Ein Paar hat sich kennengelernt und zieht jetzt zusammen, sie liegen lachend zwischen Umzugskartons

Trendwende: Immer mehr Paare lernen sich online kennen – Freundeskreis nur noch auf Platz zwei

von Beatrice Bartsch , 4. Feber 2021

Haben sich bis vor einigen Jahren noch die meisten Paare über den Freundeskreis gefunden, zeichnet sich jetzt eine Trendwende ab. Das zeigt die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2021. Immer häufiger beginnen Beziehungen demnach im Internet: In den letzten fünf Jahren hat sich mehr als jedes dritte Paar online gefunden. Die Corona-Krise verstärkt diesen Trend sogar noch. Trotzdem bleibt das persönliche Umfeld weiterhin relevant für Liebessuchende. Wer dagegen allein auf Hobbys, Sport, Reisen oder den Zufall setzt, war noch nie gut beraten.

In den letzten fünf Jahren haben sich mehr Paare online kennengelernt als über Freunde

Der größte Liebeskuppler war lange Zeit der Freundes- und Bekanntenkreis. Doch in den letzten fünf Jahren hat sich das verändert, wie die aktuelle bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie zeigt. Dafür wurden mehr als 4.000 Paare befragt, wo sie sich kennengelernt haben. Das Ergebnis: Unter den Paaren, die innerhalb der letzten fünf Jahre zusammenkamen, liegt die Partnersuche im Internet vorn. So hat sich jedes dritte Paar, das zwischen einem und fünf Jahren liiert ist, online gefunden (35 Prozent). Fast jede zweite Beziehung (43 Prozent), die erst vor drei Monaten bis einem Jahr begann – eine Phase, die in weiten Teilen durch die Corona-Krise geprägt war – ist online entstanden. Der Freundeskreis als Initiator folgt jeweils auf Platz zwei (3 Monate bis 1 Jahr: 31 Prozent, 1 bis 5 Jahre: 28 Prozent).  

Bars, Clubs und das berufliche Umfeld verlieren an Bedeutung

„Einfach mal öfter ausgehen“ lautet ein gut gemeinter Tipp, den sich Alleinstehende oft anhören müssen. Fragt man Singles, wo sie glauben, jemanden kennenzulernen, liegen Bars, Clubs, Diskotheken und Cafés mit 38 Prozent immerhin auf Platz vier. Doch tatsächlich haben sich gerade einmal 15 Prozent aller Paare so kennengelernt. Tendenz fallend: Während sich vor der Jahrtausendwende noch 22 Prozent der Paare zwischen Tresen und Tanzfläche verliebten, fand sich in den letzten drei Jahren nur noch jedes zehnte so. Und auch im beruflichen Umfeld funkt es seltener nachhaltig: Unter den Paaren mit mehr als zehn Jahren Beziehungsdauer sind 16 Prozent über den Job zusammengekommen, zuletzt waren es nur noch zwischen elf und 13 Prozent. Relativ konstant bleibt dagegen die Zahl derjenigen, die sich durch Studium, Ausbildung und Schule kennenlernen: etwa jedes zehnte Paar.

Hobbys, Sport und Reisen: Nur mit viel Glück funkt es auf dem Tennisplatz

43 Prozent der Singles glauben, über ein Hobby oder Interessengebiet, also etwa beim Sprachkurs, im Verein oder Ehrenamt besonders gute Chancen zu haben, jemanden kennenzulernen. Doch damit liegen sie dramatisch daneben: Gerade einmal sieben Prozent aller Paare haben sich über ein Hobby kennengelernt. Noch schlechter eignen sich Fitnessstudio und Tennisplatz, um nach einem Partner Ausschau zu halten. Auf diese Weise treffen gerade einmal drei Prozent der Paare aufeinander. Auch auf Reisen verliebt man sich höchst selten (3 Prozent).

Schon immer ein Mythos: Nur vier Prozent der Paare lernen sich per Zufall kennen

Und was ist mit dem guten alten Zufall? Zwar meinen 29 Prozent der Singles, der oder die Richtige könnte irgendwann im Supermarkt, der U-Bahn oder im Park einfach vor ihnen stehen. In der Realität haben sich aber gerade einmal vier Prozent der Paare per Zufallsbegegnung kennengelernt. Und das nicht erst, seit Smartphones ständige Begleiter sind: Auch bei Langzeitpaaren liegt der Anteil nicht höher als fünf Prozent. Wer auf den Zufall wartet, wartet also mitunter lange.

Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner: „Der Zufall bringt selten diejenigen zusammen, die auch auf Dauer zueinander passen“

„Auf den passenden Partner per Zufall zu hoffen, ist mit dem Wunsch verbunden, so etwas Besonderes wie die große Liebe solle mit einer außergewöhnlichen Geschichte verbunden sein“, so Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner. „Doch der Zufall ist kein hilfreicher Kuppler, da er selten diejenigen zusammenbringt, die auch auf Dauer zueinander passen. Da ist der Freundeskreis erfolgreicher: Dort trifft man Menschen aus einer ähnlichen Lebenswelt mit einer größeren Schnittmenge hinsichtlich der Einstellungen, Werte und Interessen. Und genau das ist auch das Prinzip von Dating-Apps, die mit einem wissenschaftlichen Matching arbeiten, wie ElitePartner. Es freut mich zu sehen, wie bedeutsam dieser Weg geworden ist, vor allem während der Corona-Pandemie, in der andere Kontaktmöglichkeiten stark reduziert sind.“