Diskussion zwischen Frau und Mann signalisiert Beziehungsprobleme

Beziehungsprobleme: die besten Tipps für mehr Harmonie

von Luisa Münch , 11. Feber 2020

Die Unordnung im Haushalt, unerfüllte Erwartungen oder ein unterschiedliches Bedürfnis nach Romantik und Zärtlichkeit – die Liebe bietet Zündstoff, und zwar in jeder Partnerschaft. Während Streitigkeiten dazugehören, kann eine andauernde Beziehungskrise hingegen das Aus für die Liebe bedeuten. Damit es gar nicht erst so weit kommt, erklären wir dir, wie du eure Beziehungsprobleme löst und wie ihr wieder mehr zueinander findet.

Der wichtigste Schritt: Beziehungsprobleme erkennen

Nicht jede kleine Reiberei gefährdet direkt die Beziehung oder ist ein Anzeichen dafür, dass er dich nicht mehr liebt. Vielmehr beschreiben Beziehungsprobleme solche Phasen, in denen ihr euch ständig streitet und kaum noch positive Erlebnisse miteinander teilt. Diese Probleme entwickeln sich in der Regel nicht von heute auf morgen, sondern resultieren aus einer Vorgeschichte und stellen die Partnerschaft vor eine Hürde. Um in einer Beziehungskrise wieder zueinanderzufinden, ist es wichtig, die Anzeichen eines Problems frühzeitig zu erkennen, es richtig zu bewerten und zu ergründen, wie sich das Problem entwickelt hat.

Typische Anzeichen von Beziehungsproblemen

Probleme in deiner Beziehung erkennst du besonders gut, wenn du dir die Kommunikation mit deinem Partner genauer vor Augen führst. Achte dabei auf folgende Anzeichen:

  • Ihr hört euch nicht mehr gegenseitig zu
  • Ihr bevormundet euch regelmäßig
  • Die körperliche Nähe in deiner Beziehung nimmt mehr und mehr ab
  • Deine Einsatzbereitschaft für die Partnerschaft nimmt ab und du hast nur noch wenig Energie für gemeinsame Planungen übrig

Diese Muster geben einen Hinweis darauf, dass es in deiner Partnerschaft kriselt. Erkennst du ähnliche Verhaltensweisen wieder, identifiziere zunächst das konkrete Beziehungsproblem, um es gemeinsam bearbeiten zu können.

Phasen, in denen Beziehungsprobleme „normal“ sind

In den meisten Beziehungen gibt es zwei typische Zeitpunkte, zu denen Probleme in der Partnerschaft gern auftreten: nach dem Ende der ersten Verliebtheitsphase sowie nach größeren Veränderungen. Bei Beziehungen, die seit einigen Monaten bestehen, schleicht sich langsam der Alltag ein, die große Verliebtheit ist abgeschwächt und Macken des Partners werden plötzlich weniger als liebenswert, sondern häufiger als anstrengend erachtet. Große Veränderungen wie das Zusammenziehen, die Familiengründung oder ein Jobwechsel können eine Beziehung insofern belasten, da die bekannte Stabilität wegbricht. Ein guter Nährboden für Beziehungsprobleme, die sich in der Regel jedoch nach etwas Zeit der Eingewöhnung wieder lösen.

Alltagsstress oder ernstzunehmendes Beziehungsproblem?

Da Diskussionen und Streits hin und wieder zu Partnerschaften dazugehören, solltest du nicht in jedem Beziehungsstress sofort eine Krise sehen. Erst, wenn ihr immer wieder erbittert über Kleinigkeiten streitet, ist das ein Anzeichen dafür, dass eure Beziehungsprobleme tiefer liegen. Die Schwere eures Beziehungsproblems testest du mit zwei einfachen Fragen:

  1. Taucht das Konfliktthema immer wieder auf und lässt sich trotz intensiver Kommunikation und dem Interesse an deinem Partner nicht auflösen?
  2. Gelingt es dir, das Thema innerlich abzuschließen, oder hegst du auch nach Gesprächen noch immer viel Wut, der sich gegen deinen Partner richtet?

Anhand dieser beiden Fragen kannst du selbst einfach einschätzen, ob ihr gerade bloß im Alltagsstress feststeckt oder in deiner Partnerschaft ein ernsthaftes Beziehungsproblem besteht, das ihr lösen solltet. Gelingt euch die Lösung nicht alleine, ziehe in Betracht, dir professionelle Hilfe für euer Beziehungsproblem zu holen, um eure Beziehung zu retten. Eine Paartherapie oder ein Kommunikationscoaching kann hier eine zielführende Lösung darstellen.

Klassische Beziehungsprobleme und hilfreiche Lösungsstrategien

Gründe für Probleme in einer Partnerschaft gibt es unzählige. Während einige davon in ein paar Minuten ausdiskutiert sind, liefern andere genug Konfliktpotenzial für mehrere Wochen und Monate voller Streit und Frust. Wir zeigen dir typische Beziehungsprobleme und wie es dir gelingt, diese nicht zum Beziehungskiller reifen zu lassen:

Problem 1: Stressfaktor Arbeit

Überstunden stehen auf der Tagesordnung, dein Partner kommt müde und genervt nach Hause – die schlechte Laune lässt er an dir aus. Du findest sein Verhalten ungerecht und bist wütend darüber, dass er keine Zeit mehr in die Partnerschaft investiert. Dein Frust schaukelt sich immer weiter hoch, sodass die Jobsituation schnell zum Beziehungsproblem heranwachsen kann.

Lösungsstrategie: Vermutlich steht dein Partner im Job unter Druck, mit Vorwürfen zu Hause verstärkst du diesen zusätzlich – keine angenehme Situation. Zeig deinem Partner stattdessen, dass du ihm den Rücken stärkst und ihn unterstützt, seine schlechte Laune dir gegenüber allerdings nicht fair ist und dich verletzt. So schaffst du gegenseitiges Verständnis.

Problem 2: Eifersucht und Misstrauen

Du kommst unvorhergesehen später von der Weihnachtsfeier nach Hause und wirst von einem wütenden Partner erwartet, oder aber, dein Liebster reagiert misstrauisch, wenn du häufig dein Smartphone in der Hand hältst. Eifersucht kommt in den meisten Partnerschaften hin und wieder vor. Wer unter besonders starker Eifersucht leidet oder vielleicht in früheren Beziehungen schon einmal betrogen wurde, kann mit seinem Misstrauen irgendwann auch die aktuelle Partnerschaft gefährden.

Lösungsstrategie: Reagier mit Ruhe auf die Ängste deines Partners und versucht gemeinsam, die Ursachen der Eifersucht zu ergründen. Lass dich allerdings nicht zu stark in deinen Freiräumen einschränken, sonst resultiert daraus das nächste Beziehungsproblem.

Problem 3: Verschiedene Lebensvorstellungen

Du träumst von einer Eigentumswohnung in der Stadt, dein Partner möchte gerne in die Natur. Oder für dich wäre der richtige Zeitpunkt für ein erstes Kind, dein Partner steckt aber gerade mitten im nächsten Karriereschritt? Gegensätzliche Vorstellungen der gemeinsamen Zukunft bieten großes Konfliktpotenzial, denn so richtig will keiner von seiner Idee abweichen.

Lösungsstrategie: Schreibt beide eure ideale Zukunft auf und vergleicht anschließend eure Wünsche. Gibt es Kompromisse, wie beispielsweise noch zwei Jahre mit der Familienplanung zu warten? Versucht, die Schnittmenge zu finden, mit der ihr beide gut leben könnt. Am besten beschäftigt ihr euch übrigens schon in einem frühen Stadium der Beziehung damit, ob eure Vorstellungen vereinbar sind, um spätere Krisen zu vermeiden.

Problem 4: Die Sache mit dem Geld

Ob Uneinigkeit über notwendige Anschaffungen oder unterschiedliche Gehälter – Geld taucht in vielen Partnerschaften wiederholt als Konfliktpunkt auf und kann sich zu einem andauernden Beziehungsproblem entwickeln, wenn hier kein Kompromiss gefunden wird. Etwa dann, wenn ein Partner sehr sparsam leben will und der andere nicht darauf verzichten möchte, sich häufig etwas zu gönnen.

Lösungsstrategie: Solltet ihr ein gemeinsames Konto führen, kann es helfen, dieses wieder aufzulösen und zu getrennten Konten überzugehen. So stehen beiden Seiten die eigenen finanziellen Mittel zur Verfügung und jeder kann damit nach eigenen Plänen wirtschaften.

Problem 5: Unerfüllte Erwartungen

Zu Beginn der Beziehung fandest du seine Eigenheiten liebenswert, je länger ihr zusammen seid, desto häufiger stört dich allerdings, dass dein Partner chaotisch ist oder ständig zu spät kommt. Die Folge? Regelmäßige Nörgeleien am Verhalten des anderen, denn eigentlich hattest du dir die Partnerschaft anders vorgestellt. Die ständige Kritik verletzt den anderen und vermittelt ihm das Gefühl, nicht gut genug zu sein, sodass dieser sich entweder verteidigt oder immer mehr zurückzieht.

Lösungsstrategie: Um dieses Beziehungsproblem zu bewältigen, ist es hilfreich, auf Ursachenforschung zu gehen. Woher stammen die Erwartungen an deinen Partner und warum fällt es dir so schwer, ihn mit seinen Macken zu akzeptieren? Häufig entstehen unsere Erwartungen bereits in der Kindheit oder entwickeln sich aus vergangenen Beziehungen. Dein Partner ist jedoch nicht für deine Zufriedenheit zuständig, sondern du selbst musst daran arbeiten, innerlich ausgeglichen und mit dir selbst im Reinen zu sein. Dann wird es euch auch gelingen, euch gegenseitig so anzunehmen, wie ihr seid.

Fazit: So findest du einen Ausweg aus euren Beziehungsproblemen

So groß die Liebe zueinander auch ist, Beziehungsprobleme belasten eine Partnerschaft und können sie mit der Zeit ernsthaft gefährden, wenn keine Lösung gefunden wird. In den meisten Partnerschaften entstehen Beziehungsprobleme aus klassischen Themen wie Eifersucht, Geldfragen oder unerfüllten Erwartungen an den Partner. So gehst du vor, um Beziehungsprobleme zu lösen:

  • Führe eine offene und faire Kommunikation auf Augenhöhe
  • Bewertet gemeinsam die Schwere eures Problems
  • Finde die Ursachen heraus und evaluiere mögliche Lösungsansätze
  • Such dir professionelle Hilfe, wenn du allein nicht weiterkommst
  • Zieh eine Beziehungspause oder Trennung in Betracht, wenn sich die Beziehungsprobleme auch dann nicht lösen lassen und dich immer mehr auslaugen

Mit diesen Schritten gelingt es dir, eure Probleme entweder gemeinsam zu überwinden oder aber die notwendige Motivation für einen Neuanfang zu finden.