Single-Frauen glauben an Freundschaft zwischen Mann und Frau, liierte Männer nicht

Single-Leben  |  02.03.2017

Können Männer und Frauen „nur“ Freunde sein? Die Mehrheit der Österreicher glaubt jedenfalls an die Möglichkeit einer platonischen Freundschaft zwischen Mann und Frau. Vor allem Singles und Frauen sind davon überzeugt, dass eine ungleichgeschlechtliche Freundschaft bestehen kann. Voraussetzung dafür: es dürfen von Anfang an keine Gefühle oder sexuellen Spannungen im Spiel sein. Das ergab eine österreichweite Studie im Auftrag der Online-Partneragentur ElitePartner, die von Marketagent.com durchgeführt wurde.

„Männer und Frauen können keine Freunde sein, der Sex kommt ihnen immer dazwischen!“ – das war jedenfalls die Theorie von Harry aus dem Kultfilm „Harry und Sally“. Wie sehen die Österreicher dieses Thema heute, 25 Jahre später? Die Mehrheit (72 Prozent) von ihnen ist überzeugt, dass Männer und Frauen Freunde sein können. Vor allem Frauen glauben an den Bestand einer ungleichgeschlechtlichen Freundschaft: 77 Prozent der weiblichen Befragten sind der Meinung, dass ihr bester Freund durchaus Thomas oder Lukas heißen kann.

Freundschaften mit dem anderen Geschlecht sind bereichernd

Für die heimischen Singles ist es gar kein Hindernis, wenn der/die BFF (Best Friend Forever) vom anderen Geschlecht ist. Im Gegenteil: Mehr Singles (76 Prozent) als Personen in einer Partnerschaft (70 Prozent) sind von der platonischen Freundschaft zwischen Mann und Frau überzeugt. Vor allem Single-Frauen (82 Prozent) sind der Ansicht, dass das Geschlecht in Freundschaften keine Rolle spielt. Am wenigsten glauben liierte Männer (66 Prozent) an die Freundschaft zwischen den Geschlechtern.

Glauben Sie, dass Männer und Frauen nur Freunde sein können, ohne dass irgendwann romantische Gefühle aufkommen?

Single-Männer
Single-Frauen

Ja, auf jeden Fall

Ja, eher schon

Nein, eher nicht

Nein, auf keinen Fall

n=440 Österreicherinnen und Österreicher, Single, 18-69 Jahre

„Das Harry und Sally Prinzip stimmt heute nur mehr bedingt. Noch vor ein paar Jahren waren Männer, die platonische Freundschaften mit Frauen hatten, die Ausnahme. Heute haben sich die typischen Geschlechterrollen aufgelöst und man findet Freundschaften zwischen Mann und Frau häufiger. Es kann auch durchaus bereichernd sein, weil Männer und Frauen nämlich unterschiedliche Ansprüche an Freundschaften haben: Männer schätzen eher die praktischen Seiten, während Frauen dagegen mehr Wert auf Vertrauen, emotionalenAustausch und Zusammengehörigkeit legen. Auf diese Weise bekommt man eine andere, neue Perspektive auf die unterschiedlichsten Dinge“, so Diplom-Psychologin Lisa Fischbach.

Spielregeln für eine Freundschaft zwischen Mann und Frau

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Österreicher sagt klar und deutlich: eine Freundschaft zwischen Mann und Frau klappt nur, wenn von Anfang an keinerlei sexuelle Spannungen vorhanden sind. Für jeden Zweiten ist ein offenes Gespräch zu Beginn entscheidend für das Bestehen der Freundschaft. Besonders Frauen sehen diese beiden Spielregeln als entscheidend für den weiteren Verlauf der Freundschaft. Männer hingegen glauben, es genügt, wenn beide in einer Partnerschaft sind oder wenn sie zumindest körperlich auf Abstand bleiben.

Unter welchen Voraussetzungen ist Ihrer Meinung nach eine rein platonische Freundschaft zwischen Männern und Frauen möglich?

Top-2-Boxes (Strongly agree / somewhat agree)Single-MännerSingle-Frauen
Wenn zwischen den beiden von Anfang an keinerlei Anziehung, sexuelle Spannung vorhanden war46%67%
Wenn man offen darüber spricht, dass es nicht mehr ist als eine Freundschaft43%54%
Wenn man körperlich auf Abstand bleibt (keine zu innigen Umarmungen, kein Kuscheln etc.)23%18%
Wenn beide sich gegenseitig nicht attraktiv finden24%25%
Wenn beide in einer Beziehung gebunden sind20%15%
n = 336 Österreicherinnen und Österreicher, Single, 18-69 Jahre und glauben an platonische Freundschaften zwischen Männern und Frauen.

Romantische Gefühle als größtes Hindernis

Romantische Gefühle sind der Dealbreaker Nummer Eins, wenn es um die Freundschaft der beiden Geschlechter geht. Von jenen Befragten, die nicht an eine platonische Freundschaft zwischen den Geschlechtern glauben, tun dies die meisten (57 Prozent) weil sie davon ausgehen, dass früher oder später jedenfalls romantische Gefühle aufkommen. Besonders Single-Männer sind davon überzeugt. Für Frauen ist hingegen die Eifersucht des eigenen Partners der wahrscheinlichste Grund, dass die Freundschaft mit dem anderen Geschlecht in die Brüche geht.

Informationen zur Studie
  • Art der StudieBevölkerungsrepräsentativ
  • MethodeOnline Access Panel
  • Teilnehmer18-69 Jahre
  • Fallzahln=1.500
  • Erhebungszeitraum06.12.2016 – 10.12.2016
  • InstitutMarketagent
  • Region/Stadt/LandÖsterreich
  • SpracheDeutsch