
Große Gefühle oder Kopfsache? Vier Wege, wie Singles in Beziehungen starten
Wie verlieben wir uns? Expert:innen haben versucht, dieser Frage auf den Grund zu gehen und vier unterschiedliche Liebestypen identifiziert: Die Entschlossenen brauchen große Gefühle, die Neugierigen sind offen für Gegensätze, die Kopfgesteuerten lassen die Vernunft entscheiden und die Wachstumsorientierten vertrauen darauf, dass sich die Liebe mit der Zeit entwickelt. Dabei zeigt sich vor allem eins: Was beim Beziehungsstart ausschlaggebend ist, verändert sich mit zunehmendem Alter.
Ein Universalrezept für den Beginn einer großen Liebe gibt es nicht. Aber je nach Alter und Geschlecht gibt es deutliche Unterschiede, zeigt eine aktuelle ElitePartner-Studie: So würden mehr Männer als Frauen einem:r Partner:in, der oder die nicht ganz ihren Idealvorstellungen entspricht, eine Chance geben. Für Frauen sind hingegen große Gefühle wichtiger, sie vertrauen außerdem häufiger auf ihr Bauchgefühl. Auch mit zunehmendem Alter verschiebt sich der Fokus: Wer über 40 ist, sucht seltener aufregende Gegensätze, sondern fokussiert sich auf eine Verbindung, die von Beginn an passt. Äußere Idealvorstellungen verlieren gegenüber Werten und Charakter an Gewicht. Allen Singles gemeinsam ist der Wunsch, jemanden zu finden, der sie ohne viele Worte versteht.
Die Sehnsucht, in einer Beziehung ein emotionales Zuhause zu finden, tiefgehend verstanden und akzeptiert zu werden, ist eines der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse. Viele erleben dieses Gefühl, wenn sie ohne viel Worte mühelos harmonieren. Wieviel Ähnlichkeit und Unterschiedlichkeit für eine glückliche Beziehung letztendlich passend ist, hängt vor allem von den eigenen Beziehungserfahrungen ab und dem Vertrauen, verschiedene Bedürfnisse gut im Miteinander zu verhandeln. Weit auseinanderliegende Interessen und Einstellungen erfordern kommunikatives Gespür und Toleranz, werden dann aber meist als spannende Bereicherung erlebt.
ElitePartner-Psychologin Lisa Fischbach
Die vier Liebestypen im Überblick
Die Wachstumsorientierten: Der größte Teil der Singles vertraut darauf, dass sich Gefühle mit der Zeit entfalten. Liebe muss nicht sofort in Gänze präsent sein – sie darf wachsen. Diese Gruppe ist offen dafür, einer Beziehung auch dann eine Chance zu geben, wenn der:die potenzielle Partner:in nicht allen Idealvorstellungen entspricht. Jüngere Altersgruppen und Männer finden sich in diesem Beziehungstyp tendenziell häufiger wieder.
Die Entschlossenen: Für diese Singles steht fest: Starke Gefühle von Beginn an sind eine Voraussetzung. Auch Persönlichkeit, Lebensziele und Werte müssen weitestgehend übereinstimmen. Diese Gruppe macht wenige Kompromisse – und das bewusst. Besonders Frauen zählen häufiger zu diesem Typ: Sie wissen genau, was sie suchen, und lassen sich ungern auf Beziehungen ein, die ihre Vorstellungen nicht erfüllen.
Die Neugierigen: Gegensätze ziehen sich an – zumindest für diesen Liebestyp. Wer neugierig und offen in die Partnersuche geht, sieht in Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Hobbys und Einstellungen eine besondere Anziehungskraft. Vor allem Männer finden sich in diesem Profil wieder. Mit zunehmendem Alter, insbesondere ab 40 Jahren, nimmt diese Offenheit für das Gegensätzliche jedoch merklich ab.
Die Kopfgesteuerten: Nicht das Bauchgefühl, sondern klare Überlegung steht bei diesem Typ im Vordergrund. Beziehungen werden bewusst und rational abgewogen – Emotionen spielen eine nachgelagerte Rolle. Vor allem junge Männer neigen zu diesem Ansatz, wobei die Tendenz mit steigendem Alter abnimmt.

„Bei der Partnerwahl höre ich mehr auf den Kopf als auf den Bauch“
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