Frau mit gesenktem Blick hat Trennungsangst

Trennungsangst: Lassen Sie los und öffnen Sie sich für Neues!

von: ElitePartner Redaktion , 14. März 2019

Trennungsangst in einer Partnerschaft: Ein Paar bleibt zusammen, obwohl beide unglücklich sind und ein Neuanfang das Beste wäre. Was verursacht die Furcht vor Trennung, und wie geht man damit um? ElitePartner beleuchtet die Ursachen und liefert Ihnen Tipps, wie Sie lernen die Angst zu überwinden.

Inhaltsverzeichnis:

Das steckt dahinter der Angst vor Trennung

Wer kennt sie nicht: Pärchen im Bekannten- und Freundeskreis, bei denen es für Außenstehende offensichtlich ist, dass sie nicht glücklich miteinander sind – aber erstaunlicherweise bleiben sie trotzdem zusammen. Trennungsangst ist ein klassisches Phänomen.  Doch wo liegen die Gründe dafür?

1.Negative Beziehungserfahrungen

In der Analyse sind sich die Fachliteratur und die Frauenmagazine einig: Als wiederkehrendes psychologisches Muster von Menschen, die Trennungen scheuen, wird ein unterentwickeltes Selbstwertgefühl genannt. Die Ursachen dafür liegen meist lange zurück, wie Lisa Fischbach, ElitePartner-Expertin und Paartherapeutin, weiß: „Trennungsangst ist ein Synonym für Verlustangst. Der Grund sind negative Beziehungserfahrungen in der Kindheit, mit den ersten engen Bezugspersonen, aber auch mit vorherigen Liebesbeziehungen. Sie haben auf die Beziehungsgestaltung im Erwachsenenalter starken Einfluss.“

2. Fehlende Selbstständigkeit führt oft zur Angst sich zu trennen

Doch nicht nur negative Beziehungserfahrungen in der Vergangenheit wie Traumata, Verluste durch Scheidung oder Todesfälle müssen Auslöser sein. Häufig wird die Trennungsangst bei Paaren durch Banalitäten verursacht. Wer beispielsweise aus dem Elternhaus direkt mit seinem Partner zusammengezogen ist, ist möglicherweise stärker an eine Bezugsperson gebunden, die einen sicheren Rahmen und Fürsorge verspricht. Aus dieser Unselbstständigkeit erwächst nicht selten Angst vor Trennung.

3. Hilfslosigkeit und generelle Angststörungen führen oft zu Trennungsangst

Eine weitere Ursache ist Hilflosigkeit. Viele Menschen haben Angst vor dem Alleinsein, und fürchten das Leben ohne einen Partner an ihrer Seite nicht bestreiten zu können. So sagen ein Drittel der Männer in Deutschland, dass ihnen eine Partnerin wichtig ist, um sich nicht alleine zu fühlen.*

Eine emotionale Störung mit starken Ängsten verlassen zu werden resultiert oft aus einer starken Bindung an eine Bezugsperson wie beispielsweise an die Mutter. Auch Frauen und Männer, die generell sehr skeptisch und überängstlich durch das Leben gehen, neigen dazu, solch eine Hemmung zu entwickeln.

Angst sich zu trennen? Das sind die Anzeichen

Je nach Lebens- und Beziehungsphase äußert sich die Angst vor einer Trennung auf unterschiedliche Art und Weise. Wenn Sie folgende Verhaltensmuster bei sich selbst erkennen, sollten Sie reflektieren, ob sie als erste Anzeichen für Trennungsangst zu deuten sind:

  • Klammern: Vor allem junge Menschen ziehen oft direkt vom Haus ihrer Eltern mit ihrem Partner in eine erste gemeinsame Wohnung. Dabei haben sie nie gelernt, zumindest zeitweise alleine zu leben und für sich selbst zu sorgen und Verantwortung zu tragen. Sie brauchen ihre Beziehung, um sich geborgen zu fühlen und den Alltag zu meistern – und klammern.
  • Eifersucht: In einer eigentlich intakten Beziehung führt die Angst vor Trennung, die meist unbewusst ist, zu einem unangemessenen Nähe-Distanz-Bedürfnis, wie die Psychologin erklärt. „Es entstehen eine übersteigerte Angst, verlassen zu werden, und große Schwierigkeiten, Vertrauen zu entwickeln.“ Die Folge: Betroffene reagieren gestresst und sehr eifersüchtig, wenn der Partner sich als eher unabhängig erweist.
  • Schuldgefühle:In einer Beziehung, die bereits angezählt ist, zögern Menschen mit Trennungsangst den Bruch hinaus und verlängern damit das Moratorium. Klassische Beweggründe von Betroffenen sind vorauseilende Schuldgefühle: Es fallen häufig Sätze wie „Ich kann das meinem Partner nicht antun“, „Ich fühle mich verantwortlich für meinen Partner“ und: „Meine Kinder sollen in einer richtigen Familie aufwachsen.“

8 Tipps bei Trennungsangst

Doch wie gelingt es, die Trennungsangst zu überwinden und einen Neuanfang in der Beziehung zu wagen? Diese Maßnahmen versprechen einen Umgang damit.

1. Lernen Sie sich wieder selbst zu vertrauen

In erster Linie ist es wichtig, dass Sie den Mut fassen und lernen, sich wieder selbst zu vertrauen. Das Ziel: die Einsicht, dass ein sprichwörtliches Ende mit Schrecken die bessere Alternative ist als ein Schrecken ohne Ende in einer Beziehung. Vor allem zwei Dinge, so die Expertin, sollten Sie sich dabei bewusst machen:

„Ein Bruch, der eine unglückliche Beziehung beendet, ist besser als eine Beziehung, die man nur aus Trennungsangst weiterführt.“

Dieser Schritt ist schmerzhaft, erfordert Trauerarbeit und braucht Zeit, die sich jeder nehmen sollte. „Es stabilisiert die eigene Beziehungsfähigkeit, und das zahlt sich auch in der neuen Liebe aus.“

2. Hilfe bei Trennungsangst – Reflektieren Sie Ihre Beziehungen

Außerdem sollten Sie vergangene Partnerschaften Revue passieren lassen. Das hilft hinderliche Dynamiken aufzudecken und Problemfelder zu identifizieren.

3. Machen Sie ein Gedankenexperiment

Darüber hinaus gibt es weitere mentale und praktische Übungen, die Ihnen dabei helfen können, Ihre Trennungsangst zu überwinden: Stellen Sie sich ein Leben ohne Ihren Partner vor und denken Sie darüber nach, welche Freiheiten Sie (wieder)gewinnen und welche neuen Perspektiven sich Ihnen eröffnen würden, wenn Sie Ihre Trennungsangst ad acta legen könnten.

4. Verabreden Sie sich mit anderen

Treffen Sie sich mal wieder unabhängig von Ihrem Partner mit Freunden, um sich selbst als eigenständigen Menschen zu erleben, der auch ohne den anderen attraktiv und begehrenswert – und etwas wert – ist. Ob ein Kinobesuch, ein Dinner oder ein Kochkurs – machen Sie das, worauf Sie Lust haben, und zwar ohne Ihren Liebsten.

5. Betrachten Sie Ihre Partnerschaft von außen

Fragen Sie enge Freunde nach deren Blick von außen auf Ihre Beziehung – und überprüfen Sie Selbst- und Fremdwahrnehmung. Welche Rolle schreiben Freunde, Familienmitglieder und Bekannte mir innerhalb unserer Partnerschaft zu? Wie nehmen sie mich und meinen Partner wahr? Was schätzen andere an uns? Und was beäugen sie kritisch? Ein objektiver Blick darauf schärft oftmals die eigene Wahrnehmung.

6. Schreiben Sie sich bei Trennungsangst ein Mantra

Ein Mantra befreit uns aus negativen Gedankenspiralen, führt uns Ziele vor Augen und stärkt unser Selbstvertrauen ganz unbewusst. Malen Sie sich Ihr ganz eigenes Mantra in Bezug auf Ihre Angst vor Trennung aus und kleben Sie es sich zum Beispiel an Ihren Badezimmerspiegel: Glaubenssätze wie „Loslassen und Neustart gehen oft Hand in Hand.“ oder „Ich brauche niemanden, um glücklich zu sein.“ beflügeln und liefern neuen Mut.

7. Folgen Sie Ihrer Intuition, um Ihre Trennungsangst zu überwinden

Was wollten Sie schon immer einmal machen? Welchen Traum wollten Sie sich noch erfüllen? Hören Sie in sich hinein und gehen Sie ein eigenes Projekt an. Sie werden sehen, dass die selbstständige Erfüllung kleiner oder großer Ziele Ihr Selbstvertrauen stärkt und Ihnen mehr Optimismus verleiht.

8. Vergegenwärtigen Sie sich Herausforderungen, die Sie bereits gemeistert haben

Der Sprachaustausch in der Schulzeit, die Trennung von Ihrer ersten großen Liebe oder die verpatzte Fahrschulprüfung: Wenn es Ihnen an Selbstsicherheit mangelt, denken Sie an alte Lebenskrisen zurück, die Sie eigenständig bestritten haben. Das sorgt für neuen Mut und stärkt Ihr Selbstbewusstsein.

Fazit: Trennungsangst überwinden und daraus lernen

Erst wenn es gelingt, die Ängste zu bekämpfen, können Sie aus Ihren Erfahrungen lernen und daraus Positives für zukünftige Beziehungen ziehen – und erst dann sind Sie bereit für einen Neuanfang. Dabei ist es allerdings nicht nur wichtig, Bilanz zu ziehen, sondern auch, diese Erkenntnisse bei der zukünftigen Wahl des Partners zu berücksichtigen. Machen Sie also zuallererst eine Bestandsaufnahme: Zeigt Ihr eigenes Verhalten Anzeichen von Trennungsangst? Wenn ja, gehen Sie folgende Maßnahmen an:

  • Machen Sie sich bewusst, dass ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende
  • Analysieren Sie gescheiterte Beziehungen und decken Sie destruktive Dynamiken auf
  • Stellen Sie sich ein Leben ohne Ihren Partner vor
  • Unternehmen Sie etwas ohne Ihren Partner
  • Lassen Sie andere Ihre Beziehung beurteilen
  • Notieren Sie sich positive Glaubenssätze gegen ihre Trennungsangst
  • Fragen Sie sich, was Sie schon immer einmal alleine machen wollten
  • Denken Sie an vergangen Erfolge zurück

Arbeiten Sie nach dem Ende der Beziehung auf diese Art und Weise an Ihrem Selbstbewusstsein, beweisen Sie sich selbst, dass Sie es schaffen können, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Ihre nächste Beziehung wird garantiert davon profitieren.

*Quelle: ElitePartner-Studie 2018

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