Wie ist mein Beuteschema?

Typisch Beuteschema – Wie unsere Partnersuche mit Kindheitserfahrungen zusammenhängt

von Luisa Münch , 9. Jänner 2020

Unser Beuteschema ist dafür verantwortlich, dass wir uns immer wieder von einem bestimmten Typ Mensch angezogen fühlen – das geschieht ganz unbewusst. Schon in der frühen Kindheit prägt sich dieses Beuteschema aus, meist durch die Beziehung zu den Eltern. Je nachdem, ob diese positiv oder negativ verläuft, finden wir die Menschen attraktiv, die unseren Eltern ähneln oder im starken Kontrast zu ihnen stehen. Aber lässt sich dieses Beuteschema ändern? Unsere Tipps verraten es.

So beeinflusst das Beuteschema unsere Partnerwahl

Wenn es mit der Liebe nicht so richtig klappen will, macht sich bei vielen Singles ein typischer Gedanke breit: „Ich gerate immer an die Falschen“. Doch meist steckt hinter dieser falschen Partnerwahl nicht wirklich ein falscher Partner, sondern ein immergleiches Beziehungsmuster, das uns seit der Kindheit anhaftet und diese verzerrte Wahrnehmung hervorruft.

Prägungen aus der Kindheit

Die wichtigsten Erfahrungen mit Vertrauenspersonen sammeln wir in der Kindheit. Fallen diese eher negativ aus, hat das große Auswirkungen auf das Erwachsenenalter, denn die Prägungen aus der Vergangenheit nehmen wir in die Gegenwart mit. So kann eine Trennung der Eltern beispielsweise ein großes Bedürfnis nach Sicherheit im Kind hervorrufen. Ist die Eltern-Kind-Beziehung eher distanziert, kann das wiederum zu Bindungsangst führen. Genau diese Eigenschaften wirken sich auf die Art und Weise, wie wir einen Partner suchen aus. Das Beuteschema von Mann und Frau wird übrigens gleichermaßen von der Kindheit beeinflusst.

Der Weg hin zum passenden Partner

Um eine glückliche Beziehung führen zu können, liegt die Herausforderung also weniger darin, falsche Männer oder Frauen zu erkennen. Viel wichtiger ist es, dass Sie Ihr persönliches Beziehungsmuster identifizieren, um an dieser Stelle anzusetzen.

Mit diesen 8 Ansätzen gelingt es Ihnen, Ihr Beuteschema zu ändern

Die gute Nachricht ist, dass Sie an Ihrem Leitbild arbeiten können. Haben Sie negative Einflussfaktoren einmal erkannt, ist es möglich, diese aktiv zu verändern. Überlegen Sie also im ersten Schritt ganz rational, welche Übereinstimmungen Ihnen bei den Menschen auffallen, die Sie typischerweise anziehend finden oder ob es in vergangenen Beziehungen immer wieder ähnliche Streitpunkte gab. So erkennen Sie Ihr persönliches Suchmuster. Damit es Ihnen im zweiten Schritt gelingt, Ihre Gewohnheiten zu ändern und den sogenannten Traummann oder die Traumfrau zu finden, helfen Ihnen folgende Tipps:

1. Trauen Sie sich, Sie selbst zu sein

Authentizität ist ein wichtiges Stichwort in Verbindung mit dem Beuteschema – Sie sollten also nicht versuchen, eine fremde Rolle einzunehmen. Kommunizieren Sie stattdessen klar, was Sie von einer Beziehung erwarten und geben Sie sich so, wie Sie sind. Sie werden merken, dass Ihr authentisches Verhalten bei Ihrem Gegenüber punktet. Und Ihr eigenes Selbstwertgefühl stärken Sie so gleich mit.

2. Begeben Sie sich mit positiver Einstellung auf die Suche

So banal es klingen mag, Ihre innere Einstellung beeinflusst nicht nur Ihr Beuteschema sondern auch, wie offen und positiv Sie auf andere Menschen zugehen. Wenn Sie sich selbst einreden, dass Sie scheitern werden, dann wird sich diese Vorstellung viel eher bewahrheiten. Eignen Sie sich stattdessen eine positive Einstellung und das Vertrauen an, sodass Sie alte Fehler nicht wiederholen werden.

3. Genießen Sie die Zeit mit sich selbst

Eine Beziehung zu jemandem, der Sie immer wieder verletzt, ist äußerst schmerzhaft. Begeben Sie sich schon kurz darauf in die nächste Partnerschaft, ist das Risiko hoch, direkt wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen und weitere negative Erfahrungen zu sammeln. Versuchen Sie allerdings, die Vorteile des Singlelebens zu ergründen und die Zeit mit sich selbst zu genießen, verringern Sie Ihren persönlichen Druck, schnellstmöglich einen neuen Partner finden zu müssen und können sich stattdessen ausreichend Zeit dazu nehmen.

4. Lernen Sie aus Fehlern früherer Beziehungen, um Ihr Beuteschema zu optimieren

Setzen Sie sich mit der Frage auseinander, warum frühere Beziehungen gescheitert sind, welche Fehler Sie gemacht haben und welches Verhalten Ihres Partners Sie womöglich verletzt hat. Diese Erkenntnisse sind notwendig, um in einer neuen Partnerschaft aus alten Gewohnheiten auszubrechen. Schätzen Sie diese Fehler also weniger als Laster ein, sondern betrachten Sie sie als wertvolle Bereicherung für Ihre Zukunft.

5. Finden Sie heraus, welche Bedürfnisse Sie wirklich haben

Sie haben erfolgreich analysiert, woran Ihre vergangenen Partnerschaften gescheitert sind? Daraus leiten Sie nun Ihre eigenen Bedürfnisse ab. Führen Sie sich vor Augen, welche Charaktermerkmale eines Partners Sie langfristig glücklich machen würden und welche Eigenschaften Sie im Alltag schätzen. Vielleicht fallen Ihnen Aspekte auf, die Sie in Ihrem bisherigen Verhalten überhaupt nicht berücksichtigt hatten?

6. Geben Sie Menschen eine Chance, die nicht in Ihr Beuteschema fallen

So schön die Idee der Liebe auf den ersten Blick auch scheint, ob er oder sie der richtige Partner für Sie ist, finden sie häufig erst heraus, wenn Sie sich bereits zwei, drei Mal getroffen haben. Es kann sich also auch lohnen, Menschen eine Chance zu geben, die im ersten Moment noch kein Gefühl von Verliebtheit bei Ihnen verursachen.

7. Lernen Sie, Interesse im Zusammenhang mit Ihrem Beuteschema richtig zu deuten

Fühlen Sie sich unsicher dabei, sich auf andere Menschen einzulassen oder Vertrauen aufzubauen? Dann kann es Ihnen helfen, verstärkt auf die Körpersprache von Frauen bzw. Männern zu achten. Gerade Menschen, die Angst vor erneuten Verletzungen haben, sind häufig von Selbstzweifeln geplagt und unsicher darüber, ob der potenzielle Partner es tatsächlich ernst meint. Intensiver Blickkontakt, ein Lächeln und eine offene Körperhaltung sind nur einige Anzeichen für das echte Interesse Ihres Gegenübers an Ihnen.

8. Trauen Sie sich, mit einem Experten zu sprechen

Die Suche nach einem liebevollen Partner kann frustrierend sein. Wenn Sie an einem Punkt stehen, an dem Sie nicht selbst aus Ihrem Beuteschema ausbrechen können, kann ein Gespräch mit einem Coach oder einem Therapeuten weiterhelfen. Sie lernen so Stück für Stück, worauf Sie in der Dating- und Kennenlernphase achten sollten und was Ihnen in einer Beziehung wirklich guttun würde. Dieses Wissen wird Sie dabei unterstützen, auch die Singles kennenzulernen, die nicht unbedingt Ihrer Erwartungshaltung entsprechen – mit denen Sie aber vielleicht viel besser zusammenpassen.

Test: Wie ist Ihr Beuteschema?

Mit unserem Test finden Sie heraus, was eigentlich hinter Ihrem Beuteschema steckt.

  1. [1/9] Auf einer Party erobert Sie ein Mann Sie am ehesten mit folgendem Spruch:

  2. [2/9] Stellen Sie sich vor, Sie begegnen zwei Männern. Der eine sieht umwerfend gut aus und schaut sie herausfordernd an. Der andere wirkt eher unscheinbar, aber doch sympathisch und lächelt eher schüchtern. Mit welchem kommen Sie ins Gespräch?

  3. [3/9] Lassen Sie all Ihre Ex-Männer Revue passieren: Hand aufs Herz - wie viele Fehlgriffe waren dabei?

  4. [4/9] Wenn Sie einen Mann kennen lernen, achten Sie auf...

  5. [5/9] Sie haben eine wunderbare Nacht mit einem Mann verbracht. Und weiter?

  6. [6/9] Der erste Besuch bei Ihren Eltern steht an. Wie bereitet sich Ihr Neuer darauf vor?

  7. [7/9] Das ideale erste Date mit ihm?

  8. [8/9] Stellen Sie sich vor, er will spontan mit Ihnen verreisen. Wohin sollen Sie ihn begleiten?

  9. [9/9] Sie haben sich ein paar Mal getroffen. Nun lädt er Sie zum Essen ein. Wie und wo?

Fazit: Ändern Sie Ihr Beuteschema, um Ihrer Partnerwahl neuen Schwung zu verleihen

Wer passt zu mir?“ Eine klassische Frage, die sich viele Singles immer wieder stellen. Besonders dann, wenn sie bereits einige negative Beziehungserfahrungen hinter sich haben. Wenn der Eindruck entsteht, immer wieder auf die Gleichen hereinzufallen, verbergen sich dahinter häufig frühe Erlebnisse aus unserer Kindheit. Ganz automatisch entwickelt sich unser Beuteschema je nach positiven oder negativen Kindheitserfahrungen. Auch Eigenschaften wie Bindungsphobie oder ein besonderes Sicherheitsbedürfnis werden in diesem frühen Alter geprägt und wirken sich auf unser Erwachsenenleben aus. Um aus dem immergleichen Leitbild negativer Beziehungen auszubrechen, sollten Sie sich Ihrer typischen Gewohnheiten bewusstwerden und diese Schritt für Schritt ändern.

  • Authentizität,
  • eine positive Einstellung bei der Partnersuche,
  • die Analyse der eigenen Bedürfnisse oder
  • das Lernen aus früheren Fehlern

sind einige Tipps, die Ihnen dabei helfen, Ihr Beuteschema zu überdenken. So wird es Ihnen gelingen, sich von alten Mustern zu befreien und mit Offenheit und Selbstvertrauen auf Partnersuche zu gehen.