Frau ist nachdenklich und überlegt, ob Sie einen Bindungsangst Test machen soll

Bindungsangst: Woher sie kommt und wie Sie es schaffen, sie zu bezwingen

von Luisa Münch , 15. Dezember 2019

Eine Partnerschaft ist für viele ein wichtiger Teil ihres Lebens – anderen löst allein der Gedanke daran Bindungsangst aus. Wenn es Menschen schwerfällt, sich zu öffnen und auf jemanden einzulassen, kommen Reaktionen wie Stress, Angst oder Panik in Verbindung mit einer Beziehung auf. Singles, die so fühlen, leiden unter einer Bindungsphobie. Lesen Sie hier praktische Tipps, wie es gelingt, damit umzugehen.

Inhaltsverzeichnis:

Die 3 häufigsten Gründe für Bindungsangst

Menschen mit Bindungsproblemen wünschen sich häufig eine Partnerschaft, in der sie geliebt werden und einem anderen Menschen nah sind. Diese Nähe zuzulassen fällt Betroffenen jedoch äußerst schwer und fühlt sich mitunter als echte Gefahr an, sodass sie Beziehungen fluchtartig beenden, sobald diese intensiver werden. Folgende Erfahrungen und Eigenschaften sind bekannte Ursachen von Bindungsangst.

Prägende Erfahrungen in der Kindheit

Viele Angststörungen entstehen durch Erfahrungen in der frühen Kindheit, an die sich Betroffene oft gar nicht konkret erinnern. Wer kein stabiles Verhältnis zu seinen Eltern erlebt hat, vernachlässigt wurde oder möglicherweise sogar Gewalt erfahren hat, neigt dazu, einen Bindungsstil zu entwickeln, der eine feste Partnerschaft unmöglich macht.    

Zweifel am eigenen Selbstwert

Auch ein mangelndes Selbstwertgefühl kann Auslöser dafür sein, dass Menschen eine Bindungsstörung entwickeln. Wenn Sie sich selbst nicht als eine liebenswerte Person sehen, fällt die Vorstellung umso schwerer, ein anderer Mensch könnte Sie lieben. Dieses fehlende Selbstbewusstsein führt dann dazu, dass Sie die Liebe Ihres Partners ständig infrage stellen oder anzweifeln, was belastet und auf Dauer zu einem Beziehungskiller werden kann.

Schlechte Erinnerungen an Ex-Partner

Auch frühere Liebesbeziehungen können sich auf die Beziehungsunfähigkeit auswirken. Vielleicht wurden Sie von einem geliebten Menschen verlassen oder auf andere Weise so sehr verletzt, dass sich dadurch eine Angst vor erneutem Verlust oder Verletzungen ausgeprägt hat. Um diese zu umgehen, lassen Betroffene aus Gründen des Selbstschutzes lieber gar keine engen Bindungen mehr zu.

So äußert sich die Angst vor Bindungen bei Männern und Frauen

Die Symptome können je nach Geschlecht ganz unterschiedlich ausfallen. Während sich Männer in der Regel eher distanziert und unverbindlich halten, legen Frauen häufig ein gegensätzliches Verhalten an den Tag.

Häufige Anzeichen bei Männern

Männer mit diesem Handicap führen generell eher lockere Affären oder wechseln häufig die Partnerin, statt sich auf eine längere Bindung einzulassen. So stehen Sie nicht vor der Aufgabe, sich tatsächlich festzulegen. Weitere Verhaltensmuster von Männern mit Angst vor Beziehungen sind zum Beispiel:

Immer auf Abstand

Männer mit Bindungsangst halten ihre Partnerin stark auf Abstand. Während Lebensumstände wie ein gemeinsamer Freundeskreis oder eine gemeinsame Wohnung für viele Paare das Liebesglück noch vervollständigen, ist das für Männer, die unter Beziehungsangst leiden, unvorstellbar. Ein Grund, warum diese Männer oft Fernbeziehungen bevorzugen. Sie machen es deutlich leichter, Distanz zur Partnerin zu wahren.

Fluchtverhalten statt Verantwortung

Statt einen Streit auszutragen oder Kompromisse einzugehen, neigen Betroffene eher zur Flucht aus solchen Situationen. Sie fühlen sich schnell in ihrem Bedürfnis nach Freiheit eingeschränkt, deshalb übernehmen sie in der Liebe kaum Verantwortung, vermeiden Zukunftspläne und lösen die Partnerschaft offenbar vollkommen grundlos auf. Während dieses Verhalten für den Betroffenen als eine Art Schutzmechanismus fungiert, ruft es bei seinem Gegenüber in der Regel großes Unverständnis und Verletztheit hervor.

 Unzuverlässigkeit beim Miteinander

Hobbies, Arbeit, Freunde und Familie – all das scheint wichtiger zu sein als die (mögliche) Partnerin? Auch das kann ein weiteres Symptom für Bindungsangst sein. Betroffene investieren wenig in Zuneigung oder romantische Gesten und flüchten sich immer wieder in andere Lebensbereiche. Dies zeigt sich zum Beispiel, wenn er Verabredungen oder Pläne regelmäßig kurz vorher absagt oder aufschiebt.

Bekannte Symptome bei Frauen

Früher wurde das Phänomen vor allem Männern zugeschrieben, doch es leiden auch Frauen unter Bindungsangst. Während Männer vor allem auf Distanz setzen, verhalten sich beziehungsunfähige Frauen eher konträr dazu – sie suchen Nähe, beginnen zu klammern oder verstricken sich in Eifersüchteleien.

Trennung vorprogrammiert

Er ist beruflich ständig unterwegs oder vielleicht bereits verheiratet und hat eine Familie? Frauen, die Schwierigkeiten damit haben sich zu binden, suchen sich häufig für sie unerreichbare Partner, die selbst gar keine feste Bindung eingehen können oder wollen. Die Beziehung mit diesen Männern ist in der Regel von vornherein zum Scheitern verurteilt. Solchen Partnerschaften liegt oft ein unbewusstes Beuteschema der Frau zugrunde, denn mit dem Wissen der „Unnahbarkeit“ des Mannes ist es später weniger schmerzhaft, ihn tatsächlich zu verlieren.

Grundbedürfnis Sicherheit

Ein weiteres Anzeichen ist der ausgeprägte Wunsch nach Sicherheit. Aus der Angst den anderen zu verlieren klammert sich die Frau übermäßig an ihren Partner. Sie hat das Bedürfnis, jeden seiner Schritte zu überwachen, um sich in der Beziehung möglich sicher fühlen zu können. Oft geht dieser Kontrollzwang mit einem geringen Selbstwertgefühl einher, sodass es der Frau nicht möglich ist, ihrem Partner Vertrauen entgegenzubringen.

Extreme Erwartungen

Ein weiterer Schutzmechanismus sind übertrieben hohe Erwartungen, die eine Frau an ihren Partner und die Liebe zu ihm stellt. Sie hat ein klares perfektionistisches Bild vor Augen. Wenn die Realität nicht diesem Bild entspricht, ist sie für die bindungsängstliche Frau ungenügend. Da die Erwartungen so hoch sind, ist es jedoch kaum möglich, diese auch tatsächlich zu erfüllen.

5 Strategien sich von Ihrer Bindungsangst zu verabschieden

Sie dürfen zuversichtlich sein, denn es gibt viele praktische Tipps, wenn Sie Ihre Bindungsprobleme loswerden wollen. Zu wissen, dass Sie unter der Angst vor Beziehungen leiden, bedeutet also noch lange nicht, dass Sie nie eine erfüllende Beziehung führen werden. Wir haben fünf hilfreiche Tipps für Sie zusammengetragen, damit es Ihnen gelingt, Ihre Angst zu bekämpfen.

 1. Erkennen Sie, was Ihrer Angst zugrunde liegt

Unterschiedliche Betroffene können ganz verschiedene Befürchtungen haben, die dann zu diesem Phänomen führen. Der erste Schritt ist daher, herauszufinden, wovor genau Sie Angst haben. Beispielsweise kann dies die Angst davor sein,

  • verletzt oder allein gelassen zu werden
  • dem Partner nicht zu genügen
  • die eigene Freiheit zu verlieren
  • einem Menschen körperlich nah zu sein.

Wenn Sie das erkannt haben, müssen Sie nicht die übergeordnete Bindungsangst als solches angehen, sondern können sich viel gezielter mit Ihrem persönlichen Unbehagen auseinandersetzen.

2. Ergründen Sie mögliche Bindungsängste aus Ihrer Vergangenheit

Ihre Angst liegt in einem Schutzsystem begründet, um Sie vor schlimmen Erfahrungen zu bewahren. Daher kann es hilfreich sein, zu ergründen, aufgrund welcher Erlebnisse sich Ihre Angst ausgeprägt hat. Im nächsten Schritt machen Sie sich dann immer wieder bewusst, dass Sie damals aus Ihrer Erfahrung gelernt haben und sich die Geschichte nicht wiederholen muss. Sie war ein Ereignis in Ihrer Vergangenheit, und genau dort darf sie auch bleiben. Nun lernen Sie daraus für die Zukunft.

3. Öffnen Sie sich Ihrem Umfeld gegenüber

Ein klassisches Verhalten bei Bindungsangst ist, dass Betroffene ihr soziales Umfeld oder den eigenen Partner außen vor lassen – etwa, weil sie sich schämen. Dabei kann die Unterstützung anderer Menschen sehr dabei helfen, die Beziehungsprobleme anzugehen. Trauen Sie sich also, offen darüber zu sprechen und beziehen Sie Ihren Partner mit ein, wenn Sie gerade eine Beziehung führen. Damit machen Sie es auch ihm deutlich leichter, auf Sie und Ihre Bedürfnisse einzugehen. Vielleicht hilft es Ihnen auch, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Online-Foren oder Selbsthilfegruppen können ein guter Anlaufpunkt sein.

4. Stärken Sie die Liebe zu sich selbst

Besonders, wenn Sie ein großes Bedürfnis nach Sicherheit haben und dazu neigen, Ihren Partner stets kontrollieren zu wollen, kann Ihr Selbstbild die Stellschraube dafür sein. Denn wenn Sie sich selbst lieben, fällt es Ihnen leichter, die Zuneigung Ihres Partners anzunehmen und ihm Stück für Stück mehr Vertrauen entgegenzubringen. Hören Sie darauf, was Ihnen selbst guttut und nehmen Sie sich Zeit für sich. Versuchen Sie, sich regelmäßig zu loben und seien Sie nicht zu streng, wenn etwas anders läuft als geplant.

Beachten Sie: Das Selbstwertgefühl aufzubauen geht nicht von heute auf morgen. Seien Sie geduldig und nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie brauchen.

 5. Haben Sie keine Angst vor professioneller Unterstützung

Ihre Phobie ist sehr stark ausgeprägt oder Ihre eigenen Versuche zur Selbsthilfe scheitern immer wieder? Seien Sie nicht enttäuscht von sich, denn Ängste selbst zu überwinden kann sehr herausfordernd sein. In einer Therapie können Sie Ihrer Bindungsangst zusammen mit einem Experten die Stirn bieten. Sie lernen in diesem professionellen Rahmen, Erlebnisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, Vertrauen zu anderen aufzubauen und sich selbst anzunehmen.

Fazit: Trauen Sie sich, Ihre Bindungsangst aktiv anzugehen

Menschen, die sich vor Bindungen scheuen, sehnen sich oft nach einer festen Partnerschaft, sind aber nicht in der Lage, diese tatsächlich einzugehen. Gründe dafür sind etwa negative Erfahrungen aus der Kindheit oder mit Ex-Partnern, aber auch ein geringes Selbstwertgefühl. Bei Männern und Frauen äußern sich Symptome von Bindungsangst häufig unterschiedlich. Während erstere übermäßig Distanz wahren oder große Schwierigkeiten haben, Verantwortung zu übernehmen, liegen die Herausforderungen bei zweiteren vermehrt in Kontrollzwang oder einem extremen Bedürfnis nach Sicherheit. Testen Sie frühzeitig, ob Sie sich selbst damit auseinandersetzen müssen, damit Sie die Angst vor Bindung mit den folgenden Maßnahmen angehen und überwinden können:

  1. Leiten Sie aus Ihrer Bindungsphobie Ihre ganz konkrete Angst ab
  2. Belassen Sie frühere negative Erfahrungen bewusst in der Vergangenheit
  3. Sprechen Sie offen mit Freunden, Familie und dem Partner über Ihre Angststörung
  4. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen
  5. Beginnen Sie eine Therapie, wenn Sie alleine nicht weiterkommen

Mit diesen Schritten haben Sie große Chancen, Ihre Angst aufzulösen. So stellen Sie die Weichen für eine erfüllende Beziehung zu einem liebevollen Partner.

Warum ein Bindungsangst-Test sinnvoll sein kann

Ein Test kann Ihnen dabei helfen herauszufinden, woran Ihre vorangegangenen Beziehungen wirklich gescheitert sind. Denn letztendlich kann die Angst sich zu binden zugrunde liegen, wenn keine Ihrer bisherigen Bekanntschaften zu einer langfristigen Partnerschaft geführt haben. Anzeichen dafür können extreme Reaktionen, emotional unnahbare Männer und Frauen, Sturheit und der Unglauben an die wahre Liebe sein.

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