Beruhigung: Wenn ich sowas sehen würde, würde ICH den Typen die Zähne einschlagen und dann die Polizei rufen. Tatsache. Es gibt eben solche und solche Männer.
     
    • # 19
    • 12.06.2014
    • Gast
    Also erstens muss es mal als Vergewaltigung erkennbar sein, wenn die Frau irgendwo auf der Donauinsel (bin Wiener) im hohem Gras genommen wird und still da liegt werde ich das nicht als Vergewaltigung interpretieren, ich war ja nicht von Anfang an dabei um die Szene zu beurteilen.
    Auch der 2Meter Typ aus der U6 der im leeren Wagon damals über eine Frau hergefallen ist und sie brutalst niedergeschlagen hat und dann vergewaltigt, wenn ich später zusteige seh ich höchstens ein Paar in den hinteren Sitzreihen das es gerade treibt.

    Und wenn ich eine Vergewaltigung erkenne dann schätze ich natürlich vorher ab ob ich da was ausrichten kann, ich werds nicht allein mit einer Messerbande aufnehmen, und auch nicht mit einem 100kg Mann wenn ich nichtmal 70 hab und er dich NUR vergewaltigt.
    Da wird einfach die Polizei gerufen und vielleicht versuch ich ihn abzulenken, aber mehr nicht. Wenn ich dein Leben eindeutig in Gefahr sehe würd ich wohl kämpfen müssen, aber sicher nicht wegen einer Vergewaltigung.

    Weiters glaube ich das Frauen und auch die offizielle Gesellschaft eine Vergewaltigung als sehr dramatisch ansehen, während ein Großteil von uns Männern das nicht in diesem Ausmaß nachvollziehen kann und es als nicht so arg einschätzt.
    Aus körperlicher Sicht kannst du danach ganz normal weiterleben wenn es normaler Geschlechtsverkehr war, und das Psychische: "Da hat ein Fremder mit meinem Körper etwas gemacht das ich nicht wollte und es kann jederzeit wieder passieren und ich hatte keine Chance.", mit soetwas haben wir Männer schon in jungen Jahren zu kämpfen. Es findet sich wenn du als Bub (Junge) aufwächst immer einer der dir im Schulalltag oder in der Freizeit im Park eine aufs Maul hauen will und dir fehlt ein Zahn oder sie sind sogar in der Überzahl und schlagen dich oder bestehlen dich, also genau dasselbe, nur wir kommen damit recht früh in Kontakt und müssen damit leben.
     
  7. Ich würde sofort eingreifen. Es dauert "zu lange" bis Polizei etc. eintrifft. (Eigene Erfahrungen)
    Für die Frau ist jede Sekunde entsetzlich, wo sie diese Gewalt erleben muß.

    Bei Vergewaltigung geht es den Tätern um ihr Opfer. Sind die Hindernisse aber zu groß (geworden)
    lassen sie ab und flüchten. z.B. ein Gegner, der das Opfer schützt und verteidigt.
    Dagegen bei Kapitalverbrechen wäre ich vorsichtiger.

    Oder vorsichtiger, wenn mehrere Männer an der Vergewaltigung beteiligt wären.
    Dann würde ich durch Lärm weitere Passanten aufwerksam machen. So das sie dann in der Überzahl werden.

    Eben ein Hindernis herstellen oder mehr Zeugen beschaffen - nicht unbedingt auf die Täter einschlagen. Denn Schläge auf den Täter können ihn zur Gewalt gegen den Schläger animieren.

    Problem: Männer sind i.d.R. sexuell leicht erregbar. Wenn sie auch noch einen schlechten Charakter haben, ist die Schwelle zur Gewalt nicht mehr weit.

    Manche Täter scheinen sich auch noch an der Gewalt und am Leid ihrer Opfer zu ergötzen.
    Aber eben, wenn man das sofort abstellt, dann ist deren Kick weg.

    Die genannten Kommentare sind noch "bescheiden." Andere Männer würden (anonym) weit deftiger antworten.

    Bei häuslicher Gewalt dagegen, würde ich erst nachfragen, ob sie die Polizei wünschen oder nicht ?
    Ich habe nämlich auch Paare erlebt, die ihre Gewalt untereinander anscheinend haben wollen, jedes Mal Polizei ablehnen, und die Frauen mit ihrem Peiniger zusammen bleiben.
    (obwohl in einem Fall nicht finanziell vom Täter abhängig)
    (Ich konnte sowas erst glauben, als ich es life mittendrin als Zeuge erlebte)
    z.B. Lehrersgattin, ex-Unternehmersgattin, usw.
    Es ist echte Gewalt, aber das scheint für sie ein Rollenspiel zu sein ?

    Auf Youtube findet man Videos aus den USA:" What would you do "
    Da werden versch. Situationen mit Schauspielern gestellt, und wie die Öffentlichkeit reagiert ?
    z.B. sexuelle Belästigung.

    (m,53)
     
    • # 21
    • 12.06.2014
    • Gast
    Es kamen hier ein paar sehr gute Beiträge und ein paarmal das, was sicher nichts bringt.

    Wenn hier ein Mann den großen Macker raushängen lässt und schreibt, er würde dem Typen die Zähne einschlagen, dann kann man davon ausgehen, dass genau so ein Typ ganz schnell den Schwanz einzieht. Große Klappe und nichts dahinter.

    Kluge Menschen denken zuerst und agieren dann. Was bringt es mir und dem Opfer, wenn wir dann beide im Krankenhaus liegen. Ich muss abschätzen können, ob und was Sinn macht. Genau DAS ist Zivilcourage. Das tun, was etwas bringt. Es kann sein, dass es besser ist, die Polizei zu rufen, ober sich einfach bemerkbar zu machen. Sinnvoll ist es immer, direkt andere Helfer anzusprechen, denn wer angesprochen wird, hilft auch.

    Ich hatte auch mal eine Situation, in der eine junge Frau von einem jungen Mann (wahrscheinlich ihr Freund) ziemlich attakiert wurde. Ich stand auf dem anderen Bahnsteig, hätte auch nicht helfen können. Ich hab mein Handy rausgezogen und gerufen, dass ich jetzt die Polizei rufe, wenn er sich nicht aus dem Staub macht. Es hat sich ganz schnell wieder anständig verhalten.
    Auch die Situation, die schon beschrieben wurde mit dem Ausländer und den Skins kenne ich. Da reicht es meist, wenn man sich demonstrativ zu dem "Opfer" setzt, denn die Typen haben ja nichts gegen eine blonde Frau, di eihre Mutter sein könnte.
     
    • # 22
    • 12.06.2014
    • Gast
    Hallo FS,

    so am grünen Tisch sitzend: Ja. Die Situation hatte ich noch nicht, habe aber einige Jahre Kampfsport hinter mir (Sport!). Der Täter ist bei einer Vergewaltigung zunächst mal in einer körperlich schwachen Situation, da sollte man(n) eingreifen können. Außerdem werden die meisten Täter vermutlich schon flüchten, wenn jemand hinzukommt. Meist werden Vergewaltigungen aber nicht gerade in der Öffentlichkeit stattfinden.

    Bei einer Schlägerei oder vorhandenen Waffen würde ich eher die Polizei rufen.

    Ich sehe aber ein grundsätzliches Problem in der heutigen Rechtssprechung. Der unbeteiligte Dritte, der eingreift, hat, wenn dann beim Täter ein paar Zähne fliegen, ganz schnell ein juristisches Problem. Der Fall Dominik Brunner hat mich persönlich sehr abgeschreckt, dann wirklich einzugreifen. In dem Moment, in dem ich eingreife, muss ich offensichtlich immer selber darüber nachdenken, wo ich selbst "austeile", darf mich also im Zweifel nur schützend vor die Opfer stellen und an ihrer Stelle Schläge kassieren. Das geht selbst der Polizei mittlerweile schon so. Wenn ich aber angegriffen werde, muss ich den Angreifer (im Fall Brunner waren es mehrere Jugendliche, die heute sowieso generell nicht mehr sonderlich zimperlich sind) "kampfunfähig" machen dürfen, sonst nutze ich meine Kondition lieber um wegzulaufen. Gegen mehrere Angreifer habe ich so keine Chance, sobald man nicht mehr steht, wird man mit Tritten gegen den Kopf für den Rest des Lebens ruiniert. Und das ist dann tatsächlich ein Grund, sich lieber keinen Ärger einzuhandeln.

    Ich finde mangelnde Zivilcourage daher nicht mehr sonderlich merkwürdig, sie ist schlicht eine Folge unseres rechtlichen Umgangs mit Tätern. Im Zweifel sucht man so lieber einen Sozialpädagogen, der die Situation durch "reden" und "Verständnis für die schwere Kindheit" schlichten kann.

    m, 46
     
    • # 23
    • 12.06.2014
    • Gast
    Hallo FS,

    Du schreibst:
    "Sogar ich alleine als Frau würde einer anderen Frau helfen, wenn ich so etwas mitbekommen würde."
    Das Wort "sogar" finde ich interessant. Auch wenn Frauen sich gerne selbst viktimisieren: der überwiegende Teil der Gewaltopfer ist männlich. Als Frau hat man immer Weibchenbonus, das schützt. Als Mann riskiert man ungefilterte, rohe Gewalt als Antwort. Frauen leben da in einer "Blase" und sind gerne mal recht locker mit der Forderung nach Gewalt.

    Ich war mal in so einer Situation. Ein junger Mann aus dem Haus in dem meine Wohnung war hatte Streit mit seiner Freundin. Freundin rennt auf mich zu und bettelt um Hilfe. Ich helfe, schlichte etc etc. Zwei Tage(!) später kommen mir beide freudestrahlend Hand in Hand entgegen.
    Seit dem denke ich mir: Warum soll ich da einschreiten? Die Dame steht auf böse Testosteronbomber, also darf sie die Suppe auch auslöffeln. Warum soll ich mich in Gefahr begeben?
    Weibliche Privilegien-Denkweise gepaart mit Doppelmoral.

    Wenn es für mich danach aussieht, als ob eine Frau von einem wildfremden Mann attackiert wird, würde ich trotzdem wieder eingreifen, ohne Zweifel. Bei Paaren denke ich mir: "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich".

    M31
     
    • # 24
    • 12.06.2014
    • Gast
    Ach, wenn sie dir dein Schultascherl stehlen, ist es genau dasselbe wie eine Vergewaltigung?
    Wie misogyn muss man sein, einen Diebstahl mit einer Vergewaltigung gleichzusetzen. Vergleichbar wäre höchstens, wenn sie dir einen Stock in den A***** rammen oder sonst sexuelle Handlungen an dir vornehmen. Was meinst du, wie sich dein Leben entwickeln würde, wenn eine Gruppe Jungs oder auch Mädels das mit dir machen würde. Habe mal bei Domian von so einem Fall gehört. Der Mann war ein psychisches Wrack, wurde arbeitsunfähig und suizidgefährdet. Also das können sehr wohl auch Männer nachvollziehen. Wenn sie denn wollen.
    Würdest du einem Mann helfen, der vergewaltigt wird? Ach nein, der kann ja prima damit weiterleben..
     
    • # 25
    • 12.06.2014
    • Gast
    Warum sollte ich mich für Frauen einsetzen, die mich im restlichen Alltag nicht einmal anlächeln? Ich würde ausschließlich dann eingreifen, wenn die Frau zum Bekannten- oder Freundeskreis gehört, oder erkennbar aus dem slawischen Raum stammt. Mit diesen Frauen habe ich im Gegensatz zu deutschen sehr gute Erfahrungen gemacht. Ansonsten ist es nicht mein Problem.
     
    • # 26
    • 12.06.2014
    • Gast
    Ich glaube, das ist wirklich ein wichtiger Aspekt. Ich habe sogar mal eine Situation mitbekommen, in der die Frau tatsächlich um Hilfe gerufen hat (unter meinem Fenster) und ich schon fast den Telefonhörer in der Hand hatte, um die Polizei zu rufen, als sich dann im weiteren Verlauf der Unterhaltung herausgestellt hat, dass sie ihn nur ärgern oder sonstwas machen wollte.

    Und bei einer still ablaufenden Vergewaltigung kann schätze ich wirklich niemand sehen, ob es nun freiwillig ist oder nicht. Es gibt ja auch einverständlichen härteren Sex, der auch mal im Freien stattfinden kann. Das kommt auch noch dazu.
     
    • # 27
    • 12.06.2014
    • Gast
    Wirklich eine sehr gute Frage!

    Ich habe vor kurzem mit Kampfsport (eine Art Ringkampf) angefangen und mir ab und an mal Selbstverteidigungsvideos im Internet angesehen. Rein konditionsmäßig bin ich als jahrelanger Ausdauersportler gut dabei, aber technisch eine Null.
    Dadurch kommts, dass mich Extremsituationen gewalttätiger Art beschäftigen, gerade wo ich jemand bin, der vor der Gewalt (von Natur aus) reflexartig wegsprintet wenns ernst wird.
    Fast schon traumatisch ist mir noch eine Schlägerei zwischen Männern in einer Disko in Erinnerung, wo ich (ok, ich bin mit 1,70 auch nicht der Größte) das weite gesucht habe - wie unmännlich(!) sogar hinter Frauen, was da irritierte Blicke auf mich zog (und im Nachhinein den Gedanke "Weichei, Weichei, Weichei", ich bin kein richtiger Mann).

    Klar würde ich versuchen, in einer ungefährlichen Belästigungssituation verbal den Angreifer zum Einhalten aufzufordern, in den meisten Fällen dürfte das wohl schon genügen.
    Ganz anders sieht es da glaube ich in einer extremen Belästigungs-/Vergewaltigungssituation aus.
    Da würde ich echt abwägen, ob es sinnvoll ist, verbal einzugreifen. Die Polizei verständigen würde ich auf jeden Fall (viele andere wahrscheinlich nicht). Was ich allerdings befürchte ist, dass ich -und wohl viele andere- den Ernst der Lage nicht wirklich einschätzen kann, gerade weil Vergewaltigungssituationen extrem krass und selten sind und in der Situation irreal erscheinen können. Psychologisch vermute ich ist das auch ein Schutzmechanismus, eine Art Selbstschutz.

    Nun noch ein Wort zum körperlichen Eingreifen. Das erscheint für mich extrem riskant und gefährlich, da ich erwartet, dass der Täter "außer Rand und Band" sein wird und brutal reagieren wird. Wer vergewaltigt schon zaghaft???
    Rein technisch betrachtet könnte man ja, wenn verbale Maßnahmen nicht greifen (und die Vergewaltigung nachweisbar aus-/weitergeführt wird) dem Angreifer "eins auf die Fresse hauen", ihm keine Ahnung die Nase brechen mit einem gezielten Faustschlag und ihn so "außer Gefecht zu setzen". So etwas in der Art hat mal eine ferne Bekannte von mir mal gemacht - und sie ist wegen dem oder einer ähnlichen Aktion vorbestraft (dann wars dann etwa mit einer Akademikerkarriere als Beamter).
    Natürlich könnte ich versuchen, den Angreifer vom Opfer wegzuzerren (und dann am besten zu Boden bringen und fixieren), doch ich glaube, dass endet in einer üblen Schlägerei.

    Ich bin mal gespannt auf gute, sachliche Beiträge und Tipps. Gerade wo ich mir (zu) zaghaft erscheine, was reale Gewalt angeht (im Gegensatz zu sportlicher "Gewalt").
    m27
     
    • # 28
    • 12.06.2014
    • Gast
    Na dann #19, ich wünsche dir, dass du nicht in die Lage kommst, dass dich zwei kräftige Typen packen und der Dritte dir von hinten "zu nahe" kommt, um zu verstehen, worum es bei einer Vergewaltigung geht. NUR "eins aufs Maul kriegen" im Schulhof ist ein Witz dagegen.
     
  8. Naja man ist nur verpflichtet die Polizei zu rufen und genau das würde ich auch machen. Ich begebe mich für eine fremde Frau in keine Gefahr. Dieses Verhalten hat mir die Gesellschaft ausgetrieben.
     

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