Wie Facebook der Liebe schadet: Frau hat alles im Blick

Liebe und Leid mit Facebook und Co.

von: ElitePartner Redaktion , 26. Oktober 2009

Facebook, Instagram, Xing und Co – soziale Netzwerke machen die Kommunikation ultra-schnell, ultra-leicht und ultra-öffentlich. Perfekt fürs Kennenlernen und die Partnersuche. Doch kommt es zur Trennung, holen einen die einstigen Vorteile ganz schnell wieder ein.

Nichts zu verbergen?

Annika (33) ist schon lange bei Facebook. Ein Instagram-Profil hat sie natürlich auch. „Ich finde es toll, dass man sich auf diese Weise mit so vielen Menschen austauschen kann“, sagt die Innenarchitektin begeistert. Die fehlende Privatsphäre macht ihr nichts aus – schließlich habe sie nichts zu verbergen. Annika findet es außerdem super, dass sie bereits vor einem ersten Treffen eine Menge über ihr Gegenüber erfahren kann. Doch dieses öffentliche Leben ist nicht ohne Risiko.
Viele nutzen diese Seiten völlig unbedarft – ungeachtet des fehlenden Schutzes der Privatsphäre. Single-Coach Lisa Fischbach warnt:

„Wichtig ist eine gute Balance zwischen den Polen Exhibitionismus, bzw. der Lust am Seelenstriptease, und ungehemmter Neugier.“

Für viele Menschen ist es schwierig, sich angemessen abzugrenzen. „Grundsätzlich reizt der grenzenlose Vernetzungs- und Communitygedanke“, erklärt Lisa Fischbach. „In einer zunehmend schnelllebigen Gesellschaft mit Anonymisierungstendenzen vermittelt eine Plattform wie Facebook das Gefühl, sozial eingebettet zu sein, wenn auch nur virtuell.“ Für viele sehr angenehm, auf diese Art und Weise den Freundeskreis pflegen zu können.

Problematisch für Paare

Besonders für Paare können Facebook und Co. jedoch zum Problem werden. Beide haben dort Profile und sind über den gemeinsamen Freundeskreis vernetzt. Jeder weiß, mit wem der andere freundschaftliche Kontakte knüpft oder welche Themen bei den Freunden gerade aktuell sind.
Lisa Fischbach:

„Je nach Offenheit kann die Intimsphäre ziemlich beeinträchtigt werden, vor allem, wenn durch falsche Nutzung ganze Freundeskreise an Unterhaltungen auf Pinnwänden teilnehmen müssen.“

Annikas positives Bild wurde deutlich getrübt als sie sich während einer kurzen Beziehung von ihrem Freund kontrolliert fühlte: „Immer wieder nervte er mich und wollte alles über meine Facebook-Freunde wissen. Das war schon richtig krankhaft.“

Unliebsame Einblicke

Noch schlimmer traf es Ilka (35) nach der Trennung von Tom (35). Beide waren aktive Facebook-Nutzer und obwohl Funkstille vereinbart war, konnte sie nicht damit aufhören, sein Profil täglich zu kontrollieren. Dort erhielt sie schmerzhafte und unliebsame Einblicke: „Jedes Mal, wenn er eine neue Freundin dort hinzugefügt hatte, traf mich das wie ein Schlag. Und ich wusste auch immer, was er an den Wochenenden wieder alles unternommen hatte, während ich zu Hause gesessen und mir die Augen ausgeheult hatte.“ „Über eine solche Plattform erhalte ich Informationen, die ich sonst nur durch den Partner gefiltert und eingeschränkt berichtet bekäme“, sagt Psychologin Lisa Fischbach. „Das kann nach Trennungen, aber auch in Partnerschaften ungute Gefühle anfachen.“ Deshalb rät sie Paaren, bereits im Vorfeld zu besprechen, welche Chancen und Risiken eine solche Vernetzung haben kann.

„Wichtig ist es, Intimgrenzen abzustecken und einzuhalten. Im Vergleich zum Schnüffeln im Handy sind die öffentlich freigegebenen Inhalte bei Facebook für jeden aus dem Freundeskreis zugänglich.“

Trotzdem: Achten Sie darauf, was Sie wie und für wen lesbar machen. Jeder hat ein eigenes Maß, wenn es um Grenzen und Intimität geht, das sollten beide Partner beachten und respektieren.

Löschfunktion nutzen

Ilka war zunächst verletzt als Tom sie nach einigen Wochen von seiner Freundesliste löschte. Sie war hin und her gerissen zwischen Neugier und dem Wunsch, noch weiterhin an seinem Leben Teil haben zu können. Doch letztlich merkte sie, dass diese Distanz ihr die Abgrenzung erleichterte.
Das ist über ein Jahr her und inzwischen sind die beiden wieder befreundet. Nachdem Ilka ihm bei Facebook erneut eine Freundesanfrage schickte, rief er sie einfach an und schlug vor, sich auf einen Kaffee zu treffen. Dort berichtete ihr Ex, dass er eine neue Freundin hat. Aber das war für Ilka halb so wild, schließlich ist sie ebenfalls neu liiert. Auch dieses Mal sind beide Partner bei Facebook, aber sie haben sich geeinigt, dass gewisse Dinge dort nicht Preis gegeben werden und haben die Nutzung ein wenig eingeschränkt. Gut so, denn so bleibt mehr Zeit für die Zweisamkeit in der Beziehung.

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