Ein Paar blickt nachdenklich in die Ferne und schweigt darüber, was sie eigentlich am Partner verändern möchten

Wenn man den Partner ändern könnte: Jeder dritte Mann wünscht sich mehr Sex

von: Beatrice Bartsch , 11. November 2019

Den Partner so akzeptieren, wie er oder sie ist? Das gelingt selbst in glücklichen Beziehungen den wenigsten. Wie die ElitePartner-Studie 2019 zeigt, würde gerade einmal jeder Sechste nichts am eigenen Partner ändern. Vor allem Libido, Kommunikation und (Un)ordnung, aber auch zu viel oder zu wenig Emotionalität stehen im Mittelpunkt der heimlichen Kritik.

Diese fünf Dinge würden Männer an ihrer Partnerin verändern

Dass sie …

  1. sexuell aktiver ist (31 %)
  2. sich weniger beschwert, nörgelt (26 %)
  3. nicht so schnell emotional wird (19 %)
  4. ordentlicher ist (19 %)
  5. ein paar Kilo weniger hat (18 %)

Diese fünf Dinge würden Frauen am Partner ändern

Dass er …

  1. sich mehr öffnet, häufiger über Gefühle spricht (24 %)
  2. ordentlicher ist (23 %)
  3. mehr redet, sich mehr mitteilt (20 %)
  4. unternehmungslustiger ist (17 %)
  5. sich weniger beschwert, nörgelt (17 %)

Unordnung und Nörgelei werfen sich Frauen und Männer gegenseitig vor

Tatsächlich bestätigen sich einige Geschlechterklischees: Jeder dritte Mann wünscht sich insgeheim, seine Partnerin wäre sexuell aktiver (31 Prozent) – und ein Viertel der liierten Männer finden, dass die bessere Hälfte zu viel nörgelt (26 Prozent). Dagegen hätten viele Frauen nichts dagegen einzuwenden, wenn ihr Partner unternehmungslustiger (17 Prozent) und kommunikativer (20 Prozent) wäre – ganz besonders dann, wenn es um Gefühle geht (24 Prozent). Aus Sicht einiger Männer dürfte es dagegen gerne weniger Gefühl sein –  19 Prozent wäre es lieber, wenn die Partnerin nicht so schnell emotional würde. 

Mit einigen Verhaltensweisen gehen sich Frauen und Männer allerdings gegenseitig auf die Nerven. Etwa mit Unordentlichkeit: Jeder fünfte Mann und fast jede vierte Frau würden diese Eigenart des Partners oder der Partnerin gerne verändern. Auch ein paar Kilo weniger auf den Hüften (Frauen 16 Prozent, Männer 18 Prozent) und etwas mehr sportliches Engagement (Frauen 12 Prozent, Männer 14 Prozent) wünschen sich beide Geschlechter gleichermaßen von ihren Partnern.

Schlechte Kommunikation = unglückliche Beziehung?

Unzufriedene Paare haben ein stärkeres Bedürfnis, einander zu verändern. Während immerhin 18 Prozent der glücklichen Liierten gar nichts an ihrem Partner ändern würden, ist es bei den unzufriedenen nicht einmal jeder Zehnte (9 Prozent). Insbesondere an der Kommunikation scheint es in unzufriedenen Partnerschaften zu hapern: 28 Prozent der unglücklich Liierten wünschen sich, ihr Partner würde weniger nörgeln, ein Fünftel wünscht sich mehr oder bessere Kommunikation (20 Prozent) und ähnlich viele sehnen sich nach mehr emotionaler Offenheit (22 Prozent).

Der Sex gut, die Kommunikation ausbaufähig: Frischverliebte wollen mehr über Gefühle reden

Am Anfang einer Beziehung scheint es bei vielen noch Hemmungen zu geben, sich dem Partner emotional zu öffnen – zumindest wünscht sich jeder fünfte frisch Liierte insgeheim, die bessere Hälfte würde häufiger über Gefühle sprechen (20 Prozent). Zugleich nervt es 18 Prozent, dass der Partner bzw. die Partnerin alles kommentiert oder zerredet. Während sich anfangs also die Kommunikation noch einspielen muss, scheint es im Bett zu harmonieren: Die Libido ihres Partners möchten Frischverliebte vergleichsweise selten steigern (14 Prozent). Zu wenig sexuelle Aktivität oder Initiative wird meist erst zwischen fünf und zehn Jahren Beziehungsdauer zum Problem (26 Prozent).

Jede zehnte Frau zwischen 30 und 39 hätte gerne einen umweltbewussteren Partner

Immerhin zeigt sich: Materielle Aspekte finden sich in der Liste der häufigsten Änderungswünsche am unteren Ende. So würde nur jeder zehnte Liierte das Gehalt des Partners oder der Partnerin etwas aufbessern. Am Prestige des Jobs (4 Prozent) und am Kleidungsstil (6 Prozent) stört sich kaum jemand. Dafür sähe es jede zehnte Frau in ihren Dreißigern gerne, wenn ihr Partner etwas umweltbewusster leben würde (10 Prozent) – und jeder siebte Mann zwischen 40 und 49 würde das Interesse der Partnerin an Politik, Kultur und Gesellschaft steigern (14 Prozent). Während Unordentlichkeit vor allem jüngere Frauen unter 30 stört (30 Prozent) wünschen sich Frauen ab 60 mehr Unternehmungslust vom Partner (20 Prozent).

Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner: „Hohe Ansprüche ans eigene Glücklichsein verstärken den kritischen Blick auf den Partner“

„Der heutige Anspruch vieler Paare, ein hohes Glücksniveau auf Dauer halten zu wollen, schärft den kritischen Blick auf den Partner – oder auf weniger erfüllte Bedürfnisse. Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich die Herausforderungen, denen Paare in den verschiedenen Beziehungsphasen ausgesetzt sind: Nämlich für eine zufriedenstellende Kommunikation, emotionale Nähe und Sexualität zu sorgen. Wer im Gespräch bleibt und sich über unterschiedliche Bedürfnisse verständigt, stabilisiert damit das Wir-Gefühl. Die Bereitschaft für Toleranz und Akzeptanz von weniger geschätzten Eigenarten oder Anderssein sind nicht ohne Grund eines der wichtigsten Erfolgsrezepte für eine glückliche Partnerschaft. Sie müssen dort anfangen, wo der Änderungswunsch am Partner auf Grenzen trifft. Andernfalls kommt es zu unschönen Machtkämpfen über die Zahnpastatube, die jeder Liebe auf Dauer schaden.“

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