Vorspiel in der Statistik durch leeres Bett kurz nach dem Aufstehen dargestellt

Vorspiel? Männersache! Was die Deutschen von gutem Sex erwarten

von ElitePartner Redaktion , 7. Juni 2016

Im Frühling erwacht das Liebesleben vieler Paare aus dem Winterschlaf und auch Singles sehnen sich wieder mehr nach sexuellen Begegnungen. Doch was wünschen sich die Deutschen wirklich im Bett? Die ElitePartner-Studie hat diese Frage 3.652 Internetnutzern gestellt und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Let’s talk about sex: Zwei Drittel der Deutschen wollen über Phantasien sprechen

Zunächst offenbaren die Ergebnisse eine eher typische Eigenschaft der Deutschen: Das Bedürfnis, zu reden und zu diskutieren. Zwar sind das Wichtigste im Bett Vertrautheit und Nähe, die für 82 Prozent der Befragten untrennbar zu gutem Sex dazugehören. Doch das Bedürfnis, sich verbal über sexuelle Wünsche und Phantasien auszutauschen, schafft es mit fast zwei Drittel Zustimmung auf den zweiten Platz.

Etwas Altes, etwas Neues? Eine Prise Abenteuer gehört im Bett dazu

Aber die Deutschen haben auch eine abenteuerliche Seite. Für 61 Prozent der Befragten gehört es zu gutem Sex dazu, gemeinsam Neues auszuprobieren – und damit aktiv gegen Langeweile im Bett vorzugehen. Knapp die Hälfte wünscht sich verschiedene Stellungen und für 44 Prozent sind abwechselnde Orte wichtig. Dagegen sind Heiße Dessous, Sex-Talk und Dominanz für die meisten höchstens optionaler Bestandteil eines gelungenen Liebesspiels. Übrigens sind Männer generell anspruchsvoller: Außer bei dem Wunsch nach Vertrautheit erreichen sie in allen Punkten höhere Werte.

Wenn’s mal wieder länger dauert… freut das vor allem die Männer

Ein Blick auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern offenbart Unerwartetes: Ein langes Vorspiel – um so richtig in Stimmung zu kommen – wird oft den vermeintlich romantischen Frauen zugeschrieben. Die ElitePartner-Studie zeigt jedoch, dass es sich genau anders herum verhält. Für 31 Prozent der Männer ist ein langes Vorspiel wichtig, aber nur für 23 Prozent der Frauen. Das bedeutet auch, dass knapp vier von fünf Frauen nichts dagegen haben, wenn es mal schneller zur Sache geht. Der Geschlechterunterschied in dieser Frage ist übrigens unabhängig davon, ob ein Mann Single ist oder nicht – und nimmt unter den Paaren mit Kindern sogar noch zu.

Liierte probieren sich aus, Singles wollen lieber kuscheln

Auch zwischen den Laken scheint sich zu bewahrheiten, dass Menschen meist genau das begehren, was sie derzeit nicht haben. So ist es für Singles deutlich wichtiger, nach dem Sex zu kuscheln oder beisammen zu liegen (64 Prozent der Singles gegenüber 60 Prozent der Liierten). Andersherum streben die Liierten im Bett etwas stärker nach Neuem: Für 63 Prozent von ihnen gehört das zu gutem Sex dazu, aber nur für 59 Prozent der Singles. Es scheint: Wer ohnehin wechselnde Partner hat, für den ist die Abwechslung beim Akt selbst kein Muss.

Frustrationsthema Abwechslung: Je enger die Bindung, desto größer die Unterschiede

Die Studie zeigt aber auch, dass das Thema Abwechslung im Bett das größte Frustrationspotenzial birgt – gerade für Vergebene. Denn obwohl der gewisse Hauch von Abenteuer für beide Geschlechter eine Rolle spielt, ist Männern dieser Aspekt deutlich wichtiger als Frauen. Während der Meinungsunterschied unter Singles noch erträglich scheint, tun sich drastische Unterschiede auf, sobald Männer und Frauen eine Beziehung eingehen. Bei den Fragen nach verschiedenen Stellungen und abwechselnden Orten unterscheiden sich die Meinungen der Singles um neun beziehungsweise fünf Prozent. Männer und Frauen in einer Beziehung lagen dann in beiden Fragen schon 17 Prozent auseinander. Und unter den Verheirateten tun sich sogar Unterschiede von bis zu 20 Prozent auf.

Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin, Single- und Paarberaterin, rät Paaren, das Thema Abwechslung mit viel Gelassenheit anzugehen und vor allem intensiv über die eigenen Wünsche zu sprechen: „ Dass Frauen es im Bett gerne mal schneller und rauer wünschen und Männer das längere Vorspiel genießen, sorgt nur solange für überraschtes Staunen, bis sich Paare wirklich über Ihre Bedürfnisse austauschen. Die Ergebnisse zeigen, dass Paare das grundsätzlich wissen, doch oft fällt es ihnen schwer, diese Offenheit auch in der Realität zu leben. Viel sexuelle Anziehung und Potential bleibt deswegen unentdeckt und könnte doch für so viel mehr Abwechslung sorgen. Mein Rat daher: Nach dem Sex ist die beste Gelegenheit, dem Partner noch mehr über sein Innerstes zu verraten. Und damit meist Türen für neue Lust aufzustoßen.“