Frau blickt selbstsicher in die Kamera. Sie hat keine geringes Selbstwertgefühl mehr.

Geringes Selbstwertgefühl? Innere Balance ist wichtig für die Partnersuche

von: Maren Jannen , 11. Januar 2019

Wer unter einem geringen Selbstwertgefühl leidet, steht sich im Umgang mit anderen Menschen selbst im Weg. Acht Tipps, wie Sie Ihr Selbstbild steigern können.

Wie der Name schon sagt, ist das Selbstwertgefühl eine Art Bewertung, wie sich jemand selbst sieht und wahrnimmt. Oft neigen Menschen mit Selbstzweifeln zu einer übermäßig kritischen Selbstbetrachtung oder Abwertung der eigenen Fähigkeiten. Wer jedoch ständig von der Angst geleitet wird, nicht zu genügen, steht sich selbst im Weg – sowohl im persönlichen Alltag als auch im Umgang mit einem anderen Menschen. Lesen Sie hier, woher ein niedriges Selbstbild kommen kann, inwiefern es die Partnersuche erschwert und was Sie tun können, um Ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Woher kommt ein geringes Selbstbewusstsein?

Die Ursachen liegen oft tief in uns begründet und gehen auf frühe Erfahrungen zurück, die wir gemacht haben. Schon früh schleicht sich die Einstellung ein, man sei es nicht wert, Aufmerksamkeit zu erhalten oder geliebt zu werden. „Wer zu wenig Liebe, emotionale Geborgenheit und Sicherheit in der Herkunftsfamilie erfahren hat, leidet unter diesem Defizit mitunter sein ganzes Leben lang“, bestätigt Fischbach. Diese Psychologie kann auf die spätere Partnerwahl Auswirkung haben: Wer sich emotional nicht „satt“ fühlt, sucht sich im späteren Leben oft nicht unbedingt den Partner aus, der am besten passt, sondern einen, der besonders viel Liebe gibt.

Weitere Gründe für ein geringes Selbstwertgefühl können sein:

  • schlechte Erfahrung: Wer von einer geliebten Person enttäuscht, belogen oder betrogen wurde, fängt schnell an, die Gründe bei sich selbst zu suchen. Es manifestiert sich die Überzeugung, es wahrscheinlich auch nicht anders verdient zu haben. Folglich werden die Unsicherheiten und Probleme wie Bindungsangst oder Beziehungsunfähigkeit automatisch auch auf die nächsten Bekanntschaften projiziert.
  • fehlende Anerkennung im Alltag: Jeder möchte Wertschätzung und Anerkennung erfahren für das, was er tut und leistet. Kommt es häufig vor, dass sich jemand für etwas besonders anstrengt, dafür aber nie Lob oder Respekt erhält, kann auch dies zu einem immer geringeren Selbstbewusstsein führen.
  • erfolglose Partnersuche: Wer sich unbedingt einen Partner wünscht, aber keinen findet, fängt irgendwann an, an der eigenen Liebenswürdigkeit zu zweifeln. Schnell können Aussehen, Alter oder Status zu Komplexen führen. Die Folge: eine negative Ausstrahlung. Scheitert das Vorhaben einer Annäherung, ist es wie eine selbsterfüllende Prophezeiung – ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

Ein geringes Selbstwertgefühl erschwert die Partnersuche

Dass fehlende Selbstsicherheit der Kontaktanbahnung und Intensivierung von Beziehungen im Weg steht, zeigen die Ergebnisse unserer ElitePartner-Studie 2018. Folgende Gründe empfanden die Befragten als ausschlaggebend für ihren Singlestatus:

  • Insgesamt 45,4 Prozent der Männer und Frauen gaben an, dass sie schüchtern seien und es ihnen deshalb schwerfalle, auf andere zuzugehen.
  • Knapp 35 Prozent empfanden sich nicht als attraktiv genug und sahen dies als Grund für ihre erfolglose Partnersuche.
  • Fast 30 Prozent wiederum spürten Verunsicherung, was die finanzielle Situation Ihr geringes Selbstbewusstsein speiste sich aus der Annahme, zu wenig Geld zu haben und dem Partner so nicht genug bieten zu können.

Mangelndes Selbstwertgefühl bei Männern oft gesellschaftlich geprägt

Oft verstellen sich Betroffene daher in dem Versuch, dem Gegenüber zu gefallen. Vor allem bei Männern kann ein mangelndes Selbstwertgefühl zu einem Verlust der Authentizität führen. Dabei spielen Leitbilder eine große Rolle. Das gesellschaftlich geprägte Bild des starken, selbstsicheren, finanziell unabhängigen und souveränen Mannes kann Minderwertigkeitskomplexe verstärken. Einige Männer versuchen daher, ihre Selbstzweifel mit der offensiven Demonstration von Statussymbolen (berufliche Position, finanzielle Situation, teures Auto etc.) zu kaschieren. So lange sie auf diese Statussymbole zurückgreifen können, fühlen sie sich sicher, männlich dominant und stark. Da ihr Befinden jedoch von äußeren Faktoren abhängt und definiert wird, leben sie in der ständigen Angst, diese verlieren zu können. Doch wer nicht authentisch ist, wird irgendwann entlarvt – und die eventuell folgende Zurückweisung wird als weitere Bestätigung dafür empfunden, nicht zu genügen.

Niedriges Selbstwertgefühl belastet auch die Beziehung

Doch auch in einer bereits bestehenden Partnerschaft kann ein geringes Selbstwertgefühl zu einer Belastung werden.

Zweifel an der Beziehung: Betroffene zweifeln oft und schnell an der Beziehung. „Wer sich seiner selbst unsicher ist, sucht häufig nach viel Bestätigung durch den Partner. Das innere Gefühl, nicht zu reichen, soll kompensiert werden. Diese Aufgabe kann den Partner belasten“*

Auch Eifersucht spiele bei unsicheren Menschen oft eine große Rolle: „Sie haben Angst, verlassen zu werden, da sie sich selbst nicht als liebenswert genug empfinden.“ Diese Angst kann dazu führen, dass Betroffene stark klammern und ihren Partner durch mangelndes Vertrauen ständig unter Druck setzen.

Kritikfähigkeit: Männer und Frauen mit einem geringen Selbstwertgefühl reagieren zudem wesentlich empfindlicher auf Kritik, denn „das Feedback zu bestimmten Verhaltensweisen wird sehr schnell auf die eigene Person bezogen und als Abwertung verstanden.“*

Obsessive Liebe: Unsichere Menschen tun in der Beziehung mitunter alles, um geliebt werden. Sie opfern sich auf und stellen ihre eigenen Bedürfnisse hinter die des Partners. Doch dabei laufen sie Gefahr, sich selbst zu vergessen. Wer die Bestätigung stets nur beim anderen sucht, wird schnell abhängig und entwickelt eine krankhafte Liebessucht.

So können Sie Ihr Selbstwertgefühl steigern

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Das Selbstbild ist nicht in Stein gemeißelt und unterliegt ständigen Veränderungen und Einflüssen. Es ist gelernt – mitunter schon von kleinauf. Doch: Schon kleine Äußerlichkeiten wie gut beziehungsweise schlecht sitzende Haare oder bestimmte Kleidung, aber auch spontane Erlebnisse können beeinflussen, wie sich jemand gerade fühlt. Darüber hinaus gibt es aber auch Verhaltensweisen, die Sie bewusst (um)lernen können, um Ihr niedriges Selbstbewusstsein nachhaltig zu steigern:

  1. Vergleichen Sie sich nicht: Sie sind und bleiben einzigartig! Hören Sie auf zu schauen, was andere Menschen haben, machen oder sagen. Vertrauen Sie auf sich selbst, denn Sie reichen völlig aus.
  2. Nehmen Sie Komplimente an: Keine falsche Bescheidenheit! Macht Ihnen jemand ein Kompliment zu Ihrem Äußeren oder zu etwas, was Sie getan haben, sagen Sie in Zukunft schlicht und einfach „Danke“, statt es abzuwehren mit einem „Ach was, das kann nicht sein…“ oder „Das glaube ich nicht…“
  3. Heben Sie Ihre Stärken hervor: Versuchen Sie, nicht auf die ganzen Dinge zu schauen, die Ihnen an sich nicht gefallen, sondern betonen Sie Ihre Vorzüge.
  4. Tun Sie anderen etwas Gutes: Anderen zu helfen, und sei es nur mit einer Kleinigkeit, wie zum Beispiel im Bus oder in der Bahn einer älteren Person den Platz anzubieten, sorgt dafür, dass man sich besser fühlt und mit sich und seinem Verhalten zufriedener ist.
  5. Belohnen Sie sich für kleine Erfolge: Was für andere vielleicht ein Selbstgänger ist, stellt für Sie ein Kraftakt dar. Wenn Sie sich zum Beispiel vorgenommen haben, offensiver im Kontakt mit anderen Menschen zu werden und auch mal ein Kompliment zu verteilen, dann dürfen Sie sich im Anschluss gern mit etwas Schönem belohnen und Ihren Erfolg feiern.
  6. Stehen Sie zu Ihrer Unsicherheit: Manchmal ist Ehrlichkeit die beste Medizin. Wenn Sie zum Beispiel auf einem Date merken, dass Sie rot werden oder ins Stottern geraten, dann geben Sie ganz offen zu, dass Ihr Gegenüber Sie beim Date nervös macht. Sie brauchen sich dafür nicht schämen, ganz im Gegenteil. Denn: Ehrlichkeit erfordert Mut, und Mut zu zeigen ist attraktiv.
  7. Nehmen Sie einen Korb nicht persönlich: Nicht auf jedem Date wird gleich der Grundstein für die große Liebe gelegt. Sollte sich ein Flirt als Strohfeuer entpuppten oder Ihr Gegenüber einen Korb geben, dann denken Sie einfach, dass dieser Misserfolg Sie einen Schritt näher in die Richtung desjenigen/derjenigen treibt, der/die wirklich zu Ihnen passt. Lassen Sie sich nicht von der Tatsache herunterziehen, dass Sie einen Korb bekommen haben.
  8. Eine Verhaltenstherapie: Bei einer tiefgreifenden Selbstwertproblematik ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu suchen und gemeinsam verhaltenstherapeutische Übungen zu entwickeln, die dabei helfen, zu einer gesunden inneren Balance zu finden.

Fazit: Geringes Selbstwertgefühl? Sie sind einzigartig!

Ein zweifelndes, kritisches Ego ist menschlich. Doch wird die Stimme Ihres inneren Kritikers zu laut, verlieren Sie Ihre positiven und individuellen Eigenschaften aus den Augen. Die Folge: Wenn Sie sich zu sehr von Ihrem geringen Selbstbewusstsein beeinflussen/leiten lassen, werden Sie immer unter Ihren Möglichkeiten bleiben, sich anpassen oder verstellen. Trauen Sie sich ruhig, auch einmal „Nein“ zu sagen und für sich und Ihre eigenen Bedürfnisse einzustehen. Sie allein sind für sich und Ihr Glück verantwortlich. Verabschieden Sie sich von dem Anspruch, perfekt sein zu müssen und akzeptieren Sie sich mit all Ihren Schwächen und Stärken – denn dieser ganz individuelle Mix macht Sie schließlich einzigartig und liebenswert.

*Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin und Leiterin Forschung und Matchmaking bei ElitePartner

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