Kosenamen in Österreich: Eine Frage des Alters?

Beziehung  |  21.01.2022

Spitznamen innerhalb der Partnerschaft sind vor allem für junge Paare ein Symbol der Zuneigung und Intimität. So sprechen drei von zehn der unter 30-Jährigen ihre/n Partner/in mit einem Kosenamen an. Mit steigendem Alter verlieren Kosenamen nicht nur immer mehr an Bedeutung, sie werden auch zunehmend kategorisch abgelehnt. Vor allem mit Muschi, Püppchen oder Vögelchen will niemand angesprochen werden. Geht es um die Wahl der Spitznamen, zeigen sich Frauen zudem wählerischer als Männer.

Eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Studie im Auftrag von ElitePartner.at zeigt, dass korrelierend zum steigenden Alter die Bedeutung von Kosenamen abnimmt. Während für ein Drittel (33%) der 18- 29-Jährigen die Verwendung eines Kosenamens ein Zeichen von Intimität und Zuneigung ist, nimmt diese Symbolkraft vor allem für Menschen ab 60 Jahren drastisch ab, wo nur 16 Prozent diese Ansicht teilen (30-39 Jahre: 29%; 40-49 Jahre: 23%; 50- 59 Jahre: 21%). Hinzu kommt, dass rund vier von zehn (39%) Jungverliebten unter 30 ihre Kosenamen mögen, den der Partner / die Partnerin verwendet. Bei den 60- 69-Jährigen trifft dies nur bei 16 Prozent zu (30-39 Jahre: 27%; 40-49 Jahre: 21%, 50-59 Jahre: 21%).

Ebenso sind es vor allem auch jüngere Paare, die einander außerhalb der eigenen vier Wände mit Spitznamen ansprechen: Drei von zehn (30%) der 18- 29-Jährigen rufen einander auch in der Öffentlichkeit mit Kosenamen, gefolgt von einem Viertel (25%) der 30- 39-Jährigen. Auch hier zeigen die Ergebnisse, dass der Gebrauch in der Öffentlichkeit mit zunehmendem Alter sinkt. So ist es bei den 60- 69-Jährigen nur rund jede/r Zehnte (11%; 40-49 Jahre: 17%; 50-59 Jahre: 19%). Analog hierzu steigt die Ablehnung von Kosenamen mit dem Alter: Während bei den 18- bis 29-Jährigen nur sechs Prozent Kosenamen generell ablehnen, ist es im Alter zwischen 60 und 69 immerhin schon jede/r fünfte Liierte (30-39 Jahre: 12%; 40-49 Jahre: 15 %, 50-59 Jahre: 19%, 60-69 Jahre: 20%).

Kommen wir nun zum Thema „Kosenamen“. Welche der folgenden Aussagen treffen zu, wenn Sie an Ihre aktuelle Beziehung denken?

18 – 29 Jahre
30 – 39 Jahre
40 – 49 Jahre
50 – 59 Jahre
60 – 69 Jahre

Wir sprechen uns gegenseitig mit Kosenamen an, weil das ein Ausdruck von Intimität und Zuneigung ist.

Ich lehne Kosenamen generell ab.

1.500 Österreicherinnen und Österreicher, 18-69 Jahren, darunter 1.064 Personen, die sich aktuell in einer Partnerschaft befinden.

„Kosenamen sind vor allem für junge Verliebte ein Zeichen von Zuneigung und Intimität, die sie mit ihrem Umfeld teilen wollen und auch selbstbewusst in der Öffentlichkeit nutzen. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich das Bedürfnis dieser verspielten Symbolik und Nähe wie Vertrautheit in der Beziehung findet andere Ausdrucksformen. Oftmals auch im Teilen 2 gemeinsamer Erlebnisse und Erinnerungen und weniger mit der Vergabe von Spitznamen“, so Lisa Fischbach, Psychologin und Forschungsleiterin bei ElitePartner.

Top Drei der unbeliebtesten Kosenamen: Muschi, Püppchen und Vögelchen

Die Bandbreite kreativer Spitznamen ist groß, aber nicht alle erfreuen sich gleich großer Beliebtheit. „No-Go“ Platz Eins ist unangefochten „Muschi“, vor allem für Frauen. Dieser wird von 65 Prozent abgelehnt, bei den Männern sind es im Vergleich 45 Prozent. Platz Zwei der unbeliebtesten Kosenamen geht an „Püppchen“ (No-Go für Frauen: 50% vs. Männer: 36%), gefolgt von „Vögelchen“ (Frauen: 46% vs. Männer: 35%), „Mausizahn“ (Frauen: 45% vs. Männer: 35%) und „Hexe/r“ (Frauen: 39% vs. Männer: 34%). Am wenigsten Ablehnung finden die Kosenamen „Schatz/i“ (je 18%), „Liebste/r“ (Frauen: 17% vs. Männer: 12%) und „Liebling“ (Frauen: 15% vs. Männer: 9%).

Interessant: Frauen stehen Kosenamen insgesamt skeptischer gegenüber als Männer. Fast jeder fünfte befragte Mann lehnt keinen der genannten Spitznamen kategorisch ab, während dies nur auf jede zehnte Frau zutrifft.

„Die höhere Sensibilität bei Frauen bei der Auswahl und Verwendung von Kosenamen hat viel mit dem Bedürfnis von Frauen zu tun, respektvoll und auf Augenhöhe in Partnerschaften und dem männlichen Geschlecht gegenüber behandelt zu werden. Oft haben Kosenamen etwas Verniedlichendes. Die kleinmachende Wirkung von Kosenamen in bestimmten Kontexten wird daher abgelehnt,“ so Lisa Fischbach.

Informationen zur Studie
  • Art der StudieBevölkerungsrepräsentativ
  • MethodeOnline Access Panel
  • Teilnehmer18-69 Jahre
  • Fallzahln=1.500
  • Erhebungszeitraum23.11.-2.12.2021
  • InstitutMarketagent
  • Region/Stadt/LandÖsterreich
  • SpracheDeutsch