1. Zu hohe Ansprüche als Grund für Alleinbleiben?

    Es ist durch die Bahn positiv, wenn man genau weiß, was man möchte. Gerade bei der Partnersuche werden ehemalige Beziehungen als Maßstab für darauffolgende verwendet. Auf diese Weise hochgeschraubte Erwartungen können jedoch auch durchaus zu einer endlosen Suche führen, weil die Listen mit Ausschlußkriterien immer länger werden. Inwieweit ist hier ein „Herunterschrauben“ der Ansprüche angesagt oder sinnvoll, wenn man das Kennenlernen oder Verlieben in einem vorgefertigten Rahmen sonst erst gar nicht zulassen würde? (Dazu auch interessant dieser Magazinartikel.
     
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    • # 1
    • 20.01.2012
    • Gast
    Hohe Ansprüche an die Qualität des Charakters (damit meine ich Ansprüche an die Charakterstärke) finde ich absolut wichtig.

    Aber die meisten anderen Ansprüche, auf die viele Singles so stolz sind, finde ich lächerlich. Wenn die Annäherung schon daran scheitert, dass jemand ein heruntergekommenes Auto fährt (das angeblich nicht zu ihm passt), einen Anzug "nur" mittlerer Qualität trägt oder ein angeblich seltsames Täschchen umgehängt hat, dann wird es absurd.

    Ich denke, dass das, was manche Singles für anspruchsvoll halten, unbewusst nur vorgeschoben wird, um einer echten Partnerschaft auszuweichen. Die Bindungsängste lassen grüßen.
     
  3. Ja, ich glaube schon, dass viele Partnersuchende zu hohe und unrealistische Ansprüche haben.

    + absolut zu hohe Ansprüche ("suche Top-1%")
    + relativ zu hohe Ansprüche im Vergleich zum eigenen Marktwert
    + widersprüchliche Ansprüche (Schnittmenge sehr selten)

    Richtige Ansprüche sind auf jeden Fall:
    + ich möchte mich verlieben, mein Herz muss ja sagen
    + wir müssen kompatibel sein, also zusammenpassen und harmonieren
    + es muss einfach Spaß zusammen bringen und Zweisamkeit schön sein

    Kompatibilität in bezug auf Lebensstil, Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Freizeitverhalten, Gewohnheiten und Vorlieben, Intelligenz, Bildung und Qualifikation, Sexualität, Charakter und Persönlichkeit, Freundeskreis und Familie sowie Lebenszielen wie Kinderwunsch oder Hausbau. Wichtige Facetten der Persönlichkeit sind dabei zum Beispiel die Einstellung zu Distanz vs. Nähe und zu Dominanz vs. Unterordnung.
     
  4. Im Zusammenhang mit Ansprüchen geht es auch oft um Ausschlusskriterien im besonderen oder Selektionskriterien im weiteren Sinne. Auch diese sind nicht nur gerechtfertigt, sondern wichtig und notwendig. Wenn man weiß, dass bestimmte Eigenschaften oder Merkmale einfach inkompatibel sind, dann hat es auch keinen Zweck. Dabei gilt es natürlich wieder Realismus zu wahren und darauf zu achten, dass die Schnittmenge der Zielgruppe ausreichend groß bleibt.

    Ich persönlich suche zum Beispiel ausschließlich Nichtraucher, weil ich weiß, dass ich Rauchgestank absolut nicht ertragen kann. Das ist einfach nicht verhandelbar und für mich richtig.

    Ebenso ziehe ich grundsätzlich nur ledige, kinderlose Partner in betracht, weil Patchwork meiner Weltanschauung widerspricht und ich selbst eine intakte, normale Familie gründen möchte. Auch das ist für mich nicht verhandelbar.

    Desweiteren schließe ich esoterische oder religiöse Männer aus, einfach weil das niemals harmonieren würde.

    Wenn man diese drei Ausschlusskriterien zusammenfasst, so bleiben dennoch sehr viele Kandidaten übrig; diese drei Kriterien sind also nicht übertrieben oder hinderlich. Gerade in bezug auf meine sonstige Zielgruppe, die sich grob als Akademiker Ende 30 umschreiben lässt, sind diese Kriterien sogar besonders wenig hinderlich, weil einfach nur wenige Kandidaten meiner Zielgruppe rauchen oder schon mal eine Familie hatten und die wenigsten von den pragmatischen, netten Kerlen heute esoterisch-religiös sind.
     
  5. Am meisten im Wege stehen sich Partnersuchende, die unrealistische Ansprüche relativ zu ihrem eigenen Marktwert haben.

    Da gibt es völlig durchschnittliche Männer, die eher normal, bieder, langweilig wirken, die aber zugleich nur auf niedliche, hübsche Frauen mit richtiger Ausstrahlung stehen. Kann ich zwar irgendwo nachvollziehen, aber die Beutegruppe hat einfach dermaßen gute Chancen bei Kandidaten mit höherem Marktwert, dass es höchstwahrscheinlich nichts werden wird.

    Da gibt es völlig durchschnittlich aussehende, eher mäßig gebildete Frauen, die unbedingt einen Akademiker mit viel Geld und Status suchen und überhaupt nicht erkennen, dass die ihre Beutegruppe auch Chancen bei viel pfiffigeren, hübscheren Frauen hat.

    Der zweite Punkt, mit dem sich sehr viele Teilnehmer im Wege stehen, ist allerdings auch die Unverzeihlichkeit im Kennenlernprozess. Da wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, jede Aktion beim ersten Date ins Details gedeutelt, die Zeit bis zur nächsten SMS interpretiert und so weiter. Wer auf irgendeinem Gebiet eine Meinung hat, hat bei manchen schon verloren, wenn sie nicht tolerant oder gutmenschelnd genug ist. Wenn die Kleidung nicht exakt im Stil passt, geht es auch nicht -- und so weiter. Das ist alles nicht mehr konstruktiv.

    Richtig wäre, den Menschen in all seinen Facetten auf sich wirken zu lassen und zu schauen, ob die Chemie passt, die Wellenlänge stimmt und man einfach locker miteinander plaudern kann und die Zeit wie im Fluge vergeht. Das ist der beste Maßstab. Natürlich darf man beim Kennenlernen darauf achten, ob Ansichten und Wertvorstellungen, Lebensziele und Gewohnheiten miteinander harmonieren könnten, aber man sollte zugleich auch bereit zu Kompromissen, zum Abwarten von Entwicklungen sein und kaum etwas wird so heiß gegessen wie gekocht.
     
  6. Ich weiß nicht, ob man "zu hohe" Ansprüche haben kann. "Zu hoch" gemessen an was? Welche Parameter sollen hier gelten? Am gewünschten Ziel, einen passenden Partner zu finden vielleicht.

    Das, was Frederika schreibt in Bezug auf Ansprüche, gilt für mich.

    Ob "zu hohe Ansprüche" gemessen an dem eigenem Marktwert ist mir egal. Natürlich muss man Kompromisse eingehen, aber auch bei diesem Thema gibt es "Wohlfühgrenzen". Ja, ich habe Ansprüche, dazu stehe ich, und man braucht diese und die NoGos nicht aufzuzählen. Letzteres ist doch schon oft genug getan.

    Da ich so absolut keinen Mann zum Versorgen suche und ich auch ansonsten ein gutes Leben habe, habe ich kein Problem damit, zu warten, bis Mr. Right vielleicht eines Tages auftaucht. Wenn ja, wär's wirklich schon. Wenn es nicht passiert, bin ich keine für mich faulen Kompromisse eingegangen.
    Aber jeder mag da andere Haltungen haben.
     
    • # 6
    • 20.01.2012
    • Gast
    Ich habe den Anspruch, dass wir uns im Herzen als Frau und Mann wollen, der Kopf sein Okay gibt, und die Körper ineinanderpassen.

    Es geht nicht, wenn er extreme Aversionen gegen Teile meines Lebens (Beruf, Status, Hobby etc.) hat.
     
    • # 7
    • 20.01.2012
    • Gast
    Solange man mit dem Ergebnis (alleine bleiben) zufrieden ist, waren die Ansprüche nicht zu hoch, man ist ja immer noch besser dran als in einer entsprechenden Beziehung.

    Bleibt also nur noch keinen Partner abbekommen zu haben, weil man selbst abgelehnt worden ist oder weil es keinen Kandidaten gibt, der gut genug wäre.
    Im ersteren Fall sind die Ansprüche nicht zu hoch, sondern man selbst ist zu schlecht, im zweiten ist man eben einfach beziehungsunfähig.

    Und dann gibt es auch noch die Minderqualifizierten, die aussortiert wurden, dies aber nicht auf ihre eigenen Defizite zurückführen, sondern darauf, dass die Truppe, welche die Partner stellen sollte und die man selbst als minderwertig ansieht, nicht nach den eigenen Vorstellungen besser und dann besser auch willig sind.
    Solches Gedankengut schafft es dann bis in die Zeitungen und stellt den modernen Lifestyle.

    Das Problem sind nicht primär zu hohe Ansprüche ( die können ja berechtigt sein), sondern maximale Realitätsferne.
     
    • # 8
    • 20.01.2012
    • Gast
    Ich (m/41) denke, dass man seine eigenen Ansprüche immer wider aufs neue hinterfragen sollte. Jeder hat zwar Punkte, in denen er sehr anspruchsvoll ist, und das ist auch okay. Es sollten aber wesentlich mehr Punkte gegeben sein, wo man durchschnittliche Ansprüche hat oder sogar anspruchslos ist.

    Ich z.B. möchte eine Partnerin ohne Kinder/Kinderwunsch, dafür muss sie aber nicht kochen können und leicht unterdurchschnittliches Aussehen wäre noch okay für mich.
     
    • # 9
    • 20.01.2012
    • Gast
    Meiner Meinung nach liegt die geringe Erfolgsquote nicht an den zu hohen Ansprüchen, sondern an der Art des Kennenlernens hier. Online-Datenbanken sind gut, um Waren anzubieten, aber völlig ungeeignet um Menschen "anzubieten" und katastrophal, was den Umgang, Respekt udn Achtung von anderen angeht. Der einzig menschlich richtige Weg ist, direkte Kontaktmöglichkeiten von Mensch zu Mensch herzustellen, d.h. auf normalem Wege wo sich Menschen real begegnen. Dann hört dieses absurde "Abhaken" auf, weil es auf natürlichem Wege viel subtiler abläuft, da sehe ich den Menschen als ganzes, relativiere sofort mein Vorurteil, wenn der Mann z.b. eine unvorteilhafte Hose anhat, sehe ich das nicht so eng, weil mich sein Humor verzaubert... usw.
     
    • # 10
    • 20.01.2012
    • Gast
    Sehe ich nur bedingt so.

    Ich finde, es sollte sich einfach nur gut anfühlen!

    Das ist der einzige Anspruch, den ich habe.

    Um dieses Gefühl gut spüren zu können, sind sicher die vielen Erfahrungen nötig, die man so im Laufe des Lebens macht. Und das lässt man sich auch nicht mehr auf Jeden ein und wird ruhiger und bleibt evtl. auch mal eine zeitlang allein.

    w,39
     
    • # 11
    • 20.01.2012
    • Gast

    Danke - genau dieser Meinung bin ich auch.
    Ich bin seit ca. 5 Jahren online auf Suche und es wird mit jedem Jahr schwerer. Das hat sicher nichts mit meinem zunehmenden Alter oder meiner zunehmenden Ansprüchen zu tun sondern einfach damit, dass man im Glauben ist, man hätte wirklich Tausende von potentiellen Partnern zur Auswahl.
    Es ist wie in einer großen Speisekarte, man kann sich nicht entscheiden. Hätte man aber nur eine kleine Auswahl, dann würde man automatisch auch weniger Ansprüche stellen. So denkt man immer "vielleicht gibt es ja noch einen Mann mit 1,80 statt 1,75 oder eine Frau mit längeren Haaren"
    Meine Ansprüche sind nicht übertrieben, aber was mir fehlt, ist der Zauber der ersten Annäherung. Es ist alles so geschäftsmäßig und kopflastig. Nein, das macht keinen Spaß mehr und ich habe es auch nicht nötig, mich anzupreisen und meine Vorteile herauszustellen um dann gesagt zu bekommen, dass ich leider eine Kleidergröße zu viel habe.
     
  7. Man muß nicht Alles akzeptieren. Aber man muß sich auch nicht Alles gefallen lassen,

    Oft erlebt: Je attraktiver die Frau - desto höhere Ansprüche hat sie. Und bleibt ggf. jahrelang Single.
    Bei einer Frau vermute ich, daß sie seit zehn Jahren Single ist. Aber jeden Tag sinngemäs "ich bin die Schönste im Land".
    Wie will man Liebe und Partnerschaft erleben, ohne Partner ? Weil ihr kein Mann gut genug ist ?

    Dates: Viele Frauen erwarten, daß sie sich sofort verlieben - sonst Absage. Solche Hollywood-Klischees gibts im Kinofilm oder TV-Serie, aber selten in der Wirklichkeit.

    Selbst ein Traummann kann sich zum Alptraum entpuppen. Siehe z.B. Paare und Trennungen unter Promis. Wenn die Frau aber nicht mehr attraktiv ist, oder z.B. krank im Bett oder Rollstuhl wäre, dann wäre sie froh, über einen Partner mit anderen Qualitäten. Aber dann ist es für sie meistens zu spät.

    Ich habe kein Mitleid mit solchen übertrieben denkenden Frauen. Sollen ruhig alleine bleiben, und stets Absagen bekommen. Und den Männern dadurch Vieles ersparen.
    Aber solange es noch Männer gibt, die auf solche Frauen herein fallen, wird sich nichts ändern ?

    Ein Bekannter wechselte von der "schönen Prinzessin" zum "Aschenputtel" als neue Partnerin.
    Weil er die Launen, den Ärger, die Ansprüche und die Trinkerei der "Prinzessin" satt hatte.
    Die "schöne Prinzessin" ist inzwischen wieder als Notfall in der Suchtklinik, diesmal mit über zwei Promille. Sucht aber trotzdem einen "guten" und finanziell solventen Mann, der sie heiratet.
    Während das "Aschenputtel" mit menschlicher Wärme und gesunder Sparsamkeit beeindruckt.
    Und mit ihrem Partner weit mehr bekam, als ihre Ansprüche waren.
     
  8. T-Shirt Spruch (sinngemäs):"Ich bin Single, weil die Auswahl so schlecht ist"
    Wer hat recht ? Der Single ? Oder weil "er den Wald vor lauter Bäumen" nicht sieht ?

    Bei der Partnersuche muß man Kompromisse eingehen, sonst bleibt man alleine. Die Lebenszeit reicht i.d.R. nicht aus, den absolut passenden Traumpartner zu finden.
    Man muß nicht alles am Partner akzeptieren, aber kann es tolerieren. Wenn man "unterm Strich" mit diesem Partner trotzdem zufrieden ist.

    Ich vergleiche das mit dem Autokauf. Das universell perfekte Auto gibt es nicht. Jedes hat Vor- und Nachteile. Aber man sollte sich für Eines entscheiden, sonst muß man weiter zu Fuß laufen.
    Was ist besser: Laufen ... oder fahren ?

    Viele Leute fragen mich: Wann ist es am besten einen Computer zu kaufen ? Weil die Modelle und Preise sich ständig ändern. Ich antworte: Wenn Du jetzt einen Computer haben willst, dann kaufe jetzt !

    Ich suchte eine Digital-Fotokamera. Bei Ebay sprudeln laufend jede Minute solche Angebote.
    Ich entschied mich innerhalb fünf Minuten für das nächstbeste Gerät, was meinen Ansprüchen halbwegs entgegen kam. Egal welche weiteren Angebote danach.
    Ich fotografiere noch heute mit dieser Kamera, und bin sehr zufrieden. Obwohl ich inzwischen auch bessere Kameras habe, aber tlw. mit anderen Nachteilen.

    Wer sich nicht entscheiden kann, der erreicht nichts. Sondern träumt weiter.
     
    • # 14
    • 21.01.2012
    • Gast
    ich habe nur einen einzigen anspruch: ich will verliebt sein in den partner. wenn ich mich in den durchschnittlich verdienenden krankenpfleger, der 5 cm kleiner ist als ich verliebe, ist mir der tausend mal lieber als der reiche 1,90 m große durchtrainierte vorstandsvorsitzende.

    gibt es denn wirklich leute die zwar in jemanden verliebt sind, aber trotzdem weiter suchen nur weil irgendwelche kriterien auf ihrer anspruchsliste nicht erfüllt sind? wenn ja,steht man sich da wirklich selbst im weg und sollte was ändern. aber niemand sollte einen partner nehmen in den er nicht verliebt ist. schon gar nicht weil das umfeld einem einredet dass man einen schlechten marktwert hat und deshalb froh sein soll dass sich überhaupt jemand für einen interessiert.
     
    • # 15
    • 21.01.2012
    • Gast
    Ich denke, dass mit fortschreitendem Alter die Leichtigkeit und Unbeschwertheit der Jugend Stück für Stück unbewusst verloren geht und man von daher jeden potentiellen Partner oder eine eventuelle Partnerin nach allen möglichen rationalen Kriterien betrachtet, statt auf das sicherste, aber auch simpelste aller Zeichen von einem selbst zu achten, das Bauchgefühl.
    Die eigenen Idealvorstellungen von einem Partner kollidieren in den meisten Fällen mit den Idealvorstellungen des Gegenübers und die Verwunderung, manchmal sogar Empörung ist dann groß, warum das Ganze nicht funktioniert hat. Es ist super anstrengend immer zu gefallen, für angemessen betrachtet zu werden, als ganzheitliches Statussymbol genehmigt zu sein, aber selbst mit Krönchen auf dem Kopf, in allen Listenkriterien überzeugt zu haben, ist es eins nicht, ein gutes Bauchgefühl.
     
    • # 16
    • 21.01.2012
    • Gast
    Diesen letzten Satz möchte ich noch einmal hervorheben. Die Menschen, die hoffen, an der nächsten Ecke (oder im Netz beim nächsten Klick) kommt noch was besseres, werden nicht fündig. Für mich sind zu hohe Ansprüche immer ein Zeichen von Angst vor Nähe. Mehr nicht. Und Menschen mit Traumvorstellungen müssen weiter träumen, da die Realität nie so ist wie im Traum.

    Dieses "Ich weiß, was ich will" sollte man lieber durch "Ich weiß, was ich bin und wie ich fühle" ersetzen.

    w,39
     
  9. Da hast Du den Grund aus dem heraus Dein Vergleich merklich hinkt gleich mitgeliefert. Partnerschaften sind, jedenfalls für die, die sich eine echte, auf Dauer angelegte, Lebenspartnerschaft wünschen, eben etwas anderes als Konsumgüter. Kameras kann ich im Zweifel viele haben, für jede Situation eine. Eine Partnerin muss für alle Situationen "passen". Und eine Partnerin kann ich auch nicht mit akzeptablem Verlust bei eBay als Gebrauchtware wieder loswerden und mir gleichzeitig dort auch eine neue kaufen. Insofern ist es richtig und wichtig, sich darüber, wer als Partnerin oder Partner in Frage kommt mehr Gedanken gemacht zu haben als zu der Frage "Nikon oder Canon?".

    Aber, in dem Punkt gebe ich Dir recht, im Zweifel muss man sich auch in Bezug auf eine mögliche Partnerschaft trauen eine klare Entscheidung zu treffen.
     
  10. Das Problem dabei ist, dass das Entdecken all dieser Facetten gerade bei interesanten, nicht (zu) einfach gestrickten Menschen mitunter viel Zeit erfordert. Und weil für viele hier Zeit die mit Abstand knappste Resource ist neigen wir alle, die einen mehr und die anderen vielleicht etwas weniger, dazu auch beim Kennenlernen Zeit sparen zu wollen.

    Das führt nicht selten dazu, dass man, anstatt den anderen in seinem Facettenreichtum wahrnehmen zu wollen sehr schnell und oft unbewusst innerlich Checklisten abarbeitet und sich dabei lediglich auf Äußerlichkeiten und den ersten Eindruck stützt. Damit fallen einerseits viele durchs Raster, die bei näherer Betrachtung möglicherweise recht gut gepasst hätten und andererseits setzen sich oft auch solche Kandidatinnen und Kandidaten durch, die mit "Mehr Schein als Sein" schon recht umfassen beschrieben sind.

    Und wenn dann der Beziehungsversuch mit einem solchen Partner, wie absehbar, gescheitert ist folgt regelmäßig nicht etwa die Erkenntnis, beim nächsten Mal genauer hinsehen, im Zweifel auch auf Zwischentöne achten und auch mal die weniger "herausgeputzten" und auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbareren Kandidatinnen und Kandidaten ins Auge zu fassen. Stattdessen wird die persönliche No-Go-Liste um irgendein weiteres im Grunde für eine Beziehung völlig bedeutungsloses Detail erweitert, und zwar solange, bis am Ende nur noch solche Kandidatinnen und Kandidaten übrig bleiben, die im Grunde für eine Beziehung ungeeignet sind, weil keine halbwegs vernünftige Frau und kein halbwegs vernünftiger Mann all diese vielen bisweilen höchst absurden No-Gos, Regeln und was auch sonst da immer angeführt wird auch nur ansatzweise anzuerkennen.

    Insofern führen gerade manche sog. "Ansprüche", die in Wirklichkeit eher die ungeschickte innere Reaktion auf Enttäuschung sind, dazu, dass man immer und immer wieder genau die Falschen kennenlernt.
     
    • # 19
    • 21.01.2012
    • Gast
    Na, da siehst du aber doch, dass es auch bei den Männern nicht anders läuft. Warum muss es unbedingt die schöne Prinzessin sein? Auch Männer müssen erst kapieren, dass sich hinter so manchem Aschenputtel eine echte Prinzessin verbirgt.
    Ich glaube, da geben sich Männer und Frauen nichts.

    Trotzdem bin ich weit davon entfernt, meine Ansprüche zu reduzieren. Ich brauche keinen Mann um jeden Preis und ich bin nicht froh, dass ich wenigstens irgendeinen Mann abbekomme. Aber meine Ansprüche richten sich auch weniger auf Statussymbole oder Äußerlichkeiten sondern eher auf Wärme, Humor, Zärtlichkeit und Feingefühl. Und da gehe ich auch nicht runter. Solange ich diesen Mann nicht finde, will ich auch keinen anderen. Und ich mache täglich die Erfahrung, dass Männer mit 50 + nur noch Ansprüche stellen ohne etwas gegensetzen zu können.
    w 55
     
  11. Ich bin 8 Jahre kein Auto gefahren, bis ich mir eines leisten konnte das mir wirklich gefällt. Alle andere Notlösungen davor hätte ich nicht so geachtet und "geliebt" wie dieses jetzt.

    Kein Anspruch an Design, Qualität und Ergebnisse? Wenn alles irgendwie gut genug ist, verstehe ich nicht, wie Du keine Frau finden kannst.

    Entscheiden können sich die meisten Leute schon, nur nicht für alles und jeden.

    Ein Freund von mir redet von Autos die er gern hätte, von Wohnungen wie er gern wohnen würde und Frauen die ihm gefallen könnten. Aber er bringt seltenst die Geduld und Zeit auf sich darum zu bemühen. Da wird dann irgendein Auto gekauft (welches eher schlecht als recht ist), da wird unüberlegt in eine Bude gezogen die im Assi Viertel liegt und wo er sich nach 3 Tagen schon unwohl fühlt und bei Frauen ist er wahrscheinlich nicht anders.
    Kann ich nicht nachvollziehen.

    @FS
    Zu hohe Ansprüche sind, denke ich, oft nur vorgeschobene Gründe, weil man eigentlich Angst hat vor mehr, oder weil man die geliebte Autonomie auch nicht für jeden aufgeben will.

    Mein erster Anspruch ist ein hübsches Gesicht und wenn das passt, dann bin ich sehr Kompromissbereit. Was nicht heißt, das ich Zicken akzeptiere.
     
  12. Ich verstehe, was Du mit diesem Vergleich sagen willst -- aber ich glaube, die Aussage ist falsch. Das nächstbeste Geräte und dann auch noch eines, das Deinen Ansprüchen nur halbwegs entgegen kam. Ist das wirklich der Anspruch an eine Partnerin? Ich denke, nein.

    Hier lieferst Du doch selbst schon das Gegenargument: Man kann eben nicht nach ein paar Jahren noch ein paar weitere "Kameras" nebenbei haben. Vielweiberei ist einfach nicht üblich in Deutschland. Fremdgehen auch nicht.

    Eine Frau zum Kochen, eine zum Vögeln, eine für die Freizeit. Alles klar. Das funktioniert mit Kameras, aber eben nicht mit Partnerinnen. Genau deswegen muss man eine Partnerin (und natürlich auch umgekehrt einen Partner) besser auswählen, als eine Digitalkamera auf ebay.
     
    • # 22
    • 21.01.2012
    • Gast
    Ich bin derselben Meinung wie Frederika. Meiner Ansicht nach überschätzen sich die meisten Männer ganz extrem. Ich habe ein paar Kilo zu viel auf den Hüften, bin aber nicht wirklich dick und auch nicht unattraktiv. Zwar kann ich verstehen, dass ein Mann in der Liga eines Orlando Bloom oder Brad Pitt eine Partnerin aus seiner Liga bevorzugt. Solche Männer ziehe ich als Partner erst gar nicht in Betracht.

    Was mich aber maßlos ärgert sind die Männer mit mehr oder weniger starkem Übergewicht, Haarausfall, geringer Körpergröße usw., die jahrelang über ihr Dauersingleleben jammern, aber keine Kompromisse hinsichtlich des Aussehens ihrer Partnerin machen. Es muss immer eine Superdupertraumfrau sein, auf die alle anderen Männern auch stehen. Alle wollen nur den klassischen Männerschwarm und nicht die nette Frau von nebenan. Natürlich haben sie beim Männerschwarm keine Chance. Aber lieber heulen sie der Frau ewig hinterher und warten bis die nächste Traumfrau aufkreuzt, statt einer Frau wie mir eine Chance zu geben.
     
    • # 23
    • 21.01.2012
    • Gast
    einige schildern hier punkte, die auch ich so sehe:
    ich will wenn einen partnerschaft mit jemandem eingehen, in den ich mich verliebe. das ist ein phänomen, das aus einer ganzheitlichen betrachtung erfolgt, also in erster linie typ und optik, humor, anziehung, charakter. wenn ich jemanden auf anhieb sehr mag, dann fällt es bei intensivierung der gefühle einfach, über abstriche schnell hinweg zu sehen und kompromisse einzugehen usw.
    es sind also nicht zu hoch gesetzte ansprüche, sondern vielmehr viel geringere ledige partner, die ich in meinem alter kennen lerne, dazu kommt job und wenig zeit, die es verhindern, ständig irgendwo jemanden kennen lernen zu können.
    dennoch ist für mich die online-suche aus gründen, die "9" beschrieben hat, keine option. ich bin auch nach jahrelangem singlesein nicht da angekommen, dass ich dieses abchecken im katalog dem singlesein vorziehen möchte.
     
    • # 24
    • 22.01.2012
    • Gast
    Richtig. Man muß sich nicht alles gefallen lassen und akzeptieren - als Frau auch nicht.

    Das ist reine Spekulation - ich vermute, die wenigsten Frauen sind so. Sie denken eher wie #16. "....ich weiß wer ich bin und wie ich fühle"

    Da hast du Recht. Dennoch bin ich sicher, daß die Mehrheit der Frauen (der Nicht-Prominenten) ihren Partner im Krankheitsfall verlassen. Die Männer scheinen da schon eher geneigt, sich anderweitig zu orientieren. So meine Beobachtung.

    Dasselbe gilt doch andersherum ebenso, wenn nicht sogar mehr: Solange es Frauen gibt, die auf solche Männer hereinfallen... So jedenfalls meine Beobachtung, es ist aber vielleicht auch etwas herkunftsbedingt. (Die Frauen, die sich so benehmen, wie du hier schreibst, sind durch die Bank weg einfach primitive Schlampen.)

    Du verallgemeinerst mir hier zu sehr - dasselbe gilt umgekehrt natürlich genauso, und Ausnahmen bestätigen ja immer die Regel.
     
    • # 25
    • 22.01.2012
    • Gast
    2. Teil:

    Dieses Beispiel kommt mir gerade recht:
    Eine geschiedene Bekannte wird von ihrem alkoholkranken Mann noch nach der Scheidung durch Nichtbeibringen von Unterlagen und wüsten Bezichtigungsbriefen ans Sozialgericht schikaniert und blockiert.
    Er hatte sie sonst immer "unter der Fuchtel" - jetzt, wo sie endlich selbstständig und selbstbewusst wird nach jahrzehntelanger Ehe sieht er seinen erpresserischen Einfluß schwinden und beschimpft sie, sich von "realitätsfernen Personen" beeinflussen zu lassen.
    Er aber hat "Berater", die nur seine geschönte Version kennen - und mit diesen Ratschlägen heult er dann den Kindern etwas vor und beeinflusst diese auch noch gegen die Mutter.

    Und - jetzt kommts: Er ist derjenige, der lt. eigener Aussage demnächst eine mehrmonatige Entziehungskur macht...
    Seine Exfrau hat das nicht nötig - die lebt bescheiden angepasst in der neuen Situation und ist weit entfernt vom Alkoholismus.
    Sie lebt in einem Kreis solider, ehrlicher, anständiger Menschen, die sich um sie kümmern, ihr Mut machen und sie stützen und mit denen sie ungeschönt ihre übrigens beweisbaren Probleme mit dem Exmann besprechen kann.
    Ihre Freunde kennen den Exmann auch und sind entsetzt über dessen negative Entwicklung.

    Da du oben übrigens das Kino- und TV-Serien-Wunschdenken so anprangerst möchte ich dir raten: Komm du weg von deinem Märchendenken...;-)
     
    • # 26
    • 22.01.2012
    • Gast
    Die Ansprüche können nie zu hoch sein.

    Partnersuche online gleicht eher einer Warenbestellung per Katalog als einer normalen Beziehungsanbahnung im RL.

    Inwieweit der/die ein oder andere bei dem jeweiligen Partner Zugeständnisse zu machen bereit ist, obliegt ja jedermann/-frau selbst.

    Persönlich bin ich der Ansicht "entweder es paßt oder es paßt nicht". Die Türen zurecht zu biegen und passend zu machen, bringt in aller Regel nichts, da in den meisten Fällen sich irgendwann doch herausstellt, daß es nicht funktioniert.

    Muß jede/r selbst wissen, ob er/sie sich vom Gefühl oder vom Verstand leiten läßt.

    m, 50
     
    • # 27
    • 22.01.2012
    • Gast
    Ich warte einfach auf jemanden, in den ich mich verlieben kann. Das ist keine bewusste Entscheidung, sondern das kommt einfach, weil der Mann dann einfach passend ist. Nur leider passiert das zum einen sehr selten und zum anderen heißt das auch nicht unbedingt, dass der Mann noch frei ist. Aber ich habe auch keine Lust, mich mit irgendwem zufrieden zu geben. Natürlich könnte ich morgen schon nicht mehr alleine sein, wenn ich mich in einer Singlebörse anmelden und da den nächstbesten Verzweifelten nehmen würde. Aber das will ich nicht. Das ist nicht das, was ich mir von einer Partnerschaft erhoffe und ich kann darin auch keine Vorteile erkennen. Ich bin nicht gerne Single. Aber das ist immer noch besser, als einen Freund zu haben, der mir nicht richtig gefällt.
     
    • # 28
    • 22.01.2012
    • Gast
    im normalen leben trifft man einen menschen, sieht ihn/sie und man findet sich sympatisch/anziehend (bestensfalls haut einen die begegnung um) und dieser moment dauert manchmal nur sekunden und man weiß: jo, den finde ich gut! in diesem kurzen moment habe ich nicht die zeit, alle auswahlkriterien, die ich in "meinem" internetleben so hoch wichtig finde, anzubringen.

    das fängt bei so belanglosen dingen wie alter, gewicht und haarfarbe schon an. du siehst ihn und findest ihn toll. im internet hättest du sein profil nicht mal angeschaut weil er hat 5 pfund zu viel, ist 5 jahre älter als gewünscht und nicht dunkelhaarig sondern rotblond.

    jeder ist seines eigenen glückes schmied. da ist schon was dran. wenn man die profile der mitmenschen liest, muss ich oft schmunzeln und denke dann.....such du mal schön weiter, das wird nie was.

    wenn alle mit ihren ansprüchen auf dem teppcih bleiben würden, wäre die suche nach den richtigen partner doch auch schon schwierig genug. wer aber mit seiner einkaufsliste in der hand durchs leben geht.......

    w53
     
    • # 29
    • 14.12.2012
    • Gast
    Die absurd hohen Ansprüche sind der Hauptgrund schlechthin für das Singledasein. Meine Partnerin hat bei mir nach unten gedatet, wir lieben uns und sind hemmungslos glücklich.

    Höchste Ansprüche haben wir beide nur an die emotionale Verbundenheit gestellt. Die Restprobleme (Fernstbeziehung, Familie, Finanzen usw.) sind dann gemeinsam lösbar - und gemeinsame Erfolgserlebnisse. M 36
     

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